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Die Ausbildung von Papageien

Papageien sind sehr schöne Tiere. Sie sind sehr intelligent und sie können sprechen. Besser gesagt, sie hören Worte und wiederholen sie, ohne ihre Bedeutung zu verstehen. Sie können auch nicht hinterfragen, was sie da hören und nachsprechen.

In Englisch benutzt man deshalb auch den Begriff „parrot“ für nachbeten oder nachplappern. Parrot heisst nichts anderes als Papagei.

Das papageienhafte Geplapper kennt man heutzutage insbesondere aus der Politik und aus den Medien. Es wird geplappert und nachgeplappert, was das Zeug hält, – Hauptsache es hört sich irgendwie intelligent an oder entspricht der allgemeinen Meinung. Der Inhalt an sich ist nebensächlich oder nicht wirklich vorhanden. Inhalte werden auch gerne ungeprüft von anderen übernommen und einfach noch mal nachgeplappert.

So ein Geplapper ist ziemlich sinnfrei, erfüllt aber in der Regel seine niedrigen Zwecke.

Ich möchte heute gar nicht auf die Politik oder die Medien eingehen oder über hohle Phrasen sprechen. Es geht mir um ein viel wichtigeres Thema, nämlich um die Ausbildung von jungen Menschen.

Wir leben in einer Zeit, wo ein besonderer Fokus auf die massenhafte Aufnahme von Informationen gelegt wird. Es ist das sogenannte Auswendiglernen, dass in der Regel neuen Lernstoff bis zur Prüfung abspeichert, um ihn danach direkt wieder zu vergessen. Es muss ja schließlich neuer Platz für neue Informationen geschaffen werden und der Stoff an sich ist oft weder interessant noch für irgendetwas relevant. So quälen sich viele Schüler von einer Prüfung zur nächsten und auch später im Studium oder in der Weiterbildung.

Auswendiglernen ist oft nichts anderes als das papageienhafte Nachplappern von irgendwelchen Infos. Diese Informationen werden weder hinterfragt, noch wirklich verstanden und sehr oft haben sie keinen wirklichen oder direkten Nutzen. Es ist die Vorliebe für das Sammeln von Fakten. Wir sammeln Wissen wie Briefmarken. Und das über viele Jahre. In der Tat haben wir einen Fokus auf der Quantität von Informationen, aber leider nicht auf der Qualität.

Die alten Inder haben dieses Verhältnis von Qualität und Quantität schon vor hunderten von Jahren erkannt. Dazu gibt es eine kleine Geschichte, die ich hier sinngemäß wiedergeben möchte:

Eines Tages kommt ein Schüler zu seinem Meister und möchte wissen, was denn der Unterschied zwischen Wissen und Weisheit ist. Da sagt der Meister folgendes: „Siehst Du den Baum dort? Du kannst all seine Blätter zählen, dann besitzt Du Wissen. Aber wenn Du die Natur des Baumes kennst, dann besitzt Du Weisheit. Wissen und Weisheit müssen immer Hand in Hand gehen. Wissen ohne Weisheit ist wie ein Mensch ohne Verstand, ohne Kopf. Wissen ohne Weisheit ist dumm und nutzlos. Weisheit allein kann zwischen wichtigem und nutzlosen Wissen unterscheiden. Also erlange Weisheit, erlange Unterscheidungskraft!“

Der Begriff Weisheit ist nahezu vollständig aus unserem Gebrauch verschwunden. Wir haben nur noch Unmengen von Wissen, was von Jahr zu Jahr exponentiell wächst. Unser Wissen hat sich in den letzten Jahren wahrscheinlich schon verhundertfacht. Es ist kein Wunder, dass die Kinder in der Schule und auch die Studenten an den Unis gar nicht mehr hinterherkommen mit den ständig wachsenden Mengen an Lehrstoff. Auch die Lehrbeauftragten sind hoffnungslos überfordert mit der sinnvollen Aussortierung von Wissen. So steigt der Leistungsdruck ständig und die Ausbildungsdauer wächst kontinuierlich. Haben Sie sich mal gefragt, warum wir bis zu 13 Jahre auf der Schule verbringen müssen und vielleicht dann noch mal um die 6 Jahre studieren plus eventuelle Weiterbildungen? Wie soll die Zukunft aussehen? 30 Jahre Ausbildung insgesamt und bis 90 arbeiten?

Das ungeheure Wachstum von Wissen ohne Hinterfragung der Qualität ist eine große Herausforderung unserer Zeit. Doch ich möchte hier noch auf einen anderen Punkt u sprechen kommen. Den Aspekt der Handlungsfähigkeit.

Nehmen wir einmal an, Sie machen eine Weiterbildung. Das Ziel ist selbstverständlich, dass Sie mit Ihren neu erworbenen Kenntnisse eine neue Tätigkeit professionell bewältigen können. Nehmen wir einmal ein ganz simples Beispiel. Sie wollen chinesisch kochen lernen. Das Ziel ist natürlich, dass Sie hinterher tatsächlich chinesisch kochen können und zwar so, dass es auch schmeckt. Logisch. Nun, nach dem vorherrschendem Lernprinzip drückt man Ihnen ein Buch in die Hand, was sämtliche Zutaten auflistet, Herkunft und Geschichte der Gerichte, Anbau der chinesischen Gewürze, berühmte chinesische Köche, Sonderformen der Zubereitung nach Regionen, Beschaffenheit der Küchenutensilien und deren traditionelle Herstellung, etc. Das Buch hat 400 Seiten und eigentlich wollten Sie ja nur viellecht ein dutzend Gerichte kochen können. Da das ja eine Weiterbildung ist, wird von Ihnen erwartet, dass sie das Buch mehr oder weniger auswendig lernen und Ihr Faktenwissen in mündlichen und schriftlichen Prüfungen vortragen können. Nehmen wir einmal an, Sie können Unmengen an Wissen gut auswendiglernen und bestehen auch die Prüfungen. Können Sie dann wirklich chinesisch kochen? Fühlen Sie sich sicher in der Zubereitung der chinesischen Speisen? Wissen Sie wie die Gerichte schmecken?

In diesem Beispiel wurde die Qualität des Wissens nicht berücksichtigt und auch die Handlungsfähigkeit – das Kochen können – wurde ignoriert. Sinnvoll wäre es gewesen, den theoretischen Teil auf eine notwendige Menge zu reduzieren (mit optionalen Informationen zu Geschichte und regionalen Unterschieden, etc.) und einen besonderen Fokus auf das Kochen selbst zu legen. Nur Übung macht den Meister. Das heißt, die Anwendung von Wissen hat einen sehr viel höheren Stellenwert als Wissen selbst. Einmal lernen wir hervorragend durch die eigene Praxis und zum anderen lernen wir sehr gut durch die Weitergabe praktischer Erfahrungen von anderen. Früher hat man zugeguckt, wie der Meister etwas gemacht hat und so direkt gesehen, wie es funktioniert und was wichtig ist. Man könnte das als „praxisorientiertes Lernen“ bezeichnen oder „Lernen fürs Leben“. Auch durch das Durchspielen von praktischen Beispielen, durch Fallgeschichten und durch Simulation kann man sehr effektiv lernen. All das läuft unter dem Motto „Erfahrungen sammeln“. Das sind eigene Erfahrungen genauso wie die Erfahrungen von Lehrern, Ausbildern oder anderen Studenten.

Im ganzen Leben geht es nur darum Erfahrungen zu machen. Durch Erfahrungen wächst man.

Für die Zukunft ist es ganz wichtig möglichst schnell handlungsfähig zu werden, die Fähigkeit zu erlangen sinnvoll mit Wissen umzugehen und nützliches Wissen von unwichtigem Wissen zu trennen. Weisheit muss wieder wichtig werden. Wir müssen wieder in der Lage sein, weise Entscheidungen zu treffen, – für uns selbst und die Gesellschaft.

Die Zeit der menschlichen Papageien wird zwangsläufig zu Ende gehen und Platz machen für eigenverantwortliche, intelligente, weise Menschen, – Menschen, die Wissen hinterfragen und weise anwenden können.

Fangen Sie auch an – hinterfragen Sie die „Fakten“, die Ihnen tagtäglich aufgedrückt werden. Lernen Sie zu unterscheiden. Nutzen Sie die besten Infos für weise Entscheidungen. Machen Sie so das Beste aus Ihrem Leben!

 

 

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Hypnose ist nicht gleich Hypnose!

Wie überall im Leben gibt es auch in der Anwendung von Hypnose große Qualitätsunterschiede. Früher wurde die Auffassung vertreten, dass es ausreichend sei den Klienten in Trance zu versetzen und ihm dann einfach ein paar passende Suggestionen zu geben. Diese Auffassung wird von einigen Hypnotiseuren immer noch praktiziert – mit relativ schlechten Resultaten.

Später hat man dann erkannt, dass es sinnvoll ist Hypnose auch in analytischer Form zu nutzen, um Ursachen von Problemen auf die Spur zu kommen. D. h., während der Trance wird mit dem Klienten gesprochen und gemeinsam werden die Probleme und Ursachen auf der Ebene des Unterbewusstseins bearbeitet. Dies ist heutzutage Standard und ein äußerst wichtiger Bestandteil von Hypnotherapie und Hypno-Coaching. Auf dieser Zusammenarbeit zwischen Hypnotiseur und Klient baut eine Vielzahl weitere Techniken auf, von denen jeder gute Hypno-Coach und Therapeut zumindest die wichtigsten beherrschen sollte, um möglichst flexibel auf seinen Klienten eingehen zu können. Das sind Techniken aus der Gestalttherapie, aus der Farbtherapie, der Gesprächstherapie, dem NLP und aus dem Bereich der energetischen Heiltechniken.

Zu den Techniken sollte sich noch ein umfangreiches Wissen über den Menschen, seine Natur, Gesundheit und Disharmonien gesellen. Darüber hinaus ist es sehr vorteilhaft, wenn der Hypnotiseur auch ausgebildeter Rückführungsleiter oder -therapeut ist und ein tiefes Verständniss dieser komplexen Materie besitzt. Die Ursachen viele Probleme finden sich nämlich nicht nur in der Vergangenheit dieser Inkarnation, sondern vor allem in früheren Leben. Hierbei ist es übrigens vollkommen egal, an was Sie glauben oder nicht. Durch die Rückführungen und die Auflösung von Konflikten bzw. Problemen werden Sie selbst die Realität der Wiedergeburt erfahren.

Neben all diesem Wissen und den technischen Fähigkeiten ist die Persönlichkeit des Hypno-Coaches, Hypnotiseurs oder Hypnotherapeuten von großer Bedeutung. Nur ein Hypnotsieur, der aus Berufung arbeitet, um Menschen auf ihrem individuellen Weg zu unterstützen, der ein Menschenfreund ist, Mitgefühl hat und zuhören kann, der im besten Fall ein spiritueller, werteorientierter Mensch ist, der wird auch sehr gute Ergebnisse in seinen Hypnosesitzungen erzielen.

Die Realität entspricht natürlich in der Regel nicht dem Ideal. So gibt es viele Hypnotiseure, die ihre Standardanwendungen „durchziehen“ und sich wenig oder gar nicht individuell auf ihre Klienten einstellen. Die Krönung aus meiner Sicht sind die teueren Massenabfertigungen für Raucherentwöhnung oder Gewichtsreduktion, wo sich die Teilnehmer auch noch selbst in Hypnose versetzen sollen. Da wird ihnen dann gesagt, dass sie einen Punkt auf ein Blatt Papier malen sollen und dann so lange draufstarren müssen, bis ihnen die Augen zufallen – die „perfekte“ Hypnoseeinleitung. Vielleicht bin ich auch zu anspruchsvoll oder idealistisch veranlagt, aber wenn ich so etwas höre, dann kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Für das Geld was da oft verlangt wird, können Sie durchaus eine individuelle Einzelsitzung bekommen mit Zusatzsitzung im Bedarfsfall.

Manche Klienten haben auch die Auffassung, dass nur ein möglichst teurer Hypnotiseur ein guter Hypnotiseur ist. Das ist auch nur ein Mythos. Die Preise hängen in erster Linie vom Standort und der Zielgruppe ab. Sie können auch vollkommen willkürlich sein. Die Auffassung, dass nur teuer gut ist, wird beispielsweise in der Kosmetik schon lange ausgenutzt. Lippenstifte und ähnliches kostet tatsächlich nur einen Bruchteil von dem Preis, der verlangt wird. Die Leute würden es aber nicht zu günstigen Preisen kaufen, weil es sonst zu billig wäre und dementsprechend keine Qualität hätte. Dies ist ein Fall der Wahrnehmungspsychologie.

Ein anderer Mythos ist, dass nur ein spezialisierter Hypnotiseur ein guter Hypnotiseur ist. Mit einem solchen Argument könnte man gleich sämtliche Allgemeinmediziner, Heilpraktiker und Tierärzte abschaffen. Hypnose ist ein äußerst flexibles Instrument, was man für alle Anliegen hervorragend nutzen kann. Tatsächlich haben spezialisierte Hypnotiseure, die nur 1-3 Anwendungen anbieten, eine Routine in ihrer Arbeit, mit der sie leicht ganze Massen von Klienten abfertigen können. Das mag für die Raucherentwöhnung noch funktionieren, aber bei der Gewichtsreduktion hört das schon auf. Generell gilt, je ganzheitlicher und individueller ein Hypnotiseur arbeitet, desto besser ist er unabhängig von Preis und (langweiligen) Spezialisierungen.

Noch ein letzter, amüsanter Mythos: Nur ein Hypnotiseur, der selbst lange Zeit Raucher war, kann gut eine Raucherentwöhnung durchführen. Nach der Logik sollte jeder gute Arzt schon mal selber sämtliche Krankheiten gehabt haben, um seinen Patienten wirklich helfen zu können. Tatsächlich geht es hier eher um das Verständnis für die Problematik und die richtige Wahl der Technik als um eigene Suchterfahrungen.

Letztendlich besagt das Resonanzprinzip, dass jeder Klient den passenden Hypnotiseur oder Coach bekommt und andersherum auch jeder Hypno-Coach oder Therapeut den passenden Klienten. Gleich und Gleich gesellt sich gern. Das wussten schon unsere Großeltern.

Ich kann Ihnen nur raten, gewissenhaft für sich den richtigen Hypno-Coach oder Therapeuten zu suchen. Es ist eine Frage der Qualifikation, der Persönlichkeit und insbesondere auch der Sympathie.

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