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Infantile Bewältigungsstrategien Teil I – Der Weltuntergang

Infantile Bewältigungsstrategien gehören zu meinen Lieblingsthemen, da ich sie äußerst faszinierend finde – wie Spock sagen würde. Nun was sind überhaupt „Infantile Bewältigungsstrategien“? Es sind Strategien mit Problemen mehr oder weniger erfolgreich umzugehen, die wir uns in unserer Kindheit ausgedacht oder irgendwie entwickelt haben. Was in der Kindheit vielleicht so einigermaßen funktioniert hat, funktioniert für uns Erwachsene nun nicht mehr. Trotzdem halten wir gerne daran fest, insbesondere, wenn uns nichts besseres einfällt oder wir uns vom Schicksal überrumpelt fühlen. Das Problem mit den infantilen Bewältigungsstrategien ist, dass sie einmal nicht wirklich funktionieren und zum anderen noch größere Probleme verursachen. Sie stellen eine Art Vermeidungsverhalten dar, sich wirklich mit einer problematischen Situation auseinanderzusetzen und eine echte Lösung zu erreichen. So wachsen die Probleme bis es irgendwann zu einem großen Knall kommt und massiver Schaden entsteht.

Ein kleines Beispiel: Wenn Sie als Kind sich die Augen zu halten, dann sind Sie nach kindlicher Logik unsichtbar – Sie sehen nichts und deshalb können Sie nicht gesehen werden. Logisch! Nun fällt beim Spielen eine Vase runter, Sie halten sich die Augen zu, sind unsichtbar und keiner kann nachverfolgen, dass Sie die Vase umgeworfen haben. Das ist die „Ich bin gar nicht da“-Logik. Auch als Erwachsener können Sie sagen „Ja, ich war gar nicht da, hab gar nichts gesehen, nichts gehört, etc.“ oder „Ich weiß von nichts, meine Name ist Hase.“ (Bugs Bunny) Wenn etwas Schlechtes oder Schlimmes passiert ist und Sie ignorieren es einfach, dann wird die Situation dadurch nur schlimmer, nicht besser. Als Erwachsener müßte man eingreifen und die Angelegenheit bestmöglich bewältigen.

In meiner kleinen Reihe über infantile Bewältigungsstrategien möchte ich einige dieser Verhaltensweisen vorstellen, hinterfragen und alternative Strategien aufzeigen. Wer an seinen infantilen Bewältigungsstrategien gerne festhalten möchte, sollte daher diese Blogreihe nicht lesen. Für alle anderen werden sich ein paar Aha-Effekte einstellen.

Teil I – Der Weltuntergang:

Vor ein paar Tagen hatten wir mal wieder einen Weltuntergang, der (leider/wie immer) nicht funktioniert hat. Haben Sie sich mal überlegt, wie man auf die Idee kommen kann, auf einen Weltuntergang zu hoffen, zu warten? Sind das nicht Zeichen schwerster Depressionen, wenn der eigene Suizid nicht mehr ausreicht und gleich die ganze Welt untergehen muss, damit es einem besser geht? Ist das nicht krank? Ein Fall für den Psychiater? Für die stationäre Aufnahme und Dauermedikation? Denken Sie einmal darüber nach. Tatsächlich sollten sich alle Lebewesen nach dem Leben sehnen, nach einem erfüllten, glücklichen Leben, nach Lebensfreude. Und was machen die Menschen? Sie sind Miesepeter. Sie erwarten den Untergang.

Und warum? Jetzt kommen wir zu den äußerst interessanten Ursachen. Es ist ganz einfach. Die Menschen haben erkannt, dass ca. 10% sich absolut mies verhalten, andere ausbeuten, etc., 80% mal gut mal böse sind und nur 10% als absolut gut zu sehen sind. Das heißt, vereinfacht gesagt, 90% aller Menschen sind mehr oder weniger Egoisten, die in erster Linie nur an sich selbst denken und auf Kosten der anderen wirtschaften. Anders ausgedrückt: „Die Welt ist schlecht und muss deshalb zwangsläufig untergehen!“ So, deshalb die miese Grundstimmung und der Schrei nach Weltuntergang und jüngstem Gericht mit Bestrafung durch Gott.

Was bedeutet das denn? Der Mensch sagt „Gut, wir sind hauptsächlich miese Egoisten, wir denken nur an uns selbst, beuten die Welt aus, betrügen uns gegenseitig. Wir wissen, dass das alles nicht in Ordnung ist – aber wir sind eben so und lehnen jede Verantwortung ab. Deshalb brauchen wir Gott bzw. Jesus, damit er für Gerechtigkeit und Ordnung sorgt – irgendwann einmal, wenn der Weltuntergang gekommen ist. Bis dahin arbeiten wir weiter fleißig am Untergang, damit Jesus schneller kommt und die Welt in ein Paradies verwandelt.“ Logisch, – nicht wahr?! Hier haben wir wieder eine dieser wundervollen infantilen Bewältigungsstrategien.

In der Tat ist es der Ruf nach einem Erwachsenen (Jesus), der für Ordnung sorgt, für das Chaos, was die Kinder (Menschen) angerichtet haben. Die Kinder (Menschen) zeigen sich überfordert, lehnen jede Verantwortung ab – „der Teufel hat uns geritten, wir sind unschuldig, wir konnten nicht anders“ und Papa (Gott/Jesus) solls wieder richten. Kinder sind so und haben eben ihre eigene kindgerechte Logik. Nur funktioniert sie nicht, weil sie an der Realität vorbeigeht. Deswegen haben wir auch nie einen Weltuntergang und deshalb können wir noch sehr lange warten, bis Jesus oder ein anderer Erwachsener kommt, um die Welt in ein Paradies zu verwandeln.

Wie sähe denn eine Alternative aus? Der Mensch könnte sagen „Gut, wir haben uns über Jahrhunderte echt mies verhalten, aber wir können aus unserem Fehlverhalten lernen, positive Werte aufstellen, an denen wir unser Leben und Handeln orientieren wollen. Wir können die Schäden, die wir verursacht haben, wieder beheben. Wir können selber Verantwortung für uns und unser Verhalten übernehmen (da es auch niemand anderen gibt) und wir können selbst unsere Welt schön gestalten, so dass wir alle mit Freude leben.“

Na, das wäre doch mal ein Ansatz.

In letzter Zeit hat der atheistische Materialismus vermehrt den Platz der Religion eingenommen – auch ein Zeichen für den Weltuntergang. Interessanterweise wurde aber an der Idee der Weltrettung festgehalten. Anstelle des Messias ist nun Superman getreten, der die Bösen richtet und den Guten zum Sieg verhilft. Ja, und wir haben nicht nur Superman, sonder auch Superwoman und eine ganze Schar von Weltrettern, die auch alle ganz genau in allen Einzelheiten in Comics dargestellt und festgehalten werden. So wartet auch der Atheist, der Materialist, der Ungläubige auf jemanden, der ihm die Verantwortung für sein Leben abnimmt und für ihn sozusagen die Drecksarbeit erledigt. Warum soll man denn auch seine eigene Suppe auslöffeln, wenn es ein Messias oder Superman viel besser machen kann?!

In diesem Zusammenhang fällt mir noch so eine „tolle Idee“ ein. Manche Menschen glauben daran, dass Jesus von Gott, seinem Vater auf die Erde geschickt wurde, damit er für all die Sünden der Menschen stellvertretend gequält und getötet wird. Er übernimmt als Opferlamm die Bestrafung. Toll, nicht wahr? D. h. wir brauchen nicht nur einen Weltretter, sondern auch noch einen Sündenbock, der all die Strafen übernimmt, die eigentlich für uns selbst gedacht waren. Wiederum eine wunderbare, infantile Bewältigungsstrategie „Ich habe Mist gebaut, aber soll doch der unschuldige XY dafür büßen!“ Die Krönung des ganzen ist noch, dass es nicht irgendein armer Mensch ist, der zum Sündenbock gestempelt wird, sondern der Sohn Gottes in seiner Reinheit und Majestät persönlich. Ich glaube, wenn ich Gott wäre, hätte ich da doch eher noch mal mindestens eine weitere Sintflut über solche Menschen geschickt, anstatt mein eigenes Kind zu opfern. Was meinen Sie? Was hätten Sie gemacht? Finden Sie so etwas gerecht oder sinnvoll?

Übrigens, es gibt wirklich religiöse Menschen, die aktiv und bewusst am Weltuntergang arbeiten, um das Erscheinen des Messias zu beschleunigen. Wahnsinn, nicht wahr?! Natürlich damit wir hinterher das Paradies auf Erden haben. Logisch?!

Während viele Menschen auf den nächsten Zeitpunkt eines eventuellen Weltuntergangs warten, warte ich darauf, dass mehr und mehr Menschen erwachsen werden, die Verantwortung selbst in die Hand nehmen und anfangen, die Dinge zum Positiven hin zu verändern. Denn irgendwann ist es wirklich einmal zu spät und sehr wahrscheinlich kommt dann keiner, – weder Jesus noch Superman und auch keine Außerirdischen.

„Wir sind die, auf die wir schon immer gewartet haben!“ lautet eine Sprichwort.

In diesem Sinne – machen Sie das Beste aus unserem Leben!

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Der gefühlte Weltuntergang und wo bleibt Superman?

Ist bei Ihnen die Welt auch schon öfters mal untergegangen?

Den gefühlten Weltuntergang kennt wohl jeder. Da passiert etwas, mit dem man nicht im geringsten gerechnet hätte und eine Welt zerbricht. Vorstellungen zerplatzen wie Seifenblasen. Die nackte Realität holt einen ein. Die Wahrheit ist erbarmungslos. Superman ist nicht in Sicht und die Rettung in letzter Sekunde bleibt aus. Der Schock sitzt tief. Falls das Gehirn noch funktioniert, denkt man „Sch.., wie konnte das passieren? Warum hat mich keiner gewarnt? Hab ich die Zeichen nicht kommen sehen? Was bleibt mir jetzt noch?“ Nach einer Weile setzen die Körperfunktionen wieder ein und man richtet sich auf das Leben nach dem Weltuntergang ein. Neue Pläne werden geschmiedet. Die Welt dreht sich wieder. Die Sonne scheint und das Leben geht weiter.

Zum Glück sind viele Weltuntergänge nur „gefühlt“, was ja auch schon schlimm genug ist.

Aber warum gibt es so viele gefühlte Weltuntergänge im Leben? Was läuft da falsch? Was könnte anders laufen?

Vermeintlich kommt ein Weltuntergang immer ganz unerwartet. Tatsächlich ist dies nur scheinbar so, denn wir ignorieren beharrlich alle Hinweise auf die bevorstehende Bedrohung. Dinge, die wir nicht sehen wollen, blenden wir gerne aus. Es ist eine Sache der Wahrnehmung. Wir wollen immer nur das sehen, was uns gefällt, was uns schmeichelt, gut tut, was unserer Natur entspricht. Diese gefilterte Wahrnehmung führt dann dazu, dass offensichtliche Dinge unter den Teppich gekehrt werden, – solange bis einer über den Hügel unter dem Teppich stolpert, hinfällt und sich schwer verletzt. Dann ist der Schaden da.

Oft fängt alles mit kleinen Hinweisen an. Werden diese beharrlich ignoriert, so werden die Warnhinweise immer lauter und deutlicher. Wenn schon alle Alarmglocken läuten und die Gefahr penetrant weiter ignoriert wird, dann platzt zwangsläufig die Bombe. Ja und dann ist es zu spät und auch Beteuerungen, dass man das ja alles gar nicht wollte, sind einfach nicht mehr ausreichend.

Besonders gut läßt sich so etwas in Beziehungen beobachten. Der eine Partner ist dominant und bestimmt, was beiden (!) gefällt bzw. was für beide tabu ist. Der andere Partner macht anfangs mit, um die Harmonie zu wahren, – unterdrückt dabei aber seine Bedürfnisse. Je länger dies so geht, desto stärker wird der Unmut und desto größer wird die Aggression. Es fängt vielleicht mit einem sauren Gesichtsausdruck an, geht über zu Sticheleien und endet dann in einem umfangreichen Ehekrach, wo noch andere Vorwürfe zum Vorschein kommen. Der Ehekrach wird stark emotional geführt, – psychologischer Nebel entsteht, der Verstand wird ausgeschaltet und alles wird zerstört, was über Jahre aufgebaut wurde. Eventuell am nächsten Tag stehen beide dann vor den Trümmern ihrer Beziehung und fragen sich, wie es soweit kommen konnte. Der Weltuntergang ist da.

Überlegen Sie sich einmal, warum es bei solchen Angelegenheiten oft geht, – ja, um Kleinigkeiten! Weil der Ehemann seine Zahnpastatube nicht zumacht oder die Ehefrau die Fernbedienung immer auf den Fernseher legt. Es geht nicht um große Sachen. Hier sehen wir wieviel über etliche Jahre unter denTeppich gekehrt wurde, wieviel ignoriert wurde, wieviele Zeichen nicht wahrgenommen wurden, wieviele Emotionen sich aufgestaut haben. Vielleicht hätte man einfach mal miteinander sprechen sollen, persönliche Ansichten klären und verstehen können.

Kommunikation ist so unendlich wichtig für uns alle. Denken Sie einmal darüber nach. Wann haben Sie zuletzt wirklich kommuniziert? Was ignorieren Sie schon viel zu lange? Und wie sieht es unter Ihrem Teppich aus? Brauchen Sie auch schon Stelzen und Brücken, um über Ihren Teppich zu kommen?

Das Thema hat aber noch eine viel größere Dimension. Seit mindestens 2000 Jahren warten viele Menschen auf den großen Weltuntergang bzw. auf einen Messias, der hier auf der Erde richtig aufräumt, die Bösen bestraft und die Guten belohnt. Alle großen Religionen warten auf einen Erlöser, spirituellen Führer, – nicht nur die Juden oder Christen. Tatsächlich sollte die Welt schon viele Male untergehen, ist es aber dann doch nicht.

Die Frage ist nun, warum die Menschheit auf einen Weltuntergang wartet, hofft und auf einen Erlöser, der „aufräumt“. Wenn man zurück blickt, wird das offensichtlich. Zu allen Zeiten waren die Menschen unzufrieden, – wegen Machtmißbrauch der Elite, wegen Korruption, Elend, politischen und sozialen Problemen, etc. Sie haben immer darauf gewartet, dass sich etwas zum Positiven hin ändert, dass einer kommt, aufräumt, die Ordnung wiederherstellt, die Bösen bestraft und die Guten belohnt. Ja, und die Religionen haben es prophezeit. Nur kam in der Regel weder der Weltuntergang, noch der Messias. Und das Elend ging weiter und hat sich noch vermehrt.

Nun ist es gut nachvollziehbar, dass Menschen mit all den negativen Zuständen auf der Welt unzufrieden sind. Es ist auch klar, dass uns eine „Aufräumaktion“ gut tun würde. Der Haken ist nur, dass wir im Westen nun schon seit mehr als 2000 Jahren darauf warten und im Osten noch länger. Wie lange wollen wir noch warten und worauf?

Interessanterweise wurde der Messiasgedanke durch die Idee von Superman und anderen „Lichtgestalten“ abgelöst. Superman, Batman, Spiderman und wie sie alle heißen, sorgen heutzutage für Gerechtigkeit und kämpfen gegen das Böse, – zumindest in Filmen auf der Leinwand. Bei Batman ist die Welt auch schon untergegangen und dem Bösen restlos verfallen.

Wollen wir jetzt auf Superman warten?

Die Lösung der ganzen Angelegenheit ist ganz einfach. Bevor noch einmal 2000 Jahre vergehen und wieder nichts passiert, kann man anfangen umzudenken und selbst Verantwortung für unsere Lebensbedingungen zu übernehmen. Leider scheuen Menschen jede Art von Verantwortung und suchen gerne woanders den Schuldigen. Nun funktioniert das leider nicht, wie die Geschichte zeigt. Man kann weder den lieben Gott, noch Satanas, eine ungünstige Sternenkonstellation oder sonst etwas für unsere Lebenssituation verantwortlich machen. Die Verantwortung tragen wir Menschen. Wir allein! Und wir haben es in der Hand Änderungen herbeizuführen. Keiner zwingt uns zur Selbstzerstörung! Wir machen das, weil wir das richtig finden, weil wir davon kurzfristig profitieren, weil es alle machen.

Ein weiser Mann hat einmal gesagt „Wir sind die, auf die wir immer gewartet haben!“ Nur müssen wir das mal erkennen. Wir können auch nicht erwarten, dass andere unsere Suppe auslöffeln oder unserern Dreck wegmachen.

Psychologisch gesehen sind das einfach infantile Bewältigungsstrategien, die nie funktionieren können. Wegschauen, andere beschuldigen und auf Mama warten, die dann alles wieder in Ordnung bringt. Da hilft nur ein geistiges Erwachen, ein Aufwachen aus dem Dämmerzustand der Lethargie.

Wenn die Menschheit nämlich weiter so macht, vor sich hinträumt und geistig in einem kindlichen Stadium bleibt, dann kommt nicht der gefühlte Weltuntergang, sondern der echte! Und kein Superman, kein Messias und kein Außerirdischer wird uns retten.

Wir können uns nur selbst retten!

Denken Sie einmal darüber nach und machen Sie das Beste aus Ihrem Leben!

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