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Das Leben und der Tod

Es gibt Themen, die verdrängt man lieber, weil sie schmerzvoll sind, weil man einfach überfordert ist, sie nicht wirklich verstehen kann.

Der Tod ist so ein Thema. Irgendwann kommt er. Manchmal weiß man, dass er kommt. Manchmal kommt er unerwartet, plötzlich. Keiner kann ihm entrinnen. Er betrifft uns alle und doch verdrängen wir ihn so gut wie möglich.

Was passiert nun, wenn er an unsere Tür klopft? Wenn wir wissen, dass es Zeit ist zu gehen? Wenn wir selbst gehen müssen oder jemand, den wir lieben? Ja, dann werden wir mit diesem „unschönen“ Thema konfrontiert. Dann müssen wir irgendwie gedanklich und gefühlsmäßig damit klarkommen, umgehen.

Oft kann es sein, dass uns dann nicht mehr viel Zeit bleibt, dass wir nicht wirklich vorbereitet sind, dass wir gar nicht wissen, was denn da jetzt passiert. Wir sind dann schlichtweg mit der Situation überfordert, wissen nicht, was wir tun sollen, was richtig ist, was wichtig ist.

Darum ist es sinnvoll sich vorab mal ein paar Gedanken zu machen.

Früher war alles in dieser Hinsicht einfacher. Jeder lebte in einem klar umrissenen Weltbild. Die Religionen haben die Menschen gelehrt, dass wir nach dem Tod in dieser Welt in eine höhere Welt kommen und das war für alle vollkommen klar. Es wurde auch nichts anderes erwartet oder in Frage gestellt. Jeder kam nach dem physischen Tod in eine jenseitige, bessere Welt.

Dieser Glaube hat den Menschen das Leben erleichtert. Sie wussten, dass es weiter geht, dass die Seele einfach nur den Körper abgelegt hat, um auf einer höheren Ebene weiter zu existieren.

In den ältesten Religionen war auch klar, dass die Seele wiederkommt, sich wieder inkarniert. In den jüngeren Religionen war dies dann nicht mehr so klar, dafür wurden dann Himmel und Hölle eingeführt.

Wie dem auch sei, der Glaube hat den Menschen früher ein klares, einfaches Verständnis gegeben über Leben und Tod. So war der Tod ein integrierter Bestandteil des Lebens und kein Tabuthema. Der Umgang mit dem Tod und dem Sterben war natürlich, normal. Jeder wusste, was ihn erwartet. Und die meisten hatten eine positive Einstellung zu einem Leben nach dem Tod in der physischen Welt.

Wie sieht es heute aus? Viele Menschen wissen nicht mehr, was sie glauben sollen oder können. Viele Menschen nennen sich Atheisten, Materialisten, Agnostiker oder Nihilisten und sind nicht gut auf Religion zu sprechen. Viele Menschen halten sich auch für Realisten, Rationalisten oder wissenschaftlich denkende Menschen.

Sie alle stehen vor der großen Leere, vor dem Nichts. Es gibt nichts, woran sie glauben könnten, was ihnen helfen könnte mit dem Tod umzugehen. Aus ihrer Sicht ist der Mensch nur ein zufällig entstandenes Materiekonglomerat, ein Haufen Atome, der sich für eine Individualität hält, der von sich glaubt lebendig zu sein. Und irgendwann zerfällt diese zufällige Materieanhäufung in ihre Einzelteile und das war es. Traurig oder?

Ich denke, es lohnt sich, sein Weltbild einmal zu hinterfragen und nach Antworten zu suchen.

Wenn der Tod dann an die Tür klopft, dann ist man wenigstens vorbereitet. Dann kann man sich auf diese Erfahrung einlassen. Dann kann man seinen Frieden machen, mit sich selbst und anderen. Dann kann man Abschied nehmen. Dann kann man in die Zeit der Trauer gehen. Und man weiß, dass das Leben weitergeht, dass es immer weiter geht und dass nach der Zeit der Trauer auch wieder eine Zeit der Lebensfreude kommen wird. Und man weiß, dass wir je nach Weltbild auch immer wieder kommen, um dem Sinn des Lebens weiter zu folgen.

Finden Sie Ihren Frieden. Finden Sie Ihre Antworten. Wenn Sie vorbereitet sind, dann ist vieles leichter, dann denken Sie auch an alles, was wirklich wichtig ist. Und wahrscheinlich sehen Sie Ihr Leben auch mit anderen Augen. Vielleicht zeigen Sie dann mehr Wertschätzung für all das Gute, was passiert. Vielleicht genießen Sie auch bewusster die gemeinsame Zeit mit Ihrem Partner, Ihrer Familie und Ihren Freunden. Das Rad der Zeit dreht sich leider immer nur in eine Richtung und leider können wir es auch nicht anhalten oder gar zurückdrehen.

Das Leben ist so kostbar. Leben Sie ganz bewusst!

Machen Sie das Beste aus allen Aspekten Ihres Lebens!

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Infantile Bewältigungsstrategien Teil I – Der Weltuntergang

Infantile Bewältigungsstrategien gehören zu meinen Lieblingsthemen, da ich sie äußerst faszinierend finde – wie Spock sagen würde. Nun was sind überhaupt „Infantile Bewältigungsstrategien“? Es sind Strategien mit Problemen mehr oder weniger erfolgreich umzugehen, die wir uns in unserer Kindheit ausgedacht oder irgendwie entwickelt haben. Was in der Kindheit vielleicht so einigermaßen funktioniert hat, funktioniert für uns Erwachsene nun nicht mehr. Trotzdem halten wir gerne daran fest, insbesondere, wenn uns nichts besseres einfällt oder wir uns vom Schicksal überrumpelt fühlen. Das Problem mit den infantilen Bewältigungsstrategien ist, dass sie einmal nicht wirklich funktionieren und zum anderen noch größere Probleme verursachen. Sie stellen eine Art Vermeidungsverhalten dar, sich wirklich mit einer problematischen Situation auseinanderzusetzen und eine echte Lösung zu erreichen. So wachsen die Probleme bis es irgendwann zu einem großen Knall kommt und massiver Schaden entsteht.

Ein kleines Beispiel: Wenn Sie als Kind sich die Augen zu halten, dann sind Sie nach kindlicher Logik unsichtbar – Sie sehen nichts und deshalb können Sie nicht gesehen werden. Logisch! Nun fällt beim Spielen eine Vase runter, Sie halten sich die Augen zu, sind unsichtbar und keiner kann nachverfolgen, dass Sie die Vase umgeworfen haben. Das ist die „Ich bin gar nicht da“-Logik. Auch als Erwachsener können Sie sagen „Ja, ich war gar nicht da, hab gar nichts gesehen, nichts gehört, etc.“ oder „Ich weiß von nichts, meine Name ist Hase.“ (Bugs Bunny) Wenn etwas Schlechtes oder Schlimmes passiert ist und Sie ignorieren es einfach, dann wird die Situation dadurch nur schlimmer, nicht besser. Als Erwachsener müßte man eingreifen und die Angelegenheit bestmöglich bewältigen.

In meiner kleinen Reihe über infantile Bewältigungsstrategien möchte ich einige dieser Verhaltensweisen vorstellen, hinterfragen und alternative Strategien aufzeigen. Wer an seinen infantilen Bewältigungsstrategien gerne festhalten möchte, sollte daher diese Blogreihe nicht lesen. Für alle anderen werden sich ein paar Aha-Effekte einstellen.

Teil I – Der Weltuntergang:

Vor ein paar Tagen hatten wir mal wieder einen Weltuntergang, der (leider/wie immer) nicht funktioniert hat. Haben Sie sich mal überlegt, wie man auf die Idee kommen kann, auf einen Weltuntergang zu hoffen, zu warten? Sind das nicht Zeichen schwerster Depressionen, wenn der eigene Suizid nicht mehr ausreicht und gleich die ganze Welt untergehen muss, damit es einem besser geht? Ist das nicht krank? Ein Fall für den Psychiater? Für die stationäre Aufnahme und Dauermedikation? Denken Sie einmal darüber nach. Tatsächlich sollten sich alle Lebewesen nach dem Leben sehnen, nach einem erfüllten, glücklichen Leben, nach Lebensfreude. Und was machen die Menschen? Sie sind Miesepeter. Sie erwarten den Untergang.

Und warum? Jetzt kommen wir zu den äußerst interessanten Ursachen. Es ist ganz einfach. Die Menschen haben erkannt, dass ca. 10% sich absolut mies verhalten, andere ausbeuten, etc., 80% mal gut mal böse sind und nur 10% als absolut gut zu sehen sind. Das heißt, vereinfacht gesagt, 90% aller Menschen sind mehr oder weniger Egoisten, die in erster Linie nur an sich selbst denken und auf Kosten der anderen wirtschaften. Anders ausgedrückt: „Die Welt ist schlecht und muss deshalb zwangsläufig untergehen!“ So, deshalb die miese Grundstimmung und der Schrei nach Weltuntergang und jüngstem Gericht mit Bestrafung durch Gott.

Was bedeutet das denn? Der Mensch sagt „Gut, wir sind hauptsächlich miese Egoisten, wir denken nur an uns selbst, beuten die Welt aus, betrügen uns gegenseitig. Wir wissen, dass das alles nicht in Ordnung ist – aber wir sind eben so und lehnen jede Verantwortung ab. Deshalb brauchen wir Gott bzw. Jesus, damit er für Gerechtigkeit und Ordnung sorgt – irgendwann einmal, wenn der Weltuntergang gekommen ist. Bis dahin arbeiten wir weiter fleißig am Untergang, damit Jesus schneller kommt und die Welt in ein Paradies verwandelt.“ Logisch, – nicht wahr?! Hier haben wir wieder eine dieser wundervollen infantilen Bewältigungsstrategien.

In der Tat ist es der Ruf nach einem Erwachsenen (Jesus), der für Ordnung sorgt, für das Chaos, was die Kinder (Menschen) angerichtet haben. Die Kinder (Menschen) zeigen sich überfordert, lehnen jede Verantwortung ab – „der Teufel hat uns geritten, wir sind unschuldig, wir konnten nicht anders“ und Papa (Gott/Jesus) solls wieder richten. Kinder sind so und haben eben ihre eigene kindgerechte Logik. Nur funktioniert sie nicht, weil sie an der Realität vorbeigeht. Deswegen haben wir auch nie einen Weltuntergang und deshalb können wir noch sehr lange warten, bis Jesus oder ein anderer Erwachsener kommt, um die Welt in ein Paradies zu verwandeln.

Wie sähe denn eine Alternative aus? Der Mensch könnte sagen „Gut, wir haben uns über Jahrhunderte echt mies verhalten, aber wir können aus unserem Fehlverhalten lernen, positive Werte aufstellen, an denen wir unser Leben und Handeln orientieren wollen. Wir können die Schäden, die wir verursacht haben, wieder beheben. Wir können selber Verantwortung für uns und unser Verhalten übernehmen (da es auch niemand anderen gibt) und wir können selbst unsere Welt schön gestalten, so dass wir alle mit Freude leben.“

Na, das wäre doch mal ein Ansatz.

In letzter Zeit hat der atheistische Materialismus vermehrt den Platz der Religion eingenommen – auch ein Zeichen für den Weltuntergang. Interessanterweise wurde aber an der Idee der Weltrettung festgehalten. Anstelle des Messias ist nun Superman getreten, der die Bösen richtet und den Guten zum Sieg verhilft. Ja, und wir haben nicht nur Superman, sonder auch Superwoman und eine ganze Schar von Weltrettern, die auch alle ganz genau in allen Einzelheiten in Comics dargestellt und festgehalten werden. So wartet auch der Atheist, der Materialist, der Ungläubige auf jemanden, der ihm die Verantwortung für sein Leben abnimmt und für ihn sozusagen die Drecksarbeit erledigt. Warum soll man denn auch seine eigene Suppe auslöffeln, wenn es ein Messias oder Superman viel besser machen kann?!

In diesem Zusammenhang fällt mir noch so eine „tolle Idee“ ein. Manche Menschen glauben daran, dass Jesus von Gott, seinem Vater auf die Erde geschickt wurde, damit er für all die Sünden der Menschen stellvertretend gequält und getötet wird. Er übernimmt als Opferlamm die Bestrafung. Toll, nicht wahr? D. h. wir brauchen nicht nur einen Weltretter, sondern auch noch einen Sündenbock, der all die Strafen übernimmt, die eigentlich für uns selbst gedacht waren. Wiederum eine wunderbare, infantile Bewältigungsstrategie „Ich habe Mist gebaut, aber soll doch der unschuldige XY dafür büßen!“ Die Krönung des ganzen ist noch, dass es nicht irgendein armer Mensch ist, der zum Sündenbock gestempelt wird, sondern der Sohn Gottes in seiner Reinheit und Majestät persönlich. Ich glaube, wenn ich Gott wäre, hätte ich da doch eher noch mal mindestens eine weitere Sintflut über solche Menschen geschickt, anstatt mein eigenes Kind zu opfern. Was meinen Sie? Was hätten Sie gemacht? Finden Sie so etwas gerecht oder sinnvoll?

Übrigens, es gibt wirklich religiöse Menschen, die aktiv und bewusst am Weltuntergang arbeiten, um das Erscheinen des Messias zu beschleunigen. Wahnsinn, nicht wahr?! Natürlich damit wir hinterher das Paradies auf Erden haben. Logisch?!

Während viele Menschen auf den nächsten Zeitpunkt eines eventuellen Weltuntergangs warten, warte ich darauf, dass mehr und mehr Menschen erwachsen werden, die Verantwortung selbst in die Hand nehmen und anfangen, die Dinge zum Positiven hin zu verändern. Denn irgendwann ist es wirklich einmal zu spät und sehr wahrscheinlich kommt dann keiner, – weder Jesus noch Superman und auch keine Außerirdischen.

„Wir sind die, auf die wir schon immer gewartet haben!“ lautet eine Sprichwort.

In diesem Sinne – machen Sie das Beste aus unserem Leben!

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