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Der richtige Umgang mit der Angst

Da ist sie wieder, diese Angst. Die Angst zu versagen, die Angst Herausforderungen nicht mehr gewachsen zu sein oder einfach die Angst im Dunkeln allein unterwegs zu sein. Ängste gibt es in Unmengen und in unendlich vielen Variationen. Man kann vor allem Angst haben, sich fürchten.

Ängste können einem das Leben schwer machen, können einen einengen, behindern, Erfolg und Glück im Leben blockieren. Wo kommen sie her, was wollen sie und wie werden wir sie wieder los? Was sind Ängste und warum fühlen wir uns so machtlos ihnen gegenüber?

Lassen Sie uns gemeinsam über die Fragen nachdenken. Stellen Sie sich einmal vor, Sie sind gerade in Afrika unterwegs und durchkämmen den Busch. Ihre Aufmerksamkeit ist gesteigert. Ganz intensiv lauschen Sie den Geräuschen und Ihre Augen scannen regelrecht die Umgebung. Sie wissen, dass es da draußen wilde Tiere gibt. Plötzlich sehen Sie in einiger Entfernung einen Löwen auf Pirsch. Ihr Blutdruck steigert sich. Sie fangen an zu schwitzen. Ihr Puls rast. Die Atmung geht heftig. Sie müssen blitzschnell die richtige Entscheidung treffen, um zu überleben. Sie wissen, Flucht ist Ihre einzige Alternative und zwar schnell, so lange der Löwe Sie noch nicht gewittert hat. Sie schleichen sich geduckt außer Sichtweite und fangen dann an zu rennen als wären Sie Usain Bolt auf dem Weg zur nächsten Goldmedaille. Ihr Körper ist voller Energie und Sie hätten nie gedacht, dass Sie zu solchen Leistungen fähig wären. Als Sie am Auto ankommen und in Sicherheit sind, sind Sie über Ihre Leistungen selbst erstaunt. Sie haben noch einmal Glück gehabt und Ihr Leben gerettet.

Nun überlegen Sie einmal, was passiert wäre, wenn Ihr Körper nicht so auf die Situation reagiert hätte. Wahrscheinlich wären Sie ganz entspannt geblieben und der Löwe hätte Sie letztendlich gefrühstückt.

Was ist da eigentlich passiert? Im Prinzip haben Sie eine Bedrohung wahrgenommen, worauf Ihr Körper Unmengen von Energie freigesetzt und sich für eine Kampf- oder Fluchtreaktion bereit gemacht hat. Nur durch diese instinktive Reaktion wurde das Überleben gesichert. Heutzutage nennt man das Stress und Stressreaktion gekoppelt mit Angstempfindungen, wobei die Angst von alleine verschwindert, sobald die bedrohliche Situation vorüber ist und eine Kampf- oder Fluchtreaktion stattgefunden hat.

An diesem Beispiel können Sie sehen, wie wichtig die Mobilisierung der körpereigenen Energiereserven ist, – inklusive Steigerung von Blutdruck, Atmung und Ausschüttung von Stresshormonen. Sie dient in der Natur einfach dem Überleben durch Kampf oder Flucht. Und die Angst vor wilden Tieren oder anderen lebensbedrohlichen Situationen, dient in der Natur auch nur dem Überleben. „Stress“ und Angst sind also natürliche Funktionen bei Mensch und Tier. Sie haben ihren Zweck.

Heutzutage leben wir Menschen nicht mehr in der wilden Natur und müssen auch in der Regel nicht vor gefährlichen Tieren flüchten oder mit anderen Menschen kämpfen. Die Stress- und Angstsituationen haben sich geändert. Man unterscheidet heute generell zwischen positivem Eustress und negativen Disstress. D. h., wenn man sich auf etwas freut und sich dann der Körper bereit macht, um die entsprechende Leistungen bringen zu können, dann ist das positiv und der sogenannte Eustress. Der Körper mobilisiert sozusagen seine Kräfte, um zu laufen, zu radeln oder eine tolle Herausforderung zu meistern. Im Disstress sind wir, wenn wir etwas machen, was wir eigentlich gar nicht wollen. Disstress ist leider sehr häufig heutzutage und ein echtes, auch gesundheitliches Problem. Mit Disstress hängen sehr viele Ängste zusammen.

Stellen Sie sich einmal vor, Sie müssen in eine mündliche Prüfung, vielleicht im Abitur oder im Studium oder Sie müssen Rede und Antwort stehen bei einem Vorgesetzten auf der Arbeit. Wenn Ihnen so eine Situation nichts ausmacht oder Sie sogar gerne solche Situationen erleben, dann gehören Sie sicherlich zu den Ausnahmen. In der Regel bedeutet eine mündliche Prüfung unabhängig von der Vorbereitung puren Stress, – Distress. Sie sind aufgeregt. Ihr Körper produziert fleißig Stresshormone und treibt so Blutdruck und Atmung hoch. Sie fühlen sich so energiegeladen, dass Sie direkt einen 100 Meter Lauf in Bestzeit machen könnten – doch an Flucht ist nicht zu denken. Im Gegenteil, – Sie müssen sich zusammenreißen, damit Sie nicht vor lauter Aufregung Ihre Prüfung vergeigen – und dass, obwohl Sie sich optimal vorbereitet haben. Der Blackout droht, Angstgefühle machen sich breit und Sie malen sich schon Horrorszenarien aus, was passiert, wenn Sie es nicht schaffen. Sie sind schon regelrecht in Weltuntergangsstimmung. Da fehlt jetzt nur noch ein böser Blick vom Professoren und Sie brechen in Tränen aus.

Wir kennen alle solche oder ähnliche Situationen, wo wir uns unendlich unwohl fühlen, schweißgebadet sind und am liebsten wegrennen würden. Doch wir können nicht! Und genau das ist das Problem. Der Körper ist voll Energie, die er abbauen will, – abbauen muss und er darf es nicht! Die Stresshormone bleiben weiterhin im Blut und der wichtige Ausgleich findet nicht statt. Je mehr negativen Stress wir erleben, desto leichter fühlen wir uns gestresst. Wir haben dann einfach nicht mehr die Kapazitäten, um stressigen Situationen sinnvoll zu begegnen. Es stellt sich der sogenannte Dauerstress sein, – gefördert durch Unmengen von Kaffee, ungesunder Lebensweise und mangelndem positiven Ausgleich wie Freizeit, Sport, Hobbys und Familienleben.

Je mehr wir gestresst sind, desto anfälliger werden wir auch für alle möglichen Ängste. Stress bedeutet oft Überlastung und Überlastung bedeutet, dass wir unsere Aufgaben und Ziele nicht mehr schaffen. Das schafft noch mehr Stress mit noch mehr Ängsten. Ein Teufelskreis. Mit der Zeit werden die Ängste immer irrationaler und man fühlt sich immer ohnmächtiger, was dann zu Resignation und Depressionen führen kann.

Wie wir sehen, hatten Angst und Stress früher eine durchaus positive Bedeutung, – eine Schutzfunktion, die zu Flucht- oder Kampfverhalten geführt hat und so das Überleben sicherte. Durch die Flucht- oder Kampfreaktion wurde die überschüssige Energie samt den Stresshormonen abgebaut, neutralisiert und das Leben konnte weitergehen. Nur heute fehlt dieser natürliche Ausgleich, weil wir nicht mehr flüchten oder kämpfen können und das macht uns krank. Wir entwickeln heutzutage scheinbar vollkommen irrationale Ängste als Auswirkung von dem Dauerstress, dem wir ausgeliefert sind. Es sind klare Zeichen von Überlastung, von einem Leben, was nicht mehr natürlich ist, nicht mehr den Gesetzen der Natur entspricht. Wir sind ins Ungleichgewicht geraten und wissen oft nicht mehr, wie wir da wieder rauskommen sollen. Und das macht noch mehr Angst.

Was kann man nun tun?

Generell ist es sinnvoll für mehr Ausgleich im Leben zu sorgen und die Überlastung auf eine normale Belastung wieder runter zu schrauben. Es gibt sogar mittlerweile Firmen, die verstanden haben, dass Überstunden schädlich für den Unternehmenserfolg sind, – ganz einfach weil die Leistungsfähigkeit rapide sinkt, die Mitarbeiter eine negative Einstellung zu Ihrer Arbeit entwickeln, öfter krank werden und auch die Arbeitsergebnisse sich verschlechtern. Tatsächlich sind Arbeitgeber lernfähig.

Um akuten Stress runterzufahren und die Stresshormone effektiv abzubauen, gibt es ein ganz einfaches Mittel – körperliche Bewegung. In stressigen Situation gibt es oft die Möglichkeit ein paar Minuten zu benutzen, um mal eben die Treppe rauf- und runterzurennen oder alle Muskeln mehrfach anzuspannen und zu entspannen oder den Flur auf- und abzulaufen. All dies reduziert Ihren Stresspegel und hilft Ihnen besser mit der Situation klarzukommen. Und wenn Sie Ihren Stress abbauen, bauen Sie auch gleichzeitig Angstgefühle ab.

Und nun stellen Sie sich einmal vor, dass Sie sich kurz vor der mündlichen Prüfung befinden und nun ganz bewusst ein paar Mal die Treppen rauf und runter laufen, um Ihren Energieüberschuss abzubauen. Und kurz vor der Prüfung machen Sie einige Atemübungen, um sich weiter zu beruhigen. Nun gehen Sie recht entspannt, aber aufmerksam in die Prüfung und geben Ihr Bestes.

Nun möchte ich noch auf einen anderen Aspekt von Angst eingehen.

Angst kann auch als eine Form von Defizit, – Mangel auftreten. Dieser Mangel kann ganz unterschiedliche Formen annehmen. Angst kann ein Mangel an Mut sein oder ein Mangel an Energie, Leistungsfähigkeit, Wissen, Vertrauen, Selbstbewusstsein, Glauben, Liebe, etc. Wenn das der Fall ist, hilft nur dieses Defizit auszugleichen. Das, was fehlt, muss entwickelt und gestärkt werden. Nur dann verschwindet die Angst.

Angst kann aber auch ein Hinweis sein, dass man sich selbst zu hohe Risiken ausgesetzt hat und nicht wirklich weiß, was einen im schlimmsten Fall erwartet. Das hat dann etwas mit Management, Planungssicherheit und Worst-Case-Szenarien zu tun.

Stress und Ängste können heutzutage effektiv bearbeitet werden und so auf ein gesundes und natürliches Maß gesenkt werden. Sie können sich gut selbst helfen. Sie können sich aber auch beraten und unterstützen lassen. Hypnose und Coaching bieten gute Möglichkeiten, um Stress und Ängste abzubauen und positive Eigenschaften zu fördern.

Lassen Sie sich nicht länger das Leben schwer machen. Gehen Sie aktiv gegen Ihre Ängste und Ihren Stress an, – für mehr Lebensfreude, Gesundheit und Glück!

 

 

 

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