Beiträge getaggt mit Depressionen

Das Kind im Hamsterrad – Stress, Burnout, Depressionen

Der Hamster im Käfig geht ab und zu ins Hamsterrad, weil er Bewegung braucht, die er in seiner Gefangenschaft nicht bekommt. Im Gegensatz zum Hamster bewegen wir uns freiwillig und pausenlos im Hamsterrad, weil es uns als Lebenssinn vermittelt wird und weil wir es auch schon gar nicht mehr anders kennen.

Und so rennen wir im Hamsterrad und kommen doch nicht von der Stelle. Je schneller wir rennen, desto schneller dreht es sich und es gibt kein Entkommen.

Die ganze Welt dreht sich immer schneller. Wir rennen nicht nur im Job und erledigen immer mehr. Wir rennen auch privat und hetzen von einer Sache zur nächsten. Zwischendurch checken wir die neusten Nachrichten auf Facebook und WhatsApp, spielen CandyCrush, simsen und so weiter.

Irgendwie spielt sich das ganze Leben ohne uns ab, weil wir vor lauter Beschäftigung, Reizüberflutung und Rennerei gar nichts mehr vom Leben mitbekommen.

Ab und an wundern wir uns wie schnell die Zeit vergeht, dass eine Freundin gerade ihr Kind bekommt, obwohl sie doch gefühlt erst gestern von ihrer Schwangerschaft berichtet hat oder gerade hatten wir doch Weihnachten und jetzt ist schon wieder Ostern?! Und als Rentner stellen wir uns vielleicht die Frage „Habe ich wirklich gelebt oder war alles nur ein Alptraum aus Arbeit, Stress und WhatsApp News?“ Aber zum Glück gibt es ja Facebook, da kann man dann die eigene Chronik betrachten und sich an wichtige oder unwichtige Ereignisse im Leben erinnern.

Die Rennerei im Hamsterrad hat natürlich Folgen. Nicht nur, dass wir vom eigentlichen Leben kaum noch etwas wahrnehmen, wir leiden auch unter Dauerstress, Erschöpfung, gesundheitlichen Problemen, vielleicht sogar Depressionen und Ängsten.

Wenn man nie auftankt, dann geht einem irgendwann der Sprit aus und dann geht gar nichts mehr. Diagnose Erschöpfungssyndrom, Burnout, Depression. Dann heißt es „Lassen Sie sich mal in die Tagesklink einweisen und nach einem halben Jahr der reinen Erholung und Freizeitgestaltung unter ärztlicher Aufsicht können Sie wieder nach Hause gehen.“

Was für Erwachsene mittlerweile schon normal ist – heutzutage kennt jeder jemanden, der schon einen Nervenzusammenbruch oder Depressionen hatte oder kurz vorm Selbstmord war – wird auch immer mehr zur Normalität für unsere Kinder, für Schüler und Studenten.

Für das „Kind sein“ fehlt einfach die Zeit, denn schon die Kleinsten müssen in die Ganztagesbetreuung, damit Mama und Papa weiter in ihren Hamsterrädern laufen können. Aber so gewöhnen sich die Kleinkinder schon mal an das, was für sie die nächsten 50-60 Jahre Alltag sein wird.

Kinder haben schon längst ihren Full-Time-Job, den früher nur Erwachsene hatten. Früh morgens aufstehen, oft eine längere Anfahrt zur Schule, bis Mittag dann der Unterricht, lecker Kantinenessen und nachmittags noch Schulsport, Leistungskurse, betreute Hausaufgaben bis die Kinder dann am späten Nachmittag oder frühen Abend nach Hause fahren. Damit den Kindern jetzt nicht langweilig wird, müssen sie Klavier lernen, im Verein Fußball spielen, etc. so dass sie mindestens dreimal die Woche noch zusätzlich über mehrere Stunden beschäftigt sind. Ganz nach dem Motto „Bloß keine Ruhe aufkommen lassen, wer weiß, was dann passieren könnte!“

Ansonsten gibt es ja noch Internet, Glotze, Smartphone und die Spielekonsolen. So sind die Kinder beschäftigt, müssen noch nicht einmal groß mit dem Rest der Familie sprechen oder interagieren und alles ist gut.

In der Schule selbst stehen die Kinder unter Zeit- und Leistungsdruck. Sie müssen immer mehr Stoff lernen, können ihn aber direkt nach der Prüfung vergessen, weil er in der Regel auch nicht mehr gebraucht wird.

Neben dem Unterrichtsstoff müssen die Kinder noch mit den bekannten Problemen wie Mobbing und der Pubertät kämpfen. Und wenn dann die Noten nicht stimmen, gibt es noch Stress mit den Eltern.

Da ist es kein Wunder, dass schon unsere Kinder unter Dauerstress leiden, ständig erschöpft sind, Depressionen bekommen, ausgebrannt sind und teilweise schon Selbstmordgedanken haben, weil sie keinen Ausweg aus ihrer Situation sehen. Außer dem Hamsterrad kennen sie nichts vom Leben.

Hinzu kommt noch das konditionierte Problembewusstsein in der Schule. Die Welt ist schlecht und sie wird noch schlechter und keiner kann etwas dagegen tun. In der Schule beschäftigt man sich nur mit Problemen, aber nicht mit den schönen und guten Seiten des Lebens. Problembewusstsein ist alles. Der Mensch ist schuld am Untergang der Welt und es wird vermittelt, dass es eigentlich gar keinen Sinn macht auf eine gute, lebenswerte Zukunft hinzuarbeiten – vor lauter Klimawandel, Krieg, Terrorismus, Umweltzerstörung, usw.

Was machen die Kinder? Sie erkranken an Hoffnungslosigkeit und stürzen sich in Alkohol, in Zigaretten, sie fangen an zu kiffen, Koma Saufen ist toll, Sex mit 12 ist normal, etc. Das ist eine Reaktion auf das, was ihnen vermittelt wird. Wenn schon das ganze Leben sinnlos sein soll, dann will man sich entweder betäuben oder noch einmal richtig Spaß haben, bevor es zu spät ist. Dies war schon vor 20 Jahren so, aber damals ging es um Kernkraftwerke, Waldsterben und Atombomben.

Ich finde dies alles sehr traurig. Anstatt unsere Kinder aufzubauen, ihnen Werte zu vermitteln, ihnen auch die Zeit zu geben sich zu entwickeln, Kind zu sein, werden sie direkt in die Mühle, ins Hamsterrad gesteckt. Und nachher wundern wir uns, warum unsere Gesellschaft so kaputt ist, warum Menschen Depressionen haben, an Burnout leiden oder sich vor lauter Verzweiflung direkt umbringen.

Der Mensch befindet sich nicht mehr im Gleichgewicht, weder mit sich selbst, noch mit der Gesellschaft und der Natur. Je früher er das erkennt, desto besser und schneller kann er notwendige Änderungen herbeiführen.

Das Leben muss wieder lebenswert werden. Es kann nicht nur aus Leistung und „Entertainment“ bestehen.

Auch wenn man als Erwachsener oder Kind im Hamsterrad rotiert, so kann man doch seine Situation verbessern und mehr Lebensqualität erreichen.

Als Heilpraktiker für Psychotherapie und Experte für Stressmanagement und Burnout helfe ich Ihnen gerne Ihr Leben wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Rufen Sie mich an und lassen Sie uns einen Beratungstermin vereinbaren: Tel: 06152 859 3395

Oder senden Sie mir eine E-Mail an: info@hypnotherapie-falco-wisskirchen.de und ich melde mich umgehend bei Ihnen.

Denken Sie daran, Sie tun weder sich selbst, Ihrem Arbeitgeber oder Ihrer Familie einen Gefallen, wenn Sie seelisch und körperlich ausbrennen.

Je früher Sie sich professionell helfen lassen, desto einfacher, schneller und besser kommen Sie wieder in den grünen Bereich.

Ich bin für Sie da!

Herzlichst, Ihr

Falco Wisskirchen

Heilpraktiker für Psychotherapie

Stressmanagement & Burnoutprävention

 

Praxis für Hypnotherapie Falco Wisskirchen Adolf-Göbel-Straße 24 64521 Groß-Gerau

Advertisements

, , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Hinterlasse einen Kommentar

Dauerstress, Burnout, Depressionen und dann?

Gerade habe ich die Schlagzeile gelesen: „Dänischer Sternekoch (32) stirbt an Stress“

Er galt als „funkelnder Stern in der Welt der Gastronomie, als echter Könner und Workaholic.“ *

Nur leider hat sein Herz den Dauerstress nicht mitgemacht und weder er noch seine Bewunderer haben nun etwas von seinem Talent.

Dies ist sehr traurig, wenn man schon mit 32 Jahren stirbt, – und nicht etwa aufgrund einer schweren Krankheit oder einem schweren Schicksalsschlag sondern wegen zu viel Stress!

Und man muss dafür noch nicht einmal hochbegabt und berühmt sein, sondern es kann jeden treffen, der sich zu viel zumutet!

Nur die meisten sind sich gar nicht bewusst wie schnell so etwas gehen kann.

Beantworten Sie sich einmal selbst folgende Fragen:

  • Machen Sie regelmäßig Überstunden?
  • Fühlen Sie sich ständig gestresst und unter Zeitdruck?
  • Fühlen Sie sich überlastet?
  • Haben Sie Probleme Ruhe zu finden und sich zu erholen?
  • Können Sie gar nicht mehr abschalten?
  • Leiden Sie unter Schlafstörungen?
  • Fühlen Sie sich innerlich leer, ausgesaugt, energielos?
  • Besteht Ihr Leben nur noch aus Arbeit und Verpflichtungen?
  • Leiden Sie schon unter Ängsten, vielleicht sogar Panikattacken?

Wenn Sie einige dieser Fragen mit Ja beantworten können, dann sind das ernstzunehmende Hinweise auf ein ungesundes Ungleichgewicht in Ihrem Leben bzw. Anzeichen für das Erschöpfungssyndrom, für Burnout und mögliche Folgen wie Depressionen, psychosomatische Erkrankungen, etc.

Nun haben Sie zwei Möglichkeiten:

Sie ignorieren diese Zeichen, dass etwas nicht stimmt und machen einfach weiter wie bisher oder steigern sogar noch Ihre Leistung. Das führt dann unweigerlich zu einer Verstärkung der Problematik. Symptome wie Schlaflosigkeit, dauernde Erschöpfung, gedrückte, depressive Stimmung, körperliche Symptome wie Herzbeschwerden, Gereiztheit, usw. nehmen zu. In absehbarer Zeit kommt dann der Zusammenbruch. Im besten Fall werden Sie gezwungen eine lange Auszeit zu nehmen, um sich vollkommen zu regenerieren und nötige Veränderungen in Ihrem Leben einzuleiten. Im schlimmsten Fall ist es zu spät.

Die zweite Möglichkeit möchte ich Ihnen ans Herz legen. Nehmen Sie frühzeitig professionelle Hilfe in Anspruch, damit es erst gar nicht so weit kommt. Denken Sie hier auch an Ihre Familie und selbst Ihr Arbeitgeber freut sich mehr über einen gesunden, leistungsfähigen Mitarbeiter als über jemanden, der sich für die Firma buchstäblich aufopfert.

Schenken Sie Ihrem Leben wieder einen tieferen Sinn und machen Sie Ihr Leben wieder wirklich lebenswert! Arbeit ist nicht alles, sondern nur ein Mittel zum Zweck!

Als Heilpraktiker für Psychotherapie und Experte für Stressmanagement und Burnout helfe ich Ihnen gerne Ihr Leben wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Rufen Sie mich an und lassen Sie uns einen Beratungstermin vereinbaren: Tel: 06152 859 3395

Oder senden Sie mir eine E-Mail an: info@hypnotherapie-falco-wisskirchen.de und ich melde mich umgehend bei Ihnen.

Denken Sie daran, Sie tun weder sich selbst, Ihrem Arbeitgeber oder Ihrer Familie einen Gefallen, wenn Sie seelisch und körperlich ausbrennen.

Je früher Sie sich professionell helfen lassen, desto einfacher, schneller und besser kommen Sie wieder in den grünen Bereich.

Ich bin für Sie da!

 

Herzlichst, Ihr

Falco Wisskirchen

Heilpraktiker für Psychotherapie

Stressmanagement & Burnoutprävention

 

Praxis für Hypnotherapie

Falco Wisskirchen

Adolf-Göbel-Straße 24

64521 Groß-Gerau

 

*Quelle: Bildzeitung, Ingrid Raagaard, 02.03.2015

, , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Hinterlasse einen Kommentar

Überlastet, ausgebrannt und ver…scht!

Wahrscheinlich haben Sie auch schon etwas über den Stressreport 2012 gelesen oder gehört. 43% der Berufstätigen klagen über stetig wachsenden Stress. Und – oh Wunder – wir in Deutschland sind Spitzenreiter bei Termin- und Leistungsdruck in den 27 EU-Ländern. Jeder zweite fühlt sich durch Telefonate und Emails in seiner Arbeit (Konzentration) gestört. 60% vertragen Multitasking nicht. 26% machen keine Pausen mehr, wofür auch, wenn man die Zeit effektiver nutzen kann. Viele machen auch Überstunden, selbst am Wochenende und an Feiertagen. Chefs sind auch sehr belastet und haben dann Probleme mit einer guten Personalführung.

Das sind alles ganz erstaunliche Erkenntnisse. Und wen wundert es dann, dass immer mehr Menschen krank werden, dass psychische Erkrankungen ständig zunehmen. Auch dazu noch ein paar Zahlen: In den letzen 15 Jahren ist die Zahl der Arbeitsausfälle aufgrund psychischer Erkrankungen um 80% gestiegen. Das waren fast 60 Millionen Krankheitstage allein 2011.

Was meinen Sie? Sollte man sich da Gedanken machen? Könnte da irgendwo irgend etwas vielleicht nicht stimmen?

Was machen nun viele, überlastete Berufstätige? Sie entwickeln ungesunde Copingstrategien – viel Kaffee, viel Nikotin, viel Alkohol, viel Essen, viele Süßigkeiten und vielleicht auch Schmerztabletten, Schlaftabletten, Beruhigungstabletten und in den besseren Kreisen Kokain, etc. Ja, irgendwie muss man sich zu mehr Leistung pushen, muss man den Druck kompensieren, muss man wieder runterkommen. Das geht dann so lange, bis man zusammenbricht.

Und was sind die Symptome?

  • Konzentrationsprobleme
  • Unruhe, ständige Anspannung
  • Schlafstörungen
  • innere Leere
  • das Leben erscheint sinnlos
  • die Lebensfreude fehlt
  • man funktioniert nur noch (wie eine Maschine)
  • man kann sich selbst über positve Dinge nicht mehr freuen
  • Ängste zu versagen
  • selbst nachts denkt man noch an seine Arbeit
  • Entspannung ist nicht mehr möglich
  • Körperliche Probleme (Rücken, Durchblutung, etc.)
  • Weinkrämpfe
  • Nervenzusammenbrüche
  • sozialer Rückzug
  • gestörtes Essverhalten
  • kaputte Partnerschaft, Verlust von Freunden
  • Suizidgedanken
  • totale Erschöpfung

Das sind doch keine ernsten Probleme oder? Was meinen Sie? Alles halb so schlimm! Zumindest von offizieller Seite. Es ist ja nur ganz normaler Stress, mit dem jeder prinzipiell gut umgehen kann. Entsprechend sind auch die Empfehlungen: Einfach mal abschalten, Pause machen. Auf Nikotin, Alkohol und Tabletten verzichten. Sich lieber gesund ernähren und Sport treiben, mal wieder mit Freunden ausgehen. Und ganz wichtig – einfach mal lernen sich gut zu organisieren, auch mal mit den Kollegen sprechen. Geht doch oder?

Da kann ich nur sagen: Danke! Danke für diese wunderbaren Empfehlungen! Im Namen aller Berufstätigen danke ich den Krankenkassen und allen anderen Vertretern des öffentlichen Lebens für diese aufmunternden und erleuchtenden Empfehlungen. Mittlerweile 15 Jahre quälen sich die Berufstätigen mit Stress und Überlastung und dabei ist die Lösung doch so einfach! Nochmals danke!

Mich wundert es ehrlich gesagt, dass kein Human Resources Verwalter von offizieller Seite vorschlägt einfach die Leistungsfähigkeit an die Notwendigkeiten der heutigen Zeit anzupassen. Es wäre doch so einfach an alle Berufstätigen hilfreiche Psychopharmaka zu verteilen, Amphetamine zur Leistungssteigerung morgens, Benzodiazepine zur Entspannung am Abend und Antidepressiva gegen schlechte Stimmung. Wäre dies nicht der Idealzustand? Auch für unsere Kinder, für Schüler und Studenten? So könnten wir selbst weiter aufsteigen – zur Ultra-Hochleistungsgesellschaft! Ein wunderbarer Gedanke!

Betrachten wir die Situation einmal realistisch. Eine Verharmlosung oder „Verniedlichung“ von unhaltbaren Zuständen von offzieller Seite, stellt eigentlich schon eine Beleidigung der Betroffenen dar. Außerdem werden weder Symptome durch die phantastischen Empfehlungen gelindert, noch Probleme ursächlich gelöst.

Das Problem ist nämlich nicht der Berufstätige, der einfach mal seine Leistung „optimieren“ oder „steigern“ soll, sondern es sind die Arbeitsbedingungen heutzutage. Der Wahn der bedingungslosen Gewinnmaximierung hat dazu geführt, dass immer mehr Arbeit von immer weniger Leuten in immer weniger Zeit geschafft werden muss. Es ist mangelhafte Einsatz an genügend Arbeitskräften, der hauptsächlich zu der ganzen Problematik führt. Wenn es nur noch um eine blinde Gewinnmaximierung ohne Rücksicht auf die vielen anderen Faktoren geht, ja dann kann man auch nichts anderes als Überlastung und den alltäglichen Wahnsinn im Job erwarten.

Die Gesellschaft ist wirklich schon vom Wahn befallen, – die Gier nach mehr und noch mehr, nach noch schneller, noch besser bei gleichzeitigem Einsparen von Arbeitskraft, von Investitionen, ist zwangsläufig destruktiv mit weitläufigen Konsequenzen. Vom Wahnsinn geplagt, schaufeln wir unser eigenes Grab.

Wir erfahren heutzutage eine schlimme Verkehrung, Perversion von Werten. Das, was durch alle Zeiten den Wert des Lebens ausgemacht hat, ist heutzutage in der Bedeutungslosigkeit verschwunden. Dafür haben wir jetzt Ideale, vor denen uns weise Menschen schon immer gewarnt hatten. Die Gier ist schließlich keine neue Erfindung, sondern ein Übel, was schon immer existiert hat. Gier gepaart mit Rücksichtslosigkeit, mit Egoismus führt zur Ausbeutung, zu Elend. Das war schon immer so und hat schon immer zu einem gewissen Untergang von Gesellschaft und Kultur geführt.

Ich kann nur sagen: Nehmen Sie die Symptome von Überlastung ernst! Je früher, desto besser! Behandeln Sie sich nicht selbst mit Nikotin, Alkohol oder Medikamenten. Suchen Sie frühzeitig Spezialisten auf, die Ihnen professionell helfen. Stören Sie sich nicht an Begriffen wie „psychische Störung, psychische Erkrankung, Psychotherapie, Psychiater oder Psychopharmaka“. Es geht um Ihre Gesundheit und keiner hält sie für umgangssprachlich „bekloppt“, wenn Sie professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, im Gegenteil, es ist das intelligenteste, was Sie machen können. Psychopharmaka haben ihre Berechtigung, machen auch nicht alle gleich abhängig, sondern ganz im Gegenteil, Psychopharmaka helfen die Störung oder Erkrankung zeitlich zu verkürzen und sie verbessern ganz erheblich die Behandlungserfolge. Stören Sie sich also nicht an den Gespenstergeschichten, an den Halbwahrheiten oder Vorurteilen, sondern lassen Sie sich beraten, informieren Sie sich und lassen Sie sich professionell helfen.

Nur so können Sie das Beste aus Ihrem Leben machen!

Und vielleicht erleben wir auch noch die Zeit, wo die Gesellschaft wieder zu den wahren Werten im Leben zurück kehrt, wo der Wahnsinn ein Ende findet. Es liegt an uns allen positive Veränderungen herbeizuführen.

 

 

, , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Hinterlasse einen Kommentar

Kinder ohne Kindheit

Sie haben bestimmt schon von Kinderarbeit gehört oder entsprechende Bilder gesehen. Z. B. sitzt da ein kleines halbnacktes Mädchen in einem Steinbruch in Indien mit seinem kleinen Bruder und beide hauen mit einem Hammer Steine klein, damit sie später als Schotter dienen. Wenn man solche Bilder sieht, dann wird einem ganz anders. Kinder, die noch zu klein für den Kindergarten sind, arbeiten jeden Tag im Steinbruch. Sie haben keine echte Kindheit. Stattdessen sind sie kleine Schwerarbeiter, die schon frühzeitig ihre Gesundheit ruinieren. Wir im Westen können das nicht verstehen. Wir sind entsetzt. In armen Ländern sind die Familien aber oft darauf angewiesen, dass selbst schon die Jüngsten zum Unterhalt etwas beitragen. Da müsste man die Einkommenssituation der Erwachsenen verbessern, damit die armen Kinder nicht mehr arbeiten.

Während wir uns zu Recht über solche Zustände aufregen, übersehen wir, wie es unseren eigenen Kindern mittlerweile geht. Unsere Kinder müssen zwar nicht im Steinbruch schufften und sie müssen auch nichts zum Unterhalt der Familie beitragen, aber sie haben inzwischen auch einen langen Arbeitstag wie Erwachsene, kaum noch Freizeit und auch nicht mehr die Freiheit Kind zu sein, eine unbeschwerte Kindheit zu erleben.

Was ist geschehen? Unsere Kinder sind auch schon in der Maschinerie der Leistungsgesellschaft angekommen. In der Leistungsgesellschaft liegt der Fokus auf der Leistung, nicht auf dem Menschen. Der Mensch wird als „human resource“ gesehen, wie ein Rohstoff, ein Produkt, ein Mittel zum Zweck, ein Mittel zum Geldverdienen, zur Gewinnmaximierung. Ein Mensch definiert heutzutage seinen Wert durch die Leistung, die er bringt. Diese Veränderung der Wahrnehmung, der Sichtweise hat für viele, aus meiner Sicht negative Veränderungen in der Gesellschaft geführt.

Können Sie sich vorstellen, dass vor langer Zeit Kinder als etwas Schönes, Erfreuliches, Wertvolles betrachtet wurden, als ein großer Schatz, als größtes Glück? Heute sind Kinder potentieller Steuerzahler, human resources, die die Rentenkassen auffüllen sollen und ansonsten nur Kosten verursachen, allgemein nur stören und Frauen von der Arbeit abhalten. Kinder sind lästige Übel, die möglichst schnell in die Maschinerie integriert werden müssen, damit sie Nutzen bringen.

Kinder oder die „Produktion“ von Kindern wird heutzutage nicht aus Freude an der Sache gefördert, sonder nur aus dem volkswirtschaftlichen Interesse heraus. Wir brauchen Steuern. Wir brauchen Steuerzahler. Wir brauchen Arbeiter. Wir brauchen Leistung.

Aus dieser Sichtweise wird es klar, dass ein gesundes, normales Familienleben und die Betreuung der Kinder durch die Mutter bzw. der Eltern nicht wünschenswert sein kann. Es ist eine Vergeudung von Geld, Zeit und Arbeitskraft. Stattdessen ist es wünschenswert schon den kleinsten Kindern das korrekte Verhalten in der Leistungsgesellschaft beizubringen, denn nur wer etwas leistet, hat auch einen Wert. So sollen Kinder möglichst früh „gefördert“ werden, möglichst früh schon Fremdsprachen lernen oder im Kindergarten Sachen beherrschen, die sie dann in der Grundschule wiederholen.

Am wichtigsten ist jedoch, dass die Mutter möglichst frühzeitig nach der Geburt wieder in ihren Job zurückkehrt. Das Hamsterrad muss sich schließlich weiterdrehen. Da ist es dann auch egal, ob das eigene Kind mit 30 anderen Kindern um die so wichtige Aufmerksamkeit und „Zuwendung“ durch die Erzieherin kämpfen muss. Zuwendung, Liebe und Verständnis sind zwar ausgesprochen wichtig für die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit, aber sie müssen eben der Maschinerie und dem Ideal der Leistung untergeordnet werden. Und hinterher wunder man sich dann über Verhaltensauffälligkeiten und andere Störungen in der Schule, aber dafür gibt es ja Psychopharmaka.

Zu dem Druck durch die Gesellschaft kommt noch der Leistungswahn vieler Eltern. Was sie selbst nie gemacht hätten, nie geschafft haben, dass sollen dann ihre Kinder für sie verwirklichen. Mit 3 Jahren schon mal Französisch lernen oder noch besser direkt Chinesisch, dann bald darauf mit Klavier spielen, Tennis oder besser Golf anfangen, usw. Je mehr desto besser. So starten schon die Kleinsten in ihren Arbeitstag früh morgens, werden in der Kita bespaßt und im schlimmsten Fall abends irgendwann abgeholt. Leckers Essen gibt es natürlich in der Kita – in der Regel ein sehr kostengünstiges Essen mit zweifelhaften Inhalt. (Während meiner Studienzeit nannten wir so etwas „Mampf mit Soße“, wobei die Soße existenzielle Bedeutung hatte, weil man sonst den Mampf nicht runter bekam. Mampf war die Bezeichnung für das „unbekannte Etwas“ auf dem Teller, dem die Soße erst Geschmack verlieh.) Ja und wenn die Kinder dann abends mal zu Hause angekommen sind, dann müssen sie eben noch für ihre „Hobbys“ üben. So haben schon die Kleinsten ihren 8-10 Stunden Tag – warum auch nicht? Oder?

Nach der Kita kommt der Kindergarten, danach die Grundschule und so weiter. Alles möglichst mit ganztäglicher „Betreuung“. Was bleibt da noch von der Kindheit? Von der Jugendzeit? Nichts!

Anstelle der glücklichen, unbeschwerten Kindheit erleben die Kinder dann all die guten Seiten der Leistungsgesellschaft wie Leistungsdruck, Stress, Mobbing, Aggressionen, Minderwertigkeitskomplexe, Panik, Angst, Erschöpfung, Depressionen und sonstige affektive Störungen, Verhaltensauffälligkeiten, etc. Ja, so werden sie effektiv auf ihr späteres Leben vorbereitet, inklusive dem Wissen wie oft man welche Tabletten für welche Anwendungsgebiete einnehmen muss. Als Ausgleich gibt es schließlich Internet, Handys, Spielekonsolen und TV Geräte. Was kann ein Kind mehr wollen?

Über die unbeschwerte Kindheit kann man dann vielleicht einmal später ein gutes Buch lesen oder sich einen Film von Astrid Lindgren anschauen, – damals als Kinder tatsächlich (sogar) miteinander (!) gespielt haben und das noch in der Natur (!) – unvorstellbar, nicht wahr?!

Ehrlich gesagt, mich wundert es, dass nicht schon längst Kinder künstlich gezüchtet oder geklont werden, wie unsere Hochleistungs-Milchkühe für maximale Leistung, maximalen Ertrag. Das wäre doch die beste Lösung. Kinder könnten kostengünstig in Fabriken gezüchtet und ideologisch korrekt ausgebildet werden, so dass sie zu bestens funktionierenden Arbeitern und Steuerzahlern werden. Da braucht man keine Eltern mehr. Falls Paare noch ein Bedürfnis verspüren ein eigenes Kind zu haben, da können sie genauso gut entsprechenden Psychopharmaka einnehmen, sich einen neuartigen Robotermenschen kaufen oder halt das bewährte Haustier halten.

Das Leben kann so einfach sein – aus Sicht unserer „Human Resources Verwalter“.

Ich persönlich bin noch in Freiheit groß geworden und wünsche dies auch mal meinen eigenen Kindern. Ich hoffe, Sie gönnen Ihren Kinder auch eine unbeschwerte Kindheit, soweit das heutzutage noch möglich ist.

Vielleicht erleben wir eines Tages eine Gesellschaft, wo der Mensch im Mittelpunkt steht. Dann brechen für uns alle paradiesische Zeiten an.

Bis dahin können, sollten, müssen wir uns für positive Veränderungen einsetzen, zum Wohl unserer Kinder.

Machen Sie wie immer nur das Beste aus Ihrem Leben!

 

PS: Haben Sie sich schon mal gefragt, wie man auf die Idee kommt, dass Kinder täglich stundenlang auf unbequemen Stühlen in der Schule still sitzen müssen und warum es für manche Menschen unvorstellbar ist, dass Kinder einen Bewegungsdrang haben und lieber draußen herumtoben möchten? Aber zum Glück gibt es ja Beruhigungmittel für Kinder.

, , , , , , , , , , , , , , , , ,

Hinterlasse einen Kommentar

Warum die Entwicklung des Urvertrauens so wichtig ist

Den Begriff „Vertrauen“ kennt jeder, hoffentlich aus eigener Erfahrung. Vertrauen ist existentiell. Es ist die Grundlage jeder funktionierenden, erfolgreichen Beziehung. Es ist die Grundlage der menschlichen Gesellschaft.

Dann gibt es noch den Begriff „Urvertrauen“. Urvertrauen entsteht in der frühsten Kindheit durch die bedingungslose Liebe und Fürsorge der Eltern. Urvertrauen bedeutet die Erfahrung von existentieller Sicherheit, von Geborgenheit. Es ist die innere Erfahrung unter der Obhut der Eltern und ihrer Liebe leben und wachsen zu können. Alles ist da, alles wird gegeben, damit sich das Kind entfalten kann, damit es wachsen und gedeihen kann. Für das Kind ist die Welt vollkommen in Ordnung. Es lebt in einem Zustand der Fülle. Alle Bedürfnisse werden erfüllt, die körperlichen wie die seelischen. Die Liebe und Zuwendung der Eltern lässt das Kind sich seelisch gesund entwickeln. Die Erfahrung der emotionalen Fülle, der Geborgenheit, schenkt dem Kind ein tiefes Gefühl von innerer Sicherheit, von Selbstsicherheit, Selbstvertrauen, eine innere Stärke und Zuversicht allen Herausforderungen des Lebens erfolgreich begegnen zu können. Dieses wunderbare Urvertrauen ermöglicht dem Kind später selbst vertrauensvolle, tiefe Beziehungen zu anderen Menschen einzugehen, Liebe, Verständnis und Mitgefühl zu empfinden und zu geben.

Kinder, die mit Urvertrauen aufwachsen, entwickeln sich zu stabilen, selbstsicheren Persönlichkeiten, die dem Leben positiv-konstruktiv begegnen und erfüllende Beziehungen eingehen. Die bedingungslose Liebe der Eltern ist tatsächlich das wichtigste Nahrungsmittel der Seele mit lebenslangen Auswirkungen.

Leider gibt es sehr viele Kinder, die dieses Urvertrauen nur bedingt oder nie kennengelernt haben. Diesen Kinder fehlt die Nahrung für das gesunde Wachstum, die gesunde Reifung der Seele und der eigenen Persönlichkeit. Die Folgen sind oft katastrophal. Es kann vielerlei Probleme geben, – ein Mangel an Selbstsicherheit, an Wertschätzung, Selbstvertrauen, an Beziehungsfähigkeit, an der Fähigkeit seine Gefühle auszudrücken oder generell mit Gefühlen umzugehen, Probleme Liebe und Mitgefühl zu entwickeln und vielfach treten auch allerlei Ängste auf bis hin zu Aggressionen, Depressionen, sozialem Rückzug, allgemeinem Misstrauen. Nicht selten entwickeln die Betroffenen psychische Störungen bzw. regelrechte Krankheiten.

Heutzutage hat in vielen Ländern die Idee der bedingten, leistungsabhängigen „Liebe“ die ursprüngliche, unbedingte, natürliche Form der Liebe verdrängt. Schon früh müssen kleine Kinder um die Liebe ihrer Eltern kämpfen und Leistungen erbringen, um ein paar Zärtlichkeiten oder Streicheleinheiten zu bekommen. So werden Generationen herangezüchtet, die schon auf sehr viel Leid und psychische Probleme vorprogrammiert werden. Was werden sie für Eltern sein, die die selbst keine bedingungslose Liebe erfahren haben, die statt dessen konditioniert wurden? Liebe, Zuwendung als Belohnung für eine erfolgreiche Leistungserbringung?

Dinge zu erschaffen, etwas zu erarbeiten, Leistung zu bringen – das gehört zur menschlichen Natur. Hier motiviert der Sinn für den wir arbeiten. Wir müssen nicht extra gequält werden, um unserer Natur zu folgen, kreativ, schöpferisch tätig zu werden, etwas zu leisten. Es ist das falsche Verständnis von Leistung, von Leistungsgesellschaft.

Es ist so unendlich wichtig unseren Kinder all das zu geben, was sie brauchen, um sich gesund und harmonisch zu entwickeln. Machen Sie als Eltern das Beste aus dem Leben Ihrer Kinder! Schenken Sie ihnen ganz viel Liebe, Sicherheit, Geborgenheit und helfen Sie ihnen ein gutes Selbstwertgefühl zu entwickeln. Dann werden Ihre Kinder zu „Selbstläufern“, die sich ganz von alleine prächtig entwickeln.

 

PS: Das Urvertrauen steht auch noch in einem höheren Kontext. Es ist das spirituelle Gefühl der Einheit mit der Natur, mit allen Lebewesen, mit der ganzen Schöpfung. Es ist die Erfahrung der Urharmonie, der Urfülle. Viele Naturvölker kennen noch dieses Gefühl. Die Natur gibt ihnen alles, was sie brauchen und sie fühlen sich in der Natur zu Hause. Dieses Gefühl der Einheit lässt keine Gedanken an Krieg oder Ausbeutung aufkommen. Es steht für vollkommene Harmonie, für Frieden, für das gesunde, natürliche Miteinander. „Leben und leben lassen.“ Eine interessante Alternative zu den Idealen unserer Zeit.

 

, , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Hinterlasse einen Kommentar

Permanente Überlastung und dann?

In unserer Hochleistungsgesellschaft leben sehr viele Menschen in einem Zustand permanenter Überlastung. Überlastung ist zur Norm geworden, zur Normalität. Das fängt schon in der Kita an, geht in der Schule weiter, dann im Studium, danach im Kampf um einen Job und schließlich im Job selbst. Auch privat sind viele überlastet. Partnerschaft, Familie, Freunde, Hobbys – alles soll unter einen Hut.

Die Überlastung mit Leistungsdruck, Zeitdruck, Work-Life-Imbalance, etc. geht so lange weiter bis irgendwann das Ende eintritt. Vielleicht hat man noch ein wenig Zeit, um über den Sinn des Ganzen nachzudenken. Vielleicht auch nicht.

Totale Überlastung – totale menschliche Überforderung – ist das Thema unserer Zeit. Selbst bei den Vorreitern der „Ultrahochleistungsgesellschaft“ in China gibt es schon Menschen, die wahrgenommen haben, dass dieses System eine Sackgasse ist und langfristig nicht zu dem erhofften Erfolg führt. In Japan hat die Überforderung zu dem Phänomen des Karoshi geführt – Tod durch Überarbeitung – entweder als Selbstmord oder durch Organversagen. Die massive Überarbeitung wird hier in der Regel durch regelmäßigen, schweren Alkoholmissbrauch kompensiert. „Mein Leben für die Firma!“ ist wohl das Motto.

Die Mechanismen der Überlastung sind sehr interessant und deshalb möchte ich mit Ihnen heute einmal darüber nachdenken, – auch als Anregung über Ihre eigene Situation zu reflektieren und vielleicht frühzeitig in die Bremsen zu gehen und einen Gang runterzuschalten.

Stellen wir uns einmal eine ganz normale Situation vor, wo noch alles soweit in Ordnung ist. Sie fühlen sich gesund, sind fit, alles ist wirklich in Ordnung. Sie haben eine glückliche Partnerschaft, Kinder sind vielleicht auch schon da. In Ihrer Freizeit sind Sie aktiv, treiben Sport, unternehmen viel mit Ihren Lieben, treffen sich mit Ihren Freunden, usw. Auch Ihr Job läuft ganz geregelt. Sie haben einen ganz normalen 8 Stunden Tag. Die Arbeit besteht aus Routine und anregenden Aufgaben. Sie verstehen sich gut mit Ihrem Chef und Ihren Kollegen. Alles ist bestens.

Das Leben könnte so weiter gehen, wenn wir in einer normalen Zeit leben würden. Nun kommt Ihr Chef eines Tages rein und erzählt Ihnen, dass die Firma eine neue Software gekauft hat, mit der sich viele Geschäftsprozesse bündeln lassen. Gemäß dem Ideal der Gewinnmaximierung bedeutet das, dass dadurch viele Mitarbeiter eingespart werden können. Was früher 4 Angestellte bearbeitet haben, macht nun nur noch einer. Dafür muss man sich natürlich in die neue Software einarbeiten. Der Chef erwähnt am Rande noch, dass natürlich nur die besten Mitarbeiter bleiben und in einem Monat eine entsprechende Beurteilung stattfindet. Da die Auftragslage hoch ist, kann für die Einarbeitung in die Software keine Arbeitszeit geopfert werden, sondern es wird erwartet, dass die guten Mitarbeiter dafür nach der Arbeit und am Wochenende Kurse belegen.

Die Folge dieser Mitteilung ist, dass die ganze Stimmung in der Firma schlagartig in den Keller geht. Alle bangen jetzt um ihre Jobs. Angst, Frustation, Hilflosigkeit, Ärger und Aggressionen kommen auf. Es ist allen klar, dass von 5 Leuten nur einer seinen Job behalten wird. Ein harter Konkurrenzkampf bricht aus. Jeder will zu den besten gehören. Jeder will seinen Job behalten. Jeder muss seinen Job behalten, weil er Haus, Auto, etc. abbezahlen muss, weil er seine Familie ernähren muss, weil es um seine Existenz geht. So werden aus guten Kollegen Konkurrenten, die mit allen Mitteln um ihre Vorteile kämpfen. Die Folgen sind Mobbing, Verleumdungen, Beleidigungen, Androhungen von Gewalt, Sabotage, etc. Das belastet unheimlich die Arbeit. Keiner fühlt sich mehr wohl. Alle sind schwer gestresst. Das erste Opfer ist ein Kollege, der gesundheitlich schon vorbelastet ist. Er bekommt einen Herzinfarkt und ist erstmal raus aus dem Rennen. Eine Kollegin, die schon immer etwas unsicher war, reagiert sehr emotional. Sie bekommt Heulanfälle, lässt sich kaum beruhigen.

Alle anderen arbeiten unter Hochdruck. Manche kommen früher und scheinen auch abends gar nicht mehr nach Hause zu gehen. Auch Sie sind voll dabei. Die Pausen haben Sie für sich schon abgeschafft. Ein belegtes Brötchen zwischendurch muss reichen. Dafür trinken Sie jetzt viel mehr Kaffee als früher. Eine Tasse jagt die nächste. Wahrscheinlich haben Sie schon mehr Kaffee im Körper als Blut, aber das ist Ihnen mittlerweile egal. Es geht eben nicht anders. Aus Ihrem 8 Stunden Tag ist ein 10 Stunden Tag geworden. Am Wochenende sind Sie auf den Seminaren, um die Software zu lernen. Ihren Partner und Ihre Kinder sehen Sie nur noch selten – sie sind eben auch schwer beschäftigt, im Stress. Mittlerweile macht Ihnen auch der hohe Kaffeekonsum zu schaffen. Ihre Hände zittern und ohne Kaffee geht gar nichts mehr. Schlafen können Sie auch nur noch ganz schlecht. Morgens fühlen Sie sich wie gerädert, – als hätten Sie gar nicht geschlafen. Sport treiben Sie auch nicht mehr. Sie haben einfach keine Zeit dafür. Sie wissen auch nicht mehr, wann Sie das letzte Mal richtig und gut gegessen haben. Immer mehr bauen Sie ab. Dann kommen auch noch Kopfschmerzen hinzu und Augenprobleme – alles Überlastung.

Der Chef kommt rein und gratuliert Ihnen. Sie haben es geschafft. Während viele auf der Strecke geblieben sind – seelisch oder körperlich – können Sie sich freuen, dass Sie Ihren Arbeitsplatz behalten dürfen. Nun dürfen Sie die Arbeit von 5 Leuten machen. Leider hat sich die neue Software als problematisch entpuppt. Sie ist noch nicht ausgereift und es funktioniert nicht alles so, wie es soll. So verbringen Sie jeden Tag viel Zeit damit nach Fehlern zu suchen und Probleme zu lösen. Das ist Stress pur und schlägt Ihnen auf den Magen. In letzter Zeit haben Sie sowieso schon Verdauungsprobleme.

Zum Glück ist die Stimmung mittlerweile etwas besser. Die verbliebenen Kollegen sprechen wieder miteinander. Dafür sind sie alle total gestresst. Die Nerven liegen blank, weil sich die Arbeit verfünfacht hat und die Software nicht so funktioniert, wie sie soll. In den kurzen Gesprächen über die Situation in der Firma kommt heraus, dass ein Kollege schon unter Depressionen leidet und beim Arzt war. Er meint, er würde am Erschöpfungssyndrom leiden und hat ihm dringend eine Auszeit empfohlen. Auch die Suizidgedanken und das alles nur noch negativ gesehen würde, wären schlechte Zeichen. Ein anderer Kollege hat von leistungsfördernden Medikamenten gehört und versorgt sich illegal damit. Er meint, ohne das Zeug würde gar nichts mehr gehen. Morgens nimmt er Tabletten zum aufputschen, – da fühlt er sich wie ein Rennpferd, zwischendurch noch Stimmungsaufheller und abends dann zum runterkommen nimmt er Schlafmittel. Ihm geht es auch schon ganz dreckig von dem ganzen Zeug und er müsste wohl eine Therapie machen, um wieder davon loszukommen. Er hat sich schon mit seiner Frau deswegen verkracht.

Der Chef lädt Sie und Ihre Kollegen zum Gespräch. Heute hat er mal wieder seinen cholerischen Anfall, wird ganz rot im Gesicht und droht schon umzukippen. Er regt sich furchtbar auf, dass die Software nicht läuft und Sie und Ihre Kollegen nichts auf die Reihe kriegen. Sie sollten sich doch alle mehr Mühe geben, mehr Einsatz zeigen, etwas für ihr Geld tun und nicht wie lahme Klappergäule vor sich hin schneckeln. Er erwartet Rennpferde in seinem Stall, insbesondere jetzt, wo noch mehr Aufträge auf ihre Bearbeitung warten. Alles muss schneller gehen. Mehr Effizienz!

Nach der Besprechung unterhalten Sie sich noch mit Ihren Kollegen und fragen sich, wo das noch enden soll. Sie sind jetzt schon alle am Limit, schon darüber und dann sollen sie noch mehr arbeiten, noch effizienter. Welche Möglichkeiten haben Sie jetzt? Geschlossen zum Chef gehen und ihm sagen, dass das so nicht laufen kann oder direkt nach einem neuen Job suchen? Oder auf den körperlich-seelischen Zusammenbruch warten?

Was ich mit diesem Beispiel sagen wollte ist, dass Überlastung, Überforderung immer einen destruktiven Charakter hat. Entweder führt Überlastung durch die Krise gleich zu einer Art von Depression, im schlimmsten Fall mit Suizid oder durch die Krise kommt es erst zu wahnhaften Vorstellungen, dass die Leistung beliebig gesteigert werden könnte, dass alles machbar ist mit den entsprechenden Mitteln und danach geht es dann in den Untergang.

Überlastung und Überforderung haben gerade im Bereich der Arbeit viel mit Ausbeutung zu tun. Auf Kosten der Angestellten wird der Gewinn übermäßig maximiert, was dann dem Management zu gute kommt. Der Raubbau egal ob an der Natur oder am Menschen ist immer ungesund und fordert in der Konsequenz hohe Kosten und hohen Aufwand für die Beseitigung der Schäden. Für diesen Raubbau bezahlen alle die entsprechenden Krankenkassengebühren.

Das schlimmste aus meiner Sicht ist, dass wir Menschen uns an ungesunde, negative Lebens- und Arbeitsumstände gewöhnen. Wir gewöhnen uns an die tägliche Überstunden. Wir gewöhnen uns an das Essen im Vorbeigehen. Wir gewöhnen uns daran, kaum noch Zeit mit der Familie zu verbringen. Wir gewöhnen uns daran, auch am Wochenende zu arbeiten. Und wir gewöhnen uns auch daran, uns alles von unseren Vorgesetzten gefallen zu lassen, jede Beleidigung, jede Manipulation und Erpressung. Wir hinterfragen nichts mehr, sondern akzeptieren alles. Viele haben einfach resigniert.

Dabei kann auch alles ganz anders laufen. Man braucht nur Menschen mit Weitblick und guter Ausbildung im Management. Dann kann auch eine hohe Leistungsfähigkeit mit und durch Work-Life-Balance gesichert werden.

Ich hoffe wirklich, dass in den kommenden Jahren durchgreifende Veränderungen geschehen. Wir können es uns schlichtweg nicht leisten, dass es so weitergeht.

Stellen Sie für sich eine Bilanz auf. Schauen Sie, wie es Ihnen geht, wo es hakt, was Sie ändern können und wo Sie professionelle Unterstützung in Anspruch nehmen sollten. Es gibt mehr Hilfe und Unterstützungsmöglichkeiten als Sie denken.

Lassen Sie sich nicht kaputt machen. Machen Sie lieber das Beste aus Ihrem Leben!

Denn es ist Ihr Leben und es ist wertvoll!

, , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Hinterlasse einen Kommentar

Herr der Ringe und der Hobbit – warum begeistern uns diese Filme so?

Warum ist die Geschichte um Frodo, Bilbo und all die anderen Gestalten so faszinierend? Warum gehen Massen von Menschen in diese Filme?

Lassen Sie uns einmal bewusst darüber nachdenken.

Im Prinzip kann man es auf einen ganz einfachen Nenner bringen: Die Filme zeigen uns eine Welt, die so unendlich viel reicher, lebendiger und interessanter ist als unsere eigene. In der Tat sind wir im Vergleich nur noch leblose, langweilige Schatten unserer selbst. Tag ein Tag aus folgen wir immer derselben Routine und wundern uns, dass wir irgendwann alt geworden sind und das Leben schon fast vorbei ist. Dann fragen wir uns – wo ist das Leben geblieben und wo waren wir? Haben wir wirklich gelebt? Und wenn ja, für was haben wir gelebt? Haben Sie sich auch schon mal gefragt, wofür Sie überhaupt leben? Geboren für das Hamsterrad? Wo ist das Abenteuer? Wo sind die Herausforderungen, die es gilt zu meistern? Und wo ist der Lohn für unsere Mühen? Der Schatz? Und wo sind die Ideale für die man kämpft?

Im Prinzip braucht man nur die ersten Minuten der Filme sehen und einem fällt direkt auf, was wir hier schwer vermissen. Da kommt der gute Gandalf einen Feldweg entlang. Die Landschaft ist phantastisch, – der Reichtum und die Schönheit der Natur fallen direkt ins Auge und ein tiefer Seufzer entfleucht dem einen oder anderen Kinobesucher. Wo haben Sie das letzte Mal eine derart schöne, gesunde Natur gesehen? Frei von Umweltgiften, frei von Zerstörung und menschlicher „Kultivierung“? Die Luft ist frisch und gesund und man kann bedenkenlos aus jedem Bach frisches, klares Wasser trinken. Es ist der reinste Kurort! Und nicht nur das fällt auf, nein, die begleitende Musik und der entspannte Gesichtsausdruck von Gandalf und den Hobbits zeigen, dass das Wort Stress in dieser Welt nicht existiert. Die Menschen, Hobbits und Elben leben ihr Leben. Sie folgen dem Rhythmus der Natur und leben in vollkommener Harmonie mit sich selbst und allem anderen. Das Burnout-Syndrom hat sie noch nicht erfasst. Auch von Psychopharmaka, Antidepressiva und Beruhigungspillen haben sie noch nie gehört. Alles ist in Ordnung, alles ist in Harmonie und alle erfreuen sich des Lebens. Da ist einfach kein Platz für Depressionen, für ein ausgiebiges Erschöpfungssyndrom oder ähnliches. Die Hobbits essen, trinken und feiern lieber und trotzdem schaffen sie ihre Arbeit. Leben und leben lassen. Im Film da geht das, da funktioniert es. Wir haben dafür die Leistungsgesellschaft oder besser Hochleistungsgesellschaft erfunden. Und unser höchstes Glück und Streben dient dem bestmöglichen Platz im Hamsterrad zu bekommen. Denn Konsum ist alles! Geld ist alles! Oder etwa doch nicht? Wie wäre es denn, wenn wir einfach in einer Gesellschaft leben würden, ohne „Leistung-„? Vielleicht in einer humanen Gesellschaft? In einer werteorientierten Gesellschaft? Da wären wir recht nah am Film. Stellen Sie sich das einmal vor – Sie könnten einfach Mensch sein! Unglaublich, nicht wahr? Vielleicht sogar beängstigend, denn wer weiß, was dann passieren könnte, wenn das Hamsterrad mal nicht auf Hochtouren läuft. Weltuntergang? Frieden? Ein erstes Durchatmen? Sich selber wieder fühlen? Leben? Ja, vielleicht würden wir dann wie die Hobbits erstmal ein schönes Fest feiern, essen, trinken, singen, tanzen und uns des Lebens erfreuen. Vielleicht würden wir dann diese tiefe Einheit mit allem, mit der Natur wieder fühlen, – das wieder gewinnen, was uns vor langer Zeit abhanden gekommen ist. Wieder in Ordnung sein,-  wie vor dem Fall. Ein Teil der Natur und nicht ihr Widersacher. Das wäre doch überlegenswert.

Schauen wir uns einmal an, wie es im Film weitergeht. Der gute Gandalf kommt ins Dorf der Hobbits und sorgt für Aufregung, – etwas ist passiert und das große Abenteuer kann beginnen. Wann haben Sie Ihr letztes Abenteuer erlebt? Noch nie? Schon lange her? Abenteuer sind die Würze des Lebens. Es ist das Unbekannte, was auf uns wartet. Wir müssen uns unseren Ängsten stellen, über uns selbst hinaus wachsen, für höhere Ziele Opfer bringen, mutig sein und kämpfen, Fallen vermeiden, Hindernisse überwinden, um am Ende erschöpft, aber glücklich und siegreich dazustehen. Auf dieser Reise ins Unbekannte begegnen wir uns selbst, bekommen den Spiegel vorgehalten, lernen ganz neue Seiten an uns kennen und entwickeln uns weiter. Wo bleiben diese Herausforderungen in unserer langweiligen, genormten Welt? Wo haben wir die Chance uns selbst zu entdecken und über uns hinauszuwachsen? Wo lohnt es sich Mühen und Opfer auf sich zu nehmen? Wo finden wir den Sinn unseres Lebens? Was können wir unseren Kinder erzählen?

Und wem begegnet Frodo nicht alles! Er trifft auf interessante, schöne, abscheuliche, starke, schwache Wesen jeder Art. Er begegnet den mystischen Elben mit ihrer großen Weisheit und Anmut, den Zwergen, den bösen und häßlichen Orks, den mächtigen Zauberern, wundersamen Naturwesen, etc. Und alle haben ihre Eigenheiten, sind ganz speziell, einzigartig, interessant. So viel Unbekanntes gibt es zu entdecken, zu lernen. Und wem begegnen wir in unserer Welt? Niemandem! Wir haben weitestgehend Flora und Fauna ausgerottet und freuen uns schon über einen Spatzen, der sich verirrt hat. Spatzen sind ja auch schon eine bedrohte Tierart. Mit etwas Glück sieht man mal einen interessanten Menschen oder etwas Schönes im Fernsehen. Sowohl das Schöne wie auch das Häßliche sind aus unserem Leben verschwunden. Wir leben nur noch im trendig-modischen Einheitsbrei und unsere Erzieher erzählen uns, dass wir alle gleich sind und überhaupt alles gut und gleich ist. Die Unterschiede sind verschwunden. Gut und Böse gibt es nicht mehr. Alles ist gut. Und was denkt der Kinobesucher? „Sch… aufs Hamsterrad! Sch… auf Auto, Handy, Karriere und TV! Sch.. auf den ganzen technischen Fortschritt! Ich will lieber in so einer Welt leben, – als Krieger, edle Dame, Zauberer, etc. und ein echtes, bedeutungsvolles Leben führen.“ Hier geht es nähmlich um Gefühle, um echte Erlebnisse, um Werte und Ideale. Da wird gekämpft – für die gute Sache, da wird gelitten, da wird geliebt und getrauert, da wird gefeiert und wirklich gelebt. Da gibt es noch Gefühle und keine Affektverflachung wie bei uns. Da ist man noch ganz Mensch. Da kann Mann noch Mann sein und Frau noch Frau. Und selbst die Kinder sind da noch Kinder. In unserer Welt weiß man das alles nicht mehr so genau, denn wir sind ja alle gleich. Selbst die Kinder sind ja heutzutage schon kleine Erwachsene im Hamsterrad. Männlich sein oder weiblich sein oder Kind sein, – das alles ist heutzutage nicht mehr gewünscht. Es passt nicht in unsere Norm.

Und so folgen wir unseren Totengräbern und ihrer Lehre.

Zum Glück gibt es ab und an Filme, die uns an das Leben erinnern, an das, was es wirklich ausmacht.

Ich wünsche uns allen, dass wir zum Leben zurückfinden, dass wir die Ketten des immer schneller rotierenden Hamsterrads sprengen und wahrnehmen, wer wir wirklich sind.

Machen Sie das Beste aus Ihrem Leben! Und lassen Sie sich von diesen wunderbaren Filmen inspirieren!

 

, , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Hinterlasse einen Kommentar

%d Bloggern gefällt das: