Beiträge getaggt mit Sklaventreiber

Warum ein „Tschakka“ nicht wirklich hilft

Können Sie sich noch an den holländischen Motivationstrainer erinnern und an seinen Schlachtruf „Tschakka, Du schaffst es!“?

Es gab damals eine richtige Welle von Motivationstrainern und Seminaren. Ingolf Lück hat daraus eine hervorragende Comedyshow gemacht, wo er gezeigt hat, dass mit einem „Tschakka“ alles möglich ist.

Es geht heute in diesem Blog um das Thema Motivation und seine Mythen. Vor vielleicht 20 oder 30 Jahren hat das Thema niemanden wirklich interessiert. Die Leute haben ihre Arbeit gemacht und fertig. Gute Leute haben mehr Geld und mehr Status bekommen. Schlechte wurden rausgeschmissen (heute „freigesetzt“).

Wahrscheinlich haben dann irgendwann Psychologen im Auftrag von Arbeitgebern Untersuchungen gestartet, wie und womit man seine Arbeitnehmer zu noch mehr Leistung bringen könnte. Da wurde dann fleißig wissenschaftlich untersucht und festgestellt, dass man durch mehr Geld, besseren Firmenwagen, bessere Arbeitsbedingungen und sogar durch kostenlose Anerkennung und Wertschätzung Angestellte „motiveren“ kann.

Ja und irgendwann kamen schlaue Menschen auf die Idee Techniken aus der Psychotherapie mit entsprechendem psychologischen Know-How zur gezielten „psychischen Motivation“ einzusetzen. Das waren die ersten Motivationstrainer.

Die Arbeitgeber haben damals Unsummen für Motivationskurse ausgegeben und irgendwann mußten sie feststellen, dass es nichts gebracht hat. Deswegen gibt es heute auch keine Motivationstrainer mehr.

Überlegen Sie einmal wie pervers überhaupt die Idee ist, seine Mitarbeiter zu noch mehr Leistung motivieren zu wollen. Früher hatte man dafür die sogenannten Sklaventreiber, die für Motivation mit einer Peitsche gesorgt haben. Denken Sie einmal darüber nach.

Da sind Menschen, – Arbeitnehmer, die tagaus, tagein ihren Job machen und die sollen gefälligst noch mehr Leistung bringen, weil ihr Chef noch mehr seine Gewinne maximieren will. Überlegen Sie einmal, was das für ein Menschenbild ist.

Das reicht ja noch nicht, sondern der Motivationstrainer ist ja dafür da, dort Leistungsreserven herauszuholen, wo eigentlich nichts mehr da ist. Das ist so als würde man einen Marathonläufer nach seinem Wettkampf noch zu einem 100 Meter Sprint „motivieren“ wollen. Es ist schlichtweg pervers und unnatürlich. Anstatt für Erholungspausen zu sorgen, soll noch Energie für noch mehr Leistung herbeigezaubert werden. Letztendlich funktioniert so etwas natürlich nicht oder nur sehr kurzfristig.

Entsprechend „lustig“ waren auch die Seminare. Die Teilnehmer haben eine echte Gehirnwäsche erhalten, wo sie dann für ein paar Stunden tatsächlich geglaubt haben, sie könnten Bäume ausreißen und Superleistungen auf der Arbeit erbringen. Abends war es dann schon wieder vorbei mit der Euphorie.

Auch heute noch wird verzweifelt versucht Menschen einzutrichten, dass sie sich nur genügend motivieren müßten, um dann alles zu schaffen, um Unmögliches möglich zu machen. Und weil Schmerz, Leid auch immer eine Gegenreaktion hervorruft – Euphorie, leiden viele Menschen gerne, machen Überstunden, Nachtschichten, nur um dann total kaputt ein paar Glückshormone im Körper zirkulieren zu fühlen. Das gilt für jede Form von Überanstrengung und Schmerz – auch für Marathonläufe und andere Exzesse. Die Glückshormone gleichen Schmerz und Überanstrengung aus und das macht süchtig.

Sinnvoll ist viel eher, seine Leistungsziele zu überdenken und an die Realität anzupassen. Wir sind keine Maschinen und auch keine Wegwerfartikel. Wir sind tatsächlich Menschen.

Eine realistische Zielsetzung mit genügend Ressourcen an Zeit, Arbeitskraft und Finanzen hilft nicht nur echten Erfolg herbeizuführen, sondern sie schenkt auch Work-Life-Balance. Das gilt nicht nur für Ziele im Job, sondern auch für Ziele im Leben und in der Ausbildung. Ziele sollten immer realistisch sein. Mit allem anderen tun Sie sich keinen Gefallen. Und denken Sie auch daran Reserven, Puffer einzuplanen. Das gibt die nötige Sicherheit und die beste Garantie für vollen Erfolg.

Leider gibt es gerade in Firmen sehr viele Chaoten, die von „realistisch“ noch nie etwas gehört haben und so den Mitarbeitern das Leben schwer machen. Gesetzte Ziele werden so oft nicht erreicht und das gibt dann neuen Stress und weitere Probleme.

Irgendwann hat nun ein Psychologe erkannt, dass man andere Menschen nicht wirklich oder nur sehr eingeschränkt zu etwas motivieren kann. Nur der Esel folgt der Möhre. Menschen sind doch komplizierter gestrickt. D. h. im Prinzip kan sich ein Mensch nur selber motivieren. Anders gesagt, entweder ist man motiviert oder nicht. Und die Motivation hängt ganz einfach mit den eigenen Zielsetzungen zusammen. Wenn ich ein Ziel habe, was mir wichtig ist, dann bin ich auch bereit – motiviert – dafür zu arbeiten, Opfer zu bringen, Geld und Zeit zu investieren. Motivation ist also mit Sinn verbunden. Eine Sache muss sinnvoll sein, sonst fehlt jede echte Motivation.

Welchen Sinn sehen Sie in Ihrem Leben? Für welche Ziele sind Sie bereit zu arbeiten und eventuell Opfer zu bringen? Was ist Ihr Motiv? Ihre Motivation?

Wenn Sie das genau wissen, dann wissen Sie auch wofür Sie arbeiten!

Und nur dann können Sie das Beste aus Ihrem Leben machen!

Ich wünsche Ihnen ein sinn-erfülltes Leben!

Werbeanzeigen

, , , , , , , , , , ,

Hinterlasse einen Kommentar

Die gequälte Seele

Vielleicht ist Ihnen das auch schon aufgefallen, – es gibt immer mehr Menschen, die sich förmlich durch´s Leben quälen. Eine gedrückte Haltung, ein aufgesetztes Lächeln, eine Ausstrahlung, die trotz Fassade Traurigkeit, Freudelosigkeit, Gebrochenheit, Resignation und verschiedene Formen von Qualen ausdrückt. Wenn man so einen Menschen fragen würde, wie es ihm geht, dann würde er sich erstmal wundern, dass überhaupt jemand fragt und dann würde er wohl antworten „Es muss!“.

Es gibt heutzutage viele Ursachen für gequälte Seelen, – Schicksalsschläge, schlechte Lebensbedingungen, mangelnde Wertschätzung, Krankheit, Mobbing, ein Job, der einen kaputt macht, keine Aussicht auf Erfolg oder Glück im Leben, traumatische Erlebnisse, Gewalt, etc.

Der Körper lebt noch aber die Seele ist zerschlagen, tief verletzt, verwundet, gedemütigt, allein gelassen, trostlos, am Boden, ohne Hoffnung. Und manchmal ist die Seele so verletzt, dass sie aggressiv auf andere losgeht, die sich ihr wohlmeinend nähern, – aus Selbstschutz, aus Angst vor weiteren Verletzungen. Manche Seelen verlieren sich auch in Resignation und schweren Depressionen. Endlose Dunkelheit, kein Licht, keine Hoffnung, nur Leid, Schmerz und Traurigkeit.

Gequälten Seelen begegnen wir heute überall, – an der Kasse im Discounter, im Büro, im Altersheim, in der Schule… Wir begegnen ihnen überall, wo Menschen ständig überfordert werden, wo kein Gleichgewicht zwischen Arbeit und Menschsein herrscht, wo der Mensch nur noch Maschine ist, ausgebeutet wird, wo Wertschätzung und Respekt verschwunden sind.

Es gibt auch keine Unterscheidungen, was Alter oder Geschlecht angeht. Die gequälte Seele findet sich im Körper eines Babys wie auch im Körper eines Erwachsenen, einer Frau, eines Mannes oder eines älteren Menschen.

Manchmal frage ich mich, warum wir uns selber quälen müssen, warum wir andere quälen müssen und warum wir uns von anderen quälen lassen sollen? Für die Karriere? Für die Anerkennung vom Chef? Von der Gesellschaft? Als Opfer für unseren Glauben, unsere Religion, unsere Ideologie? Für unsere Partner? Unsere Kinder? Für den Status? Wegen den Medien?

Überlegen Sie einmal, ob Sie sich quälen oder gequält werden und warum?

Irgendwie quälen wir uns alle heutzutage. Wir wollen akzeptiert werden. Wir wollen stets gute bis sehr gute Leistung bringen. Wir wollen möglichst ständig Höchstleistungen bringen. Wir haben überall hohe Ansprüche, – an uns selbst, an unsere Partner, an unsere Kollegen, etc. Warum?

Schneller, höher, weiter, mehr, viel mehr, noch mehr, noch besser, noch schneller, noch länger…. Das sind unsere Maxime. Das sind unsere Ideale, unsere Maßstäbe für alles. Die Begriffe „Mäßigung“ oder „maßhalten“ kennt kaum einer mehr. Harmonie, Gleichgewicht, Ausgleich, den Wechsel von Anspannung und Entspannung, – all das sind Sachen mit denen wir heutzutage kaum noch etwas anfangen können. Sie passen nicht in die Ideologie der Leistungsgesellschaft.

Interessanterweise haben die Menschen durch alle Zeitalter hindurch gearbeitet, hart gearbeitet. Trotzdem sind sie in der Regel den natürlichen Gesetzen gefolgt, haben Pausen gemacht, haben sich menschlich verhalten, haben ihre Lebensfreude kultiviert und haben Maß gehalten. Damals gab es noch keine Ideologien. Damals gab es höchstens Sklaventreiber, die ihre Sklaven zu Höchstleistungen gepeitscht haben. Entsprechend war auch ihr Ruf.

Heutzutage geben wir uns gerne selbst die Peitsche und man könnte den Eindruck haben, dass die Sklaventreiber von damals die Ideologen von heute sind.

Denken Sie einmal darüber nach, ob Sie wirklich Herr in Ihrem Leben sind, ob Sie es wirklich selbst bestimmen. Oder gehen Sie fremdbestimmt durchs Leben und sind sich dessen gar nicht bewusst, weil Sie einfach all das glauben, was Ihnen gesagt wird, was die Medien Ihnen sagen? Leiden Sie auch unter der allgemeinen Hypnose, der Indoktrination?

Vielleicht sind Sie zufrieden mit Ihrer Situation. Vielleicht wollen Sie sich aus ihr befreien und Sie selbst werden, sich selbst finden, wiederfinden.

Leider kann ich Ihnen nicht die beiden Pillen anbieten, die Morpheus in Matrix Neo angeboten hat. Die eine Pille läßt einen weiterschlafen, weiterträumen und die andere läßt einen aufwachen und zu sich selbst finden.

Ich kann nur sagen „Machen Sie das Beste aus Ihrem Leben!“

Wenn Sie es nicht tun, wer sollte es denn machen?

Wir allein tragen die Verantwortung für unser Leben, auch wenn wir es teilweise nicht so wahrnehmen. Wir können „Ja“ sagen, aber auch „Nein“. Und wenn wir „Nein“ sagen, geht in der Regel die Welt nicht unter.

Denken Sie einmal darüber nach.

 

 

, , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Hinterlasse einen Kommentar

%d Bloggern gefällt das: