Archiv für die Kategorie Verhaltensmuster

Das unterdrückte Tier im Menschen

Wir leben in einer Zeit, wo ein überproportionaler Wert auf den Intellekt gelegt wird. In der Schule, in der ganzen Ausbildung wird nur der Verstand ausgebildet und dass über Jahrzehnte. Aus etwas anderem scheint der Mensch nicht zu bestehen, bzw. alle anderen Aspekte des Menschen werden gnadenlos ignoriert, verkümmern oder müssen sogar unterdrückt werden, weil sie in das Weltbild des Intellekts nicht mehr passen.

Wenn man die menschliche Gestalt gemäß der Ausbildung seiner Aspekte darstellen würde, dann würden wir alle mit riesigen Köpfen auf winzigen Körpern herumlaufen. Die Disharmonie wäre erschreckend. Wir wären Karikaturen unserer selbst.

Wenn wir nun einmal an die Vergangenheit denken, an alte große Kulturen, so wurde in der Regel allen Anteilen der menschlichen Natur Respekt erwiesen. Geist, Seele und Körper wurden gleichermaßen ausgebildet und auch den Bedürfnissen von Geist, Seele und Körper wurde Ausdruck verliehen.

Der Mensch war noch Mensch und kein Verstand mit Mensch. Menschsein war noch normal und menschliches Verhalten war akzeptiert.

Geist, Seele und Körper wurden kultiviert, gepflegt. Schönheit, Harmonie und Tugend waren das Ideal. Und natürlich gab es auch die andere Seite, die eher animalisch gesteuerte, wo die „niederen“ Instinkte oder Bedürfnisse befriedigt werden wollten.

Was wir heutzutage fast komplett vergessen haben, bzw. versuchen zu ignorieren und zu unterdrücken, dass sind diese animalischen Aspekte unserer Natur, das tierische am und im Menschen.

Wenn man einen Biologen fragen würde, dann würde er Sachen aufzählen wie Jagdtrieb, Fortpflanzungstrieb, Revierverhalten, Kampf- und Fluchtverhalten, aber auch Sozialverhalten, Partnerpflege und vieles mehr. Es sind die Dinge, die ganz fundamental dafür sorgen, dass es überhaupt Menschen gibt.

In unserer modernen Gesellschaft spielt Sex vordergründig eine riesige Rolle – im TV, in der Werbung, etc. aber wie schrecklich ist es, wenn tatsächlich jemand mal nackt oder beim Sex gesehen wird. Im Prinzip tuen wir so, als gäbe es das alles gar nicht, als würde Sex nicht stattfinden und als wären wir schon voll bekleidet geboren worden. Wir haben ein sehr zwiespältiges Verhältnis zu unserer körperlichen Natur.

Ähnlich ist es auch mit Aggressionen, mit Kampfverhalten, mit Wut. Zwar empfinden wir alle solche Emotionen und eigentlich würden wir gerne einmal unserer Wut freien Lauf lassen, vielleicht auch mit körperlicher Gewalt uns verteidigen, aber es ist Tabu. Der Intellekt erlaubt es nicht. Und so unterdrücken wir negative Emotionen, können Stress nicht abbauen, können noch nicht einmal fliehen, sondern müssen so tun als wäre alles bestens. Dabei vergiften uns die negativen, aufgestauten Emotionen und auch auf der körperlichen Ebene schaden uns die überflüssigen Stresshormone. Die Emotionen werden einfach nicht kanalisiert und abgebaut.

Ja und dann wundern wir uns, wenn dem einen oder anderen Menschen doch der Kragen platzt, die Emotionen überkochen wie bei einem Vulkan und vielleicht sogar ganz extreme furchtbare Sachen passieren wie Vergewaltigung, Mord, Gewaltverbrechen. Dann wundern wir uns „Wie konnte das nur passieren?“

Eines der besten Beispiele sind die indischen Massenvergewaltiger, wo die Vergewaltigungen Stunden andauern und die Opfer schwer verletzt oft kurze Zeit später sterben.

Warum ist das so? Warum passiert so etwas?

Wenn erwachsene Männer über Jahre nicht ihrem natürlichen Sexualtrieb nachkommen können, dann können sich im schlimmsten Fall die aufgestauten Emotionen so entladen. Da hilft dann auch kein Intellekt.

Folglich, – wäre die indische Gesellschaft in der Beziehung nicht so restriktiv, sondern würde offener mit solchen natürlichen Bedürfnissen umgehen, dann gäbe es auch nicht so furchtbare Vorfälle.

Nehmen wir ein anderes Beispiel. Für Jungen ist es normal miteinander zu ringen, zu raufen, Kräfte zu messen und eine gewisse Rangordnung herzustellen. Das machen alle männlichen Nachkommen im gesamten Tierreich. Heutzutage ist dies nicht erwünscht und diese biologisch angelegten Verhaltensweisen werden unterdrückt. Dies führt dann durchaus zu einer Aufstauung von Aggressionen. Energien werden nicht abgebaut und die Gewalt sucht sich dann neue Ventile.

Im Gegensatz zu der Verneinung dieses natürlichen Verhaltens in der modernen Gesellschaft, wurde früher dieses Verhalten in einer positiven Weise kultiviert. Junge Männer wurden im Kampf ausgebildet, was früher durchaus auch überlebensnotwendig war. Betrachtet man heutzutage junge Männer, die in einer Kampfsportschule sind oder im Boxverein, so sind sie im Vergleich mit anderen friedfertig, leiden nicht an aufgestauten Emotionen oder Energien und verhalten sich besonnen.

Als Fazit möchte ich dazu aufrufen unsere menschliche Natur in ihrer Gesamtheit wahrzunehmen, auch den eher tierischen Anteil und statt Unterdrückung lieber positive Wege zu finden, um Energien in gesunder Art und Weise abzubauen.

Wir müssen auch wieder dahin kommen, Geist, Seele und Körper gleichermaßen zu kultivieren. Der Intellekt wird leider vollkommen überschätzt. Obwohl wir ja alle so aufgeklärt und verkopft sind, leben wir immer noch zu 90% auf der unbewussten Ebene – weil es anders auch nicht geht. Der Verstand rechtfertigt deshalb im besten Fall hinterher unsere unbewussten Wünsche und Taten.

In diesem Sinne – machen Sie das Beste aus Ihrem Leben und akzeptieren und respektieren Sie sich in Ihrer vollständigen Natur. Seien Sie ein Mensch und nicht ein Intellekt mit Mensch.

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Der Tod des edlen Kriegers oder der Untergang der Männlichkeit

Wir leben in einer Zeit fundamentaler Umbrüche. Viele Werte und natürliche Gesetzmäßigkeiten, die über Jahrtausende ihre Gültigkeit hatten, werden heutzutage in Frage gestellt oder erfahren eine 180 Grad Wendung in ihrer Betrachtung. Vieles ist auch einfach schon in Vergessenheit geraten. Nicht von ungefähr sprechen verschiedene Religionen auch vom dunklen Zeitalter, in dem alles, was einmal natürlich, gut und richtig war, auf den Kopf gestellt wird. Beispielsweise galt früher eine gesunde Familie als Basis für eine gesunde Gesellschaft. Heutzutage gilt die Familie nicht unbedingt als wertvoll oder wichtig, sondern das Single-Leben tritt in den Vordergrund, wo jeder sich selbst der Nächste ist. Auch wird sich nicht mehr am Wohl der Gesellschaft orientiert, sondern es geht eher um Brot und Spiele für die Bevölkerung und insbesondere um Konsum, Wirtschaftswachstum und wachsende Steuereinnahmen. Gott Mammon lässt grüßen.
Zu allem Überfluss leiden wir heute auch noch unter einer Vielzahl von Ideologen, die ihre Vorstellungen von der Welt den Menschen aufzwingen wollen und dank medialer Unterstützung damit recht erfolgreich sind. Hier wird sich nicht an der Natur bzw. Realität orientiert, sondern es wird versucht die Realität den Wunschvorstellungen anzupassen, was in der Regel fatale, destruktive Folgen hat. Jeder Diktator ist ein Meister der ideologischen Anpassung seines Volkes. Seine “Wahrheit” übertrifft die Realität bzw. erschafft sie neu bis er schließlich gestürzt wird und die Menschen wieder gemäß ihrer Natur leben können. So haben Ideologien glücklicherweise ein Verfallsdatum von maximal ein paar Jahren oder Jahrzehnten.
Ideologen sind schon lange dabei den Krieg aller gegen alle anzufachen, – Erwerbstätige gegen Arbeitslose, junge Menschen gegen Rentner, Atheisten gegen die Kirche, Religion gegen Religion, arm gegen reich, Singles gegen Familie, Erwachsene gegen Kinder, jung gegen alt, Frau gegen Mann, usw. “Jeder gegen jeden” ist das beliebte Motto. Denn nur, wenn wir mit Kämpfen und Streitereien beschäftigt sind, haben wir keine Zeit zum nachdenken.
Eins von vielen Opfern all dieser ideologischen Kriege ist der Mann bzw. die männliche Natur, womit aber auch zwangsläufig die Frau bzw. die weibliche Natur betroffen ist. Der Mann wird heutzutage gerne als Hassobjekt hingestellt, der an sämtlichen Kriegen und allem Elend die Schuld trägt. Er ist offensichtlich der große Unterdrücker der Frau durch das Jahrtausende währende Patriarchat. Und nun ist es an der Zeit – laut Ideologen – endlich den Mann zu entmannen und ihn zu einer Art männlicher Frau umzuerziehen. Außerdem soll er büßen für all das, was er den Frauen angetan hat. Es gibt sogar eine prominente Frau, die andere Frauen dazu aufgerufen hat bewusst lesbisch zu werden, um sich dem Mann zu entziehen. Als neuster Ansatz werden nun schon die ersten Kinder intersexuell erzogen, wo kleine Jungs mit Puppen spielen sollen, die Fingernägel lackiert bekommen und Kleidchen tragen. Soweit die Ideologie.
Zu besseren Zeiten, damals in der Vergangenheit, war allgemein bekannt, dass sich Männer und Frauen in ihrer Natur unterscheiden, dass sie in der Regel männliche oder weibliche Eigenschaften, Fähigkeiten und Verhaltensweisen zeigen, – ganz allein schon deshalb, weil ihr Hormonsystem eben männlicher oder weiblicher Natur ist. In der Gesellschaft wurden wiederum die männlichen bzw. weiblichen Eigenschaften und Fähigkeiten gefördert, – zur Ausbildung der Persönlichkeit und für ein gutes Miteinander. Es war auch allgemein bekannt, dass Mann und Frau die beiden Pole einer höheren Einheit bilden, sich dem entsprechend ergänzen und nur gemeinsam Größeres schaffen. So war dann auch die Ehe heilig. Der Mann hat die Frau respektiert, – für Ihre Weiblichkeit und ihre besonderen Fähigkeiten. Und die Frau hat den Mann respektiert, – für seine Männlichkeit und seine Fähigkeiten. Gegenseitige Wertschätzung war natürlich, ebenso wie die entsprechende Aufgabenteilung in der Familie und in der Gesellschaft. Mann und Frau haben Hand in Hand zusammen gearbeitet und so das Leben der Familie und der Gesellschaft gestaltet. Alles war in Ordnung und jeder hat gemäß seiner Natur gelebt.
Nun kann man allgemein sagen, dass es in der männlichen Natur liegt Stärke zu entwickeln und sich gegenüber anderen Männer zu behaupten, auch sich selbst zu beweisen, sich und andere zu beschützen und zu verteidigen. Diese Verhaltensweisen sind auch aus dem Tierreich bekannt und eben fundamentaler Natur. Sie haben ihren natürlichen Sinn, genauso wie typisch weibliche Verhaltensweisen, die in der Regel das soziale, kommunikative und fürsorgliche Miteinander betonen.
Nicht nur im Tierreich sind männliche wie auch weibliche Eigenschaften und Verhaltensweisen, sowie die entsprechende Aufgabenteilung überlebenswichtig. Auch in der menschlichen Gesellschaft geht es nicht ohne Männer und Frauen, – ohne männliche und weibliche Verhaltensweisen. Dieses “Anderssein” macht auch gerade die Attraktion, die Attraktivität aus zwischen Mann und Frau. Frauen fühlen sich von der männlichen Natur angezogen und Männer von der weiblichen, da sie beide die Pole der einen Polarität bilden. Aus dieser Attraktion, dieser Spannung zwischen den Polen entsteht die Liebe, das Begehren und letztendlich der Nachwuchs. Diese Polarität ist auch die Basis für eine lange Partnerschaft, für Synergie, für ein harmonisches, sich ergänzendes Miteinander.
Was passiert nun, wenn man die männliche Natur ideologisch korrekt bekämpft, wenn man Mann und Frau gleicht macht, wenn man aus einem Mann eine künstliche Frau und aus der Frau einen künstlichen Mann erschafft? Eine Frau mit männlichen Attributen ist in der Regel unattraktiv für einen Mann und ein Mann mit weiblichen Attributen ist unattraktiv für eine Frau, – ganz einfach weil dadurch die Polarität zerstört wird. Und warum soll Mann bzw. Frau ihre Natur leugnen und etwas anderes sein? Das kann man dann auch als Persönlichkeitsstörung bezeichnen.
Besonders schlimm ist die Entmännlichung in der Erziehung, im Kindergarten, in der Grundschule und in der höheren Schule. Männliche Verhaltensweisen werden in der Regel nicht geduldet, sondern bestraft. Es wird als schlecht angesehen, wenn Jungen ein hohes Bedürfnis nach körperlicher Bewegung zeigen, wenn sie laut sind, sich mit anderen messen, raufen, sich verteidigen oder aufbegehren. Körperliche Stärke und kämpferisches Verhalten sind unerwünscht, aber gehören nun mal zur männlichen Natur. Jungen werden heutzutage gezwungen sich anzupassen und ihre natürlichen Verhaltensweisen zu unterdrücken. Das kann zu Identitätskrisen führen, aber auch zu diagnostizierten Verhaltensauffälligkeiten oder sogenannten psychischen Krankheiten wie ADHS. Der Junge, der seine Männlichkeit entdeckt und lebt, bekommt von seiner Umwelt das Feedback, dass er nicht in Ordnung ist, dass er sogar ein Störfaktor oder gar krank ist. Das kann durchaus zu Selbstzweifeln und Depressionen führen, aber auch zu vermehrten Aggressionen.
In früheren Zeiten wurden diese Energien in sichere und nützliche Bahnen gelenkt, in dem die Jungen oder jungen Männer für ihre Aufgaben in der Gesellschaft ausgebildet wurden. Auch heute noch werden Jungen beispielsweise Kampfkunstschulen geschickt, um ihre männliche Natur auszubilden und gleichzeitig auch ihre Energien kontrollieren zu lernen. So lernt ein Junge zwar das kämpfen, aber eben auch die Beherrschung von Aggressionen, Respekt, Teamverhalten, etc. In der Regel enthält die Kampfkunstschule traditionell auch eine spirituelle Dimension, die eine hohe Ethik lehrt. So dient das Ideal des edlen Kriegers den Jungen in der Entwicklung zum Mann der Orientierung. Die Idee des edlen Kriegers vereint in bester, positiver Art und Weise die männlichen Eigenschaften. Der edle Krieger dient der Gesellschaft, verteidigt die Freiheit und Gerechtigkeit, schützt die Schwachen, hilft den Armen und opfert sich im Notfall für die Gemeinschaft. Der edle Krieger war schon immer das Vorbild und Ideal der männlichen Natur.
Auch heute macht es Sinn den Jungen Ideale und Werte an die Hand zu geben und ihnen zu helfen, ihre männliche Natur positiv zu entwickeln, – für ein gesundes Selbstbewusstsein, eine gesunde Identität und positive Verhaltensweisen innerhalb der Gesellschaft.
Es macht sehr viel Sinn junge Männer und Frauen in ihrer Entwicklung zu unterstützen, so dass sie sich natürlich und gesund entfalten können. Nur so können wir das Beste aus dem Leben machen, – in dem wir unserer Natur folgen, uns natürlich verhalten, unsere Bedürfnisse akzeptieren. Unterdrückung und Umerziehung dienen nur der Ideologie und verursachen Leid.
Das dunkle, materialistisch-atheistisch orientierte Zeitalter wird auch sein Ende finden und auf die Nacht folgt der Tag. Es ist alles nur eine Frage der Zeit.
Bis die großen Veränderungen stattfinden können wir aber alle für uns selbst Veränderungen zum Positiven hin einleiten.
Machen wir gemeinsam das Beste aus unserem Leben! Für mehr Harmonie, Gesundheit, Glück, Freude und Freiheit!

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Das Wörtchen „trotzdem“ und seine besondere Bedeutung

Das Wort „trotzdem“ ist eigentlich recht banal. Trotzdem hat es etwas in sich, was für unser Leben eine besondere Bedeutung entfalten kann. Man kann es in so einigen Sprüchen verwenden, die einen nachdenken lassen, vielleicht zu ganz neuen Erkenntnisse führen oder eigene Erfahrungen bestätigen.

„Humor ist, wenn man trotzdem lacht.“

„Erfolg ist, wenn man es trotzdem schafft.“

„Glück, ist wenn man sich trotzdem freut.“

Und so weiter…..

In der Regel ist das Leben nicht so einfach, wie wir es uns wünschen würden. Im Gegenteil begegnen wir ständig kleineren und größeren Hindernissen, Problemen oder Herausforderungen, die wir meistern müssen, bevor wir unser Ziel erreichen, unser Glück finden oder unseren Erfolg genießen können.

So kann man dann darüber nachdenken, was denn nun wahres Glück ist, echter Erfolg, wahrhaftige Liebe, etc. Wenn wir uns nicht anstrengen müssen, um etwas zu erreichen, ja, welchen Wert hat es dann? Z. B. ist es leicht einen gesunden, schönen Menschen zu lieben, aber wie ist es, wenn ein Mensch krank oder alt ist? Wenn man trotzdem liebt, dann hat diese Liebe eine besondere Qualität und Stärke.

Oder wenn man sich ein Ziel gesetzt hat und buchstäblich auf einer Sänfte hingetragen wird, – welchen Wert hat dann dieser Erfolg? Wie ist es denn im Vergleich, wenn man den beschwerlichen Weg zum Ziel zu Fuß geht, mehrfach hinfällt und sich unter großen Anstrengungen wieder aufraffen muss, um weiterzugehen? Dann hat der Erfolg einen ganz anderen Stellenwert.

Letztendlich sind dies die Herausforderungen im Leben, -seine Grenzen zu erweitern, über sich selbst hinauszuwachsen und trotz aller Hindernisse seinen eigenen Weg zu gehen. Nur dann erfährt man wahren Erfolg und echtes Glück, – wenn man es trotzdem schafft.

Dieses schrittweise Erweitern der eigenen Grenzen und der Leistungsfähigkeit hat auch noch einen verblüffenden Effekt. Das, was vorher undenkbar war, fühlt sich jetzt normal an. Die Vorstellung „Das schaffst Du nie!“ verwandelt sich in die Erfahrung „Das habe ich gut geschafft!“ und „Ich kann das!“ und auch „Ich kann noch mehr!“. Grenzen haben einen gewissen illusionären Charakter bzw. können meistens besser erweitert werden als man annimmt. Auch die sogenannte „Komfortzone“ kann gut erweitert werden. Es kostet natürlich Zeit und Energie, aber dadurch gewinnt man mehr Freiheit, einen größeren Aktionsradius, mehr Flexibilität, mehr Wissen und mehr Erfahrungen. Man gewinnt an Selbsterkenntnis. Und das ist Gold wert.

Ein Beispiel: Da ich gerne viel und weit spazieren gehe, ist es für mich normal z. B. eine Stunde durch den Wald zu laufen, was so ungefähr 4-5 km entspricht. Nun gibt es viele Menschen, die nicht spazieren gehen und denen 20 Minuten schon zu viel sind. Wenn man nun bei der Bundeswehr Märsche macht, dann kommen die meisten schon an ihre Grenzen beim 6 km Marsch. Nach dem 6 km Marsch kommt der 10 km Marsch und dann auch bald der 20 km Marsch. Über 6 km lacht dann nur noch jeder. Und für Menschen die Marathon laufen, sind 20 km auch nicht viel. Dann gibt es noch Extremsportler, die 100 km laufen oder auch einen Marathon den Berg hinauf. Leistungsgrenzen und die Grenzen der eigenen Vorstellungskraft sind somit recht flexibel, relativ und dehnbar. Was für den einen der Weltuntergang ist, – z. B. eine Stunde laufen, ist für den anderen noch nicht einmal ein Grund auch nur einen einzigen Gedanken daran zu verschwenden, geschweige denn Ängste oder Stress zu empfinden. Nun muss man nicht gleich ins Extrem gehen, aber es ist gut sich die Natur der eigenen Komfortzone, der eigenen Grenzen klarzumachen, um sie angemessen für das eigene Glück, die eigenen Ziele und Erfolge zu erweitern.

Noch ein zweites Beispiel: Heutzutage leiden nahezu alle Menschen unter Stress und Zeitdruck. Da hört die Geduld oft schon nach 2 Minuten Wartezeit auf und die bekannten Stresssymptome fangen an. Ärger macht sich breit, Flucht- oder Kampfgedanken kommen auf, vielleicht sogar Panik, weil kostbare Zeit verrinnt und der nächste Termin schon wartet. Nun gibt es Situationen, wo man lernt zu warten und die Geduld sich scheinbar ins Unendliche automatisch  steigert; wo auch keine Möglichkeiten existieren, um sich abzulenken. Zum Beispiel im Flur einer Behörde. Es gibt keine Fluchtmöglichkeit. Es gibt keine Auskunft, wann man dran ist. Es gibt keine andere Aufgabe als zu warten. Es gibt keine Magazine, die man lesen könnte. Man steht im leeren Flur und wartet einfach. Eine Viertelstunde vergeht, eine halbe Stunde, eine Stunde, die Zeit verschiebt die Schlagschatten im Flur, mehr Zeit vergeht und noch mehr. Und am Ende hat man tatsächlich fast vier Stunden gewartet. Zeit ist durch diese Erfahrung relativ geworden und Geduld ein sehr dehnbarer Begriff. Die scheinbare Notwendigkeit sich ungeduldig und gestresst zu fühlen ist verschwunden. Ja, und wenn man dann mal von der Hochleistungsgesellschaft in andere Länder schaut, wo noch die Natur den Rhythmus des Lebens vorgibt, dann kann man feststellen, dass Zeit oft gar keine oder eine nur sehr untergeordnete Rolle spielt. Da macht es den Menschen nichts aus stundenlang oder tagelang auf etwas zu warten. Es ist einfach egal. Ihre Geduld ist scheinbar unbegrenzt.

Vieles ist relativ im Leben. Grenzen sind relativ. Die Komfortzone ist relativ. Und wirklich gewinnen kann man nur, wenn man wächst, wenn man seine Grenzen sinnvoll erweitert, etwas wagt, wenn man es trotzdem tut, wenn man seinen ängstlichen Vorstellungen trotzt, wenn man Hindernisse überwindet, wieder aufsteht, wenn man gefallen ist, ja, dann kann man nur gewinnen und als Persönlichkeit wachsen. Freiheit, Glück und Erfolg warten dann auf einen, – trotzdem!

In diesem Sinn – machen Sie wie immer das Beste aus Ihrem Leben, lassen Sie sich nicht durch Vorstellungen blockieren. Entdecken Sie das wahre Leben und stellen Sie fest, dass Sie im Prinzip alles können, dass es keine echten Grenzen für Sie gibt, dass Sie Ihr Leben meistern können, – egal wie hoch die Hürden auch erscheinen mögen! Sie haben es in der Hand!

Ich wünsche Ihnen von Herzen Erfolg und Glück in Ihrem Leben!

Machen Sie das Beste daraus!

Ihr Falco Wisskirchen

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Die Flucht in die Arbeit

Sind Sie auch auf der Flucht? Wovor flüchten Sie und wohin? Oder sind Sie vielleicht auf der Flucht und wissen es gar nicht, verdrängen es vielleicht sogar? Heutzutage sind sehr viele Menschen Flüchtlinge im psychologischen Sinne.

Wenn wir Menschen uns überfordert fühlen, wenn die Lebenssituation uns überlastet, wenn wir nicht mehr wissen wie es weitergehen soll, wenn die Realität zu hart und zu düster ist, dann neigen wir zum Fluchtverhalten.

In früheren Zeiten, als alles noch recht simpel war im Leben, ist man einfach dort hingegangen, wo die Lebensbedingungen besser waren. Damals war der Mensch noch frei oder freier als heute und so war es nicht unüblich, dass jeder sich seinen Platz zum Leben gesucht hat oder je nach Bedarf einfach weiter gezogen ist.

Heutzutage besteht oft nicht mehr oder nur sehr eingeschränkt die physische Fluchtmöglichkeit und so verlagert sich die Flucht aus der Überforderung auf die psychische Ebene. Man kann eben nicht einfach Mal seinen Wohnort wechseln, seinen Arbeitgeber, seinen Beruf, die Verwandtschaft, etc. Und so flüchten sich viele Menschen in eine bessere Welt, wo das Böse ausgeblendet wird, wo Frieden herrscht, wo es Glücksgefühle gibt, – dank Alkohol, Zigaretten und harten Drogen. Schon die kleine Zigarettenpause zwischendurch schafft Erleichterung, eine kleine, kurze Flucht in einen besseren, entspannten Zustand, um dann wieder in die stressige Realität mit mehr Energie zurückzukehren – bis zur nächsten Zigarettenpause. Oder das Bierchen am Abend, um den stressigen Tag im Büro zu vergessen, einfach abschalten. Oder der Vollrausch jedes Wochenende, um den ungeheuren Leistungsdruck im Studium zu überleben. Es gibt viele Fluchtmöglichkeiten heutzutage und eigentlich seit Menschengedenken. Bekanntermaßen gibt es gesundheitsschädliche Varianten und positive Ausgleichsmöglichkeiten. Während der eine sich dem Alkohol hingibt, geht der andere ins Fitnessstudio oder macht Yoga.

So haben wir im Prinzip immer die Wahl zwischen bewusstem, positiven Ausgleich und einer eher negativ geprägten Flucht in eine andere Welt, oft durch Suchtmittel provoziert.

Was vielen Menschen nicht wirklich bewusst ist, ist das Überarbeitung durch regelmäßige Überstunden, – das Workaholic-Dasein insgesamt, auch eine Flucht darstellt. Workaholics flüchten vor ihrem Privatleben, ihrer Beziehung, ihrer Familie, ihrer Freizeit und auch vor sich selbst. Oft erscheint es leichter sich in der Arbeit zu verlieren, als sich mit sich selbst auseinanderzusetzen, sich selbst wahrzunehmen, private Probleme zu bewältigen. Es ist einfacher sich im Job aufzureiben als sich selbst zu fragen, wer man eigentlich ist, was man eigentlich vom Leben erwartet, was der persönliche Sinn im Leben sein könnte, ob es nicht auch Alternativen gibt zur aktuellen Lebenssituation. Heutzutage werden die Menschen mit „Wissen“ vollgestopft wie eine Mastgans, in der Schule, in der Ausbildung, von den Medien, so dass sie nie wirklich die Gelegenheit haben, über sich und ihr Leben nachzudenken. Es scheint auch keine Notwendigkeit mehr dafür zu geben, da die Gesellschaft schon alles vorgibt. Und offensichtlich erzeugt dies eine gewisse innere Leere, ein „funktionieren müssen“, ohne wirklichen Sinn, ein Leben für die Rentenzeit oder um sich ein gutes Auto leisten zu können und Urlaub jedes Jahr. Sinnlosigkeit und innere Leere sind wie der Tod, – unerträglich. Und auch das „Funktionieren“, – wie eine Maschine, ist unerträglich, dem Leben zuwider.

Und so sorgen viele Menschen heutzutage für eine Dauerbelastung im Job, so dass sie ständig beschäftigt sind, um sich nicht mit sich selbst und der inneren Leere auseinandersetzen zu müssen. Dies führt dann natürlich zu noch mehr Stress am Arbeitsplatz und wirkt noch ansteckend und „leistungssteigernd“ auf die Kollegen. Und dann kommt der Burnout oder der Herzinfarkt oder direkt der Karoshi – der Tod durch Überarbeitung, wie es bei den Japanern heißt.

Nun stellen Sie sich einmal vor, dass Sie genau den Sinn Ihres Lebens kennen, dass Sie glücklich sind, sich im Kreis Ihrer Familie aufgehoben fühlen, einen Freundeskreis haben, Ihren Hobbys nachgehen, sich rundum wohl und fit fühlen. Was meinen Sie? Würden Sie in dieser Situation irgendeinen Sinn oder eine Notwendigkeit darin erkennen sich im wahrsten Sinne des Wortes tot zu arbeiten? Wahrscheinlich nicht. Ganz im Gegenteil, Sie würden Ihre Arbeit tun und sich dann auf Ihr Privatleben freuen, auch Pausen während der Arbeit einlegen – für Ihre Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Und neue Kraft würden Sie aus Ihrem glücklichen Familienleben ziehen, aus Ihren Hobbys und den gemeinsamen Unternehmungen mit Ihren Freunden. Und wahrscheinlich würden Sie gesund und fit alt werden und das Leben genießen.

Letztendlich haben Sie es in der Hand. Machen Sie das Beste aus Ihrem Leben. Lösen Sie Ihre privaten Probleme, stellen Sie sich Ihren persönlichen Herausforderungen, lassen Sie sich unterstützen, falls nötig, erforschen Sie den Sinn in Ihrem Leben und sorgen Sie für einen positiven Ausgleich, für positive Energiequellen. Das Leben hat weit mehr zu bieten als das mechanische Funktionieren in der Arbeitswelt. Wir sind keine Maschinen, die irgendwann einfach entsorgt werden. Wir sind Menschen und es liegt an uns unsere Welt menschlicher zu gestalten, lebenswerter.

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Blitzermarathon, Verkehr und die Psychologie

Heute (Do, 10.10.2013) ist es wieder so weit. Der Blitzermarathon steht bevor. Gnadenlos werden die Temposünder erkannt und hart bestraft. Endlich!

Radarfallen, mobile Blitzer und alle ausgeklügelten Spezialanlagen, um Temposündern auf die Schliche zu kommen, dienen alle nur der Sicherheit und der Aufrechterhaltung der Ordnung. Sünder müssen bestraft werden, – das lehrt uns schon die Bibel. Temposünder insbesondere.

Mal ganz unter uns – sind Sie auch ein Sünder? Haben Sie schon viel gesündigt? Und, – bereuen Sie? Haben Sie schon Buße getan? Wurde Ihnen vergeben? Konnten Sie sich selbst vergeben?

Nun kann man darüber philosophieren, wer oder was ein Sünder ist und wie eine angemessene Strafe aussehen sollte. Ich möchte aber hier an dieser Stelle einmal einen psychologischen Blick auf die ganze Thematik werfen, was auch durchaus interessant und sogar bewusstseinserweiternd sein kann.

Worum geht es eigentlich?

Ganz fundamental geht es darum, von A nach B zu kommen. Im Idealfall würde man Scotty Bescheid geben und Scotty würde einen dann in Null-Zeit von A nach B beamen. Man würde sich also komplett den Weg, die Zeit und den Aufwand sparen, um von A nach B zu kommen. Leider klappt das noch nicht so ganz mit dem beamen. Deshalb kostet es uns immer eine gewisse Menge an Zeit, Aufwand und auch Nerven, um insbesondere heutzutage von A nach B zu kommen. Wir verbringen sehr viel Zeit im Auto, in der Bahn und manche auch im Flugzeug. Und diese Zeit  hat keinen Selbstzweck, im Gegenteil ist es die Verschwendung kostbarer Lebenszeit und weil es alles andere als ein Vergnügen ist im Auto, etc. von A nach B zu fahren, kostet es auch noch unser Wohlbefinden, die Gesundheit. Bekanntermaßen gehört Stress zu den Krankheitsauslösern Nummer 1. Und wer ist heutzutage nicht schwer gestresst und frustriert, wenn er jeden Tag mit Millionen anderen Autofahrern im Stau steht oder dichtgedrängt im Zug oder Bus sitzt, wenn er denn einen Platz bekommt.

So können wir schon mal festhalten, dass die Fahrt von A nach B unheimlich viel Zeit kostet, sie eine Verschwendung kostbarer Lebenszeit ist und auch noch abträglich für die eigene Gesundheit und das Wohlbefinden ist. Tatsächlich ist Zeit mittlerweile eines der kostbarsten und knappsten Dinge, die wir haben. Wer hat denn schon Zeit heutzutage?

Nun ist das, was ich hier schreibe, leicht und logisch nachvollziehbar. Auf dieser Basis wäre es nun weitergehend auch logisch gewisse Ziele zu formulieren oder abzuleiten:

Z. B. so schnell von A nach B zu kommen, wie es möglich ist, dabei also Zeit, aber auch Aufwand, Energie einzusparen. Selbstverständlich muss auch ein hohes Maß an Sicherheit für alle Beteiligten gewährt werden. Klingt auch logisch oder?

Auf der Basis wiederum könnte man sich nun Gedanken machen, wie man Autos oder Fahrzeuge so entwickelt, dass sie möglichst schnell fahren, dabei möglichst effizient sind, also Energie/Aufwand sparen und gleichzeitig möglichst sicher für alle Beteiligten im Verkehr sind.

Es geht aber natürlich auch um weitere Faktoren wie die Straßen oder Wegeführung, die Regulation des Verkehrs, die Verkehrsteilnehmer selber und die Beantwortung der Frage, warum man eigentlich von A nach B fahren muss oder will.

Nun ist das alles nachvollziehbar und logisch. Da könnte man sich natürlich fragen, warum werden Straßen nicht besser ausgebaut, warum stehen wir alle ständig im Stau, warum quälen wir uns in überfüllten Bussen und Wagons, warum müssen wir in eine andere Stadt fahren, um zu arbeiten und um einzukaufen, warum gibt es kein intelligenteres „Transportsystem“, tja, warum eigentlich nicht?

Hier begegnen wir wieder einer typisch menschlichen Eigenschaft, – dem Vermeidungsverhalten. Alles, was unsere Gehirnzellen aktivieren könnte, wird vorsichtshalber vermieden, denn Fortschritt, Lösungen finden, sich in Bewegung versetzen – all das kostet enorm viel Energie und wer will schon unnötig Energie verschwenden?

Dementsprechend geschieht Fortschritt, wenn überhaupt, nur in kleinsten Schritten über lange Zeiträume hinweg.

Zu dem Vermeidungsverhalten gesellen sich ja auch noch andere Faktoren mit gewaltiger, blockierender Kraft. Es sind unsere Ängste, die Zweifel, die ganzen Emotionen, die Konzentration auf negative Szenarien, den Worst Case, was wäre wenn, die Probleme, all die Schwierigkeiten und Kosten, und wer weiß schon, was der Fortschritt bringt, bestimmt nichts Gutes und bis jetzt ging doch auch alles ohne Fortschritt, ohne Veränderungen, warum sollten wir also etwas ändern wollen? Lassen wir lieber alles so wie es ist. Und dann gibt es noch die Mühlen der Bürokratie, die bekanntlich sehr langsam mahlen. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann warten sie auch heute noch…

Also, was ist dann die „Lösung“, wenn wir keine Lösung haben wollen?

Ganz einfach, wir gehen den Weg des geringsten Widerstandes, – wie es in der Natur üblich ist. Wir warten und hoffen auf bessere Zeiten und bis sie kommen, betreiben wir die bewährte Politik der ruhigen Hand. Das alte, „gute“ wird eben ausgebessert, geflickt und repariert. Die Menschen müssen das verstehen. Und so pflastern unzählige Baustellen die Straßen und beruhigen den eh schon zähfließenden Verkehr noch mehr. Und auch die Schlaglöcher werden mit neuen Temposchildern „ausgebessert“.

Der Verkehr muss ja „beruhigt“ werden, damit wir möglichst langsam von A nach B kommen. Vielleicht werden in naher Zukunft auch noch Schlaftabletten an die Verkehrsteilnehmer verteilt, damit der Verkehr noch ruhiger verläuft.

Scheinbar ist ein möglichst ruhiger Verkehr ein Ideal der heutigen Zeit. Unsere Ideologen vermitteln uns ja auch damit eine höhere Sicherheit und die Schonung der Umwelt.

Nun gibt es aber trotzdem brutale, wahnsinnige, irre, gemeingefährliche Raser, die sich nicht punktgenau an die Tempolimits halten. Dafür wurden die Radarfallen erfunden, um die Temposünder zu überführen und ihrer gerechten Strafe zuzuführen. Denn nur so kann man den wahnsinnigen Rasern Einhalt gebieten. Soweit die Ideologie.

Lassen Sie nun einmal darüber nachdenken. Ist Ihnen auch schon aufgefallen, dass kein einziges Auto von alleine sich an den Tempolimits orientiert und maximal 30 oder 50 oder 70, etc. fährt? Warum eigentlich nicht? Stattdessen soll der Fahrer immer auf den Punkt 30, 50, 70, etc. fahren, was rein psychologisch nahezu ein Ding der Unmöglichkeit ist. Die Fahr im Auto beansprucht schon unsere volle Konzentration und Aufmerksamkeit, da kann keiner ständig auf die Tachoanzeige schauen. Vielmehr bewegen wir uns in einem „Flow“ mit den anderen Autofahrern und fahren entsprechend der Umweltbedingungen wie Tageszeit, Wetter, Straßensituation, etc.

Davon ausgehend, wäre es weit hilfreicher und intelligenter, wenn wir statt Tempolimit Schildern, Schilder mit Tempoempfehlungen hätten, die einen gewissen Geschwindigkeitsbereich abdecken oder an gewisse äußere Bedingungen geknüpft sind. Empfehlungen sind immer positiv und hilfreich. Und wenn man nicht Punkt 50 km/h fahren muss, sondern einen Bereich von 40-60 km/h empfohlen bekommt, dann wirkt das psychisch sehr entspannend, stresslindernd.

Doch wir sind an das Prinzip von „Recht und Ordnung“ gewöhnt und psychologische Gesichtspunkte kommen vielleicht irgendwann mal in der Zukunft in Betracht.

In den Niederlanden wurde einmal eine Langzeitstudie zu Tempolimits gemacht, wo auch Radarfallen eingesetzt wurden. Das Ergebnis war „erstaunlich“ für die ideologisch orientierten Wissenschaftler. Sie mussten feststellen, dass die Verkehrsteilnehmer aus Angst vor den Radarfallen langsamer gefahren sind als nötig und so der Verkehr zähflüssig geworden und auch die Zahl der Unfälle gestiegen ist, obwohl die Tempolimits eigentlich für das Gegenteil sorgen sollten. Angst und Stress vor Bestrafung haben also den Verkehr behindert, die Gesundheit der Autofahrer negativ beeinflusst und die Sicherheit gefährdet. Mit freundlichen Geschwindigkeitsempfehlungen wäre dies wohl nicht passiert. Zumindest wurden die Tempolimits und Radarfallen entschärft. Ansonsten haben die Niederlande klare Tempolimits und viele Radarfallen, auf die in der Regel auch hingewiesen wird. So funktioniert ihr System.

In Deutschland sieht es aber ganz anders aus. Wir können uns hier weder für noch gegen Radarfallen entscheiden und so trifft der Autofahrer ab und an auf eine Radarfalle und ab und an ist er zu schnell und wird zum Temposünder.

Offiziell sollen die Radarfallen für Recht und Ordnung sorgen und die Raser bestrafen. So soll mehr Sicherheit für alle erreicht werden. Ich finde diese Vorstellung einfach nur wundervoll. Man könnte es auch als infantiles Wunschdenken bezeichnen.

Denken wir einmal darüber nach. Trotz dem vermehrten Einsatz von Radarfallen gibt es immer noch Temposünder. Offensichtlich lernen sie nicht aus ihren Sünden und die Strafen zeigen auch nicht die erwünschte Abschreckung. Ganz im Gegenteil, die meisten Temposünder sind höchstens schwer verärgert über die sogenannte Abzocke durch die Wegelagerer am Straßenrand. Wie kann das sein?

Psychologisch gesehen, geht es noch um andere Sachen als Bußgelder und Sünden. In dem Moment, wo ein Raser geblitzt wird, erschreckt er sich, was oft Auswirkungen auf den Verkehr hat, – beispielsweise wird stark abgebremst, was die Verkehrssicherheit gefährdet. Wenn der Fahrer noch gesundheitlich angeschlagen ist, kann er durch die Aufregung auch noch psychische oder sogar körperliche Störungen zeigen, eventuell einen Anfall bekommen oder ähnliches. Eine solche Situation ist jedenfalls nicht gesundheitsfördernd, sondern fördert die Ausschüttung von Stresshormonen mit allen Folgen.

Wenn es den Verantwortlichen wirklich um Sicherheit und nicht um ganz andere Dinge gehen würde, dann würden Radarfallen nicht punktuell eingesetzt, sondern flächendeckend. Denn nur so wird mit größtmöglicher Sicherheit die Beachtung der Tempolimits durchgesetzt. Wenn jeder weiß, dass überall Radarfallen stehen, wird kein Mensch die Motivation verspüren schneller als erlaubt zu fahren. Das zeigen Länder wie die Niederlande und die Schweiz. Raser gibt es da nicht. Aber wenn die Autofahrer in Deutschland keine eindeutigen Verhältnisse haben, dann werden sie immer wieder Opfer von Radarfallen und gefährden damit die Sicherheit auf den Straßen.

Gerade was Radarfallen angeht, kann es nur eine Lösung geben, entweder flächendeckend oder gar nicht. Alles andere dient nur gut bekannten Zwecken und fördert den Unmut der Bürger.

Vielleicht schaffen wir Menschen noch den nächsten evolutionären Sprung, nicht einen technischen, sondern den längst überfälligen, geistig-seelischen hin zu einer größeren Reife und einer positiven Einstellung gegenüber uns selbst und der Umwelt.

Vielleicht hört irgendwann einmal das „Kämpfen“ und „Bestrafen“ auf. Die menschliche Steinzeit sollte schon längst hinter uns liegen.

Bis dieser Fortschritt geschieht, kann man auch selbst einiges machen, um besser, stressfreier und entspannter von A nach B zu kommen. Wie Sie bereits wissen, geht es immer nur darum das Beste aus seinem Leben zu machen.

Allgemein ist es sehr gut, wenn man sich genügend Zeit nimmt, auch und insbesondere für die ungeliebten Fahrten zum Arbeitsplatz. Fahren Sie nicht auf den letzten Drücker. Nehmen Sie sich Zeit, denn Zeitdruck und Stress haben wir alle eh schon genug, da müssen wir uns nicht noch selbst stressen.

Gestalten Sie sich Ihre Fahrt so angenehm wie möglich. Positive Rahmenbedingungen schenken Energie. Sie können schöne Musik hören – anstelle des Radios, im Auto können Sie sich auch mit einem angenehmen Duft positive beeinflussen, im Zug ein gutes Buch lesen oder mit einem Hörbuch in eine andere Welt abtauchen und jedes Mal, wenn Sie kurz davor sind sich zu ärgern, können Sie ganz bewusst zu sich selbst sagen „Stop! Das ist es nicht wert. Ich bleibe locker und entspannt! Denn das tut mir gut!“ und dann atmen Sie ganz bewusst tief ein und aus, bis Sie sich wieder beruhigt haben und denken Sie an etwas positives, dass Ihnen Freude bereitet. Wenn Sie das ein paar Mal geübt haben, dann machen Sie das von ganz allein und Sie werden sich dadurch weniger aufregen und mehr vom Leben haben. Falls möglich, machen Sie auch zwischendurch ein wenig Gymnastik, recken und strecken Sie sich, spannen Sie all Ihre Muskeln mal an. Das tut gut und entkrampft, Ihre Energien können wieder besser fließen. Und vielleicht sind Sie nicht allein unterwegs, da bietet sich dann eine nette Unterhaltung an, die all den Stress und auch die Zeit vergessen lässt.

Machen sie das Beste aus Ihrer Situation und ärgern Sie sich nicht über unsere Straßenverhältnisse, Blitzer und unpünktliche, überfüllte Züge. Ärger und Stress ändern nichts an der Situation, vermiesen Ihnen aber das Leben und schaden Ihrer Gesundheit. Also, sagen Sie bewusst „Nein!“ dazu und „Ja!“ zu mehr Gelassenheit und Lebensfreude, zu einer positiveren Einstellung zum Leben.

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Ein verblüffendes Erfolgsgeheimnis

Fast alle Menschen wollen erfolgreich sein. Das war schon immer so und wird wohl auch immer so bleiben. Dem entsprechend wurde auch schon immer nach den Geheimnissen des Erfolges geforscht. Viele kluge Menschen haben sich ihre Gedanken gemacht und u. a. die Biographien von erfolgreichen Leuten untersucht.

So gibt es mittlerweile unzählige Klassiker und Neuerscheinungen zum Thema Erfolg in allen Aspekten des Lebens. Beruflicher Erfolg ist wichtig, aber persönlicher, menschliches Erfolg ist ebenso und vielleicht noch wichtiger.

Heutzutage gibt es zu dieser Thematik auch Seminarangebote, Workshops. Trainer, Coachs, etc. Jeder kann die Mechanismen des Erfolges studieren und sie auch praktisch anwenden lernen.

Ich möchte an dieser Stelle nicht eines der längst bekannten und endlos durchgekauten Erfolgsgeheimnisse präsentieren, sondern auf etwas verblüffendes hinweisen, was schlauen Menschen schon in früheren Zeiten bekannt war und gerade heutzutage einen unheimlich hohen Stellenwert einnimmt.

Wir leben in einer hochtechnisierten, durchgenormten, standardisierten Zeit. Alles ist bis in kleinste geregelt. Für alle Fragen gibt es Literatur oder Verträge, wo man nachlesen kann, wie man sich zu verhalten hat und was, wann, wie zu tun ist, – auch welche Strafen einen erwarten, wenn man nicht nach Anweisung handelt.

Die Beschreibung und Festlegung sämtlicher Abläufe entspringt dem Bedürfnis nach Sicherheit und sie entbindet den Menschen scheinbar von der Qual selbständig denken zu müssen und die Verantwortung für eigene Entscheidungen zu übernehmen.

Geopfert wird dafür die Flexibilität, Eigenverantwortung, auch die Lebendigkeit, die Dynamik, – der Mensch wird von seinen eigenen Normen in Ketten gelegt.

Das Ergebnis ist, dass heutzutage vieles automatisch und mechanisch abläuft, – rationell und auf Effizienz getrimmt. Dabei bleibt das Leben auf der Strecke, ebenso Realität und Menschlichkeit. Dummerweise sind wir keine Maschine und wir existieren auch nicht virtuell im Computer, auch wenn viele Führungskräfte in Unternehmen und Politik das gerne hätten.

Die Industrialisierung hat sich auf die Menschen ausgedehnt, – der Mensch als rationalisierte Arbeitskraft (human resources), die effizient eingesetzt werden muss und auch effizient behandelt wird, – egal ob in der Wirtschaft oder im Dienstleistungsbereich.

Stellen Sie sich einmal vor, Sie arbeiten in einer Fabrik. Ihr Vorarbeiter sagt Ihnen genau wie viel Minuten Sie für eine spezifische Tätigkeit zur Verfügung haben. Z. B. Schrauben anziehen in max. 1,5 Minuten, Deckel andrücken in max. 10 Sekunden. So schaffen Sie 1 Handy in 25 Minuten. Schneller arbeiten können Sie nicht und wenn Sie langsamer arbeiten, dann bekommen Sie eine Abmahnung. Sie stören schließlich den Arbeitsprozess.

Anderes Beispiel: Sie sind Dienstleister im Kundenbereich. Ihr Chef macht Ihnen die Vorgabe ein Kundengespräch immer in max. 15 Minuten abzuwickeln, – unabhängig von dem Thema, der Person, der Situation, etc.

Bis auf die Führungskräfte finden wahrscheinlich alle Menschen diese Form von Rationalisierung oder menschlicher Industrialisierung erschreckend.

Nun, was fehlt?

Es ist ganz einfach – es fehlt die Menschlichkeit, die realistische Wahrnehmung von uns als Menschen und dem entsprechend eine menschliche Gestaltung von Arbeit, Leben und zwischenmenschlichen Beziehungen.

Nun überlegen Sie mal – was finden Sie besser? Wenn jemand Sie zwar freundlich aber wie ein Objekt behandelt oder wenn Sie jemand wie einen Menschen behandelt, Sie als Menschen wahrnimmt?

Ich denke, dass jeder als Mensch gesehen und behandelt werden möchte, – vollkommen unabhängig von Ideologien, Rationalisierung, Profitoptimierung, etc.

Es gibt sehr viele Menschen, die andere Menschen nur als Beute sehen, als Möglichkeit sich selbst zu bereichern, selbst zu gewinnen auf Kosten der anderen. Man könnte das als egoistisch, dissozial, herzlos und kurzsichtig bezeichnen. Wenn der Mensch nicht mehr als eine ersetzbare Arbeitskraft ist oder ein Klient/Kunde, der Geld bringt, dann ist das schon traurig, aber heute leider bittere Realität in vielen Bereichen.

Und was passiert, wenn Sie sich als Menschen präsentieren und andere Menschen wie Menschen behandeln, auf Ihre Bedürfnisse, Wünsche und Vorstellungen Rücksicht nehmen, ihnen Respekt entgegen bringen?

Dann passiert das große Wunder. Das Leben befreit sich aus dem Korsett der Normen, der Erstarrung, fängt an zu pulsieren und alles wird irgendwie leichter, menschlicher, netter, auch humorvoller und selbst für schwierige Probleme lassen sich dann leichter Lösungen gemeinsam finden. Und so wird Menschlichkeit zu einem wichtigen Erfolgsfaktor. Mit Menschlichkeit gehen so viele positive Dinge einher wie gute Kommunikation, Vertrauen, Zusammenarbeit, positive Beziehungen, Flexibilität, Lebensfreude, etc.

Bereits Cosimo de` Medici wusste um dieses „Geheimnis“. Er war in vielfacher Hinsicht eine Größe, – politisch, wirtschaftlich wie auch als Förderer der Kunst und der Architektur. Er hat viel für die Renaissance getan. Unter seiner Herrschaft ist Florenz aufgeblüht. Seine Biographie ist faszinierend. Eines seiner Erfolgsgeheimnisse war eben nicht nur das Kosten-Nutzen-Verhältnis in allem zu sehen, sondern auch der menschlichen Seite Respekt zu zollen und auf die Bedürfnisse, Wünsche und besonderen Eigenschaften beispielsweise seiner Künstler einzugehen. So gab es zwar Verträge, aber die menschliche Seite wurde ebenso beachtet und gewürdigt. Nur so war es ihm möglich auch mit schwierigen Menschen erfolgreich zusammenzuarbeiten und stets das Beste für beide Seiten zu gewinnen.

Wir müssen nicht wie perfekte Maschinen funktionieren, – Sie nicht und Ihre Mitmenschen, Kollegen oder Partner auch nicht. Wir sind Menschen. Wir müssen uns nur daran ab und zu erinnern und uns auch menschlich verhalten, uns als Menschen begegnen.

Mensch sein führt zur Lösung von Stress, führt zu Entspannung. Probieren Sie es einfach mal. Seien Sie menschlicher zu sich selbst und zu anderen. Sehen Sie in anderen den Menschen. Gehen Sie auf ihn ein. Arbeiten Sie zusammen an der Befriedigung ihrer Bedürfnisse und Wünsche. Dann entstehen echte Win-Win-Situationen, langfristige, positive Beziehungen und auch geschäftlicher oder privater Erfolg. Als Menschen brauchen wir eine gute Partnerschaft, gute Freunde, gute Kollegen, gute Klienten. Wir brauchen gute Beziehungen, um uns wohl zu fühlen.

Machen Sie das Beste aus Ihrem Leben und integrieren Sie die Menschlichkeit in Ihr Denken, Fühlen und Handeln.

Es tut gut!

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Ich glaube nicht an Äpfel!

Glauben Sie, dass es Äpfel gibt? Ich nicht! Äpfel kann es gar nicht geben. Warum? Weil sie in meinem Weltbild nicht vorkommen. In meiner Ideologie existieren sie nicht. Auch in meiner Religion gibt es sie nicht. Kein heiliges Buch und kein Prophet hat sie je erwähnt. Und so kann es logischerweise auch keine Äpfel geben.

Nun mögen Sie als Kritiker sagen „Doch Äpfel gibt es! Ich esse jeden Tag einen.“ Aufgrund meines Weltbildes muss ich Ihnen da aber widersprechen. Sie müssen sich irren, weil es einfach Äpfel nicht geben kann. Das, was Sie für einen Apfel halten, ist wahrscheinlich eine Birne. Und selbst, wenn Sie mir tausend angebliche Äpfel vor die Nase legen, können es keine Äpfel sein. Und falls einmal etwas auftaucht, was wirklich ein Apfel sein könnte, werde ich es ignorieren, Sie verleumden oder aufs schärfste bekämpfen. Das Apfel-Existenz-Verbot ist allgemein gültig und jeder hat sich daran zu halten. Auch Sie als Ungläubiger. Verstehen Sie? Und wenn Sie Äpfel sehen, Äpfel schmecken, dann ist das ein psychopathologisches Symptom, was dringend behandelt werden muss. Sie stimmen mir doch zu oder?

Nun bevor Sie jetzt zum Telefon greifen, um mich in die Psychiatrie überstellen zu lassen, kann ich Sie beruhigen – alles ist in Ordnung.

Mit diesem aberwitzigen Beispiel möchte ich Sie heute auf einen sehr ungesunden, ideologischen Wahrnehmungsfilter aufmerksam machen, der nach dem Motto „Was nicht sein darf, kann nicht sein!“ funktioniert. Dieses Motto hat natürlich schon einen hohen psychopathologischen Wert. Man kann es auch als „böse“ bezeichnen.

Die meisten Menschen leben sehr unbewusst und nehmen das als Wahrheit an, was von Autoritäten egal welcher Art verkündet wird oder/ und was als Tradition von Generation zu Generation weitergegeben wird. Diese „Wahrheiten“ werden in der Regel nicht hinterfragt oder überprüft.

„Das war schon immer so! Das haben wir schon immer so gemacht! Das haben schon mein Vater und sein Vater und der Urgroßvater so gemacht! Das ist halt Tradition! Das machen alle so!“

„Warum fragst Du? Bist Du ein Ungläubiger, ein Frevler, ein Opportunist, eine Schande, ein Besessener, mit Dummheit geschlagen, etc.?“

„Du darfst keine Fragen stellen! Du musst Dich unterordnen! Du musst mit dem Strom schwimmen! Die Experten und Autoritäten wissen schon, was gut und richtig für uns ist!“

Denkverbote, die Bildung einer eigenen Meinung, die Ausblendung von Tatsachen, die Unterdrückung von Bedürfnissen und Wünschen, Selbstverantwortung, Freiheit, – das sind alles Dinge, die auch heute noch hart umkämpft werden und zwar weltweit und in allen Ländern.

In der Tat gibt es sehr viele Menschen, – Autoritäten, religiöse Führer, Experten, Wissenschaftler und Politiker, die gerne anderen Menschen vorschreiben, was sie zu denken haben, was sie fühlen sollen, was gut und was schlecht ist.

Diese Bevormundung, diese Vereinheitlichung und all die Verbote, Vorschriften, – sie fördern nicht wirklich die Entfaltung des menschlichen Potentials. Im Gegenteil, sie behindern und unterdrücken die menschliche Entwicklung. Und sie führen zu unzähligen Grausamkeiten, zu Irrwitz, Wahnsinn, Leid und Schmerz.

Es ist die verzerrte, eindimensionale Wahrnehmung der Welt, die Ideologie, der Glauben, die Tradition, die uns Brillen aufsetzen, wo Tatsachen verschwinden oder sich seltsam verändern, wo Böses gut wird und Gutes schlecht. Erst, wenn man sich von dieser Brille, dieser verzerrten Wahrnehmung befreien kann, kann man die Realität sehen, das was wirklich ist, frei von Vorstellungen, von Annahmen, von Vorurteilen, etc.

Das Problem mit dem ungesunden Wahrnehmungsfilter bietet eine Vielfalt an Themen, – von aberwitzig bis grausam.

Stellen Sie sich einmal vor, Sie sind Archäologe und finden heraus, dass Amerika nicht über die Beringstraße von „Indianern“ bevölkert wurde, sondern das es sehr viel frühere Zivilisationen gab, die ganz woanders herkamen. Die Beweise sind eindeutig. Sie erzählen es Ihren Kollegen. Schneller als Sie gucken können sind Sie Ihren Job los und Ihr Ruf ist im Eimer. Ihre Fundstelle wird als Mülldeponie benutzt. Warum? Weil Sie gegen das herrschende Weltbild, gegen die Ideologie verstoßen haben.

Oder stellen Sie sich vor, Sie sind homosexuell, nur dummerweise gibt es keine Homosexuellen, weil Sie in Ihrer Religion verboten sind. Das müssen Sie ja einsehen, weil Propheten und religiöse Führer sich bekanntlich nicht irren können. Was bleibt Ihnen anderes übrig als schnellstmöglich heterosexuell zu werden, bevor die Blitze vom Himmel donnern.

Bekannt ist auch das Märchen vom König ohne Kleider. Wenn der König als Autorität sagt, dass er durchsichtige Kleider trägt, die keiner sehen kann, dann ist das so. Alle Untertanen beglückwünschen den König zu seinen phantastischen Kleidern, die offensichtlich seiner Figur schmeicheln. Keiner erlaubt sich die Wahrheit zu sagen, weil alle Angst vor Strafe haben.

Oder stellen Sie sich vor, dass die Wirtschaft eines Landes am Boden ist. Alles wissen es, weil alle die Folgen spüren, – Arbeitslosigkeit, steigende Preise, Armut, etc. Die Stimmung ist auch am Boden. Nun erscheint der führende Politiker mit seinen Experten und verkündet eine wundervolle wirtschaftliche Lage mit steigenden Exporten und so weiter. Und auch die Medien berichten davon, dass alles immer besser wird und der Aufschwung sich immer mehr durchsetzt. Das ist dann die offizielle und offiziell gültige Meinung. Alle, die dagegen sprechen werden mundtot gemacht und verleumdet.

Wenn der Chef sagt „Wir wollen jetzt alle fröhlich sein und mit Elan an die Arbeit gehen!“ – dann ist das so.

Leider besteht das Problem ja nicht nur aus der verzerrten Wahrnehmung der Autoritäten mit ihren realitätsfernen, ideologischen Botschaften. Viel schlimmer ist die Obrigkeitsgläubigkeit der vielen Menschen.

„Wenn mein Chef, mein Priester, mein Guru, mein Kanzler, der Experte, der Doktor, der Wissenschaftler das sagt, dann ist das so.“

„Wofür soll ich mir noch eine eigene Meinung bilden?“

Ja, wofür, wenn man schon alles vorgekaut serviert bekommt.

Auch wenn Sie von Ihrem Glauben, von Ihrem Weltbild vollkommen überzeugt sind, – schauen Sie ab und an auch mal über Ihren Tellerrand und versuchen Sie andere Vorstellungen zu verstehen. Oft helfen Sie das eigene Weltbild zu vervollkommnen oder Sie merken, dass es doch mehr Ähnlichkeiten als Unterschiede gibt. Finden Sie für sich selbst Ihre eigene individuelle Wahrheit und gönnen Sie sich die Freiheit zu wachsen, sich zu verändern und zu entwickeln. Das ganze Leben ist ein einziger Wachstumsprozess.

Machen Sie das Beste aus Ihrem Leben und gehen Sie Ihren ganz eigenen, persönlichen Weg, so wie es sich für Sie richtig und gut anfühlt. Folgen Sie Ihrer Intuition, Ihrem Bauchgefühl. Fragen Sie nach der Wirklichkeit und nicht nach Ideologien und Dogmen. Nur so verlassen Sie den goldenen Käfig und finden schließlich Freiheit und Selbstbestimmung, – und damit Glück und Zufriedenheit.

Und denken Sie daran – alle (Autoritäten) wollen stets nur das Beste – in der Regel Ihre Gefolgschaft, Ihr Geld, Ihre Arbeitskraft und Ihre Steuern.

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Das Stress-Vulnerabilitäts-Modell im Licht der Reinkarnationstherapie

In der Psychotherapie versucht das Stress-Vulnerabilitäts-Modell zu erklären, warum Menschen bei gleicher Stressbelastung schneller psychopathologische Symptome zeigen als andere. Das Modell besagt, dass neben den Stressoren, dem Stressfaktor, auch die persönliche, individuelle Vulnerabilität eine wichtige Rolle spielt. Mit Vulnerabilität ist die seelische Verletzbarkeit einer Person gemeint.

Wie jeder weiß, gibt es Menschen mit einer „dicken Haut“, an der alle möglichen Belastungen „abprallen“, d. h. sie werden leichter und besser mit Stress fertig, können sich auch schneller regenerieren. Sie sind in gewisser Weise widerstandsfähiger gegenüber Belastungen. Demgegenüber gibt es Menschen mit „dünner Haut“, die leicht anfällig sind für verschiedene, stressbedingte Symptome und Reaktionen. Sie haben eine höhere Vulnerabilität. Dann gibt es noch Menschen, die extrem widerstandsfähig gegenüber sehr extremen Belastungen sind, – z. B. Mitglieder von Spezialeinheiten, aber auch Chirurgen, die unter höchstem Druck feinste Arbeit leisten müssen.

Die Widerstandfähigkeit ist einerseits eine Angelegenheit der eigenen Gesundheit, dann auch der eigenen Fitness und der Erfahrung. D. h. je gesünder, fitter Sie sind und je öfter Sie erfolgreich stressige, belastende Situationen gemeistert haben, desto besser können Sie allgemein mit Belastungen umgehen, – desto höher ist Ihre Widerstandskraft. Natürlich bildet ein Faktor auch die Vererbung, sowie das Modelllernen in der Kindheit, die Gesellschaft, etc. Psychopathen zeigen übrigens in der Regel auch eine besonders hohe Belastbarkeit in Stresssituationen.

Davon abgesehen, kennt bestimmt jeder Äußerungen wie „Mir schlägt Stress schnell auf den Magen oder ich krieg da Verdauungsstörungen oder bei Stress bekomm ich direkt Tinnitus oder einen dicken Hals oder Ausschlag, etc….“ Die Symptome sind recht vielfältiger Natur und oft sehr individuell. So kann man dann sagen, dass die individuelle Vulnerabilität sich in einer bestimmten Körperregion oder Körperfunktion oder einer besonderen Symptomatik zeigt.

Nun kann man sich fragen „Warum reagieren die Menschen so unterschiedlich?“ Es sind ja nicht nur psychische Stresssymptome, sondern die Vulnerabilität betrifft auch körperliche Erkrankungen. Das kennt auch jeder. Der eine hat ständig Probleme mit der Nase, der nächste mit den Ohren, ein anderer mit dem Rücken und so weiter…

Bei einer normalen Gesundheit, wo alle Organe einwandfrei funktionieren, sollte es diese Probleme eigentlich in der Form nicht geben und doch existieren sie. Warum ist offensichtlich die Vulnerabilität bei dem einen auf Nase und Rachenraum beschränkt und beim anderen ausschließlich auf den Magen?

An sich sagt das Stress-Vulnerabilitäts-Modell schon aus, dass je öfter ein Bereich gesundheitlichen Schaden erleidet bzw. Symptome zeigt, auch entsprechend die Vulnerabilität in diesem Bereich steigt. So können sich dort in Zukunft leichter Symptome oder Probleme zeigen als in anderen Bereichen. Das ist auch gut nachvollziehbar und logisch. Wenn ein Boxer immer wieder Schläge an den Kopf bekommt, dann zeigt der Kopf eine höhere Verletzbarkeit, eine höhere Vulnerabilität als andere Körperteile.

Und nun kommen wir zu dem interessanten und spannenden Teil. Nehmen wir einmal an, Sie haben Probleme mit Ihrer Lunge. Irgendwie schwächelt sie. In der Tat ist die Lunge der Bereich bei Ihnen, der einer höheren Vulnerabilität unterliegt. Wenn Sie Stress haben oder krank sind, dann ist oft Ihre Lunge betroffen, – Sie haben Atemschwierigkeiten, kriegen leicht Husten, Grippe, Halsschmerzen, etc. Nichts hilft. In der Jugend hatten Sie schon eine schwere Lungenentzündung, was die ganze Problematik noch verstärkt.

Rein zufällig kommen Sie in die Hypnosetherapie oder vielleicht auch direkt in die Reinkarnationstherapie. Wie dem auch sei, das Problem mit der Lunge sprechen Sie an und Ihr Therapeut beschließt mit Ihnen zusammen der Sache auf den Grund zu gehen.

In der Sitzung gehen Sie zurück, wo das Problem mit der Lunge zum ersten Mal aufgetreten. Beispielsweise nehmen Sie wahr, dass Sie auf einem Pferd sitzen und schwere Kleidung tragen, eine Art Rüstung. Offensichtlich sind Sie ein Ritter oder Soldat auf einem Schlachtfeld. Die Schlacht neigt sich dem Ende zu und da kommt ein gegnerischer Soldat auf Sie zugeritten. Es kommt zum Kampf. Der Gegner zückt seinen Dolch und sticht Ihnen in den Hals, direkt unter dem Kehlkopf, die einzige Stelle, wo Ihr Kettenhemd Sie nicht schützen kann. Sie fühlen wie das Blut in Ihre Lunge strömt und Sie daran ersticken.

Das ist der erste Baustein, die erste Ursache für die heutige Vulnerabilität im Bereich Lunge, Hals. Sie erkennen ganz klar, dass Ihre Schluckbeschwerden und die häufigen Halsschmerzen genau der Stelle entsprechen, wo der Dolch in Ihren Hals eingedrungen ist.

In einer weiteren Sitzung nehmen Sie wahr, dass Sie mit hohem Fieber und einer schweren Lungenentzündung auf dem Bett liegen. Ihr Tod steht nahe bevor. Nichts kann Sie mehr retten, weil zu der Zeit noch keine Fieber senkenden Medikamente zur Verfügung standen. Die Medizin war noch nicht weit entwickelt. Ein Priester spricht die letzten Worte bevor Sie am Fieber sterben.

Das ist der zweite Baustein, die zweite Ursache für die heutige Vulnerabilität.

In einer dritten Sitzung sehen Sie sich in einer Scheune. Plötzlich fängt das Heu an zu brennen. Irgendwer muss es angezündet haben. Das Tor ist geschlossen. Die Luft wird immer stickiger. Der beißende Rauch erfüllt Ihre Lunge und Sie ersticken.

Das ist der dritte Baustein, die dritte Ursache für die heutige Vulnerabilität.

Zusätzlich hatten Sie auch in dieser Inkarnation schon eine Lungenentzündung. So erklärt sich die Vulnerabilität im Licht der Rückführungstherapie.

Die Schäden, die an Hals und Lunge in den einzelnen Inkarnationen entstanden sind, prägen sich als eine Art energetisches Gedächtnis ein, – u- a. auch in Form von Angst vor Feuer, Rauch und Messern/Dolchen, was dann gewisse Phobien erklärt.

Die energetische Prägung hat wiederum Einfluss auf die physische Gesundheit, – auch über Inkarnationen hinweg. Es sind die „seeds of karma“ wie man auch sagt.

Im besten Fall kann nun der Therapeut diese negative psychisch-energetische Prägung auflösen und ausheilen und so die Vulnerabilität wieder auf ein Normalmaß zurücksetzen. Der Klient selbst erfährt ein tiefes Verständnis für die Problematik – einen tiefen Bewusstwerdungsprozess, was für einen positiven Umgang mit vormals negativ besetzten Situationen sorgt. So verschwindet z. B. die Angst vor Rauch und Feuer  und ein neutraler bis positiver Umgang ist jetzt möglich. Rauch und Feuer lösen jetzt keine Stressreaktion mehr aus.

Diese Resultate sind einerseits sehr heilsam und gut für den Klienten und andererseits äußerst interessant, da sie einen Einblick in die menschliche Natur vermitteln, – in die Gesetzmäßigkeiten unserer Existenz.

Es sei noch gesagt, dass jeder Klient ganz klar zwischen einer imaginären Traumwelt und einer erlebten Realität aus einer anderen Zeit unterscheiden kann.

Die Kombination von uraltem, spirituellen Wissen und aktuellen Forschungen kann sehr viel Licht in scheinbar unerklärliche Phänomene bringen. Nur ideologische Wahrnehmungsfilter können empirische Forschung und Fortschritt behindern.

Manchmal macht es mehr Sinn eine Meinung oder ein Weltbild zu opfern als noch länger zu leiden.

Machen Sie sich schlau, ergründen Sie alle positiven Möglichkeiten stets das Beste aus Ihrem Leben machen zu können.

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Das ist mir aber peinlich!

Im Leben gibt es viele Peinlichkeiten. Es kann einem selbst und anderen so viel Peinliches passieren. In der Regel sind peinliche Gegebenheiten ganz natürlich und sie können jedem geschehen. Der Haken dabei ist, dass Peinlichkeiten mit dem eigenen, perfekten Selbstbild oder dem Bild von anderen nicht übereinstimmen. „Das hätte ich jetzt aber von XY nicht gedacht!“ oder „Wie sehe ich denn aus? Hilfe! Was sollen die Leute denn von mir denken?!“ usw. Der Witz bei der Sache ist der, dass es oft Kleinigkeiten sind, – Sachen über die man auch souverän lachen kann oder zumindest ein Lächeln zeigen kann. Wem ist nicht schon mal das Eis auf das Hemd getropft? Wer hatte nicht schon mal Suppe im Bart, abgesehen von Frauen? Oder wer hat nicht schon mal ein Bäuerchen gemacht, weil zu viel Luft im Bauch war? Das sind scheinbar alles ganz schreckliche Dinge, die gegen den eigenen Perfektionismus verstoßen. Es sind Dinge, die die Welt aus den Angeln heben, die den Weltuntergang heraufbeschwören. Aber all das ist eine Haltungsfrage. Tatsächlich kommt weder ein Blitz von oben, noch tut sich die Erde auf und man wird von der Hölle verschlungen. Es gibt in der Regel auch nicht wirklich jemanden, der so schockiert ist, dass er Wiederbelebungsmaßnahmen benötigt. Je entspannter man mit kleinen Peinlichkeiten umgehen kann, desto besser und oft merkt es noch nicht einmal die Gesellschaft, in der man sich gerade befindet und wenn doch, dann kann man mal kurz einen Scherz darüber machen und die Sache ist gegessen.

Ein bisschen mehr Leichtigkeit im Leben tut uns allen gut. Ein bisschen mehr Humor, ein bisschen mehr Gelassenheit und ein bisschen mehr über den Dingen stehen, – all das macht das Leben angenehmer und das Miteinander einfacher.

Denken Sie einfach mal an die Kinder. Kinder haben immer viel Spaß, machen allerlei Unsinn und wenn Kindern mal etwas „Peinliches“ passiert, dann wird noch mehr gelacht und es geht lustig weiter. Selbst Erwachsene können dann darüber lachen.

Dann gibt es noch Peinlichkeiten, die uns und anderen das Leben schwer machen. Da ist es äußerst unangenehm die Betroffenen auf etwas Peinliches aufmerksam zu machen, – man hat schlichtweg Angst vor der Reaktion und so werden negative Umstände einfach ignoriert bis irgendwann das Fass überläuft und echte Probleme scheinbar plötzlich auftauchen oder der Berg unterm Teppich als Vulkan ausbricht.

Stellen Sie sich einmal vor, Sie gehen mit einer Freundin draußen spazieren. Ihre Freundin latscht mit ihren neuen Schuhen in einen großen Hundehaufen und merkt es nicht. Nur Sie haben es gesehen. Da Sie genau wissen, dass Ihre Freundin einen Anfall bekommt, wenn sie sieht, dass ihre neuen Schuhe ruiniert sind, sagen Sie lieber nichts. Im Prinzip warten Sie lieber auf ein mittleres Wunder, wo die Schuhe sich von selbst reinigen und alles wieder in bester Ordnung ist. Doch dieses Wunder geschieht nicht. So gehen Sie noch eine Weile spazieren und kommen dann an der Wohnung Ihrer Freundin an. Sie gehen zusammen rein und der Schmutz verteilt sich überall. Am Ende ist der Tobsuchtsanfall noch größer als wenn Sie frühzeitig etwas gesagt hätten.

Sie sind im Sportverein und ein Mitglied riecht immer sehr streng. Nun ertragen Sie den Geruch schon mehrere Wochen und gehen dem Betroffenen immer aus dem Weg. Auch andere Mitglieder meiden ihn, sagen aber nichts. Alle denken „Das muss er doch selber merken!“ Nur, er tut es nicht. Und allen ist es peinlich ihn auf den strengen Geruch anzusprechen. So wird es wohl noch die nächsten Wochen weitergehen, bis einem der Kragen platzt, – der emotionale Vulkan hochgeht und ausbricht. Dann gibt es echte Probleme.

Jemand kommt in die Praxis und beschwert sich, dass alle ihn mobben. Nun denkt jeder sofort „Der arme Mann, – ein Mobbing Opfer von vielen heutzutage. Die Welt ist so gemein und schlecht.“ Bei genauerer Analyse der Hintergründe kommt dann heraus, dass das Opfer eine oder mehrere schlechte Angewohnheiten hat, die für die Kollegen eine tägliche Qual darstellen und der eigentliche Grund für das „Mobbing“ sind. Dummerweise hat nie auch nur ein einzelner Kollege gesagt, was denn das Problem ist. So leiden alle still und auch die Firma leidet unter der schlechten Teamarbeit. Nun könnte der Coach auch sagen „Ja, es tut mir unendlich leid. Ihre Kollegen sind böse, suchen Sie sich doch einfach eine andere Firma.“ und das Problem wäre dank Vermeidungsverhalten zumindest für den Coach gelöst. Ein guter Coach wie auch ein guter Freund wird aber nie den leichten Weg gehen, sondern den Betroffenen behutsam auf die Umstände aufmerksam machen. Sobald dem Betroffenen klar ist, was der eigentliche Auslöser für seine Probleme ist, kann er an positiven Veränderungen mit seinem Coach arbeiten. Das ist dann eine langfristige, positive Lösung der Problematik. Sie mag zwar anfangs unangenehm sein, aber sie ist die einzig sinnvolle Lösung.

Jemand schmatzt beim Essen, hat irgendeine seltsame Angewohnheit oder sonst irgendetwas ist nicht so, wie es sein sollte. Egal was es ist, es ist auffällig, stört oder macht einen schlechten Eindruck oder ist unangenehm. Dann ist es in der Regel peinlich den Betroffenen darauf anzusprechen, weil man einmal denkt, es müsste es selbst merken und andererseits, weil man Angst vor einer negativen Reaktion hat. Oft zeigen wir dann das sogenannte Vermeidungsverhalten, – wir ignorieren einfach alles und hoffen, dass irgendein Wunder geschieht. Leider passiert oft kein Wunder und die Betroffenen kommen selber nicht auf die Idee, dass irgendetwas nicht stimmt. Für den Betroffenen ist dieses Vermeidungsverhalten gar nicht gut und auch seine Umwelt leidet weiter. Die negativen Emotionen und das künstliche Verhalten, das Ignorieren der Problematik verstärken sich immer mehr, bis die Spannung ihren Höhepunkt erreicht hat und die sprichwörtliche Bombe platzt. Im Vergleich zur echten Problematik ist dann das Donnerwetter vollkommen überzogen und zieht oft schwere Schäden oder weitere Probleme nach sich.

Nun, was können wir besser oder anders machen?

Zuerst ist es gut sich in den Betroffenen hineinzudenken und zu überlegen, welche Gründe es denn für das Problem geben könnte. Im Beispiel Sportverein kann es sein, dass der Betroffene Probleme mit der Nase hat und kaum etwas riechen kann, so dass er seinen eigenen, strengen Geruch gar nicht wahrnimmt. Vielleicht ist er aber auch an solche Gerüche gewöhnt und sieht keine Belästigung für andere darin. Wie dem auch sei, nun kommt der zweite Schritt – sich darüber bewusst werden, dass je früher eine Veränderung passiert, desto besser ist es für alle. Und im dritten Schritt kann man sich überlegen, wie man auf positive Art und Weise den Betroffenen von dem Problem in Kenntnis setzt. Je einfacher und netter man das macht, desto leichter und besser wird die Information aufgenommen. Alle können so ihr Gesicht wahren, ohne, dass jemand leiden muss oder dass es zu Auseinandersetzungen und Beleidigungen kommt.

In diesem Sinn, – verlassen Sie ab und an Ihre Komfortzone, wagen Sie etwas und nur dann können letztendlich alle gewinnen. Ansonsten müssen alle weiterleiden bis es für eine positive Lösung der Angelegenheit zu spät ist.

Machen Sie immer das Beste aus Ihrem Leben! Auch wenn es mal ein bisschen peinlich ist.

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Fluchtversuche aus der Burnout Falle

Stellen Sie sich einmal vor, Sie haben einen Job, der nur aus Überstunden besteht, wo Sie sich vorkommen, wie ein Marathonläufer, der einen Marathon nach dem anderen laufen muss, ohne je eine echte Pause zum Regenerieren zu bekommen. Und diese endlosen Marathonläufe reichen nicht, sondern Sie müssen auch noch 100 m Sprints hinlegen, zwischendurch und natürlich alles in Bestzeit.

Bei den Betriebsversammlungen erzählt Ihr Chef dann noch etwas von Rennpferden und lahmen Gäulen, wobei er darauf anspielt, dass aus seinen lahmen Gäulen doch endlich echte Rennpferde werden sollten, weil die Firma doch endlich mehr Aufträge und mehr Gewinne machen müsse. Kurzum, Sie arbeiten sich tot und werden noch als lahmer Gaul bezeichnet.

Dabei wissen alle außer dem Chef, dass ganz einfach mehr Mitarbeiter eingestellt werden müssen, um die alten zu entlasten und insgesamt für eine bessere Performance zu sorgen. Denn nur mehr Mitarbeiter können mehr Projekte in einer angemessenen Zeit und einer guten Qualität schaffen.

Doch der Chef ist „sparsam“ und versteht diese Zusammenhänge nicht. Er will immer mehr Leistung aus seinen Mitarbeitern herauspressen, damit er sparen und seine Gewinne weiter maximieren kann.

Als Lichtgestalt schwebt der Chef über allen Dingen und die Bedürfnisse oder Vorschläge seiner Mitarbeiter ignoriert er beharrlich. Er ist ja schon genug damit beschäftigt, sich um die wirklich wichtigen Dinge im Leben zu kümmern, – seine teuren Hobbies, seine Yacht und seinen Weinberg. Seine Angestellten sollen eben nicht so viel jammern, sondern lieber dranklotzen, wofür bezahlt er sie schließlich?!

Als guter Mitarbeiter haben Sie ja Verständnis für die Situation vom Chef und verstehen sein Gejammer über die angeblich ständig sinkenden Unternehmensgewinne und die ständig steigenden Kosten.

Aber irgendwie sind Sie auch nicht mehr der Jüngste und die täglichen Überstunden und das Chaos im Betrieb machen Ihnen schwer zu schaffen.

Was ist ein Leben, was nur aus Arbeit besteht? Wie lebt man ohne Freizeit? Wie lebt man ohne Ausgleich? Wie soll man sich ein Leben, eine Partnerschaft, eine Familie aufbauen, wenn man keine Zeit hat? Wenn das Wochenende nur der reinen Erholung dient, aber für etwas anderes keine Energie übrig bleibt? Wie viele Wochen, Monate, Jahre, Jahrzehnte kann das noch so weitergehen? Welche Alternativen gibt es? Wie soll man damit fertig werden? Was bleibt einem noch vom Leben?

Vielleicht haben Sie den Willen weiterhin Höchstleistungen in Ihrem Job zu bringen. Aber wie lange können Sie es noch? Vielleicht spüren Sie schon lange diese Gefühle von Erschöpfung, Frust, vielleicht von Aggressionen, von Aussichtslosigkeit, Hoffnungslosigkeit. Und wie gehen Sie damit um?

Tatsächlich suchen viele Menschen verzweifelt nach „Heilmitteln“, nach Auswegen, nach Betäubung, nach Möglichkeiten der Entspannung, irgendwie Freude und Spaß zu haben. Oder sie denken an einen Langzeiturlaub aus dem sie nicht mehr zurückkommen. Und manche träumen auch vom ewigen Frieden, einfach diese Welt hinter sich zu lassen.

So ist es kein Wunder, wenn Menschen kurz vorm Burnout anfangen Alkohol zu trinken, vielleicht Drogen zu nehmen oder sich spezielle Medikamente verschreiben zu lassen, so dass sie den alltäglichen Stress irgendwie bewältigen können.

Manche träumen auch vom erlösenden Herzinfarkt oder versuchen bewusst sich eine Grippe einzuhandeln, um wenigstens ein paar Tage mit Krankenschein dem Wahnsinn entkommen zu können.

Das Unterbewusstsein startet regelrecht eine Suche nach Fluchtmöglichkeiten und alle möglichen Gedanken werden durchgespielt, ohne dass es einem wirklich bewusst ist. Vielleicht äußerst sich der unerträgliche Stress auch schon in körperlichen Symptomen, in Bauchschmerzen, Migräneanfällen, Schlaflosigkeit, körperlichen Schmerzen, etc. Und dann kommt die Wahrnehmung ganz automatisch „Da melden sich gerade wieder meine Magengeschwüre, die platzen bestimmt bald und dann ist es zu Ende.“ Oder: „Ich habe wieder diese Herzschmerzen, bestimmt krieg ich gleich einen Herzinfarkt.“ Oder: „Meine Migräne blockiert heute wieder alles – ich kann nichts tun.“

Es ist die unterbewusste Hoffnung auf Erlösung aus der unerträglichen Situation. Endlich zusammenbrechen dürfen und offiziell eine „Entschuldigung“ bekommen – „Es war sein Herz! Er muss sich nun schonen….“

Viele unserer Krankheitsfälle kommen so zustande. Sie zeigen sich als Fluchtversuche, gesteuert vom Unterbewusstsein, in scheinbar ausweglosen Situationen.

Ein schlimmer Punkt dabei ist, dass sich solche Rettungsversuche steigern können, sich zwangsläufig steigern, bis das Ziel einer Pause erreicht ist. Wenn es z. B. mit einer Grippe nicht geklappt hat, dann kann es sein, dass der Betroffene auf einer anderen Art und Weise im Krankenhaus landet, so dass er ein paar Wochen Ruhe findet, vielleicht durch einen Unfall oder irgendetwas, was das Unterbewusstsein herbeigeführt hat, um die Pause zu erzwingen, inklusive offizieller „Entschuldigung“.

Bevor es soweit kommt, werden Sie sich bitte über diese unbewussten Prozesse vollkommen bewusst. Nehmen Sie professionelle Hilfe in Anspruch und wechseln Sie lieber den Job als sich unterbewusst etwas anzutun. Gestehen Sie sich ein, wenn Sie nicht mehr können, wenn alles zu viel ist und konsultieren Sie Ihren Arzt, Heilpraktiker und natürlich einen Spezialisten für Erschöpfung, für Burnout. Holen Sie sich von allen Seiten all die Unterstützung, die Sie brauchen, um wieder auf die Beine zu kommen.

Das Leben geht weiter – auch wenn Sie kein überlastetes Hochleistungs-Rennpferd im Stall Ihrer Firma mehr sind.

Denken Sie einmal darüber nach und denken Sie auch darüber nach, ob Ausnutzung ein Zeichen von Respekt und Wertschätzung ist oder ob man seine Mitarbeiter vielleicht auch anders, besser behandeln kann.

Ein guter Chef wird seine Mitarbeiter nie ausnutzen, sondern dafür sorgen, dass sie ein möglichst ausgewogenes Leben führen, denn nur dann können sie auch die Leistung bringen, die eine Firma wirklich erfolgreich macht.

Nur ein zufriedener, glücklicher Mitarbeiter ist ein guter Mitarbeiter. Darüber sollten insbesondere die Chefs mal nachdenken. Ich empfehle auch allen Führungskräften dringend Weiterbildung im Management, Projektmanagement und in der psychologisch richtigen Mitarbeiterführung. Die sogenannte „Praxiserfahrung“ und ein bißchen NLP helfen hier nicht. Was als Praxiserfahrung bezeichnet wird, ist nur das gelernte Chaos von den Vorgängern, die auch nicht Management studiert haben. So wird die Unfähigkeit von Generation zu Generation weitergegeben und echte Weiterbildung bewusst vermieden, weil sie ja nur Geld kostet und nur „theoretisch“ ist und eh nichts bringt.

Kein Wunder, dass wir solche Zustände überall haben und die Leute mehr und mehr unter dem Wahnsinn leiden müssen.

Wer wundert sich da noch über, die vielen gesundheitlichen Probleme, die vielen psychischen Störungen und die hohen Krankenkassenbeiträge.

Machen Sie das Beste aus Ihrem Leben! Holen Sie sich Hilfe und Unterstützung – frühzeitig!

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