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Infantile Bewältigungsstrategien Teil III – Flucht & Vermeidung

Infantile Bewältigungsstrategien – ein wirklich langer Begriff, den man als „böse“ interpretieren kann oder als Vorwurf. Dem ist aber nicht so. Der Begriff ist einfach neutral und beschreibt nur, wie Kinder Probleme bewältigen. Und wenn Erwachsene in alte Verhaltensweisen zurückfallen, dann ist das auch nicht „böse“, sondern ein weit verbreitetes Phänomen, was jeder kennt und jedem mehrfach im Leben passiert – denn nur die wenigsten Menschen sind perfekt. Es kann deshalb in dieser Serie nicht darum gehen, Menschen zu beleidigen oder ihnen einen Vorwurf zu machen, sondern es geht allein darum aufzuklären, um einfacher durchs Leben zu kommen. Wenn wir nämlich in kindliche Verhaltensmuster zurückfallen, dann verstärken wir Probleme anstatt sie zu lösen.

Wenn wir im Leben mit etwas konfrontiert werden, was wir entweder nicht begreifen können oder nicht im Stande sind zu bewältigen, neigen wir in der Regel zur Flucht oder wir vermeiden die Situation oder Thematik. Das ist ziemlich normal und natürlich. Es gilt insbesondere für Kinder. Kinder wissen recht wenig von der Welt und fühlen sich auch sehr abhängig von den Erwachsenen. Entsprechend können sie leicht seelisch verletzt oder traumatisiert werden.

Nehmen wir ein einfaches Beispiel. Ein Kind begegnet einem Hund. Der sieht erst ganz freundlich aus und wedelt mit dem Schwanz. Das Kind freut sich, will ihn streicheln und plötzlich bellt der Hund. Das Kind verschreckt sich, fängt an zu weinen und sucht Schutz bei der Mama. Im schlimmsten Fall meidet das Kind von nun ab alle Hunde – auch später als Erwachsene. Das Verhalten ist gut nachvollziehbar, aber nicht unbedingt die beste Lösung. Als Erwachsener weiß man, dass nicht jeder Hund gefährlich ist, dass ein Hund einen erstmal kennenlernen muss und dass man ihn dann auch oft streicheln kann. D. h. die Vermeidungsstrategie aus der Kindheit kann aufgegeben werden. Man kann dazu lernen, seine Wahrnehmung und Haltung ändern, was dann zu einer Entspannung der Situation führt. Das betroffene Kind/ die Erwachsene muss dann keine Angst mehr vor Hunden haben und auch keinen großen Bogen um sie machen.

Ähnlich ist es, wenn man sich selbst von einer schlimmen Sache dissoziert, sich distanziert, um sich nicht mitverantwortlich zu fühlen oder sich nicht geistig-seelisch zu belasten. Das ist auch eine natürliche, nachvollziehbare Verhaltensweise und dient dem Selbstschutz. Stellen Sie sich einmal vor, Sie sehen sich eine Dokumentation über die Tierhaltung und den Schlachtbetrieb an. Wahrscheinlich sind Sie hinterher traumatisiert. Die Mißstände sind furchtbar und werden zu Recht angeprangert. Aus Ihrem traumatischen Erlebnis heraus beschliessen Sie spontan kein Fleisch mehr zu essen. So entledigen Sie sich unbewusst psychologisch der Mitverantwortung und Schuld. Sie befreien sich von einem schlechten Gewissen. Der Effekt ist, dass es Ihnen direkt besser geht. Es kann nun sein, dass Sie Ihre Freunde nun als mehr oder weniger „böse“ Menschen betrachten, weil sie weiter Fleisch essen. Vielleicht machen Sie ihnen auch Vorwürfe.

Nun betrachten wir die Situation etwas aus der Distanz. Die Vorgänge sind psychologisch klar nachvollziehbar. Neben einigen anderen Aspekten zeigt sich aber hier wieder ein klares Vermeidungsverhalten, eine infantile Bewältigungsstrategie. Sie können das Thema Massentierhaltung nicht bewältigen. Es ist einfach zu komplex. Also ziehen Sie sich zurück und distanzieren sich. Das schafft Erleichterung.

Nehmen wir nun einmal an, Sie wären nicht traumatisiert von der Dokumentation. Sie würden also vom Verstand her an die Sache gehen. Nun würden Sie wahrscheinlich feststellen, dass sich durch den Fleischverzicht nichts an der Massentierhaltung ändert, dass noch nicht einmal ein einziges Tier gerettet wird. Sie würden jetzt überlegen, was man denn machen könnte, um etwas zum Positiven zu verändern. Vielleicht würden Sie einen Verein gründen, eine Demonstration veranstalten, mit Politikern sprechen oder auch einen Gnadenhof für ältere Tiere gründen.

Ich hoffe, es ist nachvollziehbar – die kindliche Strategie funktioniert nicht, die Strategie aus Erwachsenensicht schon. Gerade bei dem Beispiel kommen die Betroffenen oft in die Bredouille, weil sich das Verhalten für die Angehörigen jeglicher Logik entzieht. Weil offensichtlich keine Tiere gerettet werden. Weil man in der Regel auch bei Fleischverzicht tierische Produkte in Form von Kosmetik, Schuhen, Kleidung, etc. kauft. Weil auch für andere Lebensmittel Lebewesen leiden müssen. Konsequenterweise dürfte man am Ende nur noch Früchte essen, die selbständing vom Baum gefallen sind und deren Kerne man aktiv in der Natur verstreut. Die Frutaner leben so.

In erster Linie sind wir unserem Gewissen verpflichtet. Wir müssen mit der Lebensart zurecht kommen, die wir für uns gewählt haben. Wir müssen für uns selbst Verantwortung übernehmen, – selbst Entscheidungen treffen.

Ich möchte nur eines – Sie unterstützen für sich die richtige Wahl im Leben zu treffen, – nicht aus traumatischen Erfahrungen heraus, sondern aus Klarheit und Wissen heraus, aus einer guten Intuition.

Das Leben an sich ist schon schwer genug. Da kann man es sich erleichtern, wenn man – wie hier – sich ungünstiger Bewältigungsstrategien bewusst wird und mit kühlem Kopf Lösungen sucht.

Also, machen Sie das Beste aus Ihrem Leben! Und wenn Sie sich oder andere bei einer „infantilen Bewältigungsstrategie“ ertappen, dann schmunzeln Sie doch einfach darüber! Lachen ist gesund!

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