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Das unterdrückte Tier im Menschen

Wir leben in einer Zeit, wo ein überproportionaler Wert auf den Intellekt gelegt wird. In der Schule, in der ganzen Ausbildung wird nur der Verstand ausgebildet und dass über Jahrzehnte. Aus etwas anderem scheint der Mensch nicht zu bestehen, bzw. alle anderen Aspekte des Menschen werden gnadenlos ignoriert, verkümmern oder müssen sogar unterdrückt werden, weil sie in das Weltbild des Intellekts nicht mehr passen.

Wenn man die menschliche Gestalt gemäß der Ausbildung seiner Aspekte darstellen würde, dann würden wir alle mit riesigen Köpfen auf winzigen Körpern herumlaufen. Die Disharmonie wäre erschreckend. Wir wären Karikaturen unserer selbst.

Wenn wir nun einmal an die Vergangenheit denken, an alte große Kulturen, so wurde in der Regel allen Anteilen der menschlichen Natur Respekt erwiesen. Geist, Seele und Körper wurden gleichermaßen ausgebildet und auch den Bedürfnissen von Geist, Seele und Körper wurde Ausdruck verliehen.

Der Mensch war noch Mensch und kein Verstand mit Mensch. Menschsein war noch normal und menschliches Verhalten war akzeptiert.

Geist, Seele und Körper wurden kultiviert, gepflegt. Schönheit, Harmonie und Tugend waren das Ideal. Und natürlich gab es auch die andere Seite, die eher animalisch gesteuerte, wo die „niederen“ Instinkte oder Bedürfnisse befriedigt werden wollten.

Was wir heutzutage fast komplett vergessen haben, bzw. versuchen zu ignorieren und zu unterdrücken, dass sind diese animalischen Aspekte unserer Natur, das tierische am und im Menschen.

Wenn man einen Biologen fragen würde, dann würde er Sachen aufzählen wie Jagdtrieb, Fortpflanzungstrieb, Revierverhalten, Kampf- und Fluchtverhalten, aber auch Sozialverhalten, Partnerpflege und vieles mehr. Es sind die Dinge, die ganz fundamental dafür sorgen, dass es überhaupt Menschen gibt.

In unserer modernen Gesellschaft spielt Sex vordergründig eine riesige Rolle – im TV, in der Werbung, etc. aber wie schrecklich ist es, wenn tatsächlich jemand mal nackt oder beim Sex gesehen wird. Im Prinzip tuen wir so, als gäbe es das alles gar nicht, als würde Sex nicht stattfinden und als wären wir schon voll bekleidet geboren worden. Wir haben ein sehr zwiespältiges Verhältnis zu unserer körperlichen Natur.

Ähnlich ist es auch mit Aggressionen, mit Kampfverhalten, mit Wut. Zwar empfinden wir alle solche Emotionen und eigentlich würden wir gerne einmal unserer Wut freien Lauf lassen, vielleicht auch mit körperlicher Gewalt uns verteidigen, aber es ist Tabu. Der Intellekt erlaubt es nicht. Und so unterdrücken wir negative Emotionen, können Stress nicht abbauen, können noch nicht einmal fliehen, sondern müssen so tun als wäre alles bestens. Dabei vergiften uns die negativen, aufgestauten Emotionen und auch auf der körperlichen Ebene schaden uns die überflüssigen Stresshormone. Die Emotionen werden einfach nicht kanalisiert und abgebaut.

Ja und dann wundern wir uns, wenn dem einen oder anderen Menschen doch der Kragen platzt, die Emotionen überkochen wie bei einem Vulkan und vielleicht sogar ganz extreme furchtbare Sachen passieren wie Vergewaltigung, Mord, Gewaltverbrechen. Dann wundern wir uns „Wie konnte das nur passieren?“

Eines der besten Beispiele sind die indischen Massenvergewaltiger, wo die Vergewaltigungen Stunden andauern und die Opfer schwer verletzt oft kurze Zeit später sterben.

Warum ist das so? Warum passiert so etwas?

Wenn erwachsene Männer über Jahre nicht ihrem natürlichen Sexualtrieb nachkommen können, dann können sich im schlimmsten Fall die aufgestauten Emotionen so entladen. Da hilft dann auch kein Intellekt.

Folglich, – wäre die indische Gesellschaft in der Beziehung nicht so restriktiv, sondern würde offener mit solchen natürlichen Bedürfnissen umgehen, dann gäbe es auch nicht so furchtbare Vorfälle.

Nehmen wir ein anderes Beispiel. Für Jungen ist es normal miteinander zu ringen, zu raufen, Kräfte zu messen und eine gewisse Rangordnung herzustellen. Das machen alle männlichen Nachkommen im gesamten Tierreich. Heutzutage ist dies nicht erwünscht und diese biologisch angelegten Verhaltensweisen werden unterdrückt. Dies führt dann durchaus zu einer Aufstauung von Aggressionen. Energien werden nicht abgebaut und die Gewalt sucht sich dann neue Ventile.

Im Gegensatz zu der Verneinung dieses natürlichen Verhaltens in der modernen Gesellschaft, wurde früher dieses Verhalten in einer positiven Weise kultiviert. Junge Männer wurden im Kampf ausgebildet, was früher durchaus auch überlebensnotwendig war. Betrachtet man heutzutage junge Männer, die in einer Kampfsportschule sind oder im Boxverein, so sind sie im Vergleich mit anderen friedfertig, leiden nicht an aufgestauten Emotionen oder Energien und verhalten sich besonnen.

Als Fazit möchte ich dazu aufrufen unsere menschliche Natur in ihrer Gesamtheit wahrzunehmen, auch den eher tierischen Anteil und statt Unterdrückung lieber positive Wege zu finden, um Energien in gesunder Art und Weise abzubauen.

Wir müssen auch wieder dahin kommen, Geist, Seele und Körper gleichermaßen zu kultivieren. Der Intellekt wird leider vollkommen überschätzt. Obwohl wir ja alle so aufgeklärt und verkopft sind, leben wir immer noch zu 90% auf der unbewussten Ebene – weil es anders auch nicht geht. Der Verstand rechtfertigt deshalb im besten Fall hinterher unsere unbewussten Wünsche und Taten.

In diesem Sinne – machen Sie das Beste aus Ihrem Leben und akzeptieren und respektieren Sie sich in Ihrer vollständigen Natur. Seien Sie ein Mensch und nicht ein Intellekt mit Mensch.

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