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Die Top Ten der Hypnose-Irrtümer

In der Hypnosepraxis begegnen ich und meine Kollegen nahezu täglich den gleichen Irrtümern über Hypnose. Deshalb möchte ich an dieser Stelle einmal die Top Ten vorstellen und mit falschen Vorstellungen von der Hypnose aufräumen.

Platz 1: „Ich war ja gar nicht bewusstlos!“

Das ist der absolute Klassiker. Der Klient hat die Vorstellung, dass Hypnose gleichbedeutend mit Bewusstlosigkeit ist. Preisfrage: Haben Sie schon mal einen Coach oder Therapeuten gesehen, der erfolgreich mit einem Klienten in Narkose, Koma oder Ohnmacht arbeitet? Wahrscheinlich nicht. Ein ansprechbares Bewusstsein ist zwingend erforderlich, um im Coaching oder in der Therapie arbeiten zu können. Hypnose bedeutet nur, dass eine gewisse Bewusstseinsveränderung stattfindet, die die Arbeit wesentlich vereinfacht und verbessert.

Platz 2: „Hilfe, ich bin willenlos!“

Nein, Sie sind nicht willenlos, – Sie sind kooperativ! Hypnoe funktioniert nur über Vertrauen und Zusammenarbeit. Selbst die berüchtigten Show-Hypnotiseure brauchen Ihre Zustimmung und Kooperationsbereitschaft, sonst funktioniert gar nichts. Dies gilt umso mehr in Therapie und Coaching. Vertrauen und Zusammenarbeit sind alles! Außerdem, – so wie Sie im Wachzustand gesunde Abwehrmechanismen haben und nicht alles mit sich machen lassen, so ist das auch in der Hypnose. Ihr Unterbewusstsein weiß genau, was gut für Sie ist und was nicht. Ihr Unterbewusstsein ist übrigens ein ganz toller Partner in der Zusammenarbeit, der bereitwillig Ursachen von Problemen aufdeckt und an der Heilung kräftig mitarbeitet. Deshalb ist die Hypnose ja auch so erfolgreich – Dank Ihrer guten Mitarbeit!

Platz 3: „Ich war ja voll konzentriert!“

Erstaunlich aber wahr! Das Bewusstsein wird für sehr viele Anwendungen in Hypnose auf ein Thema konzentriert, ausgerichtet, denn nur so läßt sich effektiv ein Anliegen bearbeiten. Die Konzentration ist dabei oft sehr viel besser als im Normalzustand, da alle Ablenkungen und Störungen der Außenwelt wegfallen.

Platz 4: „Ich kann mich ja an alles erinnern!“

Das ist auch durchaus sinnvoll und normal. Sie sind nicht bewusstlos, sondern eher konzentriert und auf ein inneres Erleben ausgerichtet. Die Wahrnehmung hat sich zwar verändert, aber Sie bekommen alles mit, was passiert.

Platz 5: „Ich war ja voll da!“

Das ist auch ein Klassiker. Der Klient merkt manchmal überhaupt nicht, wie sein Bewusstsein sich von der äußeren Welt abzieht und sich auf ein inneres Erleben konzentriert. Nur der Hypnotiseur kann diesen Prozess verfolgen und erkennt an einer Vielzahl von Zeichen, dass der Klient schon in Trance ist. Ein Laie ist nicht in der Lage Veränderungen seines Bewusstsein wirklich wahrzunehmen. Die Veränderungen passieren schrittweise, sind graduell und Hypnose funktioniert auf vielen Ebenen, egal ob Sie „wach“ sind, meinen wach zu sein, ob Sie im Entspannungszustand sind, ein Trancegefühl haben, etc. In Therapie und Coaching sind wir darauf angewiesen alle Möglichkeiten der Hypnose zu nutzen und dabei kommt es sicher nicht auf die Tiefe einer Hypnose an. Hypnose muss auch nicht angekündigt werden. Hypnose ist äußerst flexibel in der Anwendung und nur ein Hypnotiseur kann Ihnen sagen, was gerade passiert und in welchem Bewusstseinszustand Sie sich gerade befinden.

Andererseits kann ein Klient sich auch gegen Hypnose sperren und eventuell den Ehrgeiz entwickeln, die Künste des Hypnotiseurs herauszufordern. So ein Verhalten ist natürlich nicht zweckdienlich und sehr kontraproduktiv. Ein guter Hypnotiseur ist fähig jeden gesunden Klienten in Hypnose zu versetzen, – verbal wie auch nonverbal. Es gibt genügend Techniken dafür.

Platz 6: „Ich hab eine Hypnosesitzung hinter mir und bin noch nicht schlank!“

Auch dies ist ein Klassiker. Es gibt Klienten, die denken, dass der Hypnotiseur in die Bewusstlosigkeit befördert, dann nützliche Gedanken einpflanzt und kurze Zeit später sind sämtliche Probleme gelöst, – ohne, dass der Klient irgendetwas selbst tun müßte. Nun, das funktioniert so nicht. Hypnose kann nur eine unterstützende Funktion haben. Mindestens 50% hat der Klient selber Anteil an der Lösung seiner Probleme. Außerdem braucht alles seine Zeit. Wenn jemand abnehmen möchte, so kann die Hypnose die Ursachen für das Übergewicht finden, auflösen und heilen, dann auch den Stoffwechsel umstellen, das schrittweise Abnehmen verankern, etc. Der Körper braucht dann trotzdem seine Zeit und der Klient muss auch selber etwas für den Erfolg tun, – Sport treiben, auf die Ernährung achten, Stress abbauen, etc. Bis jetzt kann leider keiner zaubern und auch keine Wunder vollbringen, die die Naturgesetze ignorieren.

Platz 7: „Ich hab mich gar nicht entspannt während der Sitzung!“

Hypnose funktioniert auch prima ohne jegliche Entspannung. Sie funktioniert sogar hervorragend bei hohem Stress. Sie funktioniert im Sitzen, Stehen, Laufen, auch im Handstand, usw. In den meisten Fällen wollen wir natürlich es unseren Klienten so angenehm wie möglich machen und deswegen ist oft eine gute, wohltuende Entspannung mit eingebaut.

Platz 8: „Ich konnte ja sprechen während der Hypnose!“

Ja, man kann sogar sprechen und sich bewegen unter Hypnose. Das ist auch sehr sinnvoll, wenn wir hypnoanalytisch arbeiten und Ursachenforschung betreiben oder ein Feedback vom Klienten brauchen. Die Trance bleibt dabei bestehen. Oft haben die Klienten wenig Lust zu kommunizieren, weil es etwas ihre Entspannung stört. Letztendlich sind sie dann doch recht kooperativ. So kann dann sehr gut nachgeforscht werden, was wo im Argen liegt und wo Lösungsansätze zu finden sind.

Platz 9: „Hilfe, ich bin Cleopatra!“

Keine Angst! Selbst wenn Sie eine Rückführung machen, werden Sie wahrscheinlich nicht Cleopatra, Cäsar oder sonst eine illustre Figur der Geschichte sein. Die Idee, dass jeder ein „Promi“ war, ist vollkommener Unsinn. Tatsächlich sind viele Rückführungen in frühere Leben recht unspektakulär, ganz einfach weil es schon immer mehr „normale“ Menschen gegeben hat als „Stars und Promis“. Diese „Cleopatra-Phänomen“ ist eher ein Fall für die Psychotherapie als für ernsthafte Rückführungen. Natürlich findet man solche Gags hauptsächlich in unseriösen Talkshows im Fernsehen.

Platz 10: „Ich muss Hausaufgaben machen!“

Ein schrecklicher Gedanke – Hausaufgaben! Für manche wirkt dies direkt retraumatisierend, da sie an ihre Schulzeit denken müssen. Ab und an sind aber Hausaufgaben sehr wichtig und bestehen in der Regel aus Selbsthypnosesitzungen oder dem Anhören von Hypnose CDs, um gewisse Suggestionen zu vertiefen. Ohne Mitarbeit des Klienten können wir leider oft nicht viel machen. Der Klient muss während der Hypnose mit uns zusammenarbeiten und danach auch. Nur so können bei schwerwiegenden Anliegen langfristig Erfolge realisiert werden.

 

Das waren die Top Ten der Hypnose-Irrtümer. Bestimmt gibt es noch viele andere, falsche Vorstellungen von Hypnose und Hypnotiseuren. Was mich persönlich betrifft, kann ich Ihnen versichern, dass Sie bei mir in den besten Händen sind und ich stets um Ihr Wohlbefinden bemüht bin. Eine hohe ethische und professionelle Haltung ist selbstverständlich. Vertrauen und Kompetenz sind immer wichtig. Suchen Sie sich einen Coach oder Therapeuten, bei dem Sie sich gut aufgehoben fühlen und der stets das Beste für Sie will.

Dann können Sie auch das Beste aus Ihrem Leben machen!

Ihr Hypno-Coach & Psychologischer Berater

Falco Wisskirchen

 

PS: Hypnose funktioniert auch in geschriebener Form. Wußten Sie nicht? Haben Sie gar nicht gemerkt? Na, da sehen Sie mal! 😉

 

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