Das ist mir aber peinlich!

Im Leben gibt es viele Peinlichkeiten. Es kann einem selbst und anderen so viel Peinliches passieren. In der Regel sind peinliche Gegebenheiten ganz natürlich und sie können jedem geschehen. Der Haken dabei ist, dass Peinlichkeiten mit dem eigenen, perfekten Selbstbild oder dem Bild von anderen nicht übereinstimmen. „Das hätte ich jetzt aber von XY nicht gedacht!“ oder „Wie sehe ich denn aus? Hilfe! Was sollen die Leute denn von mir denken?!“ usw. Der Witz bei der Sache ist der, dass es oft Kleinigkeiten sind, – Sachen über die man auch souverän lachen kann oder zumindest ein Lächeln zeigen kann. Wem ist nicht schon mal das Eis auf das Hemd getropft? Wer hatte nicht schon mal Suppe im Bart, abgesehen von Frauen? Oder wer hat nicht schon mal ein Bäuerchen gemacht, weil zu viel Luft im Bauch war? Das sind scheinbar alles ganz schreckliche Dinge, die gegen den eigenen Perfektionismus verstoßen. Es sind Dinge, die die Welt aus den Angeln heben, die den Weltuntergang heraufbeschwören. Aber all das ist eine Haltungsfrage. Tatsächlich kommt weder ein Blitz von oben, noch tut sich die Erde auf und man wird von der Hölle verschlungen. Es gibt in der Regel auch nicht wirklich jemanden, der so schockiert ist, dass er Wiederbelebungsmaßnahmen benötigt. Je entspannter man mit kleinen Peinlichkeiten umgehen kann, desto besser und oft merkt es noch nicht einmal die Gesellschaft, in der man sich gerade befindet und wenn doch, dann kann man mal kurz einen Scherz darüber machen und die Sache ist gegessen.

Ein bisschen mehr Leichtigkeit im Leben tut uns allen gut. Ein bisschen mehr Humor, ein bisschen mehr Gelassenheit und ein bisschen mehr über den Dingen stehen, – all das macht das Leben angenehmer und das Miteinander einfacher.

Denken Sie einfach mal an die Kinder. Kinder haben immer viel Spaß, machen allerlei Unsinn und wenn Kindern mal etwas „Peinliches“ passiert, dann wird noch mehr gelacht und es geht lustig weiter. Selbst Erwachsene können dann darüber lachen.

Dann gibt es noch Peinlichkeiten, die uns und anderen das Leben schwer machen. Da ist es äußerst unangenehm die Betroffenen auf etwas Peinliches aufmerksam zu machen, – man hat schlichtweg Angst vor der Reaktion und so werden negative Umstände einfach ignoriert bis irgendwann das Fass überläuft und echte Probleme scheinbar plötzlich auftauchen oder der Berg unterm Teppich als Vulkan ausbricht.

Stellen Sie sich einmal vor, Sie gehen mit einer Freundin draußen spazieren. Ihre Freundin latscht mit ihren neuen Schuhen in einen großen Hundehaufen und merkt es nicht. Nur Sie haben es gesehen. Da Sie genau wissen, dass Ihre Freundin einen Anfall bekommt, wenn sie sieht, dass ihre neuen Schuhe ruiniert sind, sagen Sie lieber nichts. Im Prinzip warten Sie lieber auf ein mittleres Wunder, wo die Schuhe sich von selbst reinigen und alles wieder in bester Ordnung ist. Doch dieses Wunder geschieht nicht. So gehen Sie noch eine Weile spazieren und kommen dann an der Wohnung Ihrer Freundin an. Sie gehen zusammen rein und der Schmutz verteilt sich überall. Am Ende ist der Tobsuchtsanfall noch größer als wenn Sie frühzeitig etwas gesagt hätten.

Sie sind im Sportverein und ein Mitglied riecht immer sehr streng. Nun ertragen Sie den Geruch schon mehrere Wochen und gehen dem Betroffenen immer aus dem Weg. Auch andere Mitglieder meiden ihn, sagen aber nichts. Alle denken „Das muss er doch selber merken!“ Nur, er tut es nicht. Und allen ist es peinlich ihn auf den strengen Geruch anzusprechen. So wird es wohl noch die nächsten Wochen weitergehen, bis einem der Kragen platzt, – der emotionale Vulkan hochgeht und ausbricht. Dann gibt es echte Probleme.

Jemand kommt in die Praxis und beschwert sich, dass alle ihn mobben. Nun denkt jeder sofort „Der arme Mann, – ein Mobbing Opfer von vielen heutzutage. Die Welt ist so gemein und schlecht.“ Bei genauerer Analyse der Hintergründe kommt dann heraus, dass das Opfer eine oder mehrere schlechte Angewohnheiten hat, die für die Kollegen eine tägliche Qual darstellen und der eigentliche Grund für das „Mobbing“ sind. Dummerweise hat nie auch nur ein einzelner Kollege gesagt, was denn das Problem ist. So leiden alle still und auch die Firma leidet unter der schlechten Teamarbeit. Nun könnte der Coach auch sagen „Ja, es tut mir unendlich leid. Ihre Kollegen sind böse, suchen Sie sich doch einfach eine andere Firma.“ und das Problem wäre dank Vermeidungsverhalten zumindest für den Coach gelöst. Ein guter Coach wie auch ein guter Freund wird aber nie den leichten Weg gehen, sondern den Betroffenen behutsam auf die Umstände aufmerksam machen. Sobald dem Betroffenen klar ist, was der eigentliche Auslöser für seine Probleme ist, kann er an positiven Veränderungen mit seinem Coach arbeiten. Das ist dann eine langfristige, positive Lösung der Problematik. Sie mag zwar anfangs unangenehm sein, aber sie ist die einzig sinnvolle Lösung.

Jemand schmatzt beim Essen, hat irgendeine seltsame Angewohnheit oder sonst irgendetwas ist nicht so, wie es sein sollte. Egal was es ist, es ist auffällig, stört oder macht einen schlechten Eindruck oder ist unangenehm. Dann ist es in der Regel peinlich den Betroffenen darauf anzusprechen, weil man einmal denkt, es müsste es selbst merken und andererseits, weil man Angst vor einer negativen Reaktion hat. Oft zeigen wir dann das sogenannte Vermeidungsverhalten, – wir ignorieren einfach alles und hoffen, dass irgendein Wunder geschieht. Leider passiert oft kein Wunder und die Betroffenen kommen selber nicht auf die Idee, dass irgendetwas nicht stimmt. Für den Betroffenen ist dieses Vermeidungsverhalten gar nicht gut und auch seine Umwelt leidet weiter. Die negativen Emotionen und das künstliche Verhalten, das Ignorieren der Problematik verstärken sich immer mehr, bis die Spannung ihren Höhepunkt erreicht hat und die sprichwörtliche Bombe platzt. Im Vergleich zur echten Problematik ist dann das Donnerwetter vollkommen überzogen und zieht oft schwere Schäden oder weitere Probleme nach sich.

Nun, was können wir besser oder anders machen?

Zuerst ist es gut sich in den Betroffenen hineinzudenken und zu überlegen, welche Gründe es denn für das Problem geben könnte. Im Beispiel Sportverein kann es sein, dass der Betroffene Probleme mit der Nase hat und kaum etwas riechen kann, so dass er seinen eigenen, strengen Geruch gar nicht wahrnimmt. Vielleicht ist er aber auch an solche Gerüche gewöhnt und sieht keine Belästigung für andere darin. Wie dem auch sei, nun kommt der zweite Schritt – sich darüber bewusst werden, dass je früher eine Veränderung passiert, desto besser ist es für alle. Und im dritten Schritt kann man sich überlegen, wie man auf positive Art und Weise den Betroffenen von dem Problem in Kenntnis setzt. Je einfacher und netter man das macht, desto leichter und besser wird die Information aufgenommen. Alle können so ihr Gesicht wahren, ohne, dass jemand leiden muss oder dass es zu Auseinandersetzungen und Beleidigungen kommt.

In diesem Sinn, – verlassen Sie ab und an Ihre Komfortzone, wagen Sie etwas und nur dann können letztendlich alle gewinnen. Ansonsten müssen alle weiterleiden bis es für eine positive Lösung der Angelegenheit zu spät ist.

Machen Sie immer das Beste aus Ihrem Leben! Auch wenn es mal ein bisschen peinlich ist.

Werbeanzeigen

, , , , , , , , , , , , , , ,

  1. Hinterlasse einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: