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Die Flucht in die Arbeit

Sind Sie auch auf der Flucht? Wovor flüchten Sie und wohin? Oder sind Sie vielleicht auf der Flucht und wissen es gar nicht, verdrängen es vielleicht sogar? Heutzutage sind sehr viele Menschen Flüchtlinge im psychologischen Sinne.

Wenn wir Menschen uns überfordert fühlen, wenn die Lebenssituation uns überlastet, wenn wir nicht mehr wissen wie es weitergehen soll, wenn die Realität zu hart und zu düster ist, dann neigen wir zum Fluchtverhalten.

In früheren Zeiten, als alles noch recht simpel war im Leben, ist man einfach dort hingegangen, wo die Lebensbedingungen besser waren. Damals war der Mensch noch frei oder freier als heute und so war es nicht unüblich, dass jeder sich seinen Platz zum Leben gesucht hat oder je nach Bedarf einfach weiter gezogen ist.

Heutzutage besteht oft nicht mehr oder nur sehr eingeschränkt die physische Fluchtmöglichkeit und so verlagert sich die Flucht aus der Überforderung auf die psychische Ebene. Man kann eben nicht einfach Mal seinen Wohnort wechseln, seinen Arbeitgeber, seinen Beruf, die Verwandtschaft, etc. Und so flüchten sich viele Menschen in eine bessere Welt, wo das Böse ausgeblendet wird, wo Frieden herrscht, wo es Glücksgefühle gibt, – dank Alkohol, Zigaretten und harten Drogen. Schon die kleine Zigarettenpause zwischendurch schafft Erleichterung, eine kleine, kurze Flucht in einen besseren, entspannten Zustand, um dann wieder in die stressige Realität mit mehr Energie zurückzukehren – bis zur nächsten Zigarettenpause. Oder das Bierchen am Abend, um den stressigen Tag im Büro zu vergessen, einfach abschalten. Oder der Vollrausch jedes Wochenende, um den ungeheuren Leistungsdruck im Studium zu überleben. Es gibt viele Fluchtmöglichkeiten heutzutage und eigentlich seit Menschengedenken. Bekanntermaßen gibt es gesundheitsschädliche Varianten und positive Ausgleichsmöglichkeiten. Während der eine sich dem Alkohol hingibt, geht der andere ins Fitnessstudio oder macht Yoga.

So haben wir im Prinzip immer die Wahl zwischen bewusstem, positiven Ausgleich und einer eher negativ geprägten Flucht in eine andere Welt, oft durch Suchtmittel provoziert.

Was vielen Menschen nicht wirklich bewusst ist, ist das Überarbeitung durch regelmäßige Überstunden, – das Workaholic-Dasein insgesamt, auch eine Flucht darstellt. Workaholics flüchten vor ihrem Privatleben, ihrer Beziehung, ihrer Familie, ihrer Freizeit und auch vor sich selbst. Oft erscheint es leichter sich in der Arbeit zu verlieren, als sich mit sich selbst auseinanderzusetzen, sich selbst wahrzunehmen, private Probleme zu bewältigen. Es ist einfacher sich im Job aufzureiben als sich selbst zu fragen, wer man eigentlich ist, was man eigentlich vom Leben erwartet, was der persönliche Sinn im Leben sein könnte, ob es nicht auch Alternativen gibt zur aktuellen Lebenssituation. Heutzutage werden die Menschen mit „Wissen“ vollgestopft wie eine Mastgans, in der Schule, in der Ausbildung, von den Medien, so dass sie nie wirklich die Gelegenheit haben, über sich und ihr Leben nachzudenken. Es scheint auch keine Notwendigkeit mehr dafür zu geben, da die Gesellschaft schon alles vorgibt. Und offensichtlich erzeugt dies eine gewisse innere Leere, ein „funktionieren müssen“, ohne wirklichen Sinn, ein Leben für die Rentenzeit oder um sich ein gutes Auto leisten zu können und Urlaub jedes Jahr. Sinnlosigkeit und innere Leere sind wie der Tod, – unerträglich. Und auch das „Funktionieren“, – wie eine Maschine, ist unerträglich, dem Leben zuwider.

Und so sorgen viele Menschen heutzutage für eine Dauerbelastung im Job, so dass sie ständig beschäftigt sind, um sich nicht mit sich selbst und der inneren Leere auseinandersetzen zu müssen. Dies führt dann natürlich zu noch mehr Stress am Arbeitsplatz und wirkt noch ansteckend und „leistungssteigernd“ auf die Kollegen. Und dann kommt der Burnout oder der Herzinfarkt oder direkt der Karoshi – der Tod durch Überarbeitung, wie es bei den Japanern heißt.

Nun stellen Sie sich einmal vor, dass Sie genau den Sinn Ihres Lebens kennen, dass Sie glücklich sind, sich im Kreis Ihrer Familie aufgehoben fühlen, einen Freundeskreis haben, Ihren Hobbys nachgehen, sich rundum wohl und fit fühlen. Was meinen Sie? Würden Sie in dieser Situation irgendeinen Sinn oder eine Notwendigkeit darin erkennen sich im wahrsten Sinne des Wortes tot zu arbeiten? Wahrscheinlich nicht. Ganz im Gegenteil, Sie würden Ihre Arbeit tun und sich dann auf Ihr Privatleben freuen, auch Pausen während der Arbeit einlegen – für Ihre Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Und neue Kraft würden Sie aus Ihrem glücklichen Familienleben ziehen, aus Ihren Hobbys und den gemeinsamen Unternehmungen mit Ihren Freunden. Und wahrscheinlich würden Sie gesund und fit alt werden und das Leben genießen.

Letztendlich haben Sie es in der Hand. Machen Sie das Beste aus Ihrem Leben. Lösen Sie Ihre privaten Probleme, stellen Sie sich Ihren persönlichen Herausforderungen, lassen Sie sich unterstützen, falls nötig, erforschen Sie den Sinn in Ihrem Leben und sorgen Sie für einen positiven Ausgleich, für positive Energiequellen. Das Leben hat weit mehr zu bieten als das mechanische Funktionieren in der Arbeitswelt. Wir sind keine Maschinen, die irgendwann einfach entsorgt werden. Wir sind Menschen und es liegt an uns unsere Welt menschlicher zu gestalten, lebenswerter.

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Infantile Bewältigungsstrategien Teil III – Flucht & Vermeidung

Infantile Bewältigungsstrategien – ein wirklich langer Begriff, den man als „böse“ interpretieren kann oder als Vorwurf. Dem ist aber nicht so. Der Begriff ist einfach neutral und beschreibt nur, wie Kinder Probleme bewältigen. Und wenn Erwachsene in alte Verhaltensweisen zurückfallen, dann ist das auch nicht „böse“, sondern ein weit verbreitetes Phänomen, was jeder kennt und jedem mehrfach im Leben passiert – denn nur die wenigsten Menschen sind perfekt. Es kann deshalb in dieser Serie nicht darum gehen, Menschen zu beleidigen oder ihnen einen Vorwurf zu machen, sondern es geht allein darum aufzuklären, um einfacher durchs Leben zu kommen. Wenn wir nämlich in kindliche Verhaltensmuster zurückfallen, dann verstärken wir Probleme anstatt sie zu lösen.

Wenn wir im Leben mit etwas konfrontiert werden, was wir entweder nicht begreifen können oder nicht im Stande sind zu bewältigen, neigen wir in der Regel zur Flucht oder wir vermeiden die Situation oder Thematik. Das ist ziemlich normal und natürlich. Es gilt insbesondere für Kinder. Kinder wissen recht wenig von der Welt und fühlen sich auch sehr abhängig von den Erwachsenen. Entsprechend können sie leicht seelisch verletzt oder traumatisiert werden.

Nehmen wir ein einfaches Beispiel. Ein Kind begegnet einem Hund. Der sieht erst ganz freundlich aus und wedelt mit dem Schwanz. Das Kind freut sich, will ihn streicheln und plötzlich bellt der Hund. Das Kind verschreckt sich, fängt an zu weinen und sucht Schutz bei der Mama. Im schlimmsten Fall meidet das Kind von nun ab alle Hunde – auch später als Erwachsene. Das Verhalten ist gut nachvollziehbar, aber nicht unbedingt die beste Lösung. Als Erwachsener weiß man, dass nicht jeder Hund gefährlich ist, dass ein Hund einen erstmal kennenlernen muss und dass man ihn dann auch oft streicheln kann. D. h. die Vermeidungsstrategie aus der Kindheit kann aufgegeben werden. Man kann dazu lernen, seine Wahrnehmung und Haltung ändern, was dann zu einer Entspannung der Situation führt. Das betroffene Kind/ die Erwachsene muss dann keine Angst mehr vor Hunden haben und auch keinen großen Bogen um sie machen.

Ähnlich ist es, wenn man sich selbst von einer schlimmen Sache dissoziert, sich distanziert, um sich nicht mitverantwortlich zu fühlen oder sich nicht geistig-seelisch zu belasten. Das ist auch eine natürliche, nachvollziehbare Verhaltensweise und dient dem Selbstschutz. Stellen Sie sich einmal vor, Sie sehen sich eine Dokumentation über die Tierhaltung und den Schlachtbetrieb an. Wahrscheinlich sind Sie hinterher traumatisiert. Die Mißstände sind furchtbar und werden zu Recht angeprangert. Aus Ihrem traumatischen Erlebnis heraus beschliessen Sie spontan kein Fleisch mehr zu essen. So entledigen Sie sich unbewusst psychologisch der Mitverantwortung und Schuld. Sie befreien sich von einem schlechten Gewissen. Der Effekt ist, dass es Ihnen direkt besser geht. Es kann nun sein, dass Sie Ihre Freunde nun als mehr oder weniger „böse“ Menschen betrachten, weil sie weiter Fleisch essen. Vielleicht machen Sie ihnen auch Vorwürfe.

Nun betrachten wir die Situation etwas aus der Distanz. Die Vorgänge sind psychologisch klar nachvollziehbar. Neben einigen anderen Aspekten zeigt sich aber hier wieder ein klares Vermeidungsverhalten, eine infantile Bewältigungsstrategie. Sie können das Thema Massentierhaltung nicht bewältigen. Es ist einfach zu komplex. Also ziehen Sie sich zurück und distanzieren sich. Das schafft Erleichterung.

Nehmen wir nun einmal an, Sie wären nicht traumatisiert von der Dokumentation. Sie würden also vom Verstand her an die Sache gehen. Nun würden Sie wahrscheinlich feststellen, dass sich durch den Fleischverzicht nichts an der Massentierhaltung ändert, dass noch nicht einmal ein einziges Tier gerettet wird. Sie würden jetzt überlegen, was man denn machen könnte, um etwas zum Positiven zu verändern. Vielleicht würden Sie einen Verein gründen, eine Demonstration veranstalten, mit Politikern sprechen oder auch einen Gnadenhof für ältere Tiere gründen.

Ich hoffe, es ist nachvollziehbar – die kindliche Strategie funktioniert nicht, die Strategie aus Erwachsenensicht schon. Gerade bei dem Beispiel kommen die Betroffenen oft in die Bredouille, weil sich das Verhalten für die Angehörigen jeglicher Logik entzieht. Weil offensichtlich keine Tiere gerettet werden. Weil man in der Regel auch bei Fleischverzicht tierische Produkte in Form von Kosmetik, Schuhen, Kleidung, etc. kauft. Weil auch für andere Lebensmittel Lebewesen leiden müssen. Konsequenterweise dürfte man am Ende nur noch Früchte essen, die selbständing vom Baum gefallen sind und deren Kerne man aktiv in der Natur verstreut. Die Frutaner leben so.

In erster Linie sind wir unserem Gewissen verpflichtet. Wir müssen mit der Lebensart zurecht kommen, die wir für uns gewählt haben. Wir müssen für uns selbst Verantwortung übernehmen, – selbst Entscheidungen treffen.

Ich möchte nur eines – Sie unterstützen für sich die richtige Wahl im Leben zu treffen, – nicht aus traumatischen Erfahrungen heraus, sondern aus Klarheit und Wissen heraus, aus einer guten Intuition.

Das Leben an sich ist schon schwer genug. Da kann man es sich erleichtern, wenn man – wie hier – sich ungünstiger Bewältigungsstrategien bewusst wird und mit kühlem Kopf Lösungen sucht.

Also, machen Sie das Beste aus Ihrem Leben! Und wenn Sie sich oder andere bei einer „infantilen Bewältigungsstrategie“ ertappen, dann schmunzeln Sie doch einfach darüber! Lachen ist gesund!

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