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Und in welcher Schublade stecken Sie?

Schubladen sind ja bekanntlich eine sehr bequeme Einrichtung, – man kann da so gut wie alles reinstecken, verstauen und einschließen. Wenn es um Gegenstände oder Socken geht, dann ist das auch in Ordnung. Nur oft landen auch Menschen in Schubladen und zwar schneller als man denken kann.

Für denjenigen der andere in Schubladen steckt, ist dies recht einfach, komfortabel und eine gute Sache, – es spart schließlich Energie. Man muss sich nicht viele Gedanken machen über die andere Person und „weiß“ genau wie man mit ihr umgehen sollte. Schubladen sind halt eine einfache und praktische Erfindung.

Für den Betroffenen, der plötzlich in einer Schublade landet, ist die Angelegenheit alles andere als gut. In der Tat ist sie mindestens recht nervig. Wer will schon aufgrund eines ersten Eindrucks oder Gesprächs gleich als xyz abgestempelt werden? Am schlimmsten ist ja, dass man nur äußerst schwer aus der Schublade rauskommt.

Letztendlich kennen wir beides. Wie schnell haben wir eine Schublade für andere Menschen aufgemacht oder landen selber drin. In Filmen mag dies noch lustig sein, wenn der arme Hauptdarsteller aufgrund von Meinungen und Vorurteilen beim ersten Anblick gleich in einer Schublade landet und mit einem tiefen Seufzer in Resignation verfällt. Dabei steckt er nämlich sein Gegenüber auch gleich in eine Schublade. Und so starten die Probleme. Ich muss da gerade an den Film „Maria, ihm schmeckt´s nicht!“ denken, wo die italienische Familie geschockt ist von dem „biederen, bleichen, typisch Deutschen“, der da einheiraten will und er im Gegenzug verzweifelt über die „Hinterwäldler“ in Italien. Die vorgefassten Meinungen sind da und alles, was geschieht, wird versucht in Einklang mit den Vorurteilen zu bringen „Die sind eben so die Deutschen (oder die Italiener)!“ So bestätigt sich zwangsweise die eigene Meinung über die anderen.

Im Film ist es noch lustig anzuschauen aber im wahren Leben kann es einen schon Nerven kosten und führt oft zu Streit und Problemen.

Warum ist das so und nicht anders? Warum lieben wir Schubladen und wollen doch selber in keiner stecken?

Schubladendenken vereinfacht ganz enorm unser Leben. Es spart Unmengen an Energie und Denkarbeit. Oft haben wir auch nicht die Zeit, um uns auf unser Gegenüber voll einzustellen und ihn über seine Lebensgeschichte und seine Persönlichkeit auszufragen. Tatsächlich läuft die Einordnung auch größtenteils unterbewusst ab. Ein Blick genügt und wir „wissen“, wen wir da vor uns haben. Auf unserer Wahrnehmung bauen wir dann unser Verhalten gegenüber der Person auf. Es werden tatsächlich Verhaltensprogramme abgerufen, die uns dann auch wieder das Leben erleichtern und eben über unsere Wahrnehmung gesteuert werden.

Beispiel: Sie sehen einen Punker auf Sie zukommen. Scheinbar will der etwas von Ihnen. Panik und Fluchtgedanken machen sich in Ihnen breit, weil Sie mit einem Punker keine positiven Gedanken oder Gefühle verbinden. Dann spricht der Punker Sie an und entpuppt sich als Manager einer Künstlergruppierung, fragt nach dem Weg zum Event XY, bedankt sich und geht wieder. Sie sind erleichtert. Sie leben noch.

Wie das Beispiel zeigt, basiert unser Schubladendenken auf Erfahrungswerten und Annahmen, die nicht in jedem Fall wahr sein müssen aber für uns durchaus wichtige Programme aktivieren können wie Flucht, Schutz, innere Stärke zeigen, Freundlichkeit, Respekt, etc. – alles je nach Situation. Es sind unsere individuellen Erfolgsprogramme, die wir über unsere Wahrnehmung ganz schnell aktivieren müssen.

Oft beziehen wir auch das Verhalten anderer auf uns selbst und stecken uns damit selbst in eine Schublade. Stellen Sie sich einmal vor, Ihr Chef guckt immer so böse, wenn er Sie sieht. Sie denken dann automatisch, dass Sie wieder etwas falsch gemacht haben müssen. Tatsächlich guckt Ihr Chef aber immer so, weil er Probleme zu Hause hat und die haben mit Ihnen nichts zu tun.

Was hilft? Kommunikation hilft! Sprechen Sie miteinander, erklären Sie Ihre Wahrnehmung, vielleicht auch mögliche Bedenken und Ängste. Fragen Sie nach, ob etwas wirklich so ist, wie Sie das wahrnehmen. Nur so lassen sich Vorurteile und Missverständnisse klären für ein besseres Miteinander. Das gilt übrigens auch für Beziehungen.

Stellen Sie sich einmal vor, die Betroffenen im Film „Maria, ihm schmeckt´s nicht!“ hätten einfach mal miteinaner offen gesprochen. der Film wäre dann wahrscheinlich nicht mehr lustig gewesen aber alle hätten sich schnell verstanden und viel Streit und Probleme hätten vermieden werden können.

Kommunikation und echte Verständigung sind alles im Leben. Sie sind die Basis von Glück, Erfolg und Harmonie.

Versuchen Sie es mal! Sie werden staunen!

 

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