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Die Ausbildung von Papageien

Papageien sind sehr schöne Tiere. Sie sind sehr intelligent und sie können sprechen. Besser gesagt, sie hören Worte und wiederholen sie, ohne ihre Bedeutung zu verstehen. Sie können auch nicht hinterfragen, was sie da hören und nachsprechen.

In Englisch benutzt man deshalb auch den Begriff „parrot“ für nachbeten oder nachplappern. Parrot heisst nichts anderes als Papagei.

Das papageienhafte Geplapper kennt man heutzutage insbesondere aus der Politik und aus den Medien. Es wird geplappert und nachgeplappert, was das Zeug hält, – Hauptsache es hört sich irgendwie intelligent an oder entspricht der allgemeinen Meinung. Der Inhalt an sich ist nebensächlich oder nicht wirklich vorhanden. Inhalte werden auch gerne ungeprüft von anderen übernommen und einfach noch mal nachgeplappert.

So ein Geplapper ist ziemlich sinnfrei, erfüllt aber in der Regel seine niedrigen Zwecke.

Ich möchte heute gar nicht auf die Politik oder die Medien eingehen oder über hohle Phrasen sprechen. Es geht mir um ein viel wichtigeres Thema, nämlich um die Ausbildung von jungen Menschen.

Wir leben in einer Zeit, wo ein besonderer Fokus auf die massenhafte Aufnahme von Informationen gelegt wird. Es ist das sogenannte Auswendiglernen, dass in der Regel neuen Lernstoff bis zur Prüfung abspeichert, um ihn danach direkt wieder zu vergessen. Es muss ja schließlich neuer Platz für neue Informationen geschaffen werden und der Stoff an sich ist oft weder interessant noch für irgendetwas relevant. So quälen sich viele Schüler von einer Prüfung zur nächsten und auch später im Studium oder in der Weiterbildung.

Auswendiglernen ist oft nichts anderes als das papageienhafte Nachplappern von irgendwelchen Infos. Diese Informationen werden weder hinterfragt, noch wirklich verstanden und sehr oft haben sie keinen wirklichen oder direkten Nutzen. Es ist die Vorliebe für das Sammeln von Fakten. Wir sammeln Wissen wie Briefmarken. Und das über viele Jahre. In der Tat haben wir einen Fokus auf der Quantität von Informationen, aber leider nicht auf der Qualität.

Die alten Inder haben dieses Verhältnis von Qualität und Quantität schon vor hunderten von Jahren erkannt. Dazu gibt es eine kleine Geschichte, die ich hier sinngemäß wiedergeben möchte:

Eines Tages kommt ein Schüler zu seinem Meister und möchte wissen, was denn der Unterschied zwischen Wissen und Weisheit ist. Da sagt der Meister folgendes: „Siehst Du den Baum dort? Du kannst all seine Blätter zählen, dann besitzt Du Wissen. Aber wenn Du die Natur des Baumes kennst, dann besitzt Du Weisheit. Wissen und Weisheit müssen immer Hand in Hand gehen. Wissen ohne Weisheit ist wie ein Mensch ohne Verstand, ohne Kopf. Wissen ohne Weisheit ist dumm und nutzlos. Weisheit allein kann zwischen wichtigem und nutzlosen Wissen unterscheiden. Also erlange Weisheit, erlange Unterscheidungskraft!“

Der Begriff Weisheit ist nahezu vollständig aus unserem Gebrauch verschwunden. Wir haben nur noch Unmengen von Wissen, was von Jahr zu Jahr exponentiell wächst. Unser Wissen hat sich in den letzten Jahren wahrscheinlich schon verhundertfacht. Es ist kein Wunder, dass die Kinder in der Schule und auch die Studenten an den Unis gar nicht mehr hinterherkommen mit den ständig wachsenden Mengen an Lehrstoff. Auch die Lehrbeauftragten sind hoffnungslos überfordert mit der sinnvollen Aussortierung von Wissen. So steigt der Leistungsdruck ständig und die Ausbildungsdauer wächst kontinuierlich. Haben Sie sich mal gefragt, warum wir bis zu 13 Jahre auf der Schule verbringen müssen und vielleicht dann noch mal um die 6 Jahre studieren plus eventuelle Weiterbildungen? Wie soll die Zukunft aussehen? 30 Jahre Ausbildung insgesamt und bis 90 arbeiten?

Das ungeheure Wachstum von Wissen ohne Hinterfragung der Qualität ist eine große Herausforderung unserer Zeit. Doch ich möchte hier noch auf einen anderen Punkt u sprechen kommen. Den Aspekt der Handlungsfähigkeit.

Nehmen wir einmal an, Sie machen eine Weiterbildung. Das Ziel ist selbstverständlich, dass Sie mit Ihren neu erworbenen Kenntnisse eine neue Tätigkeit professionell bewältigen können. Nehmen wir einmal ein ganz simples Beispiel. Sie wollen chinesisch kochen lernen. Das Ziel ist natürlich, dass Sie hinterher tatsächlich chinesisch kochen können und zwar so, dass es auch schmeckt. Logisch. Nun, nach dem vorherrschendem Lernprinzip drückt man Ihnen ein Buch in die Hand, was sämtliche Zutaten auflistet, Herkunft und Geschichte der Gerichte, Anbau der chinesischen Gewürze, berühmte chinesische Köche, Sonderformen der Zubereitung nach Regionen, Beschaffenheit der Küchenutensilien und deren traditionelle Herstellung, etc. Das Buch hat 400 Seiten und eigentlich wollten Sie ja nur viellecht ein dutzend Gerichte kochen können. Da das ja eine Weiterbildung ist, wird von Ihnen erwartet, dass sie das Buch mehr oder weniger auswendig lernen und Ihr Faktenwissen in mündlichen und schriftlichen Prüfungen vortragen können. Nehmen wir einmal an, Sie können Unmengen an Wissen gut auswendiglernen und bestehen auch die Prüfungen. Können Sie dann wirklich chinesisch kochen? Fühlen Sie sich sicher in der Zubereitung der chinesischen Speisen? Wissen Sie wie die Gerichte schmecken?

In diesem Beispiel wurde die Qualität des Wissens nicht berücksichtigt und auch die Handlungsfähigkeit – das Kochen können – wurde ignoriert. Sinnvoll wäre es gewesen, den theoretischen Teil auf eine notwendige Menge zu reduzieren (mit optionalen Informationen zu Geschichte und regionalen Unterschieden, etc.) und einen besonderen Fokus auf das Kochen selbst zu legen. Nur Übung macht den Meister. Das heißt, die Anwendung von Wissen hat einen sehr viel höheren Stellenwert als Wissen selbst. Einmal lernen wir hervorragend durch die eigene Praxis und zum anderen lernen wir sehr gut durch die Weitergabe praktischer Erfahrungen von anderen. Früher hat man zugeguckt, wie der Meister etwas gemacht hat und so direkt gesehen, wie es funktioniert und was wichtig ist. Man könnte das als „praxisorientiertes Lernen“ bezeichnen oder „Lernen fürs Leben“. Auch durch das Durchspielen von praktischen Beispielen, durch Fallgeschichten und durch Simulation kann man sehr effektiv lernen. All das läuft unter dem Motto „Erfahrungen sammeln“. Das sind eigene Erfahrungen genauso wie die Erfahrungen von Lehrern, Ausbildern oder anderen Studenten.

Im ganzen Leben geht es nur darum Erfahrungen zu machen. Durch Erfahrungen wächst man.

Für die Zukunft ist es ganz wichtig möglichst schnell handlungsfähig zu werden, die Fähigkeit zu erlangen sinnvoll mit Wissen umzugehen und nützliches Wissen von unwichtigem Wissen zu trennen. Weisheit muss wieder wichtig werden. Wir müssen wieder in der Lage sein, weise Entscheidungen zu treffen, – für uns selbst und die Gesellschaft.

Die Zeit der menschlichen Papageien wird zwangsläufig zu Ende gehen und Platz machen für eigenverantwortliche, intelligente, weise Menschen, – Menschen, die Wissen hinterfragen und weise anwenden können.

Fangen Sie auch an – hinterfragen Sie die „Fakten“, die Ihnen tagtäglich aufgedrückt werden. Lernen Sie zu unterscheiden. Nutzen Sie die besten Infos für weise Entscheidungen. Machen Sie so das Beste aus Ihrem Leben!

 

 

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Angst, Stress und Unsicherheit, – alles hausgemacht!

Wer kennt sie nicht, die selbstgemachte Marmelade. Aber wußten Sie schon, dass Leistungsdruck, Ängste, Unsicherheiten und damit Mißerfolg in der Regel auch hausgemacht sind?

Das Rezept ist ganz einfach: Man nehme eine große Erwartungshaltung, die möglichst nicht der realen Situation entspricht, würzt sie mit einer ordentlichen Prise Perfektionismus und verfeinert das Ganze noch mit Wünschen von Dritten. Wer mag, kann noch Zeitdruck hinzugeben. Eine mangelhafte Vorbereitung und weitere Probleme können zum i-Tüpfelchen werden. Das mündet dann in einem echten Erlebnis, was man so schnell nicht vergisst.

Betrachten wir das Phänomen einmal genauer. Stellen Sie sich einmal vor, dass sie einen Vortrag halten müssen, – vielleicht in der Schule, im Studium oder als Experte für XY. Nun müssen Sie natürlich Ihren Vortrag vorbereiten, sich mit der Thematik beschäftigen, sich um die Zielgruppe kümmern, technische Sachen bedenken, usw. Das ist alles ganz normal und machbar. Jetzt kommt aber der Knackpunkt. Sehr wahrscheinlich haben Sie den Anspruch an sich selbst einen perfekten Vortrag zu halten, perfekt aufzutreten. Heutzutage will kaum einer gute Leistungen bringen oder befriedigende oder ausreichende. Heutzutage wollen wir alle nur Top-Leistungen bringen, perfekt sein. Es gibt nur noch „perfekt“ als Standard. Alles andere ist undenkbar, unakzeptabel. Wir leben schließlich in einer (Hoch-)Leistungsgesellschaft und das fängt in der Schule schon an. Haben Sie sich mal gefragt, warum es überhaupt noch Noten gibt und warum ausreichend oder befriedigend eigentlich nur „schlecht“ bedeuten. Ausreichend reicht schon lange nicht mehr aus und befriedigend befriedigt niemanden mehr. Wir müssen immer schneller, immer höher und immer bessere Ergebnisse bringen. Wir müssen! Auf Kosten der Gesundheit, des seelischen Gleichgewichts, der Lebensfreude. Das ist einfach so – heutzutage! Keiner stellt es in Frage. Wir erwarten es einfach, von uns selbst, von anderen, von unseren Kindern. Die Peitsche schwingt gnadenlos. Der Konkurrenzdruck ist übermächtig. Es gibt nur noch Gewinner und Verlierer, – keine Zwischentöne mehr. Die darwinsche Auslese ist unbarmherzig.

Zurück zu unserem Beispiel. Sie setzen sich also höchstmögliche Ziele, fragen aber gar nicht, ob das für Sie in Ihrer Situation möglich ist. Haben Sie genug Zeit? Kennen Sie sich gut genug mit der Thematik aus? Sind Ihre technischen Möglichkeiten ausreichend? Können Sie frei sprechen? Haben Sie schon Erfahrung im professionellen Halten von Vorträgen? Wissen Sie wirklich wie Sie Ihre Zielgruppe begeistern können?

In der Regel läßt die Situation keine perfekte Vorbereitung zu, da im Leben ständig alles limitiert ist. Wir haben nicht unendlich Zeit. Wir haben auch nicht immer alle technischen Geräte auf dem neusten Stand. Wir können uns auch nicht überall auskennen wie ein Experte. Tatsächlich sind wir sehr eingeschränkte Lebewesen. Nur wenn wir das erkennen, können wir mit unseren Ressourcen haushalten und unsere Stärken sinnvoll einsetzen.

Nun stellen Sie sich vor, Sie haben alles getan für einen bestmöglichen Auftritt inklusive Top-Vortrag. Was passiert? Ihre Erwartungshaltung schwebt wie eine dunkle Wolke über Ihnen. Die Angst zu versagen ist riesig. Sie stehen unter enormen Stress, hinterfragen ständig Ihre Wirkung auf das Publikum und wehe sie verhaspeln sich – da geht direkt die Welt unter, Sie laufen rot an und fühlen wie die Blicke der Zuschauer sich in Sie hineinbohren, Sie fertig machen. Und hinterher sind Sie froh, dass Sie es geschafft haben, warten schon auf die bösen Kritiken, auf das vernichtende Urteil der Vorgesetzten, der Zuhörer. Wer weiß, ob Sie danach überhaupt zur Ruhe kommen und nachts schlafen können?

Ihre Erwartungshaltung hat all diese Stressymptome hervorgerufen und nicht dazu beigetragen den Vortrag mit einer gewissen, bezaubernden Leichtigkeit zu halten. Vielleicht haben Sie ihn auch komplett vermasselt – vor lauter Aufregung und Selbstkritik.

Und nun stellen Sie sich einmal vor, Sie hätten den Vortrag ohne diese Erwartungshaltung vorbereitet. Sie hätten einfach gedacht „Die Zeit ist knapp, PowerPoint kann ich auch nicht aber ich mach das Beste daraus und konzentriere mich auf die wirklich wichtigen Punkte!“ Sie hätten sich und die Situation also realistisch wahrgenommen und das Bestmögliche daraus gemacht – gemessen an den Rahmenbedingungen.

Es zeugt von einer großen inneren Stärke und Souveränität, wenn man sich erlaubt positiv-authentisch zu sein, wenn man zu seinen Fehlern und Schwächen steht und sich dadurch auch nicht aus dem Konzept bringen läßt, wenn man einfach sein Bestes gibt, ohne perfekt sein zu wollen. Die Menschen im Publikum merken ganz genau, wenn jemand sich verstellt und etwas vorspielt. Sie merken auch, wenn eine authentische Person vor ihnen steht. Authentizität ist sympathisch. Sie erinnert einen daran, dass wir alle nur Menschen sind, dass keiner von uns perfekt ist. Sie schafft auch eine gewisse Leichtigkeit und Dinge lassen sich flexibler, einfacher gestalten.

Wenn Sie mal wirklich „wichtige“ Menschen auf der Bühne sehen, dann werden Sie feststellen, dass sie sich alle authentisch verhalten. Sie haben es nicht nötig zu „schauspielern“, sich zu verstellen, irgendwelchen imaginären Ansprüchen gerecht zu werden.

Geben auch Sie Ihren Perfektionismus auf. Sie brauchen ihn nicht. Gewinnen Sie durch eine positive, authentische Haltung. Geben Sie Ihr Bestes gemessen an den Möglichkeiten der Situation. Seien Sie menschlich. Entspannen Sie sich. Sie werden sehen wie viel leichter das Leben plötzlich ist, wenn Sie falsche Ansprüche herunterschrauben und realistisch denken.

Behandeln Sie auch andere Menschen realistisch. Fordern Sie nur das Machbare, das Sinnvolle. Erwarten Sie keine Superman oder Superwoman Leistungen. Wir sind alle nur Menschen. Sie und ich. So wird die Welt wieder ein bißchen menschlicher, sympathischer, lebenswerter.

Versuchen Sie es! Machen Sie das Beste aus Ihrem Leben!

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Die Gefahr von Projektionen

Es gibt zwei Arten von Projektionen und beide sind schlecht. Sie sorgen für eine verzerrte Wahrnehmung der Realität. Das schafft Probleme, unnötige Probleme und Mißverständnisse. Nur wenn man die Natur von Projektionen kennt, kann man sie vermeiden, – mit all ihren negativen Konsequenzen.

Die erste Art von Projektionen ist die, von sich auf andere zu schließen. Man projieziert sich selbst auf andere und erwartet, dass andere genauso denken, fühlen und handeln. Nun sind wir alle Individuen mit einer ganz eigenen Persönlichkeit und zum Glück sind wir nicht alle gleich. So kann diese Projektion auch nicht funktionieren. Wir machen es aber trotzdem, weil wir die Menschen sind, die wir am besten kennen bzw. nur ahnen können, was in anderen Menschen vor sich geht.

Mit dieser Art von Projektionen geht sehr oft eine starke Erwartungshaltung mit einher und wenn die nicht erfüllt wird, auch eine sehr große Enttäuschung. Die Person, die die Projektion über sich ergehen läßt, ist oft hin- und hergerissen zwischen dem Erfüllungszwang inklusive Leiden und der bewussten Enttäuschung der anderen Person. Oft sind hier nämlich die Machtverhältnisse nicht symetrisch. Die Projektionen gehen in der Regel von „mächtigen“ Menschen aus, – Eltern, Lehrer, Chefs, Autoritäten und betreffen dann „untergeordnete“ wie Kinder, Schüler, Mitarbeiter, etc. die sich schlecht durchsetzen können.

Jeder kennt solche Geschichten, wo die Mutter oder der Vater ganz hingerissen ist vom Sprößling – „er ist ganz wie der Vater, hoch intelligent, – der muss einfach studieren und wie Papa Arzt werden. Das sieht man doch!“ Ja und dann wundern sich die Eltern, wenn der hochbegabte Bub, dann doch lieber Schreiner wird oder sein Studium schmeißt. Die erstaunten Eltern erfahren dann, dass er nur ihnen zuliebe studiert hat und es letztendlich nicht mehr ausgehalten hatte. „Warum hast Du denn nichts gesagt, mein Sohn?“ „Ja warum wohl?!“ Ja und so vergeigt man dann seine kostbare Zeit, leidet, macht sich Vorwürfe, macht seinen Eltern Vorwürfe und macht doch schließlich etwas, was einem wirklich liegt oder manche werden auch richtig unglücklich nur, um ihren Eltern einen Gefallen zu tun. Erwachsene und Autoritätspersonen sind bekanntlich immer schnell dabei zu wissen, was für andere das Beste ist – und leider kommen sie nie auf die Idee einfach mal nachzufragen.

Ein besonderes Highlight dieser Projektionsart ist, wenn Eltern ihre persönlichen Wünsche auf ihre Kinder projiezieren mit der Idee, dass die Kinder das vollbringen, was sie selbst nie geschafft haben. Nach dem Motto „Ich wollte studieren und Jurist werden, bin aber leider/glücklicherweise Automechaniker geworden und nun wird eben mein Sohn Jurist!“ Leid und Auseinandersetzungen sind hier schon für Jahre vorherzusehen, ohne Prophet sein zu müssen.

Die zweite Art von Projektionen unterteilt sich in positive und negative Projektionen, die aber beide schädlich sind. Hierbei macht man gewisse gute oder schlechte Erfahrungen und verknüpft sie mit bestimmten Merkmalen wie Aussehen, Verhalten, Situation, etc. Nehmen wir mal ein Beispiel. Sie fahren nach Italien und haben eine wirklich tolle Zeit. Alle Menschen in dem Städtchen sind sehr freundlich und herzlich und Sie fühlen sich total glücklich. Nun könnten Sie diese Erfahrung verallgemeinern und sagen alle Italiener sind super nett. D. h. Sie projiezieren Ihre positive Erfahrung auf alle Menschen, die in Italien wohnen oder von dort kommen. Das stimmt natürlich nicht mit der Realität überein, weil es überall auf der Welt nette und weniger nette Menschen gibt, auch in Italien. Im schlimmsten Fall projiezieren Sie Ihr positives Bild von einem Italiener auf einen nicht so netten Italiener und bekommen so Probleme. Ähnlich läuft dieser Prozess im kriminellen Bereich, wo vermeintliche Enkel ältere Menschen ausrauben, weil die ihre Vorstellung vom guten Enkelkind auf den Kriminellen projiezieren. „Hallo Oma, ich bin´s, Dein Enkel!“ „Hans-Uwe bist Du das?“ „Ja, Oma, ich brauch mal Knete!“ „Du warst immer so ein guter Junge. Ich helf Dir doch gerne!“ Na klar! Abgesehen von diesem Beispiel können Menschen einen Heiligenschein bekommen, ganz einfach nur deswegen, weil sie einen an eine tolle Person aus der Vergangenheit erinnern oder an ein tolles Erlebnis mit einer Person, die so ähnlich aussah oder sich so ähnlich verhalten hat. Ein Heiligenschein ist zwar nett, kann aber übertrieben sein und zu unerfüllbaren Erwartungen führen, die dann wieder in Enttäuschung enden.

Die negativen Projektionen von diesem Typ sind noch schlimmer. Nehmen wir einmal an, eine junge Frau verliebt sich, hat eine tolle Zeit und wird dann von ihrem Freund sitzen gelassen. Das ist der emotionale Weltuntergang und hinterläßt große seelische Wunden. Im schlechtesten Fall ist sie nun für die Zukunft gebrandmarkt. D. h. jedesmal, wenn sie einem Mann begegnet, der ähnlich aussieht, sich ähnlich verhält oder auch nur den gleichen Beruf hat wie ihr Ex, projiziert sie ihren Haß bzw. ihre negative Erwartungshaltung auf diesen Mann, ohne zu hinterfragen, ob er wirklich so ist wie sie denkt. „Der sieht schon aus wie Rüdiger. Der lacht auch noch so. Das ist bestimmt auch so ein Schwein!“ Ja und da hat der arme Mann dann Pech gehabt und weiß noch nicht einmal, womit er den Zorn der Frau verdient hat.

Projektionen verändern auch noch die Wahrnehmung, da alles, was die andere Person tut, so interpretiert wird, dass es die Projektion rechtfertigt, für wahr erklärt und weiter unterstützt.

Das ist übrigens in der Schule schon so. Wenn Sie einem Lehrer sagen, dass Ihr Kind hochbegabt ist und nachgewiesenermaßen einen IQ von 150 hat, dann wird der Lehrer diese Hochbegabung mit allen Konsequenzen auf Ihr Kind projizieren. Wenn Ihrem Kind in der Schule langweilig ist, wird der Lehrer denken, dass es unterfordert ist. Wenn es eine Frage stellt, dann ist das ein Zeichen seiner Intelligenz und Neugier. Wenn Sie einem Lehrer aber sagen, dass ein Kind dumm und unbegabt ist, dann projiziert der Lehrer ebenso und interpretiert Langeweile als Nichtinteresse, Überforderung und eine Frage als Problem dem Unterricht zu folgen.

In Schulen und an Unis wurden schon solche psychologischen Experimente gemacht. Unabhängig von der wahren Intelligenz wurden die einen gefördert, weil sie ja angeblich begabt waren und die anderen blieben auf der Strecke. Dies hat sich auch im Notenspiegel gezeigt.

Deshalb überlegen Sie genau, was Sie den Lehrern Ihrer Kinder erzählen und überlegen Sie auch, ob Sie selber Dinge auf andere projizieren oder Opfe von Projektionen sind. Kommunikation hilft hier in jedem Fall.

Wie sagten einst die weisen Indianer „Verurteile niemanden, solange Du nicht in seinen Mokassins gelaufen bist!“

Jeder hat seine eigenen Mokassins. Und die eigenen müssen weder anderen passen, noch müssen andere sie mögen.

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Superlearning – lernst Du noch oder lebst Du schon?

Alle die in der Schule, in der Ausbildung oder im Studium tonnenweise Fachliteratur studieren und lernen müssen, können ein Lied davon singen. Stupides Auswendiglernen, pauken bis das Gehirn seinen Geist aufgibt, bis man nicht mehr eins und eins zusammenzählen kann. Und das über Jahre. Und oftmals kann man den gesamten Stoff direkt nach der Prüfung wieder vergessen und Platz schaffen für die nächsten Themen. Der mentale Overload.

In den letzen Jahre ist das Wissen exponentiell gestiegen. Nur leider ist die menschliche Auffassungsgabe nicht mitgewachsen und die Verantwortlichen in Schule und Ausbildung haben es verpasst, den Lehrstoff an die heutigen Bedürfnisse anzupassen. So stehen Schüler und Studenten vor immer größer werdenden Haufen von Studienmaterial, – was alles auf Biegen und Brechen in immer kürzerer Zeit in die Köpfe soll. Vor lauter Stress und Leistungsdruck machen es unsere Studenten schon wie ihre amerikanischen Kommilitonen – sie nehmen Psychopharmaka gegen Depressionen und für noch mehr Leistungsfähigkeit. Dazu noch ein paar Kopfschmerztabletten, Red Bull und fertig ist der Cocktail.

Nun ergibt sich für jeden Betroffenen, wie er damit am besten umgehen kann. Die Fehler im System lassen sich bekanntlich nicht mal eben und schon gar nicht von einem Einzelnen beheben. So kann es erstmal nur um´s Überleben gehen. Hier kann auch das Hypno-Coaching mit gezieltem Stressabbau, Maßnahmen für mehr Balance im Leben und einer Optimierung der Lernprozesse helfen.

Schon seit mehreren Jahren kursiert der Begriff „Superlearning“. Superlearning bedeutet in einem optimalen geistigen Zustand entspannter Konzentration leicht und effektiv Informationen aufzunehmen, zu verarbeiten (lernen) und abzuspeichern, um sie im Bedarfsfall leicht und automatisch wieder abrufen zu können. Das hat rein gar nichts mit stupidem Auswendiglernen oder geistiger Überanstrengung zu tun. Mit Hypnose läßt sich dieser optimale Lernzustand einleiten und so verankern, dass er nach Belieben wieder abgerufen werden kann. So kann jeder Schüler, jeder Student und jeder der Sprachen lernt oder sich in etwas Neues einarbeitet, leicht und effektiv lernen. D. h., Zeit sparen, Nerven schonen, auf unnötigen Stress verzichten und gleichzeitig den Lehrstoff besser im Langzeitgedächtnis abspeichern, ihn besser abrufen und somit bessere Resultate in den Prüfungen erreichen.

Dies gilt nicht nur für theoretischen Stoff aus Büchern, sondern auch für die Aussprache bei Fremdsprachen und für Bewegungsabläufe im Sport oder Spiel von Instrumenten. Mit Hypnose kann man ganzheitlich Neues bestmöglich lernen und im Unterbewusstsein verankern.

So bleibt auch mehr Zeit zum leben. Zeit für die schönen Dinge im Leben. Zeit um neue Kräfte zu sammeln und sich zu regenerieren.

Machen Sie sich und Ihren Kindern das Leben leichter. Ich berate Sie gerne.

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