Archiv für Januar 2013

Achtung! Emotionale Ansteckungsgefahr!

Nicht nur Viren sind ansteckend! Auch die Stimmung kann sehr ansteckend sein, im positiven Sinn wie auch im negativen. Das erleben wir nahezu täglich, – zu Hause, im Büro, in der Freizeit, mit Familie, Freunden, Kollegen, aber auch mit fremden Leuten, denen wir in der Öffentlichkeit begegnen.

Stimmungsviren werden auch gerne weitergereicht – wie früher der schwarze Peter im Kartenspiel. Das ist durchaus interessant zu beobachten. Zum Beispiel läuft auf der Arbeit ein Projekt nicht rund. Der Chef ist eh schon genervt und dann platzt ihm der Kragen. Er lässt seinen Frust und Ärger am nächstbesten Mitarbeiter aus. Der Mitarbeiter kann nichts dafür, bekommt aber die volle Salve ab. Abends kommt er dann nach Hause. Die schlechte Stimmung hat er als Gepäck dabei und reicht sie direkt weiter an seine Frau. Seine Frau bekommt den Ärger vom Chef weitergereicht durch ihren Ehemann. Der Ehemann entlädt sich, lädt die emotionale Last bei seiner Frau ab. Nun hat die Frau den Ärger. Da kommt der Sohn rein, hat nichts verbrochen, kriegt aber nun den Ärger von seiner Mutter. Diesen Ärger gibt der Sohn an seine Schwester weiter. Und die Schwester entlädt den Ärger mit einem Tritt gegen ihr Spielzeug.

Ich finde es sehr interessant, wie so emotionale Ladungen weitergereicht werden, bis sie schließlich durch eine körperliche Reaktion verschwinden. In der Regel sind das vollkommen unterbewusste Aktionen und Reaktionen. Es ist so als hat einer ein faules Ei in der Hand und versucht es dem nächstbesten in die Hand zu drücken, um sich davon zu befreien. Genauso funktioniert dies oft mit all unseren negativen Emotionen. Wir suchen einfach nach der nächstbesten Person, um so schnell wie möglich unser faules Ei loszuwerden. So werden gerne Ärger und Frust weitergereicht. Aber auch depressive Gefühle, Traurigkeit, miese Laune, etc. will man schnell loswerden und weitergeben. Da kommt man froh gelaunt zu Besuch. Die Freundin ist schlecht drauf. Man wehrt sich noch, aber schwupps hat die schlechte Stimmung schon auf einen übergegriffen. Während die Freundin sich durch das Gespräch sichtlich erholt, hat man dann selbst die schlechte Stimmung an der Backe. Oder Sie gehen nichts ahnend zum Becker morgens, wollen nur Ihre Brötchen holen. Da werden Sie von der Seite angesprochen und müssen sich aus heiterem Himmel die furchtbare Lebensgeschichte einer Person anhören, die Sie noch nie in Ihrem Leben getroffen haben.

Teilweise spricht man auch vom seelischen Mülleimer. Menschen laden ihren seelischen Müll bei anderen ab, um sich besser zu fühlen. Dann gibt es noch spezielle Menschen, die besonders anziehend für so eine Entladung wirken. Sie werden häufig bei Problemen auch von fremden Menschen angesprochen.

In der Familie kann man die Tätigkeit von Stimmungsviren besonders gut beobachten. Da reicht, wenn einer schlechte Laune hat und ganz schnell haben sich alle anderen Familienmitglieder angesteckt. Die schlechte Laune hat übergegriffen und alle infiziert.

Zum Glück funktioniert das Prinzip auch in positiven Sinn. Ein gut gelaunter, fröhlicher Mensch steckt andere mit seiner Stimmung an. In kurzer Zeit verbreitet sich die gute Laune. Das kann man auf Feiern im Familien- oder Freundeskreis gut beobachten. In der Regel warten dann schon alle auf den Stimmungsmacher.

Bei ansteckenden Krankheiten folgt man gewissen Hygienevorschriften, damit sie sich nicht verbreiten können. Ähnlich ist es bei emotionaler Ansteckung, bei Stimmungsviren. Es ist in der Regel nicht gut, sich einfach das nächstbeste Opfer zu suchen, um sich von seinen schlechten Gefühlen zu befreien, sie einfach bei einem anderen zu entladen. Schlechte Emotionen können auch anders entladen werden, ohne schädliche Wirkungen.

Nehmen wir einmal an, Sie sind so richtig sauer, weil irgendetwas nicht so gelaufen ist, wie es sollte. Sie sind voll Ärger, verspüren Aggressionen. Diese Gefühle können Sie entladen, indem Sie körperlich aktiv werden, die Treppe rauf und runter rennen, einen Punching Ball schlagen oder auf dem Klo Ihren Frust herausschreien. Danach geht es Ihnen besser. Sie müssen einfach für sich einen passenden Weg finden, um Ihre schlechten Emotionen, Ihre aufgestauten Gefühle loszuwerden. Ein Boxsack oder Punching Ball leistet großartige Dienste. Sie können aber auch eine Runde joggen gehen, Liegestütze machen oder sonst etwas. Nur lassen Sie es raus, befreien Sie sich und dann können Sie auch ganz normal mit Ihrem Partner oder Ihrer Familie umgehen, ohne den Ärger weitergeben zu müssen.

Ich persönlich würde jeder Firma und auch jeder Familie die Installation eines Boxsacks bzw. Punching Balls empfehlen. So kann sich jeder schnell abreagieren, bevor echter, zwischenmenschlicher Schaden entsteht.

Das Problem heutzutage ist, dass wir kein echte, natürliche Möglichkeit haben, unsere Gefühle, unsere Anspannungen abzubauen. Wir können weder flüchten, noch kämpfen. Wir müssen immer einen freundlichen, professionellen Eindruck machen. Wo sollen wir dann hin mit unserer emotionalen Energie?

Deshalb – suchen Sie für sich und Ihre Lieben eine adäquate Möglichkeit „Dampf abzulassen“, ohne Schäden zu verursachen, aber auch ohne Ärger herunterzuschlucken, was auch sehr ungesund ist. Achten Sie auf Ihre Psychische Hygiene, vermeiden Sie psychische Umweltverschmutzung.

Und lassen Sie sich von der guten Laune Ihrer Mitmenschen anstecken!

So machen Sie das Beste aus dem Alltag.

 

PS: Wussten Sie, dass aggressive Jugendliche Boxtraining verordnet bekommen, sich dabei abreagieren und dann keine Lust mehr auf Schlägereien verspüren? Wir brauchen einfach die Möglichkeit uns abzureagieren, überschüssige, ungesunde Energie loszuwerden – ohne jemanden zu verletzen.

 

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Überlastet, ausgebrannt und ver…scht!

Wahrscheinlich haben Sie auch schon etwas über den Stressreport 2012 gelesen oder gehört. 43% der Berufstätigen klagen über stetig wachsenden Stress. Und – oh Wunder – wir in Deutschland sind Spitzenreiter bei Termin- und Leistungsdruck in den 27 EU-Ländern. Jeder zweite fühlt sich durch Telefonate und Emails in seiner Arbeit (Konzentration) gestört. 60% vertragen Multitasking nicht. 26% machen keine Pausen mehr, wofür auch, wenn man die Zeit effektiver nutzen kann. Viele machen auch Überstunden, selbst am Wochenende und an Feiertagen. Chefs sind auch sehr belastet und haben dann Probleme mit einer guten Personalführung.

Das sind alles ganz erstaunliche Erkenntnisse. Und wen wundert es dann, dass immer mehr Menschen krank werden, dass psychische Erkrankungen ständig zunehmen. Auch dazu noch ein paar Zahlen: In den letzen 15 Jahren ist die Zahl der Arbeitsausfälle aufgrund psychischer Erkrankungen um 80% gestiegen. Das waren fast 60 Millionen Krankheitstage allein 2011.

Was meinen Sie? Sollte man sich da Gedanken machen? Könnte da irgendwo irgend etwas vielleicht nicht stimmen?

Was machen nun viele, überlastete Berufstätige? Sie entwickeln ungesunde Copingstrategien – viel Kaffee, viel Nikotin, viel Alkohol, viel Essen, viele Süßigkeiten und vielleicht auch Schmerztabletten, Schlaftabletten, Beruhigungstabletten und in den besseren Kreisen Kokain, etc. Ja, irgendwie muss man sich zu mehr Leistung pushen, muss man den Druck kompensieren, muss man wieder runterkommen. Das geht dann so lange, bis man zusammenbricht.

Und was sind die Symptome?

  • Konzentrationsprobleme
  • Unruhe, ständige Anspannung
  • Schlafstörungen
  • innere Leere
  • das Leben erscheint sinnlos
  • die Lebensfreude fehlt
  • man funktioniert nur noch (wie eine Maschine)
  • man kann sich selbst über positve Dinge nicht mehr freuen
  • Ängste zu versagen
  • selbst nachts denkt man noch an seine Arbeit
  • Entspannung ist nicht mehr möglich
  • Körperliche Probleme (Rücken, Durchblutung, etc.)
  • Weinkrämpfe
  • Nervenzusammenbrüche
  • sozialer Rückzug
  • gestörtes Essverhalten
  • kaputte Partnerschaft, Verlust von Freunden
  • Suizidgedanken
  • totale Erschöpfung

Das sind doch keine ernsten Probleme oder? Was meinen Sie? Alles halb so schlimm! Zumindest von offizieller Seite. Es ist ja nur ganz normaler Stress, mit dem jeder prinzipiell gut umgehen kann. Entsprechend sind auch die Empfehlungen: Einfach mal abschalten, Pause machen. Auf Nikotin, Alkohol und Tabletten verzichten. Sich lieber gesund ernähren und Sport treiben, mal wieder mit Freunden ausgehen. Und ganz wichtig – einfach mal lernen sich gut zu organisieren, auch mal mit den Kollegen sprechen. Geht doch oder?

Da kann ich nur sagen: Danke! Danke für diese wunderbaren Empfehlungen! Im Namen aller Berufstätigen danke ich den Krankenkassen und allen anderen Vertretern des öffentlichen Lebens für diese aufmunternden und erleuchtenden Empfehlungen. Mittlerweile 15 Jahre quälen sich die Berufstätigen mit Stress und Überlastung und dabei ist die Lösung doch so einfach! Nochmals danke!

Mich wundert es ehrlich gesagt, dass kein Human Resources Verwalter von offizieller Seite vorschlägt einfach die Leistungsfähigkeit an die Notwendigkeiten der heutigen Zeit anzupassen. Es wäre doch so einfach an alle Berufstätigen hilfreiche Psychopharmaka zu verteilen, Amphetamine zur Leistungssteigerung morgens, Benzodiazepine zur Entspannung am Abend und Antidepressiva gegen schlechte Stimmung. Wäre dies nicht der Idealzustand? Auch für unsere Kinder, für Schüler und Studenten? So könnten wir selbst weiter aufsteigen – zur Ultra-Hochleistungsgesellschaft! Ein wunderbarer Gedanke!

Betrachten wir die Situation einmal realistisch. Eine Verharmlosung oder „Verniedlichung“ von unhaltbaren Zuständen von offzieller Seite, stellt eigentlich schon eine Beleidigung der Betroffenen dar. Außerdem werden weder Symptome durch die phantastischen Empfehlungen gelindert, noch Probleme ursächlich gelöst.

Das Problem ist nämlich nicht der Berufstätige, der einfach mal seine Leistung „optimieren“ oder „steigern“ soll, sondern es sind die Arbeitsbedingungen heutzutage. Der Wahn der bedingungslosen Gewinnmaximierung hat dazu geführt, dass immer mehr Arbeit von immer weniger Leuten in immer weniger Zeit geschafft werden muss. Es ist mangelhafte Einsatz an genügend Arbeitskräften, der hauptsächlich zu der ganzen Problematik führt. Wenn es nur noch um eine blinde Gewinnmaximierung ohne Rücksicht auf die vielen anderen Faktoren geht, ja dann kann man auch nichts anderes als Überlastung und den alltäglichen Wahnsinn im Job erwarten.

Die Gesellschaft ist wirklich schon vom Wahn befallen, – die Gier nach mehr und noch mehr, nach noch schneller, noch besser bei gleichzeitigem Einsparen von Arbeitskraft, von Investitionen, ist zwangsläufig destruktiv mit weitläufigen Konsequenzen. Vom Wahnsinn geplagt, schaufeln wir unser eigenes Grab.

Wir erfahren heutzutage eine schlimme Verkehrung, Perversion von Werten. Das, was durch alle Zeiten den Wert des Lebens ausgemacht hat, ist heutzutage in der Bedeutungslosigkeit verschwunden. Dafür haben wir jetzt Ideale, vor denen uns weise Menschen schon immer gewarnt hatten. Die Gier ist schließlich keine neue Erfindung, sondern ein Übel, was schon immer existiert hat. Gier gepaart mit Rücksichtslosigkeit, mit Egoismus führt zur Ausbeutung, zu Elend. Das war schon immer so und hat schon immer zu einem gewissen Untergang von Gesellschaft und Kultur geführt.

Ich kann nur sagen: Nehmen Sie die Symptome von Überlastung ernst! Je früher, desto besser! Behandeln Sie sich nicht selbst mit Nikotin, Alkohol oder Medikamenten. Suchen Sie frühzeitig Spezialisten auf, die Ihnen professionell helfen. Stören Sie sich nicht an Begriffen wie „psychische Störung, psychische Erkrankung, Psychotherapie, Psychiater oder Psychopharmaka“. Es geht um Ihre Gesundheit und keiner hält sie für umgangssprachlich „bekloppt“, wenn Sie professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, im Gegenteil, es ist das intelligenteste, was Sie machen können. Psychopharmaka haben ihre Berechtigung, machen auch nicht alle gleich abhängig, sondern ganz im Gegenteil, Psychopharmaka helfen die Störung oder Erkrankung zeitlich zu verkürzen und sie verbessern ganz erheblich die Behandlungserfolge. Stören Sie sich also nicht an den Gespenstergeschichten, an den Halbwahrheiten oder Vorurteilen, sondern lassen Sie sich beraten, informieren Sie sich und lassen Sie sich professionell helfen.

Nur so können Sie das Beste aus Ihrem Leben machen!

Und vielleicht erleben wir auch noch die Zeit, wo die Gesellschaft wieder zu den wahren Werten im Leben zurück kehrt, wo der Wahnsinn ein Ende findet. Es liegt an uns allen positive Veränderungen herbeizuführen.

 

 

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Machen Sie doch einfach das Beste aus Ihrem Leben!

Vielleicht haben Sie sich auch schon gefragt, worin denn eigentlich der Sinn des Lebens besteht. Wer sind wir? Was wollen wir hier? Und wo geht die Reise hin?

Viele Philosophen haben sich darüber schon den Kopf zerbrochen, sich ganz viele Gedanken gemacht und unterschiedliche Antworten gefunden. Für den einen ist die ganze Welt inklusive der eigenen Existenz ein großer Zufall, ohne echte Bedeutung. Für den anderen besteht ein höherer Sinn im Leben und in allen Lebensumständen. Und manch einer macht sich gar keine Gedanken und lebt trotzdem.

Es gibt Menschen, die leben für die Sicherheit, – bloß kein Risiko eingehen, alles absichern, sicherer Job, sicheres Einkommen, sichere Familienplanung.

Dann gibt es Menschen, die lieben das Risiko, die lieben Abenteuer. Sie wollen sich selbst und das Leben kennenlernen in all seinen Facetten.

Manche von uns wollen auch einfach nur berühmt werden, Anerkennung genießen, vielleicht ein großes Publikum begeistern.

Oder das eigene Hobby steht im Mittelpunkt des Lebens, vielleicht auch ein Ideal, was verwirklicht werden möchte.

Und dann gibt es Menschen, die einfach nur Mensch sein wollen und ein ganz normales Leben führen.

Was der Sinn Ihres Lebens ist, können nur Sie selbst herausfinden. Keiner kann Ihnen vorschreiben, woran Sie glauben sollen, keiner kann für Sie bestimmen, was gut oder falsch ist. Davon abgesehen, das Leben hat in der Regel seine Höhen und Tiefen, mal sieht es gut aus und mal scheint die Welt unterzugehen. Es gibt so viel, was wir nicht im Leben bestimmen können, wo wir keine Kontrolle, keinen Einfluss besitzen. Da zählt dann nur unsere innere Einstellung, ob wir eine gewisse Gelassenheit an den Tag legen oder uns ständig aufregen, ob wir uns an den guten Dingen erfreuen und aus unseren Fehlern lernen oder an äußeren Ereignissen zerbrechen.

Egal, woran Sie persönlich glauben, worin der Sinn Ihres Leben besteht, – das einzige, was wir alle gleichermaßen tun können ist einfach das Beste aus unserem Leben zu machen. Es ist das einzige, was wirklich Sinn macht. So können wir dann am Ende zufrieden zurückblicken und sagen „Es gab gute und schlechte Zeiten, aber ich hab immer das Beste aus meinem Leben gemacht. Ich habe nichts verpasst, habe mir nichts vorzuwerfen, bin mit mir und der Welt im Reinen und hab das Leben genossen, so wie es kam.“

Und darum geht es doch, dass man nicht hinterher bereut etwas verpasst zu haben, dass man seinen Seelenfrieden hat, zufrieden und glücklich ist und somit erfolgreich im Leben war.

Also, machen Sie das Beste aus Ihrem Leben! Genießen Sie es! Lassen Sie sich von schlechten Zeiten nicht unterkriegen! Freuen Sie sich an dem Guten, was Ihnen widerfährt!

Und denken Sie daran, – Sie spielen die Hauptrolle in Ihrem Leben! Zeigen Sie sich also von Ihrer besten Seite!

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Der überschätzte Verstand

Diese Thema gehört auch zu meinen Lieblingsthemen, denn es funktioniert genauso wie die Selbsttäuschung in dem Märchen „Des Kaisers neue Kleider“. Heutzutage sind wir Menschen alle unheimlich aufgeklärt. All unsere Ansichten, unsere Entscheidungen, unser ganzen Weltbild ist scheinbar auf rein rationalen, wissenschaftlichen Fakten aufgebaut. Alles richtet sich nach unserem Verstand. Doch dies ist leider eine tiefgreifende Illusion, eine Selbsttäuschung, ein Selbstbetrug.

Die Idee, dass wir unser gesamten Leben nach unserem Verstand ausrichten, gibt uns eine tiefe Sicherheit. Alles ist ganz rational, alles beruht auf reinen Fakten, alles ist wissenschaftlich korrekt, absolut logisch, nachvollziehbar, argumentativ richtig. Keiner von uns würde heutzutage auf die Idee kommen, irrational zu handeln, da würde man sich ja lächerlich machen, da würde man ja wie ein Kind handeln, seinen Emotionen nachgeben.

Nein, wir sind vollkommen erhaben über Gefühle und irrationale Bedürfnisse. Wir sind kontrolliert, beherrscht. Wir machen immer alles richtig. Wir können unser Verhalten stets logisch erklären.

Oder auch nicht.

Hinter all diesen Ideen von Verstand, Logik, Wissenschaft stecken tief verwurzelte Ängste, Ängste vor der Unkalkulierbarkeit des Lebens, Ängste vor unseren eigenen Gefühlen, Wünschen und Bedürfnissen. Wir folgen dem Verstand, wie wir dem Ideal der Bürokratie folgen, – alles hat seine Ordnung, irgendwer hat einmal darüber nachgedacht und so hat auch alles irgendwie seine Berechtigung (Hauptsache, ich muss darüber nicht nachdenken und mich damit auseinandersetzen). Ja, und die Wissenschaft weiß sowieso alles, erklärt alles und was Wissenschaftler sagen, muss zwangsläuig richtig sein. Da können wir dann ruhigen Gewissens alles andere ausblenden. Das nennt man auch die Vogel Strauß Taktik.

Tatsächlich wird aber der Verstand gnadenlos überschätzt. Der Verstand hat eigentlich nur eine ordnende, Informationen verarbeitende Aufgabe. Er kann Mathematikaufgaben lösen. Er kann Lösungswege bestimmen. Er kann Informationen gewichten und unterscheiden. Und er kann neue Informationen mit bereits bekannten Informationen verknüpfen und uns so ein Verstehen von Sachverhalten ermöglichen. Wenn er gut trainiert ist, dann kommt er diesen Aufgaben gut nach. Der Verstand ist aber generell auf solche Aufgaben beschränkt. Wenn man jetzt einmal an Matheaufgaben denkt, – da kann es ganz schnell schwierig werden, längere Aufgaben im Kopf zu berechnen. Oder auch andere Aufgaben, die einigermaßen komplex sind, lassen den Verstand an seine Grenzen stoßen. Trotzdem erliegen wir der Illusion, alles würde auf dem Verstand basieren. Wenn dies so wäre, dann wären wir mit jeder kleinen Aufgabe im Alltag stundenlang beschäftigt und würden nichts auf die Reihe kriegen.

In Wirklichkeit hat der Verstand nur einen winzig kleinen Anteil an der Bewältigung von alltäglichen Aufgaben. Den großen Rest übernehmen andere Teile unserer Persönlichkeit. Um die 90% von der gesamten Informationsverarbeitung inklusive der Informationserfassung (Wahrnehmung) übernimmt unser sogenanntes Unterbewusstsein. Es greift dabei auf erlernte Verhaltensmuster zurück, Gedankenmuster, Gefühlsmuster und Filtermechanismen für die Wahrnehmung. Man könnte dies als irrationale, nicht wirklich faßbare Informationsverarbeitung bezeichnen. Die Informationsmenge ist hierbei riesig und wäre bewusst mit Hilfe des Verstandes nicht zu verarbeiten.

Die Wahrnehmung auf der unterbewussten Ebene wird als Instinkt, Bauchgefühl oder Intuition bezeichnet. Wir wissen irgendwie, wie wir erfolgreich reagieren können, was für uns gut oder falsch ist. In der Regel bestätigt sich anschließend unser Verhalten. Wir können es dann logisch nachvollziehen.

Nochmal vereinfacht gesagt: Über unsere Intuition stehen uns sehr viel mehr Informationen zur Verfügung als über den beschränkten, logischen Verstand. Darum können wir auch sehr sicher intuitiv richtige Entscheidungen treffen bzw. sollten ein schlechtes Bauchgefühl bei Entscheidungen unbedingt mit Hilfe des Verstandes überprüfen.

Leider haben wir heutzutage weitestgehend unser Vertrauen in unsere eigene Intuition verloren. Wir vertrauen nur noch auf den Verstand. Witzigerweise handeln wir aber doch oft nach unbewussten Impulsen, die wir erst nachträglich rationalisieren und damit sanktionieren. Beispiel: „Mein Gott, ist die Tasche schön, die will ich unbedingt haben, egal was sie kostet! (Aber ich hab ja eigentlich schon genug Taschen.)“ Die Tasche wird gekauft. „Ich hab die Tasche nur gekauft, weil sie gerade im Sonderangebot war. So habe ich 20 Euro gespart!“ Logisch? So „betrügen“ wir uns ständig selbst, in dem wir nachträglich noch passende Argumente für uns Verhalten finden.

Die alten Inder nannten früher den Verstand den Diener der Intuition. D. h. einfach, dass man intuitiv etwas erfasst und den Verstand dazu benutzt seine Wahrnehmung zu verstehen, erfolgreich zu nutzen. Beispielsweise stehen Sie gerade vor einem Problem und intuitiv wissen Sie, wie die Lösung aussehen muss, jetzt müssen Sie Ihren Verstand nutzen, um die Lösung auszuarbeiten, zu konkretisieren.

Je nach Kultur war und ist es noch üblich seine Intuition, seinen Instinkt oder sein Bauchgefühl zu trainieren, auszubilden, um so erfolgreicher Handeln zu können. Im Sport, insbesondere in den Kampfkünsten ist die instinktive Wahrnehmung einer Situation und das entsprechende Verhalten sehr wichtig. Für den Verstand bleibt einfach keine Zeit. Auch in den spirituellen Traditionen wird ein großer Wert auf die Ausbildung der Intuition gelegt, auf einer feinere, ganzheitliche Wahrnehmung seiner selbst, anderer Menschen und der Natur.

Nutzen auch Sie wieder mehr Ihre Fähigkeiten, Ihre Intuition und geben Sie Ihrem Verstand den Stellenwert, der ihm gebührt. Intuitiv leben heisst auch natürlicher, einfacher zu leben. Man muss nicht zwangsläufig alles mit dem Verstand durch kauen, um dann hinterher festzustellen, dass man doch wieder gewisse Faktoren vergessen hat zu berücksichtigen. Die Intuition ist so viel umfassender, direkter. Lernen Sie wieder Ihrer Intuition zu vertrauen. Trainieren Sie Ihr Bauchgefühl, folgen Sie Ihren Instinkten.

Machen Sie intuitiv das Beste aus Ihrem Leben!

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Pessimist, Optimist oder lieber Realist?

Sie kennen sicher die Geschichte mit dem Glas, was zur Hälfte gefüllt ist. Der Pessimist trauert der verlorenen Hälfte hinterher. Der Optimist freut sich, dass eine Hälfte noch übrig ist. Und was macht der Realist? Der trinkt das Glas aus und bestellt sich ein neues.

Worum geht es? Die Situation ist für alle gleich. Da steht ein Glas, zur Hälfte gefüllt. Die Situation an sich ist neutral. Sie wird aber unterschiedlich wahrgenommen. Und das ist der springende Punkt. Es geht um den Wahrnehmungsfilter, die Brille, die jeder von uns auf hat, die uns ein und dieselbe Situation vollkommen anders erleben oder interpretieren lässt.

Manche Menschen tragen dunkle Brillen, manche gelbe, sonnige, andere rosafarbene, grüne, rote und manche tragen klare Brillen. Es sind unsere individuellen Wahrnehmungsfilter, die großen Einfluss auf unser Erleben haben, auf unsere Welt, unsere Gefühle, unsere Stimmung.

Wenn einem dieser Umstand bewusst wird, dann kann man seinen eigenen Filter hinterfragen und gegebenenfalls positiv verändern.

Warum ist der eine ein Pessimist und sieht alles nur düster, schwarz und der andere ein Optimist, der scheinbar die Sonne für sein Leben gepachtet hat? Es sind unsere Erfahrungen, die unsere Sicht der Dinge bestimmen oder verändern. Wenn man viele schlechte Erfahrungen gemacht hat, dann neigt man dazu auch eher etwas Schlechtes zu erwarten, den Wort Case. Ist man auf der Sonnenseite des Lebens groß geworden, so ist der Sonnenschein selbstverständlich und man erwartet nur das Beste vom Leben, sieht auch immer das Positive in allem.

Ja, und wenn man Realist ist, so kennt man beides, freut sich am Guten, lässt aber auch nicht den Kopf hängen, wenn etwas nicht so läuft, wie man es gerne hätte. „Die Welt ist halt kein Ponyhof!“ wie der Realist sagen würde.

Dann gibt es noch die Visionäre, die schon in der Zukunft leben, schon weit nach vorne schauen. Sie helfen die Zukunft zu materialisieren, voran zu schreiten, Neues zu entdecken und zu entwickeln. Andere wiederum leben ständig in der Vergangenheit, weil damals alles besser war. Sie vergleichen alles mit den „besseren“ Zeiten und mögen die Gegenwart nicht wirklich. Und natürlich gibt es die Träumer, die ihre eigenen Welten bauen und erleben, weil die äußere Welt einfach zu langweilig ist oder zu negativ.

Letztendlich sind wir alle von Zeit zu Zeit Pessimist, Realist, Optimist, Visionär, träumen von einem anderen oder besseren Leben oder denken an die Vergangenheit zurück. Wichtig ist nur, dass wir uns dessen bewusst sind und wenn es nötig ist, auch mal die Brille wechseln oder ganz abnehmen.

Es liegt an uns, wie wir die Welt sehen, ob wir uns eher freuen oder ärgern und wie wir uns entsprechend unserer Wahrnehmung verhalten.

Denken Sie an Ihre ganz persönlichen Wahrnehmungsfilter und machen Sie stets das Beste aus Ihrem Leben. Und auch, wenn Sie Realist sind, ab und an tut die rosafarbene oder sonnige Brille sehr gut. Probieren Sie es einfach aus!

 

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Kinder ohne Kindheit

Sie haben bestimmt schon von Kinderarbeit gehört oder entsprechende Bilder gesehen. Z. B. sitzt da ein kleines halbnacktes Mädchen in einem Steinbruch in Indien mit seinem kleinen Bruder und beide hauen mit einem Hammer Steine klein, damit sie später als Schotter dienen. Wenn man solche Bilder sieht, dann wird einem ganz anders. Kinder, die noch zu klein für den Kindergarten sind, arbeiten jeden Tag im Steinbruch. Sie haben keine echte Kindheit. Stattdessen sind sie kleine Schwerarbeiter, die schon frühzeitig ihre Gesundheit ruinieren. Wir im Westen können das nicht verstehen. Wir sind entsetzt. In armen Ländern sind die Familien aber oft darauf angewiesen, dass selbst schon die Jüngsten zum Unterhalt etwas beitragen. Da müsste man die Einkommenssituation der Erwachsenen verbessern, damit die armen Kinder nicht mehr arbeiten.

Während wir uns zu Recht über solche Zustände aufregen, übersehen wir, wie es unseren eigenen Kindern mittlerweile geht. Unsere Kinder müssen zwar nicht im Steinbruch schufften und sie müssen auch nichts zum Unterhalt der Familie beitragen, aber sie haben inzwischen auch einen langen Arbeitstag wie Erwachsene, kaum noch Freizeit und auch nicht mehr die Freiheit Kind zu sein, eine unbeschwerte Kindheit zu erleben.

Was ist geschehen? Unsere Kinder sind auch schon in der Maschinerie der Leistungsgesellschaft angekommen. In der Leistungsgesellschaft liegt der Fokus auf der Leistung, nicht auf dem Menschen. Der Mensch wird als „human resource“ gesehen, wie ein Rohstoff, ein Produkt, ein Mittel zum Zweck, ein Mittel zum Geldverdienen, zur Gewinnmaximierung. Ein Mensch definiert heutzutage seinen Wert durch die Leistung, die er bringt. Diese Veränderung der Wahrnehmung, der Sichtweise hat für viele, aus meiner Sicht negative Veränderungen in der Gesellschaft geführt.

Können Sie sich vorstellen, dass vor langer Zeit Kinder als etwas Schönes, Erfreuliches, Wertvolles betrachtet wurden, als ein großer Schatz, als größtes Glück? Heute sind Kinder potentieller Steuerzahler, human resources, die die Rentenkassen auffüllen sollen und ansonsten nur Kosten verursachen, allgemein nur stören und Frauen von der Arbeit abhalten. Kinder sind lästige Übel, die möglichst schnell in die Maschinerie integriert werden müssen, damit sie Nutzen bringen.

Kinder oder die „Produktion“ von Kindern wird heutzutage nicht aus Freude an der Sache gefördert, sonder nur aus dem volkswirtschaftlichen Interesse heraus. Wir brauchen Steuern. Wir brauchen Steuerzahler. Wir brauchen Arbeiter. Wir brauchen Leistung.

Aus dieser Sichtweise wird es klar, dass ein gesundes, normales Familienleben und die Betreuung der Kinder durch die Mutter bzw. der Eltern nicht wünschenswert sein kann. Es ist eine Vergeudung von Geld, Zeit und Arbeitskraft. Stattdessen ist es wünschenswert schon den kleinsten Kindern das korrekte Verhalten in der Leistungsgesellschaft beizubringen, denn nur wer etwas leistet, hat auch einen Wert. So sollen Kinder möglichst früh „gefördert“ werden, möglichst früh schon Fremdsprachen lernen oder im Kindergarten Sachen beherrschen, die sie dann in der Grundschule wiederholen.

Am wichtigsten ist jedoch, dass die Mutter möglichst frühzeitig nach der Geburt wieder in ihren Job zurückkehrt. Das Hamsterrad muss sich schließlich weiterdrehen. Da ist es dann auch egal, ob das eigene Kind mit 30 anderen Kindern um die so wichtige Aufmerksamkeit und „Zuwendung“ durch die Erzieherin kämpfen muss. Zuwendung, Liebe und Verständnis sind zwar ausgesprochen wichtig für die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit, aber sie müssen eben der Maschinerie und dem Ideal der Leistung untergeordnet werden. Und hinterher wunder man sich dann über Verhaltensauffälligkeiten und andere Störungen in der Schule, aber dafür gibt es ja Psychopharmaka.

Zu dem Druck durch die Gesellschaft kommt noch der Leistungswahn vieler Eltern. Was sie selbst nie gemacht hätten, nie geschafft haben, dass sollen dann ihre Kinder für sie verwirklichen. Mit 3 Jahren schon mal Französisch lernen oder noch besser direkt Chinesisch, dann bald darauf mit Klavier spielen, Tennis oder besser Golf anfangen, usw. Je mehr desto besser. So starten schon die Kleinsten in ihren Arbeitstag früh morgens, werden in der Kita bespaßt und im schlimmsten Fall abends irgendwann abgeholt. Leckers Essen gibt es natürlich in der Kita – in der Regel ein sehr kostengünstiges Essen mit zweifelhaften Inhalt. (Während meiner Studienzeit nannten wir so etwas „Mampf mit Soße“, wobei die Soße existenzielle Bedeutung hatte, weil man sonst den Mampf nicht runter bekam. Mampf war die Bezeichnung für das „unbekannte Etwas“ auf dem Teller, dem die Soße erst Geschmack verlieh.) Ja und wenn die Kinder dann abends mal zu Hause angekommen sind, dann müssen sie eben noch für ihre „Hobbys“ üben. So haben schon die Kleinsten ihren 8-10 Stunden Tag – warum auch nicht? Oder?

Nach der Kita kommt der Kindergarten, danach die Grundschule und so weiter. Alles möglichst mit ganztäglicher „Betreuung“. Was bleibt da noch von der Kindheit? Von der Jugendzeit? Nichts!

Anstelle der glücklichen, unbeschwerten Kindheit erleben die Kinder dann all die guten Seiten der Leistungsgesellschaft wie Leistungsdruck, Stress, Mobbing, Aggressionen, Minderwertigkeitskomplexe, Panik, Angst, Erschöpfung, Depressionen und sonstige affektive Störungen, Verhaltensauffälligkeiten, etc. Ja, so werden sie effektiv auf ihr späteres Leben vorbereitet, inklusive dem Wissen wie oft man welche Tabletten für welche Anwendungsgebiete einnehmen muss. Als Ausgleich gibt es schließlich Internet, Handys, Spielekonsolen und TV Geräte. Was kann ein Kind mehr wollen?

Über die unbeschwerte Kindheit kann man dann vielleicht einmal später ein gutes Buch lesen oder sich einen Film von Astrid Lindgren anschauen, – damals als Kinder tatsächlich (sogar) miteinander (!) gespielt haben und das noch in der Natur (!) – unvorstellbar, nicht wahr?!

Ehrlich gesagt, mich wundert es, dass nicht schon längst Kinder künstlich gezüchtet oder geklont werden, wie unsere Hochleistungs-Milchkühe für maximale Leistung, maximalen Ertrag. Das wäre doch die beste Lösung. Kinder könnten kostengünstig in Fabriken gezüchtet und ideologisch korrekt ausgebildet werden, so dass sie zu bestens funktionierenden Arbeitern und Steuerzahlern werden. Da braucht man keine Eltern mehr. Falls Paare noch ein Bedürfnis verspüren ein eigenes Kind zu haben, da können sie genauso gut entsprechenden Psychopharmaka einnehmen, sich einen neuartigen Robotermenschen kaufen oder halt das bewährte Haustier halten.

Das Leben kann so einfach sein – aus Sicht unserer „Human Resources Verwalter“.

Ich persönlich bin noch in Freiheit groß geworden und wünsche dies auch mal meinen eigenen Kindern. Ich hoffe, Sie gönnen Ihren Kinder auch eine unbeschwerte Kindheit, soweit das heutzutage noch möglich ist.

Vielleicht erleben wir eines Tages eine Gesellschaft, wo der Mensch im Mittelpunkt steht. Dann brechen für uns alle paradiesische Zeiten an.

Bis dahin können, sollten, müssen wir uns für positive Veränderungen einsetzen, zum Wohl unserer Kinder.

Machen Sie wie immer nur das Beste aus Ihrem Leben!

 

PS: Haben Sie sich schon mal gefragt, wie man auf die Idee kommt, dass Kinder täglich stundenlang auf unbequemen Stühlen in der Schule still sitzen müssen und warum es für manche Menschen unvorstellbar ist, dass Kinder einen Bewegungsdrang haben und lieber draußen herumtoben möchten? Aber zum Glück gibt es ja Beruhigungmittel für Kinder.

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Warum die Entwicklung des Urvertrauens so wichtig ist

Den Begriff „Vertrauen“ kennt jeder, hoffentlich aus eigener Erfahrung. Vertrauen ist existentiell. Es ist die Grundlage jeder funktionierenden, erfolgreichen Beziehung. Es ist die Grundlage der menschlichen Gesellschaft.

Dann gibt es noch den Begriff „Urvertrauen“. Urvertrauen entsteht in der frühsten Kindheit durch die bedingungslose Liebe und Fürsorge der Eltern. Urvertrauen bedeutet die Erfahrung von existentieller Sicherheit, von Geborgenheit. Es ist die innere Erfahrung unter der Obhut der Eltern und ihrer Liebe leben und wachsen zu können. Alles ist da, alles wird gegeben, damit sich das Kind entfalten kann, damit es wachsen und gedeihen kann. Für das Kind ist die Welt vollkommen in Ordnung. Es lebt in einem Zustand der Fülle. Alle Bedürfnisse werden erfüllt, die körperlichen wie die seelischen. Die Liebe und Zuwendung der Eltern lässt das Kind sich seelisch gesund entwickeln. Die Erfahrung der emotionalen Fülle, der Geborgenheit, schenkt dem Kind ein tiefes Gefühl von innerer Sicherheit, von Selbstsicherheit, Selbstvertrauen, eine innere Stärke und Zuversicht allen Herausforderungen des Lebens erfolgreich begegnen zu können. Dieses wunderbare Urvertrauen ermöglicht dem Kind später selbst vertrauensvolle, tiefe Beziehungen zu anderen Menschen einzugehen, Liebe, Verständnis und Mitgefühl zu empfinden und zu geben.

Kinder, die mit Urvertrauen aufwachsen, entwickeln sich zu stabilen, selbstsicheren Persönlichkeiten, die dem Leben positiv-konstruktiv begegnen und erfüllende Beziehungen eingehen. Die bedingungslose Liebe der Eltern ist tatsächlich das wichtigste Nahrungsmittel der Seele mit lebenslangen Auswirkungen.

Leider gibt es sehr viele Kinder, die dieses Urvertrauen nur bedingt oder nie kennengelernt haben. Diesen Kinder fehlt die Nahrung für das gesunde Wachstum, die gesunde Reifung der Seele und der eigenen Persönlichkeit. Die Folgen sind oft katastrophal. Es kann vielerlei Probleme geben, – ein Mangel an Selbstsicherheit, an Wertschätzung, Selbstvertrauen, an Beziehungsfähigkeit, an der Fähigkeit seine Gefühle auszudrücken oder generell mit Gefühlen umzugehen, Probleme Liebe und Mitgefühl zu entwickeln und vielfach treten auch allerlei Ängste auf bis hin zu Aggressionen, Depressionen, sozialem Rückzug, allgemeinem Misstrauen. Nicht selten entwickeln die Betroffenen psychische Störungen bzw. regelrechte Krankheiten.

Heutzutage hat in vielen Ländern die Idee der bedingten, leistungsabhängigen „Liebe“ die ursprüngliche, unbedingte, natürliche Form der Liebe verdrängt. Schon früh müssen kleine Kinder um die Liebe ihrer Eltern kämpfen und Leistungen erbringen, um ein paar Zärtlichkeiten oder Streicheleinheiten zu bekommen. So werden Generationen herangezüchtet, die schon auf sehr viel Leid und psychische Probleme vorprogrammiert werden. Was werden sie für Eltern sein, die die selbst keine bedingungslose Liebe erfahren haben, die statt dessen konditioniert wurden? Liebe, Zuwendung als Belohnung für eine erfolgreiche Leistungserbringung?

Dinge zu erschaffen, etwas zu erarbeiten, Leistung zu bringen – das gehört zur menschlichen Natur. Hier motiviert der Sinn für den wir arbeiten. Wir müssen nicht extra gequält werden, um unserer Natur zu folgen, kreativ, schöpferisch tätig zu werden, etwas zu leisten. Es ist das falsche Verständnis von Leistung, von Leistungsgesellschaft.

Es ist so unendlich wichtig unseren Kinder all das zu geben, was sie brauchen, um sich gesund und harmonisch zu entwickeln. Machen Sie als Eltern das Beste aus dem Leben Ihrer Kinder! Schenken Sie ihnen ganz viel Liebe, Sicherheit, Geborgenheit und helfen Sie ihnen ein gutes Selbstwertgefühl zu entwickeln. Dann werden Ihre Kinder zu „Selbstläufern“, die sich ganz von alleine prächtig entwickeln.

 

PS: Das Urvertrauen steht auch noch in einem höheren Kontext. Es ist das spirituelle Gefühl der Einheit mit der Natur, mit allen Lebewesen, mit der ganzen Schöpfung. Es ist die Erfahrung der Urharmonie, der Urfülle. Viele Naturvölker kennen noch dieses Gefühl. Die Natur gibt ihnen alles, was sie brauchen und sie fühlen sich in der Natur zu Hause. Dieses Gefühl der Einheit lässt keine Gedanken an Krieg oder Ausbeutung aufkommen. Es steht für vollkommene Harmonie, für Frieden, für das gesunde, natürliche Miteinander. „Leben und leben lassen.“ Eine interessante Alternative zu den Idealen unserer Zeit.

 

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