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Der überschätzte Verstand

Diese Thema gehört auch zu meinen Lieblingsthemen, denn es funktioniert genauso wie die Selbsttäuschung in dem Märchen „Des Kaisers neue Kleider“. Heutzutage sind wir Menschen alle unheimlich aufgeklärt. All unsere Ansichten, unsere Entscheidungen, unser ganzen Weltbild ist scheinbar auf rein rationalen, wissenschaftlichen Fakten aufgebaut. Alles richtet sich nach unserem Verstand. Doch dies ist leider eine tiefgreifende Illusion, eine Selbsttäuschung, ein Selbstbetrug.

Die Idee, dass wir unser gesamten Leben nach unserem Verstand ausrichten, gibt uns eine tiefe Sicherheit. Alles ist ganz rational, alles beruht auf reinen Fakten, alles ist wissenschaftlich korrekt, absolut logisch, nachvollziehbar, argumentativ richtig. Keiner von uns würde heutzutage auf die Idee kommen, irrational zu handeln, da würde man sich ja lächerlich machen, da würde man ja wie ein Kind handeln, seinen Emotionen nachgeben.

Nein, wir sind vollkommen erhaben über Gefühle und irrationale Bedürfnisse. Wir sind kontrolliert, beherrscht. Wir machen immer alles richtig. Wir können unser Verhalten stets logisch erklären.

Oder auch nicht.

Hinter all diesen Ideen von Verstand, Logik, Wissenschaft stecken tief verwurzelte Ängste, Ängste vor der Unkalkulierbarkeit des Lebens, Ängste vor unseren eigenen Gefühlen, Wünschen und Bedürfnissen. Wir folgen dem Verstand, wie wir dem Ideal der Bürokratie folgen, – alles hat seine Ordnung, irgendwer hat einmal darüber nachgedacht und so hat auch alles irgendwie seine Berechtigung (Hauptsache, ich muss darüber nicht nachdenken und mich damit auseinandersetzen). Ja, und die Wissenschaft weiß sowieso alles, erklärt alles und was Wissenschaftler sagen, muss zwangsläuig richtig sein. Da können wir dann ruhigen Gewissens alles andere ausblenden. Das nennt man auch die Vogel Strauß Taktik.

Tatsächlich wird aber der Verstand gnadenlos überschätzt. Der Verstand hat eigentlich nur eine ordnende, Informationen verarbeitende Aufgabe. Er kann Mathematikaufgaben lösen. Er kann Lösungswege bestimmen. Er kann Informationen gewichten und unterscheiden. Und er kann neue Informationen mit bereits bekannten Informationen verknüpfen und uns so ein Verstehen von Sachverhalten ermöglichen. Wenn er gut trainiert ist, dann kommt er diesen Aufgaben gut nach. Der Verstand ist aber generell auf solche Aufgaben beschränkt. Wenn man jetzt einmal an Matheaufgaben denkt, – da kann es ganz schnell schwierig werden, längere Aufgaben im Kopf zu berechnen. Oder auch andere Aufgaben, die einigermaßen komplex sind, lassen den Verstand an seine Grenzen stoßen. Trotzdem erliegen wir der Illusion, alles würde auf dem Verstand basieren. Wenn dies so wäre, dann wären wir mit jeder kleinen Aufgabe im Alltag stundenlang beschäftigt und würden nichts auf die Reihe kriegen.

In Wirklichkeit hat der Verstand nur einen winzig kleinen Anteil an der Bewältigung von alltäglichen Aufgaben. Den großen Rest übernehmen andere Teile unserer Persönlichkeit. Um die 90% von der gesamten Informationsverarbeitung inklusive der Informationserfassung (Wahrnehmung) übernimmt unser sogenanntes Unterbewusstsein. Es greift dabei auf erlernte Verhaltensmuster zurück, Gedankenmuster, Gefühlsmuster und Filtermechanismen für die Wahrnehmung. Man könnte dies als irrationale, nicht wirklich faßbare Informationsverarbeitung bezeichnen. Die Informationsmenge ist hierbei riesig und wäre bewusst mit Hilfe des Verstandes nicht zu verarbeiten.

Die Wahrnehmung auf der unterbewussten Ebene wird als Instinkt, Bauchgefühl oder Intuition bezeichnet. Wir wissen irgendwie, wie wir erfolgreich reagieren können, was für uns gut oder falsch ist. In der Regel bestätigt sich anschließend unser Verhalten. Wir können es dann logisch nachvollziehen.

Nochmal vereinfacht gesagt: Über unsere Intuition stehen uns sehr viel mehr Informationen zur Verfügung als über den beschränkten, logischen Verstand. Darum können wir auch sehr sicher intuitiv richtige Entscheidungen treffen bzw. sollten ein schlechtes Bauchgefühl bei Entscheidungen unbedingt mit Hilfe des Verstandes überprüfen.

Leider haben wir heutzutage weitestgehend unser Vertrauen in unsere eigene Intuition verloren. Wir vertrauen nur noch auf den Verstand. Witzigerweise handeln wir aber doch oft nach unbewussten Impulsen, die wir erst nachträglich rationalisieren und damit sanktionieren. Beispiel: „Mein Gott, ist die Tasche schön, die will ich unbedingt haben, egal was sie kostet! (Aber ich hab ja eigentlich schon genug Taschen.)“ Die Tasche wird gekauft. „Ich hab die Tasche nur gekauft, weil sie gerade im Sonderangebot war. So habe ich 20 Euro gespart!“ Logisch? So „betrügen“ wir uns ständig selbst, in dem wir nachträglich noch passende Argumente für uns Verhalten finden.

Die alten Inder nannten früher den Verstand den Diener der Intuition. D. h. einfach, dass man intuitiv etwas erfasst und den Verstand dazu benutzt seine Wahrnehmung zu verstehen, erfolgreich zu nutzen. Beispielsweise stehen Sie gerade vor einem Problem und intuitiv wissen Sie, wie die Lösung aussehen muss, jetzt müssen Sie Ihren Verstand nutzen, um die Lösung auszuarbeiten, zu konkretisieren.

Je nach Kultur war und ist es noch üblich seine Intuition, seinen Instinkt oder sein Bauchgefühl zu trainieren, auszubilden, um so erfolgreicher Handeln zu können. Im Sport, insbesondere in den Kampfkünsten ist die instinktive Wahrnehmung einer Situation und das entsprechende Verhalten sehr wichtig. Für den Verstand bleibt einfach keine Zeit. Auch in den spirituellen Traditionen wird ein großer Wert auf die Ausbildung der Intuition gelegt, auf einer feinere, ganzheitliche Wahrnehmung seiner selbst, anderer Menschen und der Natur.

Nutzen auch Sie wieder mehr Ihre Fähigkeiten, Ihre Intuition und geben Sie Ihrem Verstand den Stellenwert, der ihm gebührt. Intuitiv leben heisst auch natürlicher, einfacher zu leben. Man muss nicht zwangsläufig alles mit dem Verstand durch kauen, um dann hinterher festzustellen, dass man doch wieder gewisse Faktoren vergessen hat zu berücksichtigen. Die Intuition ist so viel umfassender, direkter. Lernen Sie wieder Ihrer Intuition zu vertrauen. Trainieren Sie Ihr Bauchgefühl, folgen Sie Ihren Instinkten.

Machen Sie intuitiv das Beste aus Ihrem Leben!

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Was war Ihr Motiv?

Solche Fragen kennen wir aus Krimis, wenn sich der Kommissar und sein Team Gedanken machen, warum der Täter das Verbrechen begangen haben könnte. Wenn wir uns Krimis im Fernsehen anschauen, dann denken wir uns nicht viel dabei. Ist ja klar, dass Inspecteur Barnaby, Wallander, Horatio Caine und Co nach Tatmotiven suchen, – was sollen sie auch sonst machen?

Betrachten wir einmal die Frage tiefergehend: Da gibt es etwas – ein „Motiv“ – warum ein Mensch eine Tat begeht, also etwas tut. Es gibt somit Gründe für unsere Taten, – Motive, eine Motivation etwas zu tun. In den Krimis, neudeutsch „Crime“ sind es natürlich in der Regel eher kranke oder böse Motive, die die Täter zu ihren Verbrechen und Morden verleiten. Interessanterweise sind wir uns unserer Motive oft nicht bewusst. Wir verhalten uns so und so oder handeln einfach, weil es sich für uns richtig anfühlt. Manchmal denken wir auch, dass wir gar nicht anders handeln können. Da sich entspechend viele Verhaltensmuster auf der Ebene des Unterbewusstseins abspielen und fast vollautomatisch ablaufen, kommen wir eher selten auf die Idee sie zu hinterfragen. Das machen wir nur, wenn etwas nicht so läuft wie wir das erwartet haben.

Stellen Sie sich einmal vor, dass Sie sich ein neues Auto kaufen müssen, weil das alte nicht mehr über den TÜV kommt. Nun hat jeder seine ganz eigene, individuelle Art ein passendes Auto auszuwählen und zu kaufen. Dieser Prozess verläuft immer nach ähnlichen Kriterien, – Motiven, die unbewusst sind und erst im Nachhinein vom Verstand „logisch“, argumentativ hinterfütert werden. Man benutzt dabei tatsächlich seinen Verstand, um irrationale Entscheidungen nachträglich plausibel zu machen.

Nehmen wir einmal ein einfaches Beispiel: Ich persönlich würde mir einen netten kleinen Toyota kaufen. Warum? Nicht wegen irgendwelcher Autotests, Auszeichnungen oder ähnlich rationalen Gründen, sondern ganz irrational. In erster Linie, weil Toyota eine japanische Firma ist und ich mit Japan Perfektion und viele andere positive Werte verbinde. Gefühles Motto „Was aus Japan kommt, muss perfekt sein!“. Der zweite Grund: Ich mag das Logo von Toyota. Für mich sieht es aus wie ein Heiligenschein und das passt perfekt zu meiner spirituellen Ausrichtung. Dritter, vierter und fünfter Grund: Ein kleines Auto verbraucht wenig Benzin, somit entstehen geringe Kosten pro Monat und geringe Versicherungsgebühren. Das Design von Toyota gefällt mir auch. Fertig. Kaufen!

Analysieren wir jetzt mein Kaufverhalten: Da gibt es also mehrere Gründe, Motive, warum ich eine Autofirma bevorzuge, – rationale und irrationale. Die rationalen sind gut nachvollziehbar, weil wir heutzutage alle überall „sparen müssen“. Die anderen Gründe sagen viel über meine unbewussten, tief versteckten Motive aus. Wie Sie gesehen haben, taucht in meiner Beschreibung das Wort „perfekt“ oder „Perfektion“ recht häufig auf. Mein Wert oder Motiv ist also Perfektion. ich liebe Dinge, die perfekt sind und als spiritueller Mensch strebe ich nach Vollkommenheit, – Perfektion. Damit haben wir schon zwei wichtige Werte von mir – „Perfektion“ und „spirituelle Haltung“. Der nächste Wert ist „Kultur“, Wertschätzung von hoher Kultur, wie man sie u. a. in Japan findet. Dann habe ich noch eine Vorliebe für gutes Design und ich denke wirtschaftlich.

Wie Sie sehen, lassen sich aus den wenigen Sätzen so viele Motive und Grundwerte über mich in Erfahrung bringen. Da ich psychologisch und spirituell geschult bin, kenne ich mich auch selbst recht gut und weiß, warum ich welche Entscheidungen treffe. Für die meisten Menschen trifft dies aber nicht zu. Das wäre auch an sich kein echtes Problem, wenn nicht Medien, Werbung und Verkäufer psychologisch alle Tricks kennen, um ihnen Produkte schmackhaft zu machen, die sie vielleicht normalweise gar nicht kaufen würden.

Nehmen wir einmal an, Sie gehen in ein Autohaus, um sich ein passendes Auto auszusuchen. Der geschulte Autoverkäufer wird sehr schnell im Gespräch herausfinden, welche Motive und Werte für Sie wichtig sind. Wenn er seriös ist, wird er ihnen auch das passende Auto ganz nach Ihren Wünschen präsentieren. Falls er nicht seriös ist, dann wird das Auto für Sie passend gemacht. Es erhält dann alle Eigenschaften, die für Sie wichtig sind, auch wenn es objektiv nicht der Fall ist. Das unseriöse Verhalten kennt man vielleicht von Gebrauchtwagenhändlern, die einem sozusagen alles verkaufen und dann noch als Schnäppchen.

Unter Experten wird die Thematik auch als „Covert Hypnosis“ oder unterbewusste Kommunikation bezeichnet. Es ist eine Wissenschaft und gleichzeitig Kunst für sich, in der man seine Kommunikationsfähigkeiten vervollkommnen kann. Gute Kommunikation ist im Leben und im Beruf unheimlich wichtig.

Ich empfehle Ihnen auch einmal über Ihre Motive nachzudenken, was Ihnen wirklich wichtig ist und warum Sie Ihre Entscheidungen im Leben treffen. Machen Sie sich Ihre Werte bewusst und gestalten Sie so Ihr Leben erfolgreicher und schützen Sie sich auch so vor unseriösen Werbeversprechen und Verkaufsangeboten.

Wenn Sie mehr über Covert Hypnosis, unterbewusste Kommunikation und Werte erfahren möchten, dann besuchen Sie doch meinen Workshop zu dem Thema.

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