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Was war Ihr Motiv?

Solche Fragen kennen wir aus Krimis, wenn sich der Kommissar und sein Team Gedanken machen, warum der Täter das Verbrechen begangen haben könnte. Wenn wir uns Krimis im Fernsehen anschauen, dann denken wir uns nicht viel dabei. Ist ja klar, dass Inspecteur Barnaby, Wallander, Horatio Caine und Co nach Tatmotiven suchen, – was sollen sie auch sonst machen?

Betrachten wir einmal die Frage tiefergehend: Da gibt es etwas – ein „Motiv“ – warum ein Mensch eine Tat begeht, also etwas tut. Es gibt somit Gründe für unsere Taten, – Motive, eine Motivation etwas zu tun. In den Krimis, neudeutsch „Crime“ sind es natürlich in der Regel eher kranke oder böse Motive, die die Täter zu ihren Verbrechen und Morden verleiten. Interessanterweise sind wir uns unserer Motive oft nicht bewusst. Wir verhalten uns so und so oder handeln einfach, weil es sich für uns richtig anfühlt. Manchmal denken wir auch, dass wir gar nicht anders handeln können. Da sich entspechend viele Verhaltensmuster auf der Ebene des Unterbewusstseins abspielen und fast vollautomatisch ablaufen, kommen wir eher selten auf die Idee sie zu hinterfragen. Das machen wir nur, wenn etwas nicht so läuft wie wir das erwartet haben.

Stellen Sie sich einmal vor, dass Sie sich ein neues Auto kaufen müssen, weil das alte nicht mehr über den TÜV kommt. Nun hat jeder seine ganz eigene, individuelle Art ein passendes Auto auszuwählen und zu kaufen. Dieser Prozess verläuft immer nach ähnlichen Kriterien, – Motiven, die unbewusst sind und erst im Nachhinein vom Verstand „logisch“, argumentativ hinterfütert werden. Man benutzt dabei tatsächlich seinen Verstand, um irrationale Entscheidungen nachträglich plausibel zu machen.

Nehmen wir einmal ein einfaches Beispiel: Ich persönlich würde mir einen netten kleinen Toyota kaufen. Warum? Nicht wegen irgendwelcher Autotests, Auszeichnungen oder ähnlich rationalen Gründen, sondern ganz irrational. In erster Linie, weil Toyota eine japanische Firma ist und ich mit Japan Perfektion und viele andere positive Werte verbinde. Gefühles Motto „Was aus Japan kommt, muss perfekt sein!“. Der zweite Grund: Ich mag das Logo von Toyota. Für mich sieht es aus wie ein Heiligenschein und das passt perfekt zu meiner spirituellen Ausrichtung. Dritter, vierter und fünfter Grund: Ein kleines Auto verbraucht wenig Benzin, somit entstehen geringe Kosten pro Monat und geringe Versicherungsgebühren. Das Design von Toyota gefällt mir auch. Fertig. Kaufen!

Analysieren wir jetzt mein Kaufverhalten: Da gibt es also mehrere Gründe, Motive, warum ich eine Autofirma bevorzuge, – rationale und irrationale. Die rationalen sind gut nachvollziehbar, weil wir heutzutage alle überall „sparen müssen“. Die anderen Gründe sagen viel über meine unbewussten, tief versteckten Motive aus. Wie Sie gesehen haben, taucht in meiner Beschreibung das Wort „perfekt“ oder „Perfektion“ recht häufig auf. Mein Wert oder Motiv ist also Perfektion. ich liebe Dinge, die perfekt sind und als spiritueller Mensch strebe ich nach Vollkommenheit, – Perfektion. Damit haben wir schon zwei wichtige Werte von mir – „Perfektion“ und „spirituelle Haltung“. Der nächste Wert ist „Kultur“, Wertschätzung von hoher Kultur, wie man sie u. a. in Japan findet. Dann habe ich noch eine Vorliebe für gutes Design und ich denke wirtschaftlich.

Wie Sie sehen, lassen sich aus den wenigen Sätzen so viele Motive und Grundwerte über mich in Erfahrung bringen. Da ich psychologisch und spirituell geschult bin, kenne ich mich auch selbst recht gut und weiß, warum ich welche Entscheidungen treffe. Für die meisten Menschen trifft dies aber nicht zu. Das wäre auch an sich kein echtes Problem, wenn nicht Medien, Werbung und Verkäufer psychologisch alle Tricks kennen, um ihnen Produkte schmackhaft zu machen, die sie vielleicht normalweise gar nicht kaufen würden.

Nehmen wir einmal an, Sie gehen in ein Autohaus, um sich ein passendes Auto auszusuchen. Der geschulte Autoverkäufer wird sehr schnell im Gespräch herausfinden, welche Motive und Werte für Sie wichtig sind. Wenn er seriös ist, wird er ihnen auch das passende Auto ganz nach Ihren Wünschen präsentieren. Falls er nicht seriös ist, dann wird das Auto für Sie passend gemacht. Es erhält dann alle Eigenschaften, die für Sie wichtig sind, auch wenn es objektiv nicht der Fall ist. Das unseriöse Verhalten kennt man vielleicht von Gebrauchtwagenhändlern, die einem sozusagen alles verkaufen und dann noch als Schnäppchen.

Unter Experten wird die Thematik auch als „Covert Hypnosis“ oder unterbewusste Kommunikation bezeichnet. Es ist eine Wissenschaft und gleichzeitig Kunst für sich, in der man seine Kommunikationsfähigkeiten vervollkommnen kann. Gute Kommunikation ist im Leben und im Beruf unheimlich wichtig.

Ich empfehle Ihnen auch einmal über Ihre Motive nachzudenken, was Ihnen wirklich wichtig ist und warum Sie Ihre Entscheidungen im Leben treffen. Machen Sie sich Ihre Werte bewusst und gestalten Sie so Ihr Leben erfolgreicher und schützen Sie sich auch so vor unseriösen Werbeversprechen und Verkaufsangeboten.

Wenn Sie mehr über Covert Hypnosis, unterbewusste Kommunikation und Werte erfahren möchten, dann besuchen Sie doch meinen Workshop zu dem Thema.

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Rumpelstilzchen und der Tanz um´s Feuer

Kennen Sie noch Rumpelstilzchen? Das war der kleine, bösartige Wicht, der wie besessen um´s Feuer tanzt und ständig ruft „Wie gut, dass niemand weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiß!“ Besonders schön wird die Szene in den Märchenfilmen dargestellt oder in der Persiflage „Otto und die 7 Zwerge“. Der kleine Choleriker scheint keine größere Freude daran zu haben als die ganze Zeit über um´s Feuer zu tanzen und immer wieder dasselbe zu wiederholen. Stellen Sie sich das einmal vor – pausenlos immer im Kreis tanzen und die ganze Zeit das Gleiche wiederholen – wie ein Geisteskranker. „Ein Fall für die Psychatrie“ – würden Sie vielleicht sagen.

Das Rumpelstilzchenphänomen ist aber tatsächlich etwas, was wir aus dem Alltag kennen und zwar in zweierlei Hinsicht. Einmal sind es die Choleriker, die ihren Veitstanz aufführen, wenn sie gerade mal wieder einen Grund gefunden haben sich aufzuregen. Sie benehmen sich dann auch wie ein Rumpelstilzchen, zetern, schreien, brüllen, stampfen, benehmen sich so als wäre Satanas persönlich in sie gefahren, so dass man schon geneigt ist den Exorzisten zu holen. Und zum anderen kennen wir diese Gedankenkarusselle, wo ein Gedanke ununterbrochen wiederholt wird oder wo ständig über das gleiche Thema gesprochen wird als wäre die Schallplatte kaputt. Die Gedanken drehen sich im Kreis und der Betroffene kann weder abschalten noch umschalten auf andere Gedanken.

Kinder verhalten sich auch oft wie Rumpelstilzchen, wenn sie nicht bekommen, was sie haben wollen oder wenn ihnen etwas nicht passt. Sie fangen an zu schreien, heulen, kriegen einen Wutausbruch, werfen sich auf den Boden, schlagen um sich und sind scheinbar kaum noch zu beruhigen. Eventuell gibt Mama oder Papa dann nach, das Kind bekommt, was es will und schlagartig herrscht wieder Frieden und die Sonne scheint.

Offensichtlich handelt es sich teilweise um infantile (kindliche) Erfolgsstrategien im Umgang mit Problemen, die auch Erwachsene manchmal gerne noch anwenden, um sich durchzusetzen. Bei dem Gedankenkarussell bewegt sich der Betroffene in einer Art Teufelskreis aus Gedanken und Gefühlen, die seine Überforderung bzw. Ohnmacht widerspiegeln, die Situation zu bewältigen. Beides ist ungesund und für das Umfeld schwer zu ertragen.

Manchmal hilft es, den Betroffenen bewusst zu machen, was sie da gerade tun oder wie sie sich gerade verhalten, da es in der Regel unbewusste Verhaltensmuster sind und sie sich reflexartig, automatisch abspielen. Durch Hypnose und insbesondere Hypno-Coaching kann man eine positive Veränderung des Verhaltens herbeiführen. Kein Mensch muss unter einem scheinbar ewig andauernden Gedankenkarussell leiden und kein Mensch ist dazu verdammt das Opfer seiner cholerischen Anfälle zu bleiben. Veränderungen zum Guten sind immer möglich. Man muss es nur wissen und den ersten Schritt tun. Hypnotherapie und Hypno-Coaching sind sehr effektiv, um seine unterbewussten Verhaltensmuster zu erkennen und positiv zu verändern. Dann verbessern sich automatisch auch die zwischenmenschlichen Beziehungen. Das gilt für Rumpelstilzchen, Hans Guck-in-die-Luft und Mauerblümchen. Es gilt für alle.

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