Beiträge getaggt mit Antidepressiva

Überlastet, ausgebrannt und ver…scht!

Wahrscheinlich haben Sie auch schon etwas über den Stressreport 2012 gelesen oder gehört. 43% der Berufstätigen klagen über stetig wachsenden Stress. Und – oh Wunder – wir in Deutschland sind Spitzenreiter bei Termin- und Leistungsdruck in den 27 EU-Ländern. Jeder zweite fühlt sich durch Telefonate und Emails in seiner Arbeit (Konzentration) gestört. 60% vertragen Multitasking nicht. 26% machen keine Pausen mehr, wofür auch, wenn man die Zeit effektiver nutzen kann. Viele machen auch Überstunden, selbst am Wochenende und an Feiertagen. Chefs sind auch sehr belastet und haben dann Probleme mit einer guten Personalführung.

Das sind alles ganz erstaunliche Erkenntnisse. Und wen wundert es dann, dass immer mehr Menschen krank werden, dass psychische Erkrankungen ständig zunehmen. Auch dazu noch ein paar Zahlen: In den letzen 15 Jahren ist die Zahl der Arbeitsausfälle aufgrund psychischer Erkrankungen um 80% gestiegen. Das waren fast 60 Millionen Krankheitstage allein 2011.

Was meinen Sie? Sollte man sich da Gedanken machen? Könnte da irgendwo irgend etwas vielleicht nicht stimmen?

Was machen nun viele, überlastete Berufstätige? Sie entwickeln ungesunde Copingstrategien – viel Kaffee, viel Nikotin, viel Alkohol, viel Essen, viele Süßigkeiten und vielleicht auch Schmerztabletten, Schlaftabletten, Beruhigungstabletten und in den besseren Kreisen Kokain, etc. Ja, irgendwie muss man sich zu mehr Leistung pushen, muss man den Druck kompensieren, muss man wieder runterkommen. Das geht dann so lange, bis man zusammenbricht.

Und was sind die Symptome?

  • Konzentrationsprobleme
  • Unruhe, ständige Anspannung
  • Schlafstörungen
  • innere Leere
  • das Leben erscheint sinnlos
  • die Lebensfreude fehlt
  • man funktioniert nur noch (wie eine Maschine)
  • man kann sich selbst über positve Dinge nicht mehr freuen
  • Ängste zu versagen
  • selbst nachts denkt man noch an seine Arbeit
  • Entspannung ist nicht mehr möglich
  • Körperliche Probleme (Rücken, Durchblutung, etc.)
  • Weinkrämpfe
  • Nervenzusammenbrüche
  • sozialer Rückzug
  • gestörtes Essverhalten
  • kaputte Partnerschaft, Verlust von Freunden
  • Suizidgedanken
  • totale Erschöpfung

Das sind doch keine ernsten Probleme oder? Was meinen Sie? Alles halb so schlimm! Zumindest von offizieller Seite. Es ist ja nur ganz normaler Stress, mit dem jeder prinzipiell gut umgehen kann. Entsprechend sind auch die Empfehlungen: Einfach mal abschalten, Pause machen. Auf Nikotin, Alkohol und Tabletten verzichten. Sich lieber gesund ernähren und Sport treiben, mal wieder mit Freunden ausgehen. Und ganz wichtig – einfach mal lernen sich gut zu organisieren, auch mal mit den Kollegen sprechen. Geht doch oder?

Da kann ich nur sagen: Danke! Danke für diese wunderbaren Empfehlungen! Im Namen aller Berufstätigen danke ich den Krankenkassen und allen anderen Vertretern des öffentlichen Lebens für diese aufmunternden und erleuchtenden Empfehlungen. Mittlerweile 15 Jahre quälen sich die Berufstätigen mit Stress und Überlastung und dabei ist die Lösung doch so einfach! Nochmals danke!

Mich wundert es ehrlich gesagt, dass kein Human Resources Verwalter von offizieller Seite vorschlägt einfach die Leistungsfähigkeit an die Notwendigkeiten der heutigen Zeit anzupassen. Es wäre doch so einfach an alle Berufstätigen hilfreiche Psychopharmaka zu verteilen, Amphetamine zur Leistungssteigerung morgens, Benzodiazepine zur Entspannung am Abend und Antidepressiva gegen schlechte Stimmung. Wäre dies nicht der Idealzustand? Auch für unsere Kinder, für Schüler und Studenten? So könnten wir selbst weiter aufsteigen – zur Ultra-Hochleistungsgesellschaft! Ein wunderbarer Gedanke!

Betrachten wir die Situation einmal realistisch. Eine Verharmlosung oder „Verniedlichung“ von unhaltbaren Zuständen von offzieller Seite, stellt eigentlich schon eine Beleidigung der Betroffenen dar. Außerdem werden weder Symptome durch die phantastischen Empfehlungen gelindert, noch Probleme ursächlich gelöst.

Das Problem ist nämlich nicht der Berufstätige, der einfach mal seine Leistung „optimieren“ oder „steigern“ soll, sondern es sind die Arbeitsbedingungen heutzutage. Der Wahn der bedingungslosen Gewinnmaximierung hat dazu geführt, dass immer mehr Arbeit von immer weniger Leuten in immer weniger Zeit geschafft werden muss. Es ist mangelhafte Einsatz an genügend Arbeitskräften, der hauptsächlich zu der ganzen Problematik führt. Wenn es nur noch um eine blinde Gewinnmaximierung ohne Rücksicht auf die vielen anderen Faktoren geht, ja dann kann man auch nichts anderes als Überlastung und den alltäglichen Wahnsinn im Job erwarten.

Die Gesellschaft ist wirklich schon vom Wahn befallen, – die Gier nach mehr und noch mehr, nach noch schneller, noch besser bei gleichzeitigem Einsparen von Arbeitskraft, von Investitionen, ist zwangsläufig destruktiv mit weitläufigen Konsequenzen. Vom Wahnsinn geplagt, schaufeln wir unser eigenes Grab.

Wir erfahren heutzutage eine schlimme Verkehrung, Perversion von Werten. Das, was durch alle Zeiten den Wert des Lebens ausgemacht hat, ist heutzutage in der Bedeutungslosigkeit verschwunden. Dafür haben wir jetzt Ideale, vor denen uns weise Menschen schon immer gewarnt hatten. Die Gier ist schließlich keine neue Erfindung, sondern ein Übel, was schon immer existiert hat. Gier gepaart mit Rücksichtslosigkeit, mit Egoismus führt zur Ausbeutung, zu Elend. Das war schon immer so und hat schon immer zu einem gewissen Untergang von Gesellschaft und Kultur geführt.

Ich kann nur sagen: Nehmen Sie die Symptome von Überlastung ernst! Je früher, desto besser! Behandeln Sie sich nicht selbst mit Nikotin, Alkohol oder Medikamenten. Suchen Sie frühzeitig Spezialisten auf, die Ihnen professionell helfen. Stören Sie sich nicht an Begriffen wie „psychische Störung, psychische Erkrankung, Psychotherapie, Psychiater oder Psychopharmaka“. Es geht um Ihre Gesundheit und keiner hält sie für umgangssprachlich „bekloppt“, wenn Sie professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, im Gegenteil, es ist das intelligenteste, was Sie machen können. Psychopharmaka haben ihre Berechtigung, machen auch nicht alle gleich abhängig, sondern ganz im Gegenteil, Psychopharmaka helfen die Störung oder Erkrankung zeitlich zu verkürzen und sie verbessern ganz erheblich die Behandlungserfolge. Stören Sie sich also nicht an den Gespenstergeschichten, an den Halbwahrheiten oder Vorurteilen, sondern lassen Sie sich beraten, informieren Sie sich und lassen Sie sich professionell helfen.

Nur so können Sie das Beste aus Ihrem Leben machen!

Und vielleicht erleben wir auch noch die Zeit, wo die Gesellschaft wieder zu den wahren Werten im Leben zurück kehrt, wo der Wahnsinn ein Ende findet. Es liegt an uns allen positive Veränderungen herbeizuführen.

 

 

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Herr der Ringe und der Hobbit – warum begeistern uns diese Filme so?

Warum ist die Geschichte um Frodo, Bilbo und all die anderen Gestalten so faszinierend? Warum gehen Massen von Menschen in diese Filme?

Lassen Sie uns einmal bewusst darüber nachdenken.

Im Prinzip kann man es auf einen ganz einfachen Nenner bringen: Die Filme zeigen uns eine Welt, die so unendlich viel reicher, lebendiger und interessanter ist als unsere eigene. In der Tat sind wir im Vergleich nur noch leblose, langweilige Schatten unserer selbst. Tag ein Tag aus folgen wir immer derselben Routine und wundern uns, dass wir irgendwann alt geworden sind und das Leben schon fast vorbei ist. Dann fragen wir uns – wo ist das Leben geblieben und wo waren wir? Haben wir wirklich gelebt? Und wenn ja, für was haben wir gelebt? Haben Sie sich auch schon mal gefragt, wofür Sie überhaupt leben? Geboren für das Hamsterrad? Wo ist das Abenteuer? Wo sind die Herausforderungen, die es gilt zu meistern? Und wo ist der Lohn für unsere Mühen? Der Schatz? Und wo sind die Ideale für die man kämpft?

Im Prinzip braucht man nur die ersten Minuten der Filme sehen und einem fällt direkt auf, was wir hier schwer vermissen. Da kommt der gute Gandalf einen Feldweg entlang. Die Landschaft ist phantastisch, – der Reichtum und die Schönheit der Natur fallen direkt ins Auge und ein tiefer Seufzer entfleucht dem einen oder anderen Kinobesucher. Wo haben Sie das letzte Mal eine derart schöne, gesunde Natur gesehen? Frei von Umweltgiften, frei von Zerstörung und menschlicher „Kultivierung“? Die Luft ist frisch und gesund und man kann bedenkenlos aus jedem Bach frisches, klares Wasser trinken. Es ist der reinste Kurort! Und nicht nur das fällt auf, nein, die begleitende Musik und der entspannte Gesichtsausdruck von Gandalf und den Hobbits zeigen, dass das Wort Stress in dieser Welt nicht existiert. Die Menschen, Hobbits und Elben leben ihr Leben. Sie folgen dem Rhythmus der Natur und leben in vollkommener Harmonie mit sich selbst und allem anderen. Das Burnout-Syndrom hat sie noch nicht erfasst. Auch von Psychopharmaka, Antidepressiva und Beruhigungspillen haben sie noch nie gehört. Alles ist in Ordnung, alles ist in Harmonie und alle erfreuen sich des Lebens. Da ist einfach kein Platz für Depressionen, für ein ausgiebiges Erschöpfungssyndrom oder ähnliches. Die Hobbits essen, trinken und feiern lieber und trotzdem schaffen sie ihre Arbeit. Leben und leben lassen. Im Film da geht das, da funktioniert es. Wir haben dafür die Leistungsgesellschaft oder besser Hochleistungsgesellschaft erfunden. Und unser höchstes Glück und Streben dient dem bestmöglichen Platz im Hamsterrad zu bekommen. Denn Konsum ist alles! Geld ist alles! Oder etwa doch nicht? Wie wäre es denn, wenn wir einfach in einer Gesellschaft leben würden, ohne „Leistung-„? Vielleicht in einer humanen Gesellschaft? In einer werteorientierten Gesellschaft? Da wären wir recht nah am Film. Stellen Sie sich das einmal vor – Sie könnten einfach Mensch sein! Unglaublich, nicht wahr? Vielleicht sogar beängstigend, denn wer weiß, was dann passieren könnte, wenn das Hamsterrad mal nicht auf Hochtouren läuft. Weltuntergang? Frieden? Ein erstes Durchatmen? Sich selber wieder fühlen? Leben? Ja, vielleicht würden wir dann wie die Hobbits erstmal ein schönes Fest feiern, essen, trinken, singen, tanzen und uns des Lebens erfreuen. Vielleicht würden wir dann diese tiefe Einheit mit allem, mit der Natur wieder fühlen, – das wieder gewinnen, was uns vor langer Zeit abhanden gekommen ist. Wieder in Ordnung sein,-  wie vor dem Fall. Ein Teil der Natur und nicht ihr Widersacher. Das wäre doch überlegenswert.

Schauen wir uns einmal an, wie es im Film weitergeht. Der gute Gandalf kommt ins Dorf der Hobbits und sorgt für Aufregung, – etwas ist passiert und das große Abenteuer kann beginnen. Wann haben Sie Ihr letztes Abenteuer erlebt? Noch nie? Schon lange her? Abenteuer sind die Würze des Lebens. Es ist das Unbekannte, was auf uns wartet. Wir müssen uns unseren Ängsten stellen, über uns selbst hinaus wachsen, für höhere Ziele Opfer bringen, mutig sein und kämpfen, Fallen vermeiden, Hindernisse überwinden, um am Ende erschöpft, aber glücklich und siegreich dazustehen. Auf dieser Reise ins Unbekannte begegnen wir uns selbst, bekommen den Spiegel vorgehalten, lernen ganz neue Seiten an uns kennen und entwickeln uns weiter. Wo bleiben diese Herausforderungen in unserer langweiligen, genormten Welt? Wo haben wir die Chance uns selbst zu entdecken und über uns hinauszuwachsen? Wo lohnt es sich Mühen und Opfer auf sich zu nehmen? Wo finden wir den Sinn unseres Lebens? Was können wir unseren Kinder erzählen?

Und wem begegnet Frodo nicht alles! Er trifft auf interessante, schöne, abscheuliche, starke, schwache Wesen jeder Art. Er begegnet den mystischen Elben mit ihrer großen Weisheit und Anmut, den Zwergen, den bösen und häßlichen Orks, den mächtigen Zauberern, wundersamen Naturwesen, etc. Und alle haben ihre Eigenheiten, sind ganz speziell, einzigartig, interessant. So viel Unbekanntes gibt es zu entdecken, zu lernen. Und wem begegnen wir in unserer Welt? Niemandem! Wir haben weitestgehend Flora und Fauna ausgerottet und freuen uns schon über einen Spatzen, der sich verirrt hat. Spatzen sind ja auch schon eine bedrohte Tierart. Mit etwas Glück sieht man mal einen interessanten Menschen oder etwas Schönes im Fernsehen. Sowohl das Schöne wie auch das Häßliche sind aus unserem Leben verschwunden. Wir leben nur noch im trendig-modischen Einheitsbrei und unsere Erzieher erzählen uns, dass wir alle gleich sind und überhaupt alles gut und gleich ist. Die Unterschiede sind verschwunden. Gut und Böse gibt es nicht mehr. Alles ist gut. Und was denkt der Kinobesucher? „Sch… aufs Hamsterrad! Sch… auf Auto, Handy, Karriere und TV! Sch.. auf den ganzen technischen Fortschritt! Ich will lieber in so einer Welt leben, – als Krieger, edle Dame, Zauberer, etc. und ein echtes, bedeutungsvolles Leben führen.“ Hier geht es nähmlich um Gefühle, um echte Erlebnisse, um Werte und Ideale. Da wird gekämpft – für die gute Sache, da wird gelitten, da wird geliebt und getrauert, da wird gefeiert und wirklich gelebt. Da gibt es noch Gefühle und keine Affektverflachung wie bei uns. Da ist man noch ganz Mensch. Da kann Mann noch Mann sein und Frau noch Frau. Und selbst die Kinder sind da noch Kinder. In unserer Welt weiß man das alles nicht mehr so genau, denn wir sind ja alle gleich. Selbst die Kinder sind ja heutzutage schon kleine Erwachsene im Hamsterrad. Männlich sein oder weiblich sein oder Kind sein, – das alles ist heutzutage nicht mehr gewünscht. Es passt nicht in unsere Norm.

Und so folgen wir unseren Totengräbern und ihrer Lehre.

Zum Glück gibt es ab und an Filme, die uns an das Leben erinnern, an das, was es wirklich ausmacht.

Ich wünsche uns allen, dass wir zum Leben zurückfinden, dass wir die Ketten des immer schneller rotierenden Hamsterrads sprengen und wahrnehmen, wer wir wirklich sind.

Machen Sie das Beste aus Ihrem Leben! Und lassen Sie sich von diesen wunderbaren Filmen inspirieren!

 

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