Beiträge getaggt mit Work-Life-Balance

Permanente Überlastung und dann?

In unserer Hochleistungsgesellschaft leben sehr viele Menschen in einem Zustand permanenter Überlastung. Überlastung ist zur Norm geworden, zur Normalität. Das fängt schon in der Kita an, geht in der Schule weiter, dann im Studium, danach im Kampf um einen Job und schließlich im Job selbst. Auch privat sind viele überlastet. Partnerschaft, Familie, Freunde, Hobbys – alles soll unter einen Hut.

Die Überlastung mit Leistungsdruck, Zeitdruck, Work-Life-Imbalance, etc. geht so lange weiter bis irgendwann das Ende eintritt. Vielleicht hat man noch ein wenig Zeit, um über den Sinn des Ganzen nachzudenken. Vielleicht auch nicht.

Totale Überlastung – totale menschliche Überforderung – ist das Thema unserer Zeit. Selbst bei den Vorreitern der „Ultrahochleistungsgesellschaft“ in China gibt es schon Menschen, die wahrgenommen haben, dass dieses System eine Sackgasse ist und langfristig nicht zu dem erhofften Erfolg führt. In Japan hat die Überforderung zu dem Phänomen des Karoshi geführt – Tod durch Überarbeitung – entweder als Selbstmord oder durch Organversagen. Die massive Überarbeitung wird hier in der Regel durch regelmäßigen, schweren Alkoholmissbrauch kompensiert. „Mein Leben für die Firma!“ ist wohl das Motto.

Die Mechanismen der Überlastung sind sehr interessant und deshalb möchte ich mit Ihnen heute einmal darüber nachdenken, – auch als Anregung über Ihre eigene Situation zu reflektieren und vielleicht frühzeitig in die Bremsen zu gehen und einen Gang runterzuschalten.

Stellen wir uns einmal eine ganz normale Situation vor, wo noch alles soweit in Ordnung ist. Sie fühlen sich gesund, sind fit, alles ist wirklich in Ordnung. Sie haben eine glückliche Partnerschaft, Kinder sind vielleicht auch schon da. In Ihrer Freizeit sind Sie aktiv, treiben Sport, unternehmen viel mit Ihren Lieben, treffen sich mit Ihren Freunden, usw. Auch Ihr Job läuft ganz geregelt. Sie haben einen ganz normalen 8 Stunden Tag. Die Arbeit besteht aus Routine und anregenden Aufgaben. Sie verstehen sich gut mit Ihrem Chef und Ihren Kollegen. Alles ist bestens.

Das Leben könnte so weiter gehen, wenn wir in einer normalen Zeit leben würden. Nun kommt Ihr Chef eines Tages rein und erzählt Ihnen, dass die Firma eine neue Software gekauft hat, mit der sich viele Geschäftsprozesse bündeln lassen. Gemäß dem Ideal der Gewinnmaximierung bedeutet das, dass dadurch viele Mitarbeiter eingespart werden können. Was früher 4 Angestellte bearbeitet haben, macht nun nur noch einer. Dafür muss man sich natürlich in die neue Software einarbeiten. Der Chef erwähnt am Rande noch, dass natürlich nur die besten Mitarbeiter bleiben und in einem Monat eine entsprechende Beurteilung stattfindet. Da die Auftragslage hoch ist, kann für die Einarbeitung in die Software keine Arbeitszeit geopfert werden, sondern es wird erwartet, dass die guten Mitarbeiter dafür nach der Arbeit und am Wochenende Kurse belegen.

Die Folge dieser Mitteilung ist, dass die ganze Stimmung in der Firma schlagartig in den Keller geht. Alle bangen jetzt um ihre Jobs. Angst, Frustation, Hilflosigkeit, Ärger und Aggressionen kommen auf. Es ist allen klar, dass von 5 Leuten nur einer seinen Job behalten wird. Ein harter Konkurrenzkampf bricht aus. Jeder will zu den besten gehören. Jeder will seinen Job behalten. Jeder muss seinen Job behalten, weil er Haus, Auto, etc. abbezahlen muss, weil er seine Familie ernähren muss, weil es um seine Existenz geht. So werden aus guten Kollegen Konkurrenten, die mit allen Mitteln um ihre Vorteile kämpfen. Die Folgen sind Mobbing, Verleumdungen, Beleidigungen, Androhungen von Gewalt, Sabotage, etc. Das belastet unheimlich die Arbeit. Keiner fühlt sich mehr wohl. Alle sind schwer gestresst. Das erste Opfer ist ein Kollege, der gesundheitlich schon vorbelastet ist. Er bekommt einen Herzinfarkt und ist erstmal raus aus dem Rennen. Eine Kollegin, die schon immer etwas unsicher war, reagiert sehr emotional. Sie bekommt Heulanfälle, lässt sich kaum beruhigen.

Alle anderen arbeiten unter Hochdruck. Manche kommen früher und scheinen auch abends gar nicht mehr nach Hause zu gehen. Auch Sie sind voll dabei. Die Pausen haben Sie für sich schon abgeschafft. Ein belegtes Brötchen zwischendurch muss reichen. Dafür trinken Sie jetzt viel mehr Kaffee als früher. Eine Tasse jagt die nächste. Wahrscheinlich haben Sie schon mehr Kaffee im Körper als Blut, aber das ist Ihnen mittlerweile egal. Es geht eben nicht anders. Aus Ihrem 8 Stunden Tag ist ein 10 Stunden Tag geworden. Am Wochenende sind Sie auf den Seminaren, um die Software zu lernen. Ihren Partner und Ihre Kinder sehen Sie nur noch selten – sie sind eben auch schwer beschäftigt, im Stress. Mittlerweile macht Ihnen auch der hohe Kaffeekonsum zu schaffen. Ihre Hände zittern und ohne Kaffee geht gar nichts mehr. Schlafen können Sie auch nur noch ganz schlecht. Morgens fühlen Sie sich wie gerädert, – als hätten Sie gar nicht geschlafen. Sport treiben Sie auch nicht mehr. Sie haben einfach keine Zeit dafür. Sie wissen auch nicht mehr, wann Sie das letzte Mal richtig und gut gegessen haben. Immer mehr bauen Sie ab. Dann kommen auch noch Kopfschmerzen hinzu und Augenprobleme – alles Überlastung.

Der Chef kommt rein und gratuliert Ihnen. Sie haben es geschafft. Während viele auf der Strecke geblieben sind – seelisch oder körperlich – können Sie sich freuen, dass Sie Ihren Arbeitsplatz behalten dürfen. Nun dürfen Sie die Arbeit von 5 Leuten machen. Leider hat sich die neue Software als problematisch entpuppt. Sie ist noch nicht ausgereift und es funktioniert nicht alles so, wie es soll. So verbringen Sie jeden Tag viel Zeit damit nach Fehlern zu suchen und Probleme zu lösen. Das ist Stress pur und schlägt Ihnen auf den Magen. In letzter Zeit haben Sie sowieso schon Verdauungsprobleme.

Zum Glück ist die Stimmung mittlerweile etwas besser. Die verbliebenen Kollegen sprechen wieder miteinander. Dafür sind sie alle total gestresst. Die Nerven liegen blank, weil sich die Arbeit verfünfacht hat und die Software nicht so funktioniert, wie sie soll. In den kurzen Gesprächen über die Situation in der Firma kommt heraus, dass ein Kollege schon unter Depressionen leidet und beim Arzt war. Er meint, er würde am Erschöpfungssyndrom leiden und hat ihm dringend eine Auszeit empfohlen. Auch die Suizidgedanken und das alles nur noch negativ gesehen würde, wären schlechte Zeichen. Ein anderer Kollege hat von leistungsfördernden Medikamenten gehört und versorgt sich illegal damit. Er meint, ohne das Zeug würde gar nichts mehr gehen. Morgens nimmt er Tabletten zum aufputschen, – da fühlt er sich wie ein Rennpferd, zwischendurch noch Stimmungsaufheller und abends dann zum runterkommen nimmt er Schlafmittel. Ihm geht es auch schon ganz dreckig von dem ganzen Zeug und er müsste wohl eine Therapie machen, um wieder davon loszukommen. Er hat sich schon mit seiner Frau deswegen verkracht.

Der Chef lädt Sie und Ihre Kollegen zum Gespräch. Heute hat er mal wieder seinen cholerischen Anfall, wird ganz rot im Gesicht und droht schon umzukippen. Er regt sich furchtbar auf, dass die Software nicht läuft und Sie und Ihre Kollegen nichts auf die Reihe kriegen. Sie sollten sich doch alle mehr Mühe geben, mehr Einsatz zeigen, etwas für ihr Geld tun und nicht wie lahme Klappergäule vor sich hin schneckeln. Er erwartet Rennpferde in seinem Stall, insbesondere jetzt, wo noch mehr Aufträge auf ihre Bearbeitung warten. Alles muss schneller gehen. Mehr Effizienz!

Nach der Besprechung unterhalten Sie sich noch mit Ihren Kollegen und fragen sich, wo das noch enden soll. Sie sind jetzt schon alle am Limit, schon darüber und dann sollen sie noch mehr arbeiten, noch effizienter. Welche Möglichkeiten haben Sie jetzt? Geschlossen zum Chef gehen und ihm sagen, dass das so nicht laufen kann oder direkt nach einem neuen Job suchen? Oder auf den körperlich-seelischen Zusammenbruch warten?

Was ich mit diesem Beispiel sagen wollte ist, dass Überlastung, Überforderung immer einen destruktiven Charakter hat. Entweder führt Überlastung durch die Krise gleich zu einer Art von Depression, im schlimmsten Fall mit Suizid oder durch die Krise kommt es erst zu wahnhaften Vorstellungen, dass die Leistung beliebig gesteigert werden könnte, dass alles machbar ist mit den entsprechenden Mitteln und danach geht es dann in den Untergang.

Überlastung und Überforderung haben gerade im Bereich der Arbeit viel mit Ausbeutung zu tun. Auf Kosten der Angestellten wird der Gewinn übermäßig maximiert, was dann dem Management zu gute kommt. Der Raubbau egal ob an der Natur oder am Menschen ist immer ungesund und fordert in der Konsequenz hohe Kosten und hohen Aufwand für die Beseitigung der Schäden. Für diesen Raubbau bezahlen alle die entsprechenden Krankenkassengebühren.

Das schlimmste aus meiner Sicht ist, dass wir Menschen uns an ungesunde, negative Lebens- und Arbeitsumstände gewöhnen. Wir gewöhnen uns an die tägliche Überstunden. Wir gewöhnen uns an das Essen im Vorbeigehen. Wir gewöhnen uns daran, kaum noch Zeit mit der Familie zu verbringen. Wir gewöhnen uns daran, auch am Wochenende zu arbeiten. Und wir gewöhnen uns auch daran, uns alles von unseren Vorgesetzten gefallen zu lassen, jede Beleidigung, jede Manipulation und Erpressung. Wir hinterfragen nichts mehr, sondern akzeptieren alles. Viele haben einfach resigniert.

Dabei kann auch alles ganz anders laufen. Man braucht nur Menschen mit Weitblick und guter Ausbildung im Management. Dann kann auch eine hohe Leistungsfähigkeit mit und durch Work-Life-Balance gesichert werden.

Ich hoffe wirklich, dass in den kommenden Jahren durchgreifende Veränderungen geschehen. Wir können es uns schlichtweg nicht leisten, dass es so weitergeht.

Stellen Sie für sich eine Bilanz auf. Schauen Sie, wie es Ihnen geht, wo es hakt, was Sie ändern können und wo Sie professionelle Unterstützung in Anspruch nehmen sollten. Es gibt mehr Hilfe und Unterstützungsmöglichkeiten als Sie denken.

Lassen Sie sich nicht kaputt machen. Machen Sie lieber das Beste aus Ihrem Leben!

Denn es ist Ihr Leben und es ist wertvoll!

Advertisements

, , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Hinterlasse einen Kommentar

Das gesunde Nickerchen

Wann haben Sie Ihr letztes Nickerchen gehabt? In der Mittagspause? Dann fühlen Sie sich jetzt wahrscheinlich wieder fit und leistungsfähig.

Ein kurzes Nickerchen ist optimal, um sich zu regenerieren, mal richtig abzuschalten und neue Energien zu tanken. Das Gehirn hat Sendepause, träumt vielleicht von etwas angenehmen wie Urlaub oder das Treffen mit den Freunden am Abend. Das geistige Abschalten tut unendlich gut. Es schenkt einem so einen tiefen Frieden. Wo gerade noch Rush Hour geherrscht hat, ist jetzt nichts mehr los. Es ist wie wenn der Dauerlärm einer Baustelle plötzlich aufhört und nur die Stille ist zu hören.

Der Körper entspannt sich auch. Alle Verkrampfungen lösen sich und das Unterbewusstsein startet die Regenerationsprozesse. Eine echte Erholung setzt ein. Der Energiepegel wird wieder ausgeglichen und aufgebaut.

Kopfschmerzen, Stress und Verspannungen werden abgebaut und auch die überlasteten Augen erholen sich. Was für eine Wohltat! Und man braucht gar nichts zu tun, außer abzuschalten.

Neben diesen Wundern geschehen noch andere phantastische Dinge. Plötzlich fallen einem Lösungen für Probleme ein, nach denen man schon lange verkrampft gesucht hatte. Das Unterbewusstsein hat die Zeit genutzt und gefunden, was in der Hektik nicht zu finden war.

Nach dem Schläfchen geht es einem wieder richtig gut und man fühlt sich bereit für neue Taten. Da bleibt sogar noch Energie für eine aktive Freizeitgestaltung nach der Arbeit.

Wussten Sie, dass erfolgreiche und geniale Menschen das Nickerchen zwischendurch gerne in Anspruch nehmen, um Eingebungen zu erhalten, Lösungen zu finden aber auch, um ständig bereit für Höchstleistungen zu sein? Napoleon ist dafür bekannt, wie auch Leonardo da Vinci und andere.

Nun stellen Sie sich einmal vor, Sie würden mittags etwas Leichtes essen, keine große Portion, gut verdaulich und gesund. Vielleicht brauchen Sie dafür 15 Minuten. Danach ziehen Sie sich zurück, vielleicht in Ihr Auto oder in einen ungenutzen Besprechungsraum, auf eine Coach oder in einen Sessel und dann machen Sie Ihr Nickerchen für eine halbe Stunde bis die Mittagspause zu Ende ist. Wenn Sie wollen, können Sie danach einen Espresso trinken, um Ihren Kreislauf anzuleiern oder ein bißchen Gymnastik machen. Dann starten Sie durch. Die letzten 4 Arbeitsstunden bis zum Feierabend schaffen Sie jetzt auch noch. Und der Abend mit Freizeit und Ihren Lieben kann kommen.

Hört sich doch gut an oder? Und Sie sparen sogar noch Geld für Kopfschmerztabletten, etc. Auch Ihre Familie und Freunde werden es Ihnen danken, wenn Sie recht frisch nach Hause kommen – ohne Leidensmiene, dafür vielleicht sogar mit einem Lächeln und viel mehr Energie.

Gezielte Erholungsphasen können im Leben und auch in der Arbeit echte Wunder vollbringen. Probieren Sie es einfach mal aus! Sie sparen dadurch sogar Zeit ein, weil Sie effizienter arbeiten!

Gönnen Sie sich Ihre Erholung! Sie haben sie verdient!

Machen Sie das Beste aus Ihrem Leben!

, , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Hinterlasse einen Kommentar

Easy listening – Entspannung kann so einfach sein!

Haben Sie sich heute schon entspannt? Ich höre gerade die Bee Gees und Entspannung liegt in der Luft. Meine Gehirnzellen entkrampfen sich und alles ist so „easy“ – wie damals als die Welt noch in Ordnung war.

Musik hat eine sehr starke Wirkung auf das seelische Wohlbefinden. Musik kann wunderbar entspannend wirken. Musik kann eine positive, fröhliche Stimmung erzeugen. Musik kann einen auch wiederbeleben, reaktivieren und einem neue Energie schenken.

Nutzen Sie die Macht der Musik ganz bewusst, um für mehr Ausgleich in Ihrem Leben zu sorgen!

Ich erinnere mich gerne an meinen Urlaub auf Sri Lanka und die Tage im Hilton Hotel. Da kam ich morgens runter in den Restaurantbereich, um zu frühstücken. Ja, und was erwartet mich da? Ein lichtdurchfluteter, großer Saal mit fantastischem Buffet, wunderschönen Dekorationen aus Orchideen, tropischen Früchten und vielen Blumen. Dazu gab es dann wunderbare Lounging Musik, – die alten Klassiker als Instrumentalversion. Ja, ich hatte das Paradies entdeckt und ich genoß jeden einzelnen Augenblick und hätte Stunden, Tage und Wochen dort beim Frühstück verbringen können. Soviel wunderbare Entspannung! Soviel schöne Sinnesreize – für die Augen, die Ohren und den Bauch. Daran denke ich sehr gerne zurück.

Denken Sie auch gerne an Ihre Urlaubserfahrungen? Haben Sie schon mal daran gedacht, ein bißchen Urlaubsfeeling in Ihren Alltag zu holen? Es ist so einfach!

Sie brauchen einfach ein paar schöne Blumen auf dem Tisch, ein bißchen Urlaubsdeko, leichte Musik im Hintergrund und vielleicht einfach mal etwas anderes zum Frühstück, was Sie an schöne Zeiten im Urlaub erinnert – vielleicht ein schönes Omlett, einen Orangensaft, etc. Oder Mittags einen schönen griechischen Salat mit Weißbrot. Es gibt viele, einfache Möglichkeiten Ihren Alltag aufzuwerten und Sie in eine positive, entspannte Stimmung zu versetzen. Probieren Sie es einfach mal aus! Vielleicht einfach mal am Wochenende ganz entspannt in den Tag starten?!

Wenn die Sonne vielleicht nicht draußen scheint, so kann Sie doch in Ihrem Herzen aufgehen und Sie den ganzen Tag begleiten!

Gestalten Sie Ihr Leben so schön wie möglich! Sie verdienen es!

 

, , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Hinterlasse einen Kommentar

Burn Dich aus!

Der Spruch „Burn Dich aus!“ stammt aus dem Lied „Bück Dich hoch!“ von der Gruppe Deichkind. Deichkind beschreibt in dem Lied den Wahnsinn der Leistungsgesellschaft.

In der Psychologie unterscheiden wir zwischen 2 Polen der menschlichen Existenz, – dem Aspekt der Leistung und dem Aspekt des Seins. Die Differenzierung und Ausrichtung beginnt schon in der Kindheit. Es gibt Kinder, die werden um ihrer selbstwillen geliebt, – müssen also für die bedingungslose Liebe ihrer Eltern nichts tun. Und dann gibt es Kinder, die nur Liebe und Zuwendung bekommen, wenn sie die gewünschten Leistungen bringen. Die seinsorientierten Kinder wachsen in einer gewissen Freiheit und Fülle auf, in der sie sich frei entfalten können. Die leistungsorientierten Kinder müssen sich ständig beweisen, ständig um Liebe und Wertschätzung kämpfen, um weiterzukommen. Sie leben eher im Mangelbewusstsein und „Kämpfen“ bestimmt ihr Leben. Von diesen „Kämpfern“ wird unsere konsumorientierte Gesellschaft bestimmt. Leistung um jeden Preis. Karriere um jeden Preis. Konsum und Geld an erster Stelle. Und warum? Um den Mangel an unbedingter Liebe, an Selbstliebe zu kompensieren.

Extreme waren schon immer ungesund. Das Leben findet in der Mitte statt. So ist es natürlich auch sinnvoll Kindern eine unbedingte Liebe zu vermitteln, damit sie sich bestmöglich entfalten können, aber ihnen auch klarzumachen, dass man im Leben Leistungen bringen muss, wenn man gewisse Ziele erreichen will oder Wünsche realisieren möchte. Nun ist dies leider die Ausnahme und Eltern lehren ihre Kinder oft so, wie sie es selbst erfahren haben. So ist es kein Wunder, dass in der modernen Gesellschaft eine gewisse Lieblosigkeit bzw. Rücksichtslosigkeit herrscht und alle nur dem Leistungsideal folgen.

Das Leistungsideal wird den Kinder ja schon im Kindergarten vermittelt. Kinder sollen so früh wie möglich besondere Fähigkeiten erwerben, damit sie im Konkurrenzkampf vorne liegen. Mindestens eine Fremdsprache, dazu Sport, Tanzen, Musikunterricht, etc. und das schon im Kindergarten und in der Grundschule. So geht das dann weiter und wehe die Kinder entpuppen sich nicht als die immer leistungswilligen Genies, die ihre Eltern gerne in ihnen sehen würden. Dann gibt es keine Zuwendung mehr, sondern Strafe. Wenn die Eltern Pech haben, dann widersetzen sich die Kinder mit der Zeit vollständig dem Leistungsideal und verweigern sich auch schulischen Leistungen, was dann u. U. in Hartz IV endet. Andere Kinder folgen aber dem Leistungsideal und gleichen ihre Überforderung mit Kiffen oder Komasaufen am Wochenende aus. Nach dem Abi geht es dann direkt ins Studium, wo die guten alten Zeit auch schon lange vorbei sind und ein immenser Leistungsdruck allbeherrschend ist. Mittlerweile besorgen sich viele Studenten schon alle möglichen Formen von Stimmungsaufhellern und „Dopingmitteln“, um ihre Leistungsfähigkeit hochzuhalten. Wer das Studium überlebt hat, stürzt sich dann ins unbezahlte Praktikum oder in die Probezeit. Da heißt es dann wieder sein Bestes geben, um möglichst weiterzukommen. Ja und dann geht es mit der sogenannten Karriere los, die faktisch kaum noch machbar ist, weil es nahezu keine echten Hierarchien in den Firmen gibt – Stichwort Leanmanagement. Tatsächlich arbeiten die meisten Menschen nur noch daran ihren Job zu behalten, um Haus, Kinder, etc. weiter finanzieren zu können. Dauerstress, Überforderung, gesundheitliche Probleme, mangelnder Ausgleich und das dauerhafte Leistungshoch inklusive Überstunden sorgen dann dafür, dass viele ihr Rentenalter gar nicht erst erreichen und vorzeitig mit Herzinfarkt oder ähnlichem aus dem Leben scheiden. So spart sich der Staat dann die Ausgaben für die Rente.

Wenn man sich das trendige und weitverbreitete Burnout Syndrom anschaut, dann kann man feststellen, dass es wunderbar in den Wahnsinn der modernen Leistungsgesellschaft passt. Getrieben vom Leistungsideal und all den Ängsten nicht genügend Leistung zu bringen und damit als Versager zu gelten, starten viele Berufsanfänger als regelrechte „Brenner“, – hochmotiviert, immer bereit volle Leistung zu bringen, eigene Bedürfnisse ignorierend und für Überstunden immer zu haben. Sie laufen regelrecht auf Hochtouren wie ein Rennpferd im Wettkampf. Doch irgendwann sind die Batterien leer. Nach der idealistischen Begeisterung für den Job oder das Projekt kommt die Frustation, weil die Idealvorstellungen nicht der Realität entsprechen. Dann kommt die Desillusionierung, die Ernüchterung und mit ihr die Abgestumpftheit und Teilnahmslosigkeit, weil man ja eh nichts bewirken oder verändern kann und die erwartete Wertschätzung oder Belohnung ausbleibt. Natürlich geht auch die Leistungsfähigkeit runter, Fehler stellen sich ein, erste Depressionen kommen und vielleicht hat man schon seine ersten psychischen Probleme. Vielleicht wird man auch aggressiv und überlegt, wie man am besten Selbstmord begehen kann, da ja eh alles sinnlos ist. So wird relativ schnell aus dem ehemaligen Brenner, dem Idealisten der Leistungsgesellschaft, ein Häufchen Asche. Er ist schlichtweg ausgebrannt. Die Flamme war zu stark und es gab zuwenig Öl, um die Flamme zu erhalten. Und was nun? Im besten Fall ein halbes Jahr Therapie und dann einen neuen Anfang machen. Nicht umsonst gibt es heutzutage soviele Aussteiger, die dem System den Rücken kehren. Es ist schlicht unmenschlich und extrem geworden. Auf die Effekte der Globalisierung für die Menschen in Asien möchte ich dabei noch nicht einmal zu sprechen kommen.

Wenn man sich über diese Prozesse und Hintergründe im Klaren ist, dann kann man frühzeitig an der sogenannten Work-Life-Balance arbeiten und Burnout verhindern. Ich unterstütze Sie dabei gerne. Etwas mehr Sein und etwas weniger Leistungsdenken tut uns allen gut und schenkt uns mehr Lebensfreude und Gesundheit.

 

 

, , , , , , ,

Hinterlasse einen Kommentar

%d Bloggern gefällt das: