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Blitzermarathon, Verkehr und die Psychologie

Heute (Do, 10.10.2013) ist es wieder so weit. Der Blitzermarathon steht bevor. Gnadenlos werden die Temposünder erkannt und hart bestraft. Endlich!

Radarfallen, mobile Blitzer und alle ausgeklügelten Spezialanlagen, um Temposündern auf die Schliche zu kommen, dienen alle nur der Sicherheit und der Aufrechterhaltung der Ordnung. Sünder müssen bestraft werden, – das lehrt uns schon die Bibel. Temposünder insbesondere.

Mal ganz unter uns – sind Sie auch ein Sünder? Haben Sie schon viel gesündigt? Und, – bereuen Sie? Haben Sie schon Buße getan? Wurde Ihnen vergeben? Konnten Sie sich selbst vergeben?

Nun kann man darüber philosophieren, wer oder was ein Sünder ist und wie eine angemessene Strafe aussehen sollte. Ich möchte aber hier an dieser Stelle einmal einen psychologischen Blick auf die ganze Thematik werfen, was auch durchaus interessant und sogar bewusstseinserweiternd sein kann.

Worum geht es eigentlich?

Ganz fundamental geht es darum, von A nach B zu kommen. Im Idealfall würde man Scotty Bescheid geben und Scotty würde einen dann in Null-Zeit von A nach B beamen. Man würde sich also komplett den Weg, die Zeit und den Aufwand sparen, um von A nach B zu kommen. Leider klappt das noch nicht so ganz mit dem beamen. Deshalb kostet es uns immer eine gewisse Menge an Zeit, Aufwand und auch Nerven, um insbesondere heutzutage von A nach B zu kommen. Wir verbringen sehr viel Zeit im Auto, in der Bahn und manche auch im Flugzeug. Und diese Zeit  hat keinen Selbstzweck, im Gegenteil ist es die Verschwendung kostbarer Lebenszeit und weil es alles andere als ein Vergnügen ist im Auto, etc. von A nach B zu fahren, kostet es auch noch unser Wohlbefinden, die Gesundheit. Bekanntermaßen gehört Stress zu den Krankheitsauslösern Nummer 1. Und wer ist heutzutage nicht schwer gestresst und frustriert, wenn er jeden Tag mit Millionen anderen Autofahrern im Stau steht oder dichtgedrängt im Zug oder Bus sitzt, wenn er denn einen Platz bekommt.

So können wir schon mal festhalten, dass die Fahrt von A nach B unheimlich viel Zeit kostet, sie eine Verschwendung kostbarer Lebenszeit ist und auch noch abträglich für die eigene Gesundheit und das Wohlbefinden ist. Tatsächlich ist Zeit mittlerweile eines der kostbarsten und knappsten Dinge, die wir haben. Wer hat denn schon Zeit heutzutage?

Nun ist das, was ich hier schreibe, leicht und logisch nachvollziehbar. Auf dieser Basis wäre es nun weitergehend auch logisch gewisse Ziele zu formulieren oder abzuleiten:

Z. B. so schnell von A nach B zu kommen, wie es möglich ist, dabei also Zeit, aber auch Aufwand, Energie einzusparen. Selbstverständlich muss auch ein hohes Maß an Sicherheit für alle Beteiligten gewährt werden. Klingt auch logisch oder?

Auf der Basis wiederum könnte man sich nun Gedanken machen, wie man Autos oder Fahrzeuge so entwickelt, dass sie möglichst schnell fahren, dabei möglichst effizient sind, also Energie/Aufwand sparen und gleichzeitig möglichst sicher für alle Beteiligten im Verkehr sind.

Es geht aber natürlich auch um weitere Faktoren wie die Straßen oder Wegeführung, die Regulation des Verkehrs, die Verkehrsteilnehmer selber und die Beantwortung der Frage, warum man eigentlich von A nach B fahren muss oder will.

Nun ist das alles nachvollziehbar und logisch. Da könnte man sich natürlich fragen, warum werden Straßen nicht besser ausgebaut, warum stehen wir alle ständig im Stau, warum quälen wir uns in überfüllten Bussen und Wagons, warum müssen wir in eine andere Stadt fahren, um zu arbeiten und um einzukaufen, warum gibt es kein intelligenteres „Transportsystem“, tja, warum eigentlich nicht?

Hier begegnen wir wieder einer typisch menschlichen Eigenschaft, – dem Vermeidungsverhalten. Alles, was unsere Gehirnzellen aktivieren könnte, wird vorsichtshalber vermieden, denn Fortschritt, Lösungen finden, sich in Bewegung versetzen – all das kostet enorm viel Energie und wer will schon unnötig Energie verschwenden?

Dementsprechend geschieht Fortschritt, wenn überhaupt, nur in kleinsten Schritten über lange Zeiträume hinweg.

Zu dem Vermeidungsverhalten gesellen sich ja auch noch andere Faktoren mit gewaltiger, blockierender Kraft. Es sind unsere Ängste, die Zweifel, die ganzen Emotionen, die Konzentration auf negative Szenarien, den Worst Case, was wäre wenn, die Probleme, all die Schwierigkeiten und Kosten, und wer weiß schon, was der Fortschritt bringt, bestimmt nichts Gutes und bis jetzt ging doch auch alles ohne Fortschritt, ohne Veränderungen, warum sollten wir also etwas ändern wollen? Lassen wir lieber alles so wie es ist. Und dann gibt es noch die Mühlen der Bürokratie, die bekanntlich sehr langsam mahlen. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann warten sie auch heute noch…

Also, was ist dann die „Lösung“, wenn wir keine Lösung haben wollen?

Ganz einfach, wir gehen den Weg des geringsten Widerstandes, – wie es in der Natur üblich ist. Wir warten und hoffen auf bessere Zeiten und bis sie kommen, betreiben wir die bewährte Politik der ruhigen Hand. Das alte, „gute“ wird eben ausgebessert, geflickt und repariert. Die Menschen müssen das verstehen. Und so pflastern unzählige Baustellen die Straßen und beruhigen den eh schon zähfließenden Verkehr noch mehr. Und auch die Schlaglöcher werden mit neuen Temposchildern „ausgebessert“.

Der Verkehr muss ja „beruhigt“ werden, damit wir möglichst langsam von A nach B kommen. Vielleicht werden in naher Zukunft auch noch Schlaftabletten an die Verkehrsteilnehmer verteilt, damit der Verkehr noch ruhiger verläuft.

Scheinbar ist ein möglichst ruhiger Verkehr ein Ideal der heutigen Zeit. Unsere Ideologen vermitteln uns ja auch damit eine höhere Sicherheit und die Schonung der Umwelt.

Nun gibt es aber trotzdem brutale, wahnsinnige, irre, gemeingefährliche Raser, die sich nicht punktgenau an die Tempolimits halten. Dafür wurden die Radarfallen erfunden, um die Temposünder zu überführen und ihrer gerechten Strafe zuzuführen. Denn nur so kann man den wahnsinnigen Rasern Einhalt gebieten. Soweit die Ideologie.

Lassen Sie nun einmal darüber nachdenken. Ist Ihnen auch schon aufgefallen, dass kein einziges Auto von alleine sich an den Tempolimits orientiert und maximal 30 oder 50 oder 70, etc. fährt? Warum eigentlich nicht? Stattdessen soll der Fahrer immer auf den Punkt 30, 50, 70, etc. fahren, was rein psychologisch nahezu ein Ding der Unmöglichkeit ist. Die Fahr im Auto beansprucht schon unsere volle Konzentration und Aufmerksamkeit, da kann keiner ständig auf die Tachoanzeige schauen. Vielmehr bewegen wir uns in einem „Flow“ mit den anderen Autofahrern und fahren entsprechend der Umweltbedingungen wie Tageszeit, Wetter, Straßensituation, etc.

Davon ausgehend, wäre es weit hilfreicher und intelligenter, wenn wir statt Tempolimit Schildern, Schilder mit Tempoempfehlungen hätten, die einen gewissen Geschwindigkeitsbereich abdecken oder an gewisse äußere Bedingungen geknüpft sind. Empfehlungen sind immer positiv und hilfreich. Und wenn man nicht Punkt 50 km/h fahren muss, sondern einen Bereich von 40-60 km/h empfohlen bekommt, dann wirkt das psychisch sehr entspannend, stresslindernd.

Doch wir sind an das Prinzip von „Recht und Ordnung“ gewöhnt und psychologische Gesichtspunkte kommen vielleicht irgendwann mal in der Zukunft in Betracht.

In den Niederlanden wurde einmal eine Langzeitstudie zu Tempolimits gemacht, wo auch Radarfallen eingesetzt wurden. Das Ergebnis war „erstaunlich“ für die ideologisch orientierten Wissenschaftler. Sie mussten feststellen, dass die Verkehrsteilnehmer aus Angst vor den Radarfallen langsamer gefahren sind als nötig und so der Verkehr zähflüssig geworden und auch die Zahl der Unfälle gestiegen ist, obwohl die Tempolimits eigentlich für das Gegenteil sorgen sollten. Angst und Stress vor Bestrafung haben also den Verkehr behindert, die Gesundheit der Autofahrer negativ beeinflusst und die Sicherheit gefährdet. Mit freundlichen Geschwindigkeitsempfehlungen wäre dies wohl nicht passiert. Zumindest wurden die Tempolimits und Radarfallen entschärft. Ansonsten haben die Niederlande klare Tempolimits und viele Radarfallen, auf die in der Regel auch hingewiesen wird. So funktioniert ihr System.

In Deutschland sieht es aber ganz anders aus. Wir können uns hier weder für noch gegen Radarfallen entscheiden und so trifft der Autofahrer ab und an auf eine Radarfalle und ab und an ist er zu schnell und wird zum Temposünder.

Offiziell sollen die Radarfallen für Recht und Ordnung sorgen und die Raser bestrafen. So soll mehr Sicherheit für alle erreicht werden. Ich finde diese Vorstellung einfach nur wundervoll. Man könnte es auch als infantiles Wunschdenken bezeichnen.

Denken wir einmal darüber nach. Trotz dem vermehrten Einsatz von Radarfallen gibt es immer noch Temposünder. Offensichtlich lernen sie nicht aus ihren Sünden und die Strafen zeigen auch nicht die erwünschte Abschreckung. Ganz im Gegenteil, die meisten Temposünder sind höchstens schwer verärgert über die sogenannte Abzocke durch die Wegelagerer am Straßenrand. Wie kann das sein?

Psychologisch gesehen, geht es noch um andere Sachen als Bußgelder und Sünden. In dem Moment, wo ein Raser geblitzt wird, erschreckt er sich, was oft Auswirkungen auf den Verkehr hat, – beispielsweise wird stark abgebremst, was die Verkehrssicherheit gefährdet. Wenn der Fahrer noch gesundheitlich angeschlagen ist, kann er durch die Aufregung auch noch psychische oder sogar körperliche Störungen zeigen, eventuell einen Anfall bekommen oder ähnliches. Eine solche Situation ist jedenfalls nicht gesundheitsfördernd, sondern fördert die Ausschüttung von Stresshormonen mit allen Folgen.

Wenn es den Verantwortlichen wirklich um Sicherheit und nicht um ganz andere Dinge gehen würde, dann würden Radarfallen nicht punktuell eingesetzt, sondern flächendeckend. Denn nur so wird mit größtmöglicher Sicherheit die Beachtung der Tempolimits durchgesetzt. Wenn jeder weiß, dass überall Radarfallen stehen, wird kein Mensch die Motivation verspüren schneller als erlaubt zu fahren. Das zeigen Länder wie die Niederlande und die Schweiz. Raser gibt es da nicht. Aber wenn die Autofahrer in Deutschland keine eindeutigen Verhältnisse haben, dann werden sie immer wieder Opfer von Radarfallen und gefährden damit die Sicherheit auf den Straßen.

Gerade was Radarfallen angeht, kann es nur eine Lösung geben, entweder flächendeckend oder gar nicht. Alles andere dient nur gut bekannten Zwecken und fördert den Unmut der Bürger.

Vielleicht schaffen wir Menschen noch den nächsten evolutionären Sprung, nicht einen technischen, sondern den längst überfälligen, geistig-seelischen hin zu einer größeren Reife und einer positiven Einstellung gegenüber uns selbst und der Umwelt.

Vielleicht hört irgendwann einmal das „Kämpfen“ und „Bestrafen“ auf. Die menschliche Steinzeit sollte schon längst hinter uns liegen.

Bis dieser Fortschritt geschieht, kann man auch selbst einiges machen, um besser, stressfreier und entspannter von A nach B zu kommen. Wie Sie bereits wissen, geht es immer nur darum das Beste aus seinem Leben zu machen.

Allgemein ist es sehr gut, wenn man sich genügend Zeit nimmt, auch und insbesondere für die ungeliebten Fahrten zum Arbeitsplatz. Fahren Sie nicht auf den letzten Drücker. Nehmen Sie sich Zeit, denn Zeitdruck und Stress haben wir alle eh schon genug, da müssen wir uns nicht noch selbst stressen.

Gestalten Sie sich Ihre Fahrt so angenehm wie möglich. Positive Rahmenbedingungen schenken Energie. Sie können schöne Musik hören – anstelle des Radios, im Auto können Sie sich auch mit einem angenehmen Duft positive beeinflussen, im Zug ein gutes Buch lesen oder mit einem Hörbuch in eine andere Welt abtauchen und jedes Mal, wenn Sie kurz davor sind sich zu ärgern, können Sie ganz bewusst zu sich selbst sagen „Stop! Das ist es nicht wert. Ich bleibe locker und entspannt! Denn das tut mir gut!“ und dann atmen Sie ganz bewusst tief ein und aus, bis Sie sich wieder beruhigt haben und denken Sie an etwas positives, dass Ihnen Freude bereitet. Wenn Sie das ein paar Mal geübt haben, dann machen Sie das von ganz allein und Sie werden sich dadurch weniger aufregen und mehr vom Leben haben. Falls möglich, machen Sie auch zwischendurch ein wenig Gymnastik, recken und strecken Sie sich, spannen Sie all Ihre Muskeln mal an. Das tut gut und entkrampft, Ihre Energien können wieder besser fließen. Und vielleicht sind Sie nicht allein unterwegs, da bietet sich dann eine nette Unterhaltung an, die all den Stress und auch die Zeit vergessen lässt.

Machen sie das Beste aus Ihrer Situation und ärgern Sie sich nicht über unsere Straßenverhältnisse, Blitzer und unpünktliche, überfüllte Züge. Ärger und Stress ändern nichts an der Situation, vermiesen Ihnen aber das Leben und schaden Ihrer Gesundheit. Also, sagen Sie bewusst „Nein!“ dazu und „Ja!“ zu mehr Gelassenheit und Lebensfreude, zu einer positiveren Einstellung zum Leben.

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Paradoxe Spareffekte

Eines der Lieblingsworte heutzutage ist „Sparen“. Wir „müssen“ überall und ständig „sparen“. Die Politiker belehren uns tagtäglich: „Spart Wasser! Spart Energie! Spart Co2! Spart Strom! Spart Geld fürs Alter! usw….!“

Auch die Supermärkte, die Discounter sprechen ständig vom Sparen. Und zu guter Letzt sparen die Firmen an Mitarbeitern, die Produkte an Qualität und wir an Zeit.

Wir sind mittlerweile die „Supersparer“. Wir sparen einfach alles! Schon Kohl sagte „Wir müssen den Gürtel enger schnallen!“ Meinte dabei aber offensichtlich nicht sich selbst oder die anderen Politiker, sondern sprach eher vom Volk. Wir sind so eifrige Sparer geworden, dass wir uns schon selbst einsparen, dass wir unsere Lebensqualität sparen, weil die ja nicht existenziell notwendig ist.

Haben Sie schon mal in der Natur beobachtet, dass ein Lebewesen irgend etwas spart? Dass es gierig oder geizig ist? Ich nicht. Tiere und Pflanzen nehmen soviel auf, wie sie zum Leben brauchen, – nicht mehr und nicht weniger. Sie leben in Harmonie mit sich selbst, mit ihrer sozialen Gruppe und ihrer Umwelt, der Natur. Alles ist in Balance. Alles ist in Ordnung.

Diese Harmonie und Ordnung haben uns die Tiere und Pflanzen voraus. Bei uns Menschen funkt das hochentwickelte Ego dazwischen und so werden die Reichen und Mächtigen immer reicher und mächtiger, während die Armen und Schwachen immer ärmer und schwächer werden. Die Mittelschicht kämpft dabei ums Überleben und gegen den Abstieg. Die Prinzipien der Ausbeutung sind phantastisch, auch hochentwickelt und teilweise sehr subtil. Aber wen störts?

Aber zurück zum Sparwahn, der ja nur das Volk betrifft und nicht die Elite. Die Einsparung von Strom ist ja derzeit ein großes Thema. Der Verbraucher soll Strom sparen, – weil Strom ist ja teuer und wird noch teurer. Warum? Weil der Staat nicht in der Lage ist eine adäquate Stromversorgung sicherzustellen. Warum? Wegen schwerem Mißmanagement und schwerer Inkompetenz. Aber auch aus monetären Gründen, – das Geld muss fließen, sowohl für Energieanbieter wie auch in Form von Steuern für den Staat. So, nun soll der Verbraucher halt sparen. Da kommt dann ein Stromsparexperte nach Hause und belehrt den Verbraucher, dass er viel zu viel Strom verschwendet (schlechtes Gewissen) und dass er durch Anschaffung neuer Geräte langfristig Strom sparen kann. Dann geht der Experte wieder und der Verbraucher kalkuliert dann die Neuanschaffungen, – neue Waschmaschine, neuer Trockner, neuer Kühlschrank, neue Leuchtmittel, etc….. Entweder der Verbraucher hat im Lotto gewonnen und kann sich alles kaufen oder er hat nicht das Glück und muss weiterhin seine hohen Stromrechnungen bezahlen.

Betrachten wir die Situation einmal: Glauben Sie, dass es heutzutage noch einen Menschen gibt, der nicht schon längst auf seine Stromkosten achtet? Jeder achtet zwangsläufig auf seinen Stromverbrauch, weil es anders gar nicht geht. Nun wird suggeriert, dass der Verbraucher ja böse ist, ein Verschwender und dass er unheimlich viel Potential an Einsparmöglichkeiten hätte, wenn er denn nur wollte. Also es ist alles ein Erziehungsfrage. Nun sagt der gute Experte nicht, wie ein normaler Mensch mal eben seine ganzen Haushaltsgeräte durch neue, stromsparende Geräte ersetzen soll. „Gerechnet“ rentiert oder amortisiert sich das ganze nach ein paar Jahren. Ist doch toll oder? Nun sagt der Experte auch nichts über die tollen Eigenschaften der Energiesparlampen, wie Quecksilberbelastung, elektromagnetische Störfelder und den Gestank, wenn der erhitzte Kleber verdampft. Ganz zu schweigen von dem schlechten Licht und den hohen Kosten.

Aber nehmen wir einmal an, der Verbraucher hat im Lotto gewonnen und stattet sein Haus mit den neusten Geräten und Leuchtstoffmitteln aus. Was glauben Sie, spart er Energie? Theoretisch müßte er ja, aber praktisch ist dies nicht der Fall! Warum? Ganz einfach: Wenn meine Geräte ja nahezu nichts verbrauchen, dann kann ich sie auch ständig anlassen und intensiver nutzen! Das ist einfach eine psychologische, mehr oder weniger unbewusste Angelegenheit. Dieser Effekt ist in der Psychologie auch schon lange bekannt, nur in der Politik ist er noch nicht angekommen.

Abgesehen von dem Nutzerverhalten, was sich entsprechend ändert, wird auch gar nicht der Energieverbrauch für die Produktion der neuen Geräte und die Entsorgung der alten Geräte miteinkalkuliert. Da kann es dann schon sein, dass am Ende mehr Energie gespart wird, wenn der Verbraucher nichts neues kauft und eventuell nur ein paar kleinere Nutzertipps beherzigt.

Nun was hilft denn überhaupt?

Es muss zuerst einmal erkannt werden, dass generell der Stromverbrauch steigt, – ganz einfach schon deswegen, weil wir immer mehr stromverbrauchende Geräte benutzen. Allein das Internet braucht schon etliche Atomkraftwerke für den Betrieb. Fragen Sie mal Google, wieviel Strom es verbraucht, nur um die Suchmaschinenfunktion aufrecht zu erhalten.

D. h., die Verantwortlichen müssen einfach dafür sorgen, dass die wachsende Nachfrage an Energie auch adäquat gesichert wird. Und das schafft man nur durch vorausschauendes Projektmanagement und nicht durch infantile Bewältigungsstrategien wie man sie von Politikern her kennt. Da hilft auch kein „Experte“ im TV, der armen unschuldigen Verbrauchern ein schlechtes Gewissen einredet und Energiesparlampen als die Lösung aller Energieprobleme propagiert.

Letztendlich würde es uns nicht schaden, wenn wir uns ein wenig mehr an der Natur orientieren würden, an den Gesetzen der Harmonie, der Ordnung, der natürlichen Mäßigkeit in allem. Mehr Balance täte uns allen gut. Mehr Respekt uns selbst gegenüber, unseren Mitmenschen und der Natur.

Vor gefühlten 100 Jahren habe ich einmal im Biologieunterricht gelernt, dass in der Natur alles in Kreisläufen funktioniert und so immer für alle genügend da ist. Da gibt es keinen Mangel, keinen Verbrauch, keine Sparzwang. Das Leben muss fließen. Die Energie muss fließen. Alles andere ist vegetieren, dahinsiechen.

Und natürlich macht es Sinn für besondere Zeiten oder eventuell schlechte Zeiten, etwas zur Seite zu legen. Das war mal der ursprüngliche Sinn vom Sparen. Man sparte etwas für den Winter oder den Lebensabend oder die Hochzeit.

Ja, man könnte sagen „Die Welt ist verrückt!“ Sie ist aus der Ordnung geraten. An uns liegt es wieder eine sinnvolle, gute Ordnung zu schaffen. Für ein lebenswertes Leben – für uns alle!

Machen Sie das Beste aus Ihrem Leben!

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