Beiträge getaggt mit Bewältigungsstrategien

Rumpelstilzchen und der Tanz um´s Feuer

Kennen Sie noch Rumpelstilzchen? Das war der kleine, bösartige Wicht, der wie besessen um´s Feuer tanzt und ständig ruft „Wie gut, dass niemand weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiß!“ Besonders schön wird die Szene in den Märchenfilmen dargestellt oder in der Persiflage „Otto und die 7 Zwerge“. Der kleine Choleriker scheint keine größere Freude daran zu haben als die ganze Zeit über um´s Feuer zu tanzen und immer wieder dasselbe zu wiederholen. Stellen Sie sich das einmal vor – pausenlos immer im Kreis tanzen und die ganze Zeit das Gleiche wiederholen – wie ein Geisteskranker. „Ein Fall für die Psychatrie“ – würden Sie vielleicht sagen.

Das Rumpelstilzchenphänomen ist aber tatsächlich etwas, was wir aus dem Alltag kennen und zwar in zweierlei Hinsicht. Einmal sind es die Choleriker, die ihren Veitstanz aufführen, wenn sie gerade mal wieder einen Grund gefunden haben sich aufzuregen. Sie benehmen sich dann auch wie ein Rumpelstilzchen, zetern, schreien, brüllen, stampfen, benehmen sich so als wäre Satanas persönlich in sie gefahren, so dass man schon geneigt ist den Exorzisten zu holen. Und zum anderen kennen wir diese Gedankenkarusselle, wo ein Gedanke ununterbrochen wiederholt wird oder wo ständig über das gleiche Thema gesprochen wird als wäre die Schallplatte kaputt. Die Gedanken drehen sich im Kreis und der Betroffene kann weder abschalten noch umschalten auf andere Gedanken.

Kinder verhalten sich auch oft wie Rumpelstilzchen, wenn sie nicht bekommen, was sie haben wollen oder wenn ihnen etwas nicht passt. Sie fangen an zu schreien, heulen, kriegen einen Wutausbruch, werfen sich auf den Boden, schlagen um sich und sind scheinbar kaum noch zu beruhigen. Eventuell gibt Mama oder Papa dann nach, das Kind bekommt, was es will und schlagartig herrscht wieder Frieden und die Sonne scheint.

Offensichtlich handelt es sich teilweise um infantile (kindliche) Erfolgsstrategien im Umgang mit Problemen, die auch Erwachsene manchmal gerne noch anwenden, um sich durchzusetzen. Bei dem Gedankenkarussell bewegt sich der Betroffene in einer Art Teufelskreis aus Gedanken und Gefühlen, die seine Überforderung bzw. Ohnmacht widerspiegeln, die Situation zu bewältigen. Beides ist ungesund und für das Umfeld schwer zu ertragen.

Manchmal hilft es, den Betroffenen bewusst zu machen, was sie da gerade tun oder wie sie sich gerade verhalten, da es in der Regel unbewusste Verhaltensmuster sind und sie sich reflexartig, automatisch abspielen. Durch Hypnose und insbesondere Hypno-Coaching kann man eine positive Veränderung des Verhaltens herbeiführen. Kein Mensch muss unter einem scheinbar ewig andauernden Gedankenkarussell leiden und kein Mensch ist dazu verdammt das Opfer seiner cholerischen Anfälle zu bleiben. Veränderungen zum Guten sind immer möglich. Man muss es nur wissen und den ersten Schritt tun. Hypnotherapie und Hypno-Coaching sind sehr effektiv, um seine unterbewussten Verhaltensmuster zu erkennen und positiv zu verändern. Dann verbessern sich automatisch auch die zwischenmenschlichen Beziehungen. Das gilt für Rumpelstilzchen, Hans Guck-in-die-Luft und Mauerblümchen. Es gilt für alle.

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