Erfolgsgeschichten selbst gemacht!

Wenn überhaupt, dann liest man für gewöhnlich nur die Erfolgsgeschichten von anderen, von sogenannten Promis und Selfmade-Millionären. Aber selbst eine Erfolgsgeschichte schreiben? Geht das denn überhaupt? Und wenn ja, wie macht man das denn?

Ich möchte Ihnen hier ein Beispiel einer selbstgemachten Erfolgsgeschichte zeigen, an der ich aktiv mitgewirkt habe.

Vor ungefähr 8 Jahren habe ich im Internet, in meinem Netzwerk Tardif kennengelernt. Tardif ist Afrikaner und stammt aus Kamerun. Zu der Zeit damals war er in China und hat dort mehrere Jahre eine Ausbildung in traditioneller chinesischer Medizin gemacht, mit Schwerpunkt Akupunktur und Kräuterlehre. Für mich hat das schon an ein mittleres Wunder gegrenzt, da es wohl nur selten vorkommt, dass ein Afrikaner in China TCM lernt. Warum? Weil man einmal wissen muss, dass es so etwas überhaupt gibt. Dann braucht man den Mut einige Jahre ins Ausland zu gehen, in eine völlig fremde Kultur. Und natürlich braucht man auch viel Geld. Wer Afrika ein bisschen kennt, der weiß, dass eine stabile Internetverbindung für ein paar Minuten toll ist, dass kaum Computer, Internet, Bücher, etc. vorhanden sind, dass alles zehnmal schwieriger ist als in Europa oder in den USA und dass es unheimlich schwierig ist so viel Geld zu beschaffen, um damit den Flug, Aufenthalt etc. bezahlen zu können. Kurzum Tardif hat enorme Hindernisse und Herausforderungen gemeistert, um seine Ausbildung dort machen zu können. Und natürlich gab es während der Ausbildung auch Schwierigkeiten und Probleme, die enorme Kraft gekostet haben.

Nun nach vielen Studien hat er seinen Abschluss in TCM gemacht und ist nach Kamerun zurückgekehrt. TCM Kliniken gibt es in Kamerun nicht und so hat er auch keine Anstellung als TCM Praktiker bekommen. Er hat seinen ursprünglichen Beruf als Lehrer wieder aufgenommen. Jahr für Jahr ist vergangen und seine Fähigkeiten hat er in seiner Freizeit genutzt, um kostenfrei seine Mitmenschen vor Ort zu behandeln. Immer wieder hat er wehmütig an seinen Traum von einer eigenen TCM Praxis gedacht, aber offensichtlich war es vollkommen unmöglich eine eigene Praxis aufzubauen, weil schlichtweg das Geld gefehlt hat.

In dieser Zeit hat er dann geheiratet und eine Tochter bekommen. Das Mädchen war eine Frühgeburt und Frühgeburt bedeutet in Kamerun zu 90% den sicheren Tod. Die Kliniken sind nur sehr schlecht ausgestattet. Personal fehlt auch. Nichts funktioniert wirklich. Dank seiner Ausbildung war er aber fähig seine Tochter am Leben zu erhalten und sie gesund über die gefährliche Phase hinüber zu bringen. Auch das ist ein echtes Wunder.

Mittlerweile hatte er schon alle Träume aufgegeben und wir sprachen darüber. Ich sagte ihm, dass es seine Bestimmung wäre, die Menschen zu behandeln und sie mit TCM zu heilen, da er ja auch aus der idealistischen Gesinnung heraus nach China gegangen war, um den Menschen in seinem Land helfen zu können. Ich muss hier auch erwähnen, dass der Vater von Tardif ein großer und bekannter Heiler war, der ihn in der einheimischen Kräuterheilkunde bereits unterwiesen hatte und so der Weg für Tardif als Heiler schon früh begonnen hatte.

Was nützt großer Idealismus, die Bereitschaft große Opfer zu bringen, echte Abenteuer einzugehen, wenn am Ende alles wie eine Seifenblase zerplatzt?

Da kann man mehr als Depressionen bekommen. So ging es dann auch Tardif und er hatte alle Hoffnung auf eine eigene Praxis aufgegeben. Aber zum Glück haben wir darüber gesprochen und ich habe ihm bewusst gemacht, dass das Leben als Lehrer ganz gegen seine Berufung nicht alles gewesen sein konnte. So fingen wir dann an zu überlegen, wie denn eine eigene Praxis unter den schwierigen Umständen realisierbar wäre. Wir haben überlegt, was er alles brauchen würde, – Räumlichkeiten, einheimische Kräuter, chinesische Kräuter, Akupunkturnadeln und Spezialgeräte zur Säuberung der Nadeln, etwas Büroausstattung, Telefon, Internet, etc. Alles in allem kam dann eine Summe von mindestens 1000 Euro und im besten Fall 3000 Euro zusammen. Kredit in Afrika gab es nicht. Private Kreditgeber auch nicht. Was tun?

Ich habe dann fleißig nach Crowdfunding Möglichkeiten recherchiert und schließlich eine amerikanische Plattform gefunden, die nicht Unmengen an Gebühren verlangt hat und auch nicht das Projekt untergehen ließ, falls die gewünschte Summe in einer bestimmten Zeit nicht erreicht wurde. Dies hieß, dass wir zeitlich und auch vom Spendenbetrag her flexibel waren. Jetzt mussten nur noch Spender gefunden werden – „nur noch“. Wer spendet hier in Deutschland für jemanden, den er nicht kennt? Und wie sollen Beträge zusammenkommen, die mindestens die 1000 Euro Marke erreichen, bestenfalls überschreiten?

Zum Glück habe ich ein großes internationales Netzwerk und einige meiner Freunde und Bekannten waren bereit zu spenden. So erreichten wir über einen Zeitraum von über einem Jahr tatsächlich das nötige Minimum, um die Praxis realisieren zu können.

Nun kam das nächste Problem – wie war es möglich Tardif das Geld zu überweisen? Er hatte kein internationales Bankkonto und auch kein paypal account. Schließlich haben wir eine international tätige Bank gefunden, die auch wieder viel Geld verlangt hat, für die Kontoeröffnung. Dann stellte sich heraus, dass jede Überweisung sehr hohe Gebühren verschlungen hat. Nach den ganzen Abzügen blieb für Tardif von seinen Spendengeldern ein Rest von ca. 60%. Und das ist bitter.

Letztendlich hat es gereicht um nach vielen weiteren Schwierigkeiten die nötigen Schritte für die eigene Praxis einzuleiten. Man kann hier wirklich ohne jegliche Übertreibung von einem sehr steinigen Weg sprechen, der durch viele psychische Täler geführt hat, – ein sehr schmerzvoller Weg voller Entbehrungen und Opfer.

Aber dieses Abenteuer, dieses wahnsinnige Projekt eine TCM Praxis in Kamerun aufzumachen, es hat allen Beteiligten gezeigt, dass so etwas funktionieren kann, – gegen alle Hindernisse!

Warum hat es schließlich funktioniert?

Weil wir alle an die Praxis geglaubt haben. Weil wir an Tardif geglaubt haben. Weil wir alle bis zur Schmerzgrenze alles gegeben haben, damit es funktioniert. Wir haben für eine gute Sache gekämpft und gewonnen. Dank Tardifs Praxis werden viele Menschen in Kamerun Heilung finden, die sie sonst nicht erfahren würden. Akupunktur und Kräuter sind auch für arme Menschen bezahlbar. Und wie Tardif sagt, sterben in Kamerun Menschen schon aus nichtigen Gründen, ganz einfach weil kein Arzt, Heiler, etc. vor Ort ist oder weil sie sich einfach keine Behandlung leisten können.

So ist Tardif mit seiner TCM Praxis ein wunderbares Vorbild in seinem Land für eine bessere Zukunft. Und tatsächlich hat er schon interessierte, junge Menschen gefunden, die gerne bei ihm lernen möchten und auch in seiner Praxis mitarbeiten wollen. So ist gestaltet er den Anfang einer besseren medizinischen Versorgung in Kamerun für seine Mitmenschen.

Ich zolle Tardif für seinen Mut, für seinen Einsatz und alle seine Opfer großen Respekt. Er hat seinen Traum nach vielen Jahren tatsächlich verwirklicht und kann nun das leben, was er sich immer erhofft und gewünscht hat. Er wird einmal noch berühmter sein als sein Vater, der auch schon ein großer Heiler war.

Wie Sie sehen, kann jeder seinen Traum Wirklichkeit werden lassen, – selbst unter schwierigsten Bedingungen. Wichtig sind nur gute Freunde, wahre Werte, der Glaube an sich selbst und an seinen Traum und dann kann jeder seine eigene Erfolgsgeschichte schreiben.

Machen Sie das Beste aus Ihrem Leben! Leben Sie Ihre Träume! Und auch wenn die erste Zeit hart sein sollte, danach werden Sie sich wunderbar fühlen, denn dann haben Sie Großes geleistet und können sich an den Früchten Ihrer Arbeit erfreuen. Dann ist die Welt in Ordnung.

 

PS: Sie finden Jean Tardif Lonkog auch im Internet, u. a. bei facebook:

http://www.gofundme.com/1e616w

http://www.holistichealingclinic.sura/

http://holistichealingclinic.jimdo.com/holistic-healing-clinic/

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